Schwengelpumpe

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Handpumpe in Wulkow-Großwulkow, Sachsen-Anhalt

Eine Schwengelpumpe ist eine Wasserpumpe, die mittels eines Schwengels (einarmigen Hebels) manuell betätigt wird. Diese Pumpenbauform wurde in ländlichen Gebieten ohne Stromanschluss bis in die 1950er Jahre weltweit zur Wasserversorgung eingesetzt. Diese Pumpen arbeiten zumeist als Kolbenpumpe mit einem Kolben und einer Ledermanschette. Die Funktionsweise hat sich schon über 300 Jahre bewährt.

Lauchhammerpumpe, Berlin Klausenerplatz
Klang einer Wasserpumpe in Berlin

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schwengelpumpe mit gut dichtendem Kolben und Ventilen kann Wasser aus einer Tiefe von bis zu 8 Metern ansaugen. Die Leistung liegt, je nach Pumphöhe und Kraft des Bedieners, bei 10 bis 40 Litern pro Minute. Die maximale Förderhöhe für eine Schwengelpumpe ist durch die Geodätische Saughöhe begrenzt, welche in Abhängigkeit vom Luftdruck und der Wassertemperatur differiert.

Eine handbetriebene Schwengelpumpe besteht aus:

  • Pumpengehäuse / Zylinder
  • Schwengel (Hebel)
  • Kolbenstange
  • Kolben
  • Kolbendichtung (Ledermanschette)
  • Pumpenraum
  • Auslassventil
  • Wasseransaugleitung
  • Einlassventil
  • Wasseraustritt

Brunnen mit Schwengelpumpen sind für den Einsatz als Trinkwasser-Notversorgung verbreitet, da sie unabhängig von Stromnetz und Trinkwassernetz betrieben werden können. Eine Schwengelpumpe ist als Fördermittel für Brauchwasser oder Notversorgungsmittel für Trinkwasser bietet neben dem einfachen Aufbau weitere Vorteile: intuitive Bedienung, wartungsarm, kostengünstige Beschaffung von Brauchwasser.

Speziell bei den das Stadtbild von Berlin und Magdeburg prägenden historischen Straßenpumpen handelt es sich um Trinkwassernotbrunnen, deren Ständer zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen, wie der hier abgebildete neobarocke Lauchhammerbrunnen der Eisengußhütte Lauchhammer. In Leipzig stehen noch zahlreiche Handschwengelpumpen im öffentlichen Raum, die als Kulturdenkmale unter Schutz gestellt sind.

Funktionsweise einer Wasserpumpe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsatz einer Schwengelpumpe setzt einen Wasservorrat voraus. Je nach Erfordernis sind dafür Ramm- oder Schlagbrunnen, Bohrbrunnen (als Flach- oder Tiefbrunnen) und Schachtbrunnen zu schaffen. Im Garten oder am Haus sind diese für die Nutzung von Grundwasser erforderlich. In Zisternen oder großen Fässern aufgefangenes Regenwasser kann ebenfalls mit einer Schwengelpumpe verteilt werden. Der Rammbrunnen ist ohne Spezialkenntnisse von handwerklich begabten Personen ausführbar. Die örtlich geltenden wasserrechtlichen Vorschriften sollten in Erfahrung gebracht und beachtet werden. Ein Kesselbrunnen ist ein einfacher ummauerter oder anders eingefasster Raum im Boden, in dem sich Grundwasser sammeln kann.

Animation

Die Förderung des Wasservolumens erfolgt in der Schwengelpumpe nach dem Prinzip einer Hubkolbenpumpe in zwei Arbeitsschritten:

  • Bei der Bewegung des Schwengels nach unten wird der Kolben nach oben gezogen. Dadurch entsteht unterhalb des Kolbens ein Unterdruck, das Einlassventil öffnet sich und Luft und Wasser werden nach oben gehoben.
  • Im zweiten Schritt wird der Schwengel nach oben gezogen. Der Kolben drückt nach unten, Wasser oder Luft öffnen das Ventil im Kolben und strömen in den Raum oberhalb des Kolbens.
  • Bei erneutem Herabdrücken des Schwengels (Steigen des Kolbens) schließt das Kolbenventil, der Kolben hebt das über ihm befindliche Wasser an und es fließt zum Ausgang.

Ledermanschette und Ventile dichten in trockenem Zustand weniger gut ab, als wenn sich bereits Wasser im Pumpenraum und oberhalb des Kolbens befindet. Um das Wasser aus einer größeren Tiefe ansaugen zu können, ist es daher hilfreich, zunächst Wasser von oben in den Pumpenraum zu gießen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwengelpumpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien