Schwarzer Kocher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarzer Kocher
Der Schwarze Kocher kurz nach seinem Ursprung

Der Schwarze Kocher kurz nach seinem Ursprung

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2386
Lage Schwäbische Alb

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Kocher → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle bei Oberkochen im Kocherursprung
48° 46′ 20″ N, 10° 5′ 43″ O
Quellhöhe 499,2 m ü. NN
Quellschüttung MNQ
MQ
MHQ
50 l/s
680 l/s
4 m³/s
Zusammenfluss bei Unterkochen mit dem Weißen Kocher zum KocherKoordinaten: 48° 49′ 13″ N, 10° 7′ 9″ O
48° 49′ 13″ N, 10° 7′ 9″ O
Mündungshöhe ca. 450 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 49,2 m
Länge 7,7 km
Einzugsgebiet 37,961 km²[2]
Abfluss am Pegel Gewässerknoten „oberhalb Weißer Kocher“[3]
AEo: 37,86 km²
MNQ
MQ
Mq
MHQ
287 l/s
1,062 m³/s
28,1 l/(s km²)
6,99 m³/s

Der Schwarze Kocher ist der linke, längere Quellfluss des Kochers. Er entspringt südlich von Oberkochen aus dem Kocherursprung. Bei Unterkochen vereinigt er sich mit dem Weißen Kocher zum Kocher.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Quellfluss nach seinem Ursprung still davonrinnt, hat der Betrachter den Eindruck, er wäre schwarz. Dies hat zum Namen Schwarzer Kocher geführt. Eine andere Erklärung ist, dass Schlackenreste der ehemaligen Schlackenwäscherei in der Nähe des Kocherursprungs dem Schwarzen Kocher seinen Namen gaben.

Historische Karten, nämlich die Walchsche Karte aus dem Jahre 1804 und die Majersche Karte aus dem Jahre 1705, belegen jedoch, dass im Laufe der Zeit die Namen der Quellflüsse des Kochers vertauscht wurden. Dort wird der Oberkochener Zufluss, der heutige Schwarze Kocher, als „Rot Kocher“ bezeichnet und der Unterkochener Zufluss, der heutige Weiße Kocher, als „Schwarz Kocher“.[4]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwarze Kocher durchfließt die Stadt Oberkochen, wo ihm der dritte und kleinste Quellbach des Kochers, der Rote Kocher, aus dem Ölweiher zufließt. Des Weiteren wird er vom Katzenbach gespeist. Dieser entspringt im Wiesengrund aus einer typischen Schichtgrenzquelle. Der Katzenbach fließt, teilweise verrohrt, nach kurzem Lauf als Zollbach bei der Bahnhofsbrücke in einen Mühlkanal neben dem Schwarzen Kocher. Etwa einen halben Kilometer abwärts mündet ebenfalls im Siedlungsgebiet der Stadt, wenige Schritte vor dessen Rücklauf, der auch Langertbach genannte Gutenbach in denselben Kanal.

Im Aalener Stadtteil Unterkochen vereinigt sich der Schwarze mit dem Weißen Kocher. Der Zusammenfluss wurde im Jahr 2015 renaturiert und etwa 100 m nach Nordosten verlegt. Dort, wo heute der Schwarze Kocher nach Osten fließt, verlief bis zur Umgestaltung der Weiße Kocher nach Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe dem Kocherursprung stand von 1559 bis 1634 eine mit Holzkohle befeuerte Eisenschmelze. Das Holz dafür kam aus den Wäldern der Ostalb. Ein Wasserrad trieb Gebläsebalge und Schmiedehämmer an. Im Jahre 1830 wurde der Betrieb eingestellt. Glasartige Schlackenreste aus der Produktion sind heute noch in und neben dem Fluss zu finden.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammenfluss des Schwarzen Kochers (links) und des Weißen Kochers (rechts) in Unterkochen seit der Renaturierung 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzer Kocher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  2. Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  3. Abfluss-BW – ein Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hinweise) Übernommen am 08.04.2016
  4. Dietrich Bantel: Schwarzer Kocher war Roter Kocher. In: Bürger und Gemeinde. Amtsblatt der Stadt Oberkochen. 57. Jahrg., Nr. 2, 15. Januar 2010, S. 29.
  5. Karte des Karstquellenwegs in Oberkochen.