Straßenbrunnen in Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Greinerscher Rohrbrunnen Typ I um 1925[1]
(Fischerinsel)[2][3]

Die Darstellung der Straßenbrunnen in Berlin ist eine Übersicht der Straßen- und Notwasserbrunnen der Bezirke der deutschen Hauptstadt. Ergänzt wurde mit den historischen Daten, soweit dafür Quellen erreichbar sind. Ein Überblick zur Geschichte und Entwicklung des Systems der Wasserversorgung an öffentlichen Zapfstellen ist vorangestellt.[4]

Die Bezirkslisten mit den einzelnen aktuellen Straßenbrunnen sind Teil dieser Aufstellung und ihrerseits nach Ortsteilen sortiert. In den Listen der Straßenbrunnen nach Bezirken sind die Standorte als Adresse und Geokoordinate, sowie der Flurabstand erfasst. Soweit zugänglich gemacht, sind Angaben zur Bohrtiefe des Grundwassers aufgenommen. Bild und Beschreibungen beziehen sich auf Formen, die Beziehungen zur Umgebung und Zusammenhänge zu den Wasserpumpen. Für spezielle Angaben ist zu Hauptartikeln verlinkt.

Sechs der historischen Straßenpumpen in den Ortsteilen Gesundbrunnen und Wedding sind in der Berliner Denkmalliste aufgenommen.[5]

Aktuell (Vorlage:Zukunft/In 5 JahrenStand: 2020) gibt es in Berlin 2070 Notwasser-Straßenbrunnen[6] Die meist grün lackierten Brunnen stehen vorrangig im öffentlichen Straßenraum und gehören zu den Stadtmöbeln (auch Straßenmöbel genannt). Ihre Funktion ist es, unabhängig vom funktionsfähigen und betriebsbereiten Wassernetz Grundwasser fördern zu können, insbesondere für Trinkzwecke. Zu den so bezeichneten Ausstattungsstücken des öffentlichen Straßenraums gehören jedoch nicht die durch die Berliner Wasserbetriebe über das öffentliche Wassernetz versorgten Hydranten. Die ebenfalls am Netz versorgten Trinkbrunnen werden im Artikel nicht ursächlich betrachtet. Die in den Berliner Bezirken und deren Ortsteilen vorhandenen Schmuckbrunnen und Planschen sind in einem gesonderten Artikel aufgeführt, da sie nicht zu den hier dargestellten Notwasser-Straßenbrunnen gehören.

Formen Berliner Straßenbrunnen enthält die Beschreibung der historischen und modernen Pumpenformen, die im aktuellen Straßenbild vorhanden sind.

Liste ausgewählter Straßenbrunnen im alten Berlin ist ein Verzeichnis historischer Standorte von Straßenbrunnen, soweit dies aus Bildmaterial erschlossen werden kann.

Alter Wasserbrunnen in Spandau
Letzter erhaltener Rohrbrunnen, System Lohde (Typ I) in Berlin-Mitte, Wöhlertstraße 18, Baudenkmal[7]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbrunnen, auch als Notwasserbrunnen bezeichnet,[8] gehören zu den Straßenmöbeln wie Laternen oder Parkbänke. Die vorrangig als Kunstobjekte zu verstehenden Springbrunnen und Brunnenanlagen sind in gesonderten nach Bezirken unterteilten Listen aufgeführt. Die Notwasserbrunnen dienen zur Wasserversorgung im Katastrophenfall und für den Zivilschutz, um unabhängig von der Verfügbarkeit des öffentlichen Wassernetzes zu sein.[9] „Für die Unterhaltung der Brunnen ist in den Berliner Bezirken jeweils das Straßen- und Grünflächenamt zuständig, die regelmäßige Beprobung der Wasserqualität wird durch die Gesundheitsämter veranlasst. Dies gilt sowohl für die Bundes- wie auch für die Landesbrunnen.“ Die Schlüsselnummern an den Säulen werden von den Bezirken vergeben. Bei der Bezirksfusion von 2001 kamen fortlaufende Nummern der Alt-Bezirke teils mehrfach vor. In den betroffenen (Groß-)Bezirken wurden deshalb Buchstaben vorgesetzt oder es wurde neu durchnummeriert. Diese Zahlen sind in den Listen als Sortierkriterium beibehalten. Die Beschreibungen enthalten darüber hinaus markante Umstände und Bilder der Pumpen. Weitere Bilder liegen nach Ortsteilen gegliedert auf Commons.[10]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die an Berliner Straßen und Plätzen aufgestellten Brunnen wird of der Begriff „Plumpe“ genutzt, der Begriff wird im Duden genannt: „zylindrischer, durch ein Rohr mit dem Grundwasser verbundener, senkrecht in die Erde eingesetzter und mit einem Schwengel, Hebel versehener Hohlkörper, der beim Betätigen des Schwengels Wasser an die Oberfläche saugt“[11] Brunnen sind dagegen[12] technische Anlagen zur Gewinnung von Grundwasser, wie in diesem Falle: Straßen-, Gassen-, Hofbrunnen. Die andererseits als Zier- oder Schmuckbrunnen verstandenen Einfassung oder Ummauerung eines Brunnens mit Becken zum Auffangen des Wassers sind in diesem Artikel nicht erfasst. Straßenbrunnen zur Notversorgung mit Grundwasser – „Plumpen“ – haben eigene Quellbohrungen für geeignetes Wasser unabhängig vom Wassernetz – auch bei dessen Ausfall. Von der Art sind es Schwengelpumpen, die Muskelkraft betrieben. werden. 2070 Exemplare[6] sind für das Jahr 2019 genannt.[13][14]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserversorgung aus Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Straßenbrunnen […] sind durch alle Straßen und Gassen vertheilt an 600 und mit den auf Höfen befindlichen, im Ganzen gegen 6000. Sie sind hinlänglich vor allen Schädlichkeiten bewahrt, doch ohne der athmosphärischen Luft den Zutritt zu versperren.“

J.G.A. Ludwig Helling, 1830.[15]

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts dienten Kesselbrunnen zur Trinkwasser- und Löschwasserversorgung der Berliner Bevölkerung. Solche Kesselbrunnen waren bis zu fünf Meter tiefe ausgemauerte Schächte, in denen sich das Grundwasser sammelte. Das Wasser aus diesen Haltungen wurde bis ins 18. Jahrhundert mit Eimern an Seilen hochgezogen. Für Löschwasser standen Bottiche neben den öffentlichen Brunnen, die ständig mit Wasser gefüllt zu sein hatten. Zunehmend wurden diese „Zieh“brunnen der besseren Handhabung wegen durch Schwengelpumpen ergänzt und ersetzt. Die Pumpeinrichtung mit den Hubkolben waren mit hölzernem Gehäuse umfasst aus denen Schwengel und Wasseraustritt herausragten. Ab Mitte des 19. Jahrhundert wurden eiserne Rohrbrunnen aufgestellt, mit denen Wasser auch aus größeren Tiefen gezogen werden konnten. Diese tieferen Wasserschichten wurden zum einen zur Steigerung der verfügbaren Wassermenge nötig. Andererseits mussten tiefere Grundwasserschichten erreicht werden, um eine bessere Qualität des geförderten Wassers zu erreichen.[16] Der Drucker Ernst Litfaß hatte in den 1850er Jahren die Idee, Straßenpumpen mit Holz zu verkleiden, um sie als Werbefläche zu nutzen. 1854 unterbreitete er seinen Plan dem General-Polizeidirektor von Hinckeldey Säulen von architektonischer Form, die zugleich als Zierde gelten konnten, zu errichten und diese zum Anschlag zu benutzen. Dieser entschied, dass fünfzig Straßenbrunnen mit einer, den steinernen Säulen gleichenden, hölzernen Umhüllung und einer zweckmäßigen Pumpenkonstruktion versehen und ferner hundert massive Säulen aufgestellt werden sollten. Beide waren einschließlich der Krönung vom Pflaster ab 9½ Fuß hoch bei einem Umfang von 9¾ Fuß.[17] Für jedes bebaute Grundstück war im 19. Jahrhundert in Berlin ein Hofbrunnen vorgeschrieben. Bis zum Aufbau und Ausbau der Wasserwerke und dem Anschluss der Grundstücke an das Wassernetz erfolgte die Wasserversorgung der Haushalte weiterhin aus Hofbrunnen (auf dem Grundstück) und öffentlichen Straßenbrunnen. Für die Nutzung der Straßenbrunnen gab es schon immer Einschränkungen, so war an diesen das Wäschewaschen verboten.

„Dem Publikum wird hierdurch in Erinnerung gebracht, daß das Spülen der Wäsche an den öffentlichen Straßenbrunnen bei 15 Silbergroschen Strafe für jeden Kontraventionsfall verboten ist. Berlin, den 2. Dezember 1837“

Amts-Blatt der Königl. Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin[18]

1856 entstand das erste Berliner Wasserwerk vor dem Stralauer Tor direkt an der Spree und zum Ausgleich kam das große Wasserreservoir (offener Reinwasserbehälter) auf dem Windmühlenberg (Belforter Straße) angelegt.[19] Für die erste öffentliche Wasserleitung wurde 1852 der Vertrag zwischen dem Königl. Polizei-Präsidenten von Hinckeldey namens des Königl. Preußischen Gouvernements und den Unternehmern Sir Charles Fox und Thomas Russell Crampton über die Versorgung der Stadt Berlin mit fließendem Wasser geschlossen. Der im 16. Jahrhundert begonnene Netzbau mit Holzröhren-Leitungen in Berlin und Cölln war vernachlässigt worden und hatte sich nicht erhalten. Die um das Jahr 1850 über 900 vorhandenen öffentlichen Brunnen wurden mit dem öffentlichen Leitungsnetz zunehmend zu Zapfstellen für Löschwasser.[20] Andererseits standen einige Hofbrunnen auf dem Gebiet von Goß-Berlin noch bis in die 1950er Jahre. Der Vertrag zum Wassernetz sah die Übergabe an den preußischen Staat für 1881 vor, ab 1867 weigerte sich die Gesellschaft entfernte Wasserleitungen zu legen. So waren die Hofbrunnen, wohl auch die Straßenbrunnen auch weiterhin in bestimmten Stadtgebieen nötig.[21]

Die Technik und Ausführung der Straßenbrunnen wurde im Übrigen weiter entwickelt. Die eisernen Rohrbrunnen nach der Bauart Greiner und Lohde wurden ab 1877 bis 1892 in 450 Exemplaren aufgestellt. Nach einer Ausschreibung von 1890 wurden die von Otto Stahn vorgeschlagenen Brunnengehäuse mit der Kuntzeschen Pumpmechanik in der Eisengießerei Lauchhammer hergestellt und zwischen 1894 und 1897 aufgestellt. Gleichzeitig wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts auch die Bestrebungen zum Ausbau der Wasserversorgung in den Orten um Berlin vorangetrieben. Um 1900 folgten neuere Straßenbrunnen aus Lauchhammer für die Großstadt Charlottenburg, für Wilmersdorf und Schöneberg und die Landgemeinde Pankow. Gleichzeitig wurden in den Vorstädten Berlins auch die städtischen Wassernetze geschaffen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anstehen nach Wasser[22][A 1]
März 1920 (Kapp-Putsch)[23])
Wasserentnahme[24] nach dem Krieg im Juli 1945[25][26][27]
Brunnen zwischen Ruinen
April 1945[28][29]
Brunnenreparatur
März 1947[30]

In unruhigen Zeiten waren die Straßenbrunnen weiterhin zur Versorgung der Bevölkerung im Notfall von Nutzen. Genutzt wurden diese öffentlichen Zapfstellen während des Kapp-Putschs, als das Wassernetz in Berlin wegen des Generalstreiks ausfiel. Nach der Bildung von Groß-Berlin ging die Zuständigkeit für die Notwasserversorgung und die Straßenbrunnen von den eingegliederten Städten und Vororten an den Magistrat über. Die vorhandenen Brunnen wurden betreut und unterhalten.[31] Für die Feuerwehr existierten die Hydranten am Wassernetz für Löschwasser. Die Verwaltung von Groß-Berlin beauftragte zudem die Aufstellung von neuen Anlagen und den Ausbau des Systems der Notwasserbrunnen. Mitte der 1920er Jahre wurde ein neues Brunnengehäuse entwickelt das nach den Entwürfen im Eisenhütten- und Emaillierwerk Wilhelm von Krause in Neusalz (Schlesien) gegeossen wurde. „Krausepumpen“ hatten eine kannelierte Säule auf einem achteckigen Sockel ohne bildliche Verzierungen. Zudem wurden auch Anlagen aus anderen Pumpenunternehmen aufgestellt, es waren einfache, zylindrische Säulen mit dem Ansatz für den Schwengel oben und dem Rohr für den Wasserauslauf in der Mitte.

Große Bedeutung hatten die Straßenbrunnen als Wasserversorgung nach Schäden am Wassernetz im Zweiten Weltkrieg. Wegen der Zerstörungen bei den Luftangriffen in den Jahren 1943–1945 und insbesondere in den letzten Kriegsjahren (ab 1944) brach die Trinkwasserversorgung Berlins an unterschiedlichen Orten mehrfach zusammen. Letztlich war die netzweite Wasserversorgung gestört. Einzig die vorhandenen öffentlichen Zapfstellen, gleichgültig ob aktive Lauchhammerbrunnen, erhaltene Rohrbrunnen (Lohde, Greiner) sowie Krausepumpen, Loewe- und Wolfsäulen, boten der Bevölkerung Zugang zu Wasser. Besonders nach dem großen alliierten Luftangriff vom 18. März 1945 war das Berliner Wassernetz zusammengebrochen. Die Treffer hatten an vielen Stellen das Leitungssystem getroffen. Gas-, Wasser- und Stromleitungen waren größtenteils zerstört.[32] „Wasser gab es nur noch an den Pumpen auf der Straße, so daß das Schlangestehen nach Wasser im Freien während des restlichen Kampfes um Berlin' zu einem Überlebensrisiko wurde.“[33][34] „Ein neues ‚Tier‘ wurde in Berlin gesichtet: die „Wasserschlange“. Vor Hydranten und Pumpbrunnen standen in Schnee und Regen, in Kälte und Matsch die Berlinerinnen mit Eimern und Töpfen um Wasser an.“[35] Bei den anhaltenden Kämpfen um Berlin in den zwölf Tagen im April 1945 waren Straßenbrunnen eine wichtige Grundlage zur Wasserversorgung.[36] Betroffen waren 2,8 Millionen in Trümmern lebende Berliner und die Soldaten der Streitkräfte beider kämpfenden Seiten sowie Flüchtlinge aus den Ostgebieten. „Nebenan brannte das Schuhhaus der Firma Leiser. Meiner Mutter gelang es noch, zwei Schuhe für mich zu organisieren […] An einer Straßenpumpe stand eine Menschenschlange zum Wasserholen.“[37] „Am 23. April 1945 […] marschierte die Rote Armee in der Hauptstraße ein. Kurz [vorher] musste ich, da unsere Wasserversorgung ausgefallen war, von einer Pumpe in der Hauptstraße Wasser holen. Hier stand noch eine deutsche 8,8-cm-Flakbatterie […]“[38] „Trinkwasser besorgten wir uns an einer Pumpe in der Revaler Straße. Meist stand hier eine Menschenschlange mit Eimern und wartete.“[39][40] Durch die Zerstörungen waren jedoch auch viele Pumpen der Notwasserversorgung nicht mehr benutzbar, oft standen sie zwischen den Trümmern der zeerstörten Gebäude, die bis auf die Fahrbahn reichten. Lauchhammergehäuse waren im Winter 1944/1945 als Frostschutz verkleidet worden und wohl auch um sie vor den Luftangriffen zu schützen.[41] Nach der Kapitulation waren Brunnen zerstört und in den kalten Wintern Ende der 1940er Jahre gab es Frostschäden.[42]

Die Berliner Verwaltung in den vier Besatzungssektoren bemühte sich um den Betrieb der Brunnen und zerstörte „Plumpen“ aus alten Beständen ersetzt. Während der Berlin-Blockade (1948/1949) gab es in West-Berlin eine unklare Zukunftssituation und die noch vorhandenen Brunnen wurden vorbeugend instand gesetzt. Seit den frühen 1950er Jahren führte die zunehmend geteilte Verwaltung Berlins naturgemäß zu Unterschieden bei den Straßenbrunnen. Mit dem Mauerbau 1961 wurde West-Berlin auf eine Notsituation vorbereitet und eine robuste und sichere Brunnenform eingefordert.

Die aufwendigen Vorkriegsgehäuse um die Pumpmechanik wurden in den 1950er Jahren durch die einfachen den Hubkolben umfassende Zylinderkörper (glatte Säulen) ergänzt. Je nach Bedarf kamen neue Bohrungen und Brunnenstandorte hinzu. Zu Beginn der 1960er Jahre in der Zeit des Kalten Kriegs nach dem Mauerbau vergab der Senat den Auftrag zur Entwicklung eines neuen Modelltyps, um die Anzahl der Straßenbrunnen den Erfordernissen entsprechend stark zu erhöhen. Diese kompakten Pumpen wurden von Schliephacke gestaltet und vom Oberbaurat Rainer G. Rümmler eingeführt. Die Notbrunnen waren für den „V-Fall“ erstellt, jedoch für alle anderen Fälle der Not verwendbar: im Falle einer Wasserklemme, im Unglücksfall, im Katastrophenfall, im Spannungsfall und eben im V-Fall. Für West-Berlin sind Angaben zu den 1960er/ 1970er Jahren[43] in Zivilverteidigung Heft 1/76 S. 56 aufgeführt.[44] demnach wurden für Berlin 1968–1972 zur „Trinkwassernotversorgung nach dem Wassersicherstellungsgesetz“ (Schwerpunktprogramm zur Sicherung einer netzunabhängigen Trinkwassernotversorgung aus Brunnen und Quellfassungen) 165 Brunnen für 2,09 Millionen Einwohner mit Kosten von 2,46 Millionen Mark niedergebracht, womit 410.000 Einwohner versorgt waren. Gleichzeitig wurden historische Pumpengehäuse instand gesetzt und mitunter an neuen Standorten platziert.

Im Jahr 1978 wurden in Fußgängerzonen restaurierte und rekonstruierte Lauchhammer- und Krausebrunnen aufgestellt, die sowohl der Notwasserversorgung dienen sollten als auch der Verbesserung des Stadtbildes. In Ostberlin kamen 1987 mit der 750-Jahr-Feier Berlins ebenfalls einige restaurierte Brunnen im alten Design hinzu.

In Ost-Berlin wurden die Straßenbrunnen ebenfalls genutzt und gepflegt, wie einem Artikel im Neuen Deutschland aus dem Jahr 1969 zu entnehmen ist. „[…] vielerorts stehen in unserem Berlin noch die alten grünen Pumpen. Die meisten dieser 528 ‚Straßenbrunnen‘ wurden wieder restauriert. Sie zeugen als Miniaturdenkmäler von einer längst vergangenen Zeit. Heute benutzt kaum einer mehr die dickbäuchigen Eisengebilde, um sich mit Wasser zu versorgen. Die moderne Technik hat die einstmals Fortschritt bedeutenden Pumpen längst verdrängt, aber für die Kinder sind und bleiben sie Anziehungspunkte […]“[45]

Der Quellort der Wasserbrunnen darf nicht versanden, weswegen es in Berlin erwünscht ist, dass „Bürger den Schwengel betätigen, Berliner ihre Hunde erfrischen und erhitzte Touristen sich den Kopf abkühlen. Nur das noch in den 1970er Jahren übliche Autowaschen ist und bleibt verboten. Wenigerf wegen Schäden am Brunnen als vielmehr damit kine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.[46] Die Bezirksverwaltungen sind für den Zustand und die Brauchbarkeit der Pumpen verantwortlich, um sie benutzbar zu halten. Nach Auskunft von Straßenämtern werden beispielsweise durch Außenstehende unerlaubt attraktive Pumpenteile entfernt. Unachtsame Autofahrer stoßen bei Unfällen an Brunnenkörper. Die Quellbohrungen können durch Versanden unbrauchbar werden. Wasser sollte vor dem Trinken abgekocht werden.

Durch die Vereinigung der beiden Stadtverwaltungen im Jahr 1990 waren auch für die Ostbezirke die Vorschriften aus dem Wassersicherstellungsgesetz zu beachten und in den 1990er Jahren wurden neue Notwasserstandorte gegründet. Der Ernstfall war in den westlichen Bezirken mit Luftbrücke und Mauerbau lebendiger und die Bundesvorschriften waren näher. „Nach dem Mauerfall wurden in den östlichen Bezirken viele Pumpen [neu] aufgestellt, die man zu DDR-Zeiten offenbar als nicht so wichtig erachtet hatte.“[13]

Funktion seit den 2010er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischkopf-Wasseraustritt einer historischen Pumpe in Charlottenburg (Tegeler Weg); die Gehäusefarbe ist nicht das vorgegebene Grün

Auf die Anfrage an den Senat von 2017: „Welchen Zwecken dienen die in Berlin vorhandenen Straßenbrunnen (Notbrunnen) vorrangig?“ lautete die Antwort: „Sie dienen vorrangig der Sicherstellung einer Ersatz- bzw. Notwasserversorgung der Bevölkerung im Krisen- bzw. Katastrophenfall bei einem großflächigen Ausfall der netzgebundenen öffentlichen Wasserversorgung.“ In ruhigen Zeiten steht eher das Gießen von Straßenbäumen im Vordergrund, zumal regelmäßiges Pumpen förderlich für die Betriebsbereitschaft ist.7

Nach dem Wassersicherstellungsgesetz (WasSG)[A 2] ist die Trinkwasser-Notversorgung eine Vorsorgemaßnahme für die Bevölkerung im Verteidigungsfall zur Sicherstellung des lebensnotwendigen Trinkwasserbedarfs. Bauart und Anforderung an Trinkwasser-Notbrunnen sind im § 4 der Zweiten Wassersicherstellungsverordnung (2. WasSV) definiert.[A 3]

Markierung im Bezirk Lichtenberg

Die Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser sind gesetzlich festgelegt. Bei Untersuchungen der Gesundheitsämter kann das an den Plumpen geförderte Grundwasser diesen strengen Vorschriften kaum genügen (siehe dazu Trinkwasserverordnung). Die überwältigende Mehrzahl der Straßenbrunnen bieten Kein Trinkwasser und warnen mit Schildern unterschiedlicher Form, teilweise mehrsprachig. Eine solche Negativ-Aussage schließt letztlich im Katastrophenfall oder für den Zivilschutz die Nutzung als trinkbares Wasser nicht zwangsläufig aus.[47] Es gibt zudem Möglichkeiten, jenes Wasser für Trinkzwecke aufzubereiten.[48] Seit den 2010er Jahren kommen Hinweisschilder Für Notwasser geeignet zur Anwendung.

Alle Straßenbrunnen sind durch den Handbetrieb von der Stromversorgung unabhängig und fördern Wasser auch bei Netzausfall. Die Dichte der Brunnenstandorte war in Berlin anfangs des 20. Jahrhunderts mit 300 Metern Abstand erwünscht. Die Vorschriften seit den 1960er Jahren legen die Versorgung von 1500 Anwohnern je Brunnen nahe. Einige Bezirkslisten enthalten eine Tabelle, in der die Anzahl der Brunnen nach LOR-Planungsräumen (etwa den Kiezen entsprechend) aufgeschlüsselt und in Beziehung zur Einwohnerzahl gesetzt ist. Alle Berliner Straßenbrunnen fördern unabhängig vom Zustand des Wassernetzes der Berliner Wasserbetriebe oberflächennahes[49] Grundwasser.[14] Brunnen der Notwasserversorgung sind einerseits im Eigentum des Bundes, ein anderer Teil sind Brunnen des Landes Berlin und stehen in der Verantwortung der Senatsverwaltung.[50] Die „Landesbrunnen“ in der Stadt sind Einrichtungen des Katastrophenschutzes und „Bundesbrunnen“ dienen dem Zivilschutz. Sie unterstehen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Bundesbrunnen werden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Zusammenarbeit mit der Wasserbehörde geplant und ausgeführt.[14] Die Anzahl der Brunnen kann sich nach Zustand und Bebauung ändern. Wegen mechanischer Funktionseinschränkungen oder beim Versiegen durch „Versanden“ müssen sie außer Betrieb genommen werden. Andere Gründe für Instandsetzungen kann Vandalismus sein. Brunnen stehen vorrangig am Straßenrand und sind durch Anstoßen von Fahrzeugen gefährdet. Unsichere Standorte werden vorbeugend mit Schutzpfosten oder Baumschutzbügeln (wie bei Straßenbäumen) versehen.

Die Anzahl der Straßenbrunnen für Berlin ändert sich durch Ab- und Neubau oder zeitweisen Abbau um einen mittleren Wert ständig. Einige Standorte sind allerdings schon seit der Aufstellung zwischen 1895 und 1910 in Nutzung. Im Jahr 2019 wurden 1500, aber auch 1800 Straßenbrunnen für Berlin angegeben. Im Vorjahr wurden etwa 2000 Pumpen (Vorlage:Zukunft/In 2 JahrenMedienangabe Stand: 2018) angegeben. Auf die Bezirke verteilt stehen in Tempelhof-Schöneberg 204 „Plumpen“, Mitte ist mit 194 gut versorgt, in Steglitz-Zehlendorf sind es 39. Spandau meldete 120 Wasserspender, 2007 waren es dort 87. Für Pankow sind 133 Standorte und für Lichtenberg 91 angegeben.[A 4] Allerdings fließt aus den wenigsten Pumpen direkt nutzbares Trinkwasser. An 1090 der Straßenbrunnen haben Bezirksämter entsprechende Warnhinweise angebracht. In Charlottenburg-Wilmersdorf sind 104 von 106 Pumpen mit solchen Schildern versehen, in Mitte alle 194. Die Ausführung der Schilder ist zeitabhängig[51] Die Behörde verweist darauf, dass Desinfektionstabletten das Wasser so weit reinigen könnten, dass es die Qualität von (trinkbarem) „Notwasser“ erreicht.[14] Prinzipiell ist das Wasser (wohl) genießbar. „Die Berliner gehen mit ihren Pumpen pfleglich um. […] ansonsten sollten die Bürger die Pumpen doch immer mal mit ihrer Muskelkraft antreiben. Das sei hilfreich, damit Brunnen nicht vertrocknen oder versanden. […] Im Sommer sollte man die Straßenbäume mit dem Grundwasser gießen.“[13]

Die bezirklichen Gesundheitsämter beproben das geförderte Wasser regelmäßig auf mikrobiologische oder chemische Belastungen. Für die Instandsetzung sind die Straßenämter der Bezirke verantwortlich, diese vergeben ihre Aufträge an Brunnenbauer oder arbeiten mit dem Tiefbauamt zusammen. Je nach Zuständigkeit müssen Bundes- oder Landesmittel gegenüber der Senatsverwaltung abgefordert werden. Diese Planung und kurzfristige Ausfälle können finanzielle Engpässe im (eigenständigen) Bezirkshaushalt auslösen, sodass „Plumpen“ vorübergehend ausfallen und nicht betriebsbereit sind. Mitunter wurde es auch nötig Pumpen einzulagern oder die Bohrlöcher gesamt zu verfüllen und neue Quellbohrungen anzulegen. Werden die Brunnen nicht betätigt fällt der Wasserstand ab und es ist minutenlang (bis 20 Pumphübe) zu pumpen, bis Wasser (zunächst rostig braun) kommt. Es stehen aber auch ausgefallene Brunnen mit ausgehaktem Schwengelbolzen, verklemmten Rohrgestängen oder gestörten Dichtungen in Berlin.[52] Die häufigsten Mängel sind (wohl) ausgefallene Ventile, Manschetten, Frosthähne und verrutschte oder gebrochene Bolzen. Eine versandete Quelle wird teurer, da eine neue Bohrung und das vollständige Einsetzen der Rohre nötig ist. Beispiele hierzu finden sich in Bemerkungen ausgewählter Standorte in den zum Artikel gehörenden Bezirkslisten.[53] Schuld, dass Brunnen versanden, sind die Wasserqualität und das verbaute Material. Im Durchschnitt versanden die Brunnen alle 40 bis 50 Jahre. Die Pumpe wird erst einmal bei einem Dienstleister eingelagert und neu gesetzt, sobald die finanziellen Mittel vorhanden sind.[54]

Bedarf und Möglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergänzendes Schild zu „Kein Trinkwasser“

„In Berlin gibt es nach Kenntnis des Senats 2070 Straßenbrunnen. Diese unterteilen sich in Bundesbrunnen, die gemäß des Wassersicherstellungsgesetzes (WasSG) für den Verteidigungsfall eingesetzt werden sollen, und in Landesbrunnen (1169 Stück, Stand: 2019, Quelle: FIS-Broker), die der Landesgesetzgebung zum Katastrophenschutz unterliegen.“[6] Die Anzahl der Brunnen schwankt dabei etwas. So wurden nach Belegen vom Beginn der 2000er Jahren 2107 Straßenbrunnen genannt, im Oktober 2019 wurde von 1500 Notfallbrunnen geredet, davon bietet ein Drittel Wasser in trinkbarerer Qualität. Schwankungen in der Anzahl ergeben sich durch Abbau von gealterten Quellen und neu aufgestellten oder versetzten Brunnen. Dennoch ist es bemerkenswert, das Brunnen (in diesem Fall vom Lauchhammertyp) seit ihrer Aufstellung um 1900 noch am gleichen Standort vorhanden sind.[55] Bei einer durch den Senat beauftragten Straßenbefahrung 2014/2015 mit digitaler Auswertung wurden neben anderen Straßeneinrichtungen und Stadtmöbeln 1632 im öffentlichen Straßenbereich stehende Straßenbrunnen erstmals erfasst.[56] Für den Notfall ist nach der Gesetzeslage je eine handbetriebenen Schwengelpumpe für 1500 Einwohner angestrebt, das entspricht bei der derzeitigen Einwohnerzahl (Stand Juni 2019) einem Bedarf von 2500 Straßenbrunnen. Durch Vandalismus, Nichtbenutzung, Alterung oder andere äußere Einflüsse wird die Betriebsbereitschaft immer wieder gestört. Für eine notwendige Reparatur des Brunnenwerks wurden in einer RBB-Sendung 4600 Euro genannt. Für das Aufstellen eines neues Brunnens fallen 30.000 Euro an.[57] Die Bezirke erhalten die Finanzen für Instandsetzung und Neuaufstellung jeweils vom Senat mit den Haushaltsmitteln zugeteilt. Wegen der Aufteilung in Zapfstellen für den Katastrophenfall (Land) und Verteidigungsfall (Bund) werden die Gelder für Bundesbrunnen vom Senat wiederum beim Bund angefordert.

Die zwölf Bezirke sind für den Unterhalt und die Betriebsbereitschaft der rund 2000 Pumpen für die Notwasserversorgung zuständig.[58] Die Regelungen der Trinkwasser-Notversorgung stammen noch aus den Zeiten des Ost-West-Konfliktes und sie wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nach dem Wassersicherstellungsgesetz umgesetzt. Für Notzeiten werden 15 Liter pro Person und Tag kalkuliert. Dies ist in extremen Situationen noch auf den reinen Trinkwasserbedarf von 2,5 Liter zu reduzieren. Die tägliche Betriebsdauer eines Notbrunnens ist auf 15 Stunden bei einer durchschnittlichen stündlichen Entnahme von 6 m³ ausgelegt. Der zumutbare Versorgungsweg kann zwischen 500 und 2000 Metern liegen. Die Brunnenbohrung wird nur so tief ausgeführt, wie zur Gewinnung des erforderlichen Volumenstromes notwendig ist und er Endbohrdurchmesser beträgt zwischen 320 und 600 Millimeter, die Ausbaudurchmesser zwischen DN 150 und DN 200. Bei der Notwendigkeit der Nutzung als Trinkwasser erfolgt lediglich eine Desinfektion mit Chlortabletten (Natriumdichlorisocyanurat) zur Desinfektion. Von den 5000 Bundesbrunnen für den Notfall (Naturereignisse, durch menschliches oder technisches Versorgen oder Terrorismus/ Kriminalität/ Krieg) stehen in Berlin 912 Brunnen[59] in Verantwortung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe[20] im Einsatz für den Zivilschutz. Die grünen „Plumpen“ am Straßenrand sind „Notwasserbrunnen“ und allesind Schwengelpumpen in Handbetrieb. Die in stetiger Pflege befindlichen Anlagen sollen die Berliner vorzugsweise bei Katastrophen und im Kriegsfall versorgen, wenn die normale Wasserzufuhr versagt. Bereits in Normalzeiten kann das Wasser verkeimen oder chemisch belastet sein. Dabei muss beachtet werden, dass die Qualität von Trinkwasser durch die Trinkwasserverordnung definiert wird. Im Notfall würden allerdings bei entsprechenden Nutzungsumständen andere Kriterien zählen müssen. Die Aufstellungsdichte der Brunnen wird durch die Einwohnerzahl im Gebiet bestimmt.[A 5]

Pumpenformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlich aufgestellte Notwasser-Brunnen müssen robust, störunanfällig und lange Zeit reparaturfrei sein. Die Berliner Plumpen sind manuell betriebene Schwengelpumpen. Die meisten sind grün (Farbton #35412E)[60] lackiert. Das Farbpigment ist Chromoxidgrün (auch als Kölner Brückengrün) bekannt. In wenigen Fällen sind andere Lackierungen vorhanden: so sind die Rümmler- oder Schliephackebrunnen in Spandau gelborange und die Charlottenburger oft völlig oder außer dem Rohrgehäuse blau. In seltenen Fällen sind rote oder graue Anstriche vorhanden. Die ersten Handpumpen an den öffentlichen Straßen waren aufwendig künstlerisch gestaltet. Besonders in den Nachkriegsjahren, jedoch auch aktuell bei wirtschaftlichem Einsatz der Bezirksetats erhielten die nachfolgenden Gehäuse funktionelleres Aussehen, wobei zudem Sicherheitsforderungen erhöht wurden. Nach mehr als 150 Jahren gibt es in der Großstadt verschiedene Bauformen. Es sind alles manuell betätigte Handschwengelpumpen, die als Kolbenpumpen mit einem Kolben und einer Ledermanschette arbeiten. Gemeinsames Merkmal ist die kompakte Bauform. In den 2010er Jahren sind für die Berliner Notwasserversorgung folgende Modelle als Brunnenkörper vorhanden:

  • Lauchhammer: diese älteste Form stammte von Otto Stahn (von 1892), ähnlich für die Großstadt Charlottenburg (um 1900) und mit Tierplastiken von Deutsch-Wilmersdorf (1905) eingesetzt, gleichfalls wurden sie in einigen Exemplaren in Schöneberg gesetzt. Aufgestellt wurden sie von 1894 bis 1897 in Berlin und bis 1910 in den Vororten.
  • Krause: nach der Bildung von Groß-Berlin ab den 1920er Jahren aufgestellt
  • Neue Krause: aus zwei Zylindern verschraubt
  • Pankow: in der Landgemeinde aufgestellt und am Wappenschild GP zu erkennen
  • Schliephacke oder Rümmler: kompakte Pumpenkörper aus den 1960er Jahren
  • Einrohrgehäuse Wolf, Wolf 2, BK 03/81 in ähnlichen Formen aus Rohr mit Schwengel und Auslauf
  • Brunnenkörper aus vier Säulenteilen (Ständer, Austritt, Rohr für oberes Gestänge, Schwengeleinheit): verbreitet in Reinickendorf
  • Säulen der Firma Freyer und Sohn
  • dreiteilige Säulen: FSH-L aus Pumpe mit Schwengel auf einem Ständer
  • Borsig: eine in den 2000er Jahren designte sechseckige, prismatische Säule, vorrangig mit den Bezirkswappen
  • einige weitere Formen: so stehen in Dahlem Brunnen von Garvens oder auch in Grunewald ältere Rohrkörper in geringer Anzahl
  • „Ventilbrunnen“ sind nicht sicher für den Notfall, da sie an das Wassernetz angeschlossen sind. Durch den darin vorhandenen Wasserdruck reicht eine geringe Bewegung (ohne Schwengel), um den Wasserfluss freizugeben. Fehlt dieser ist keine Entnahme möglich. Vorzugsweise sind sie für die Feuerwehr seit den 1910er Jahren in Berlin installiert worden und haben ihren Nachfolger in den schmucklos geformten Hydranten gefunden.

Daneben gibt es (wohl) im Einzelfall aufgestellte Schwengelpumpen, mitunter bezirksorientiert in mehreren Exemplaren. So gibt es in Charlottenburg verzierte Brunnenkörper aus optisch fünf Teilen oder jene in Spandau stehenden Säulen aus vier verschweißten Zylindern. Manche Brunnenkörper sind auch kürzer – an das Kolbengestänge vor Ort angepasst –, beim Einbau oder bei Reparaturen verändert. Es gib Unterschiede bei der Ausführung der Schwengel und der Gestaltung des Beschwerungskörpers am Handgriff des Schwengels und der Anbringung und Form des Austrittrohrs.

Anzumerken bleibt noch, dass in anderen deutschen Städten ebenfalls eine Notwasserversorgung mit Schwengel-/Kolbenpumpen existiert. In Zeiten seit dem Anlegen stabiler Wassernetze haben sie oft nur noch Schmuckfunktion und sind attraktive Stadtmöbel. Der Bezug und die Aufstellung der Brunnenkörper war nicht auf Berlin beschränkt. Im brandenburgischen Luckau findet sich beispielsweise sowohl der Lauchhammer- als auch der Krausebrunnen in der ursprünglichen Form. Es gibt weitere Typen und Ausführungen von Schwengelpumpen, verblieben sind Haus- und Dorfpumpen[61] an vielen Orten.

Trinkbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linker Alternativtext Rechter Alternativtext
Kaiser­brunnen (Bronze­guss)[62]
Berliner Trink­brunnen[62]

Berlin ist durch die aufgestellten ständig sprudelnden[63] Trinkwasserbrunnen Teil der „Blue Community“, einer weltweiten Initiative „wasserfreundlicher“ Städte.[64] Die Wasserbetriebe errichten seit 1980 Trinkbrunnen, die ursprünglich zur Netzspülung gedacht waren.[65] und es gab vereinzelt Tröpfelbrunnen (Trinkwasserspender), die von Künstlern individuell gestaltet waren. Das Abgeordnetenhaus hat den Berliner Wasserbetrieben (BWB) aus dem Haushalt des Berliner Senats[66] 2018/2019 insgesamt eine Million Euro genehmigt und für das 2. Halbjahr 2019 wurden nochmals zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Betrieb und Aufstellung erfolgen durch die BWB, die für die Wasserversorgung Berlins zuständig sind. Da diese Versorgung an das Wassernetz angeschlossen ist, stehen sie aber im Notfall (bei Ausfall des Netzes) nicht zur Verfügung. Sie sollen den Bürgern und Touristen an heißen Tagen Erfrischung und spenden Trinkwasser geben. Die Aufstellung erfolgt an touristischen und viel besuchten Standorten. Der Trinkwasserstrahl sprudelt rund um die Uhr, verbraucht so pro Tag rund zwei Kubikmeter Wasser. Das indirekte Ziel ist es durch Trinkbrunnen die Vermüllunung durch Kunststoffflaschen zu reduzieren. Trinkbrunnen gibt es in zwei Ausführungen: einerseits den königsblauen „Kaiserbrunnen“ aus Gusseisen oder Bronzeguss[67] mit einem Relief „Aufbereitung von Grund- zu Trinkwasser“. Das andere Modell sind die silbernen „Berliner Trinkbrunnen“ in Aluminiumguss, diese 105 Zentimeter hohen Aluminium-Säulen wurden vom Berliner Designer Marcus Botsch entwickelt. Ein drittes Modell ist vorgesehen, damit Rollstuhlfahrer direkt an das Wasser heranfahren können. Bis Ende 2019 planen die Berliner Wasserbetriebe eine Erhöhung dieser kostenlosen Wasserspender auf rund 150 Zentimeter.[68] Die Aufstellung von weiteren 100 Trinkbrunnen bis 2021 ist vorgesehen. Für den Betrieb eines Trinkbrunnens sind 12.000 bis 15.000 Euro erforderlich,[69] die vom Senat bereitgestellt werden[70] teilweise werden Brunnen von den Wasserbetrieben gesponsert. Weitere Kosten entstehen durch Wartung und für die Laboruntersuchungen. Im Winter werden sie abgestellt, um Frostschäden zu vermeiden.[71] Bürger können gewünschte Standorte vorschlagen, vorausgesetzt Wasser- und Abwasserleitungen sind vorhanden, so soll der wirkliche Bedarf ermittelt werden. Bevorzugt sind öffentliche, gut einsehbare und besuchte Plätze mit Sitzbänken.[62] Am Standort einiger öffentlicher Schmuckbrunnen gibt es Wasserspender, die ebenfalls dem Angebot von Trinkwasser für Passanten dienen sollten. Zudem gibt es Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Daten sind das neue Grund­wasser!“
  • Aus den Ventilbrunnen sind die Hydranten hervorgegangen, die der Versorgung der Feuerwehr mit Löschwasser dienen. Diese gibt es in Form der mit einem Deckel und der Aufschrift versehenen Unterflurhydranten. Auffälliger sichtbar sind die roten Überflurhydranten mit den beiden Anschlüssen für die Löschwasserschläuche. In Wohnhausneubauten, insbesondere bei Hochhäusern, gibt es trockene Steigleitungen, die bei Bedarf von der Feuerwehr genutzt werden. Diese Einrichtungen sind auf das intakte Netz der Wasserbetriebe und die öffentliche Wasserversorgung angewiesen.
  • An öffentlichen Plätzen und mitunter in privaten Grundstücken und Vorgärten befinden sich Zierbrunnen. Solche mehr oder weniger künstlerisch gestalteten Brunnenanlagen Berlins (Denkmal, Schmuckobjekt) sind meist am Wassernetz angeschlossen, doch sie besitzen einen Wasservorrat. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg zeigten sich solche Wasserstellen geeignet zur Nutzung im Notfall. Als Notwasserquelle werden auch geeignete Fließgewässer genutzt.
  • Die Berliner Straßen-„Plumpen“, besonders jene mit dem klassischen Lauchhammer-Gehäuse, sind charakteristisch für die Hauptstadt. Als berlintypisches Gestaltungselement werden sie von Designern eingesetzt. Im Bühnenbild von Berlin-Sendungen und bei der lokalen Berichterstattung gibt es dafür Beispiele beim SFB/RBB.[72]
  • Die Trinkwasserpreise steigen. Manche Grundstücksbesitzer, vor allem in den Außenbezirken, lassen den eigenen Brunnen bauen, wofür Randbedingungen einzuhalten sind. Zwar wurde die Genehmigungspflicht aufgehoben, doch es gilt die Pflicht zur Anzeige.[73] Die Wasserwerke erheben für die Nutzung von Grundwasser eine Gebühr nach entnommener Menge.[74] Üblicherweise sind dies elektrisch betriebene Pumpen, die beim Stromausfall nit einsatzfähig sind und für den Notfall ausfallen könnten.

  • Ein Eigenbau von Wikimedia wurde für eine „Daten-Grundwasserpumpe“ in Berlin aufgestellt. Ausgeführt ist er als ein Brunnenständer, auf dem eine übliche Gartenpumpe (Handschwengelpumpe) aufsitzt. Allerdings besteht keine Grundwasserbohrung, vielmehr eine Automatik, die auf dem vorgesetzten Kasten das Display mit Daten versorgt. Die Metapher „Daten sind wandelbar wie das Grundwasser, ohne jemals verbraucht zu werden“ war so zu veranschaulichen. Auf einem Display oben auf dem Wasser des Beckens werden beim Handbetrieb des Schwengels „Daten aus der freien Wissensdatenbank Wikidata aufgespült“.[A 6] Projektziel ist es ein geändertes Verständnis von Daten zu vermitteln. Die Frage „Wieviel Geld kann mit Daten verdient werden?“ soll aus dem Mittelpunkt einer Datenpolitik gerückt werden. Der öffentliche Anlass war eine Konferenz in Berlin zur Netzpolitik.[75]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Werner Klünner (Hrsg.): Berliner Plätze. Photographien von Max Missmann. Nicolai, Berlin 1996, ISBN 3-87584-610-9.
  • Hans-Werner Klünner, Gerhard Ullmann, Reinhold Crämer: Strassenmöbel in Berlin. Begleitbuch zur Ausstellung Strassenmöbel in Berlin (Veranstalter der Senator für Bau- und Wohnungswesen), ENKA-Druck, Berlin 1983.
  • Carl Ludwig Scabell: Bericht über den Wasserstand in verschiedenen Straßenbrunnen Berlins und die Bewegung des Grundwasser. Berlin 1869.
  • Hilmar Bärthel: Wasser für Berlin : [die Geschichte der Wasserversorgung]. Verl. für Bauwesen, Berlin 1997, ISBN 3-345-00633-2, S. 150–153.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sammlung von Bildern zu Wasserpumpen in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Brunnen steht vor der „Konditorei + Café Gerber“, Berlin SW 59 – Kopfbau Hasenheide 39 (Fichtestraße 18/19a, Graefestraße 43).Konditorei und Café Gerber. In: Berliner Adreßbuch, 1920, III, S. 347. „39 geh. zu Fichtestraße 19 und Graefestraße 43“ (dazu auch 1920/3686-S. 227 und 1920/3767-S. 308 > Kaffeehausbesitzer ist Cafetier Philipp Busse (Teil I, 1920/365, S. 361 // Willy Gerber ist 1920 im Einwohnerteil (Teil I, 1920/745, S. 741) nicht mehr aufgeführt.). Die Zuordnung der Adresse des Kaffeehauses auf Willy Gerber: Willy Gerber. In: Berliner Adreßbuch, 1914, IV., S. 79 (1914/4398-S. 313: Cafetier W. Gerber, Graefestraße 43, wohnt in Fichtestraße 19 (1914/4311-S.226) / Teil I, 1914/857, S. 835: Gerber, Willy, Konditorei u. Café, S. 59, Fichtestraße 19 u, S. 59 Hasenheide 39.). Im Bild nach links ist Happoldts Brauerei (Hasenheide 38–32) zu sehen. Der Standort des Lauchhammerbrunnens war: Lage
  2. Gesetzestext und Aktualisierungen: WasSG – Wassersicherstellungsgesetz Gesetz über die Sicherstellung von Leistungen auf dem Gebiet der Wasserwirtschaftfür Zwecke der Verteidigung; Vom 24. August 1965
  3. § 4 Besondere Anforderungen für Trinkwasser-Notbrunnen (1) Neu zu bauende Brunnen, die zur Versorgung mit Trinkwasser bestimmt sind, müssen in der Regel als Bohrbrunnen gebaut werden. Sie müssen aus folgenden Teilen bestehen: Sumpfrohr mit Boden, Filterrohr, Aufsatzrohr, Brunnenkopf, Förderleitung und Brunnenschacht mit tagwasserdichter Schachtabdeckung.[…] (2) Umzubauende Brunnen, die zur Versorgung mit Trinkwasser bestimmt sind, müssen mindestens eine tagwasserdichte Abdeckung sowie eine Förderanlage nach § 3 Abs. 3 haben.
  4. Legt man einen Brunnen für 1500 Einwohner zugrunde ergibt sich aus der Bevölkerungszahl folgender Bedarf: Mitte: 245 ** Friedrichshaun-Kreuzberg: 187 ** Pankow: 263 ** Charlottenburg-Wilmersdorf: 222 ** Spandau: 158 ** Steglitz-Zehlendorf: 201 ** Tempelhof-Schöneberg: 230 ** Neukölln: 218 ** Treptow-Köpenick: 171 ** Marzahn-Hellerdorf: 174 ** Lichtenberg: 187 ** Reinickendorf: 173
  5. Der Versorgungsbedarf ergibt sich aus der Förderleistung in m³/h und der Ersten Wassersicherstellungsverordnung (vom 31. März 1970, BGBl. I S. 357) in § 2: „Für die Deckung des lebensnotwendigen Bedarfs an Trinkwasser sind in der Regel 15 l je Person und Tag zugrunde zu legen. Das Geld für die Wartung kommt aus den knappen Bezirksetats für die Straßeninstandhaltung oder vom Bund als Eigentümer. Das Nutzen für die Vorgärten oder die Bewässerung der Baumscheiben, zur Abkühlung im Sommer oder für Tiere ist gern gesehen, da so der Wasserfluss aus der Quelle beständig ist.“
  6. Ein Computer im Inneren der Pumpe greift über WLAN auf die Datenbank zu.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Brunnen stand Ecke Petri-/ Ritterstraße noch 1945 (? 1947) zwischen den Trümmern
  2. Der Löschwasserbrunnen vom Typ „Greiner I“ stand vor dem Wirtshaus Alt-Berlin, Petristraße 22 Ecke Rittergasse. / SW 19 Petristraße. In: Berliner Adreßbuch, 1925, IV., S. 741. „←Friedrichsgracht→ ←Rittergasse→ 22: E: Schradersche Erben, V: Schankwirt Karl Riedel, Bewohner: A. Liebig und W. Wischnewski, Rentenempfänger“.
  3. Weitere Bilder: Petristraße: „[…] die untergegangene Petristraße in Alt-Cölln. Die Straße, welche ursprünglich Lappstraße hieß, verlief (zwischen der Grünstraße und der Roßstraße) von der Friedrichsgracht zur Gertraudenstraße und zeichnete sich durch einen kurvigen Verlauf aus.“ ++ Nachcolorierte Ansicht des … Wirtshauses ++ Otto Nagel Öl/Lw Petristraße, Nationalgalerie Berlin ++ auf bpk-Bildarchiv Nr.40012245: Franz Kräft: Häuser in der Petristraße 22–26 von 1927 ++ Aufnahme 1942 von Ecke Friedrichsgracht mit Brunnen ++ LKB 1024 F (1942) sowie weitere Bild von 1943: LKB 1755F > Bilddatei-Nr. mi03895c06
  4. Die rund 2000 Berliner Straßenbrunnen dienen der netzunabhängigen Notfallversorgung der Bevölkerung mit Trink- und Löschwasser. Sie werden zum einen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und zum anderen von den Berliner Bezirksämtern betrieben. Meist werden von den Straßen- und Grünflächenämtern dazu Brunnenbaufirmen beauftragt. Viele der Brunnen liefern Wasser mit Trinkwasserqualität, eine Beprobung findet regelmäßig durch die Gesundheitsämter statt. Da das Wasser aus dem oberflächennahen Grundwasser gefördert wird, müssen Verunreinigungen, wie sie beispielsweise bei der Autowäsche entstehen, vermieden werden. Die Trinkwasserqualität wird regelmäßig von den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern untersucht.
  5. Badstraße;öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1892 von Otto Stahn Buttmannstraße
    Bristolstraße, öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1921, aufgestellt um 1930 Oxforder Straße
    Malplaquetstraße, öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1892 von Otto Stahn Utrechter Straße
    Malplaquetstraße, öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1892 von Otto Stahn Liebenwalder Straße
    Putbusser Straße (vor Nr. 5), öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1892 von Otto Stahn
    Humboldthain, öffentlicher Straßenbrunnen, nach 1892 von Stahn, aufgestellt 1978
    sowie der Rest vom Rohrbrunnen: Vor dem Haus Wöhlertstraße 18 war ein Rohrbrunnen erhalten, wie er in der Zeit zwischen 1875 und 1892 aufgestellt wurde. Er diente der Bevölkerung zur Versorgung mit Frischwasser und der Feuerwehr als Entnahmestelle.
  6. a b c Neuester Eintrag Abgeordnetenhaus: Drucksache 18 /21 334
    Drucksache 18 /21 334/Schriftliche Anfrage 18. Wahlperiode
    Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Daniel Buchholz (SPD)vom 22. Oktober 2019 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 22. Oktober 2019) zum Thema:
    Kritische Infrastruktur Trinkwasser (II): Was tun die Verwaltungen gegen zuwenig Straßenbrunnen für den Notfall, nicht funktionsfähige Pumpen und schlechte Wasserqualität? und Antwort vom 7. November 2019 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 13. November 2019): Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  7. Landesdenkmalamt Berlin: Denkmaldatenbank. Hydrant & Rohrbrunnen Wöhlertstraße. „Er wurde in der Zeit zwischen 1875 und 1892 aufgestellt und diente der Bevölkerung zur Versorgung mit Frischwasser und der Feuerwehr als Entnahmestelle.“
  8. Skizze zum Prinzip eines Trinkwassernotbrunnens
  9. Um auch unabhängig vom Stromnetz zu sein, werden handbetriebene Schwengelpumpen genutzt.
  10. Kategorie: Wasserpumpen in Berlin (Commons)
  11. Plumpe
  12. Brunnen
  13. a b c Berlin hat zu wenige Pumpen für den Notfall. In: Berliner Morgenpost, 27. Februar 2017.
  14. a b c d Abgeordnetenhaus: Drucksache 18/10 377: Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Daniel Buchholz (SPD) vom 2. Februar 2017 und Antwort.
  15. J.G.A. Ludwig Helling (Hrsg.): Geschichtlich-statistisch-topographisches Taschenbuch von Berlin und seinen naechsten Umgebungen. H.A.W. Logier, Berlin 1830. Online in der Google-Buchsuche
  16. Isidor Albu: Die öffentliche Gesundheitspflege in Berlin: Für Behörden, Baumeister und Aerzte, Online in der Google-Buchsuche mit Standorten von Straßen- und Hofbrunnen in Berlin und Analysenergebnissen von 1868
  17. Fr. Tietz: E. Litfaß industrielle und private Wirksamkeit. Berlin 1871
  18. Verbot des Wäschespülens an den Straßenbrunnen. Stück 53. / Den 31. Dezember 1841. S. 354, (Berlin) No. 76.
  19. Grundwassernutzung – Trinkwasser und vieles mehr (PDF), auch in Die Berliner Wasserwerke (in Wikisource)
  20. a b Wassersicherstellung: Berliner Straßenbrunnen
  21. Die Entstehung der Berliner Wasserwerke und der Wasserleitung - eine kulturhistorische Skizze von Dr. Ing. (Harry) Rutz
  22. Im Bild ein Lauchhammer-Brunnen vom Typ I (Fischkopf) und gut zu erkennen der Tränkstein in der Bordsteinkante.
  23. Original-Bildunterschrift: ADN-ZB/Archiv: „Konterrevolutionärer Kapp-Putsch vom 13.–17.3.1920 in Berlin: Mit dem Einmarsch der Marinebrigade Ehrhardt am 13. März in Berlin beginnt der Putsch. Als Antwort rufen KPD, USPD, SPD und Gewerkschaften zum Generalstreik auf, an dem sich in ganz Deutschland etwa 12 Mio beteiligen. Die von den Putschisten gebildete Regierung unter Wolfgang Kapp und General von Lüttwitz muß deshalb bereits am 17. März zurücktreten. Berliner holen während des Generalstreiks an einer öffentlichen Pumpe Wasser.“
  24. Lauchhammerbrunnen Typ I, Brunnenstraße 36 (N4, Mitte); Brunnenstraße 36. In: Berliner Adreßbuch, 1943, VI., S. 115. „Eigentümer: A.-G. für Haus- und Grundbesitz (Leipzig)/ Mieter: August Lenz, Polstermöbel; W(alter) Richter, Möbel; August Wittler, Brot (August Wittler, Brotfabrik Maxstraße 2/5)
    Im Haus 35 wohnte Max Straßenburg, Uhrmachermeister“ (*1943/3366* Fabrikant August Wittler, Wohnung: Niederschönhausen, Kronprinzenstraße 19).
  25. Siehe auch: Berliner Notwasserversorgung, Mai 1945
  26. Vergleiche das Propagandschild (Sowjetischer Sektor) rechts im Bild.
  27. Foto aus der Sammlung des Imperial War Museum, Creator: N. S. Clark, Flight Lieutenant, Royal Air Force official photographer/ originaler Bildtext: „Germany Under Allied Occupation: German civilians queue at a streetside water pump in Berlin. Such pumps provided the only source of clean water in the German capital due to the destruction of much of the mains system.“
  28. Im Bild steht an der westlichen Straßenseite vor der Ruine des Gebäudes Alte Leipziger Straße 4 – inmitten der von der Fahrbahn geschütteten Trümmerkante – ein Lauchhammerbrunnen Typ II mit dem Kegel als Kopfabschluss (Lage). Im Bildhintergrund gehört der offene Hausdurchgang zur Ruine der Reichsbank (Kurstraße 36), es gab dort eine Verbindung zur Jungfernbrücke (Kupfergraben, Spreekanal).
  29. Zum Vergleich: Bild 239 von 1888 Alte Leipziger Straße mit Jungfernbrücke 1888 Beitrag 780 + Alte Leipziger Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1889, II.T., S. 258. „(Linke Bildseite bis N°5)←Unterwasserstraße→ 1 ←Naules Hof→ 1a–4 ←Kurstraße→ 5–11 //Niederwallstraße// (rechte Bildseite) 12, 12a–15 ←Kurstraße→ 16–22 ←Oberwallstraße→“ (>> N°1a: Kommiss.Gesch. Wiesenthal + N°21: Garnhandl. Gebr. Bach).
  30. Im Bild von Otto Donath (1898–1971) ist der Umbau an einem durch Frost geplatzten Rohrbrunnen nach Greiner (Typ II) zu sehen. Original-Bildunterschrift: „ADN-ZB/Donath/ Berlin, März 1947: Nach dem strengen Winter 1946/47 werden die eingefrorenen Pumpen wieder instandgesetzt.“
  31. Wie ein Bild Willy Praghers vom Dezember 1929 belegt: Wasserstation wurden die Straßenbrunnen (hier wohl ein eiserner Rohrbrunnen) mit Tauwerk vor Frostschäden geschützt.
  32. Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1997, S. 82 f.: „[Ebenfalls mit Hitlers Geburtstag begründet] flogen anglo-amerikanische Bomber Salut, einen sogenannten 1000-Bomber-Angriff gegen Berlin, der zwei Stunden dauerte. Die Angriffshöhe dieser Verbände war so gewählt, daß ein Eingreifen der deutschen Flak unmöglich wurde. […] Die Bomber ließen Berlin wie betäubt, still und zerstört zurück. […]“
  33. Die ‚Alleinherrschaft‘ der Sowjets
  34. Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin 1945. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1997, S. 82 f.
  35. Die Russen in Berlin 1945. In: Der Spiegel, 5. Mai 1965.
  36. Andreas Conrad: 8. Mai 1945 in Berlin – Der Krieg ging zu Ende, das Leiden nicht. In: Der Tagesspiegel, 8. Mai 2015: „Doch wo es auch war: Aus den Wasserhähnen kam kein Tropfen mehr. Immerhin gab es die Straßenbrunnen, an deren Pumpen sich tagein, tagaus lange Schlangen mit Eimern bildeten. Erst Mitte Juli floss wieder Wasser aus den Leitungen, zumindest in den unteren Etagen. Für die oberen reichte der Druck oft noch nicht.“
  37. Ingrid Schievelbein: Ich träume heute noch vom Bunker
  38. Herbert Grun: Ihr Sohn hat den Sinn des Nationalsozialismus nicht verstanden
  39. Ursula Kohlmeier: Ich weiß gar nicht wie wir das alles überstanden haben
  40. Die vorliegenden Zitate stammen aus: Wie Silberfische flimmerten Bomber am Himmel. Edition Berliner Unterwelten 2004.
  41. Berlin im Juli 1945: Wasser pumpen am Lauchhammerbrunnen: 2:50–3:00.
  42. Berlin 1945–1947 In der Nachkriegszeit waren die meisten Wasserleitungen zerstört. Da hieß es dann Wasser holen an den Wasserpumpen in den Straßen. (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung). Der Standort in Berlin ist nicht näher definiert.
  43. „In allen Ländern der Bundesrepublik werden diese Trinkwassernotversorgungsmaßnahmen betrieben, auch in Berlin, obwohl in Berlin das Wassersicherstellungsgesetz keine Gültigkeit hatte. Zwischen dem zuständigen Bundesministerium und dem Senat von Berlin ist hierfür ausdrücklich ein Verwaltungsabkommen geschlossen worden.“
  44. Horst Röber: Trinkwassernotversorgung im Bundesamt für Zivilschutz. In: Zivilverteidigung – Forschung/ Technik/ Organisation/ Recht, Nr. 1, I. Quartal 1976, S. 55 ff.
  45. Ausgabe vom 16. Oktober 1969 (ND-Archiv): Die Berliner Pumpen
  46. Alte Schwengelpumpen in Berlin (Max Meyer)
  47. Trinkwasser aufbereiten für den Notfall – wie geht das? auf Geigerzähler.de
  48. Umweltbundesamt.de: Trinkwasser aufbereiten. Oberflächenwasser muss grundsätzlich aufbereitet werden.
  49. Flurabstand des Grundwassers 2009 differenziert (Umweltatlas)
  50. Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  51. An manchen Brunnen sind verschiedene Hinweisschilder sichtbar, andere sind bereits überlackiert. Die Beprobungen sind beim Gesundheitsamt belegt. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Wassergüte des Brunnens besser wird, ist eher gering.
  52. In der Sendung der Abendschau des RBB am 29. Juni 2019 ging es um die Bereitschaft der Straßenbrunnen, beispielsweise um an heißen Tagen Grundwasser für Straßenbäume zu pumpen. Beispielhaft bezog sich die Zuschaueranfrage auf den Pankower Straßenbrunnen 40 in der Gürtelstraße, während jener 2018 erneuerte in der Kuglerstraße Wasser gab. Der Leiter des Straßen- und Grünflächenamts von Pankow Herr Jung nannte in der Sendung für eine Reparatur des Pumpwerks dieser „Pumpe 40“ eine nötige Summe von durchschnittlich 4600 Euro für eine Straßenpumpe.
  53. Bernd Wähner: Brunnen sind versandet. In: Berliner Woche, 25. Oktober 2019
  54. Caspar Schwietering: Kiezgespräch. In: Tagesspiegel, 17. Oktober 2019
  55. Jörg Niendorf: Notversorgung im Bauhaus-Stil. In: Berliner Zeitung, 26. April 2019, S. 6.
  56. Datenquelle: Geoportal Berlin / Straßenbefahrung 2014
  57. Thomas Schubert: Katastrophenschutz – Viel zu wenige Brunnen: Pankow droht massive Wassernot. In: Berliner Morgenpost, 7. Februar 2020.
  58. Marion Langenbach, Peter Fischer: Trinkwasser-Notbrunnen in Deutschland. In: bbr Fachmagazin für Brunnen und Leitungsbau (Sonderdruck aus 11/2008
  59. Die Angaben zur Anzahl unterscheiden sich dabei etwas je nach Quelle zwischen 803 für 2009 und einer Angabe von 901 für 2019.
  60. Farbmuster
  61. Online in der Google-Buchsuche – Peter Zenker: Erkundungen in Neurath
  62. a b c Die Berliner Wasserbetrieb geben auf ihrer Webseite einen Überblick über die Standorte der Trinkbrunnen: Trinkbrunnen in Berlin
  63. Der Verbrauch liegt bei 2 m³ je Tag und Brunnen: Wasserbetriebe spendieren Bezirk drei Trinkbrunnen. In: Berliner Woche, Ralf Drescher aus Lichtenberg, 8. Mai 2015
  64. In Wien existieren 900 Trinkwasserbrunnen, in Rom gibt es etwa 2500 Trinkbrunnen, die seit 1873 an öffentlichen Plätzen aufgestellt werden.
  65. Berlin wird Blue Community
  66. Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  67. Angabe Gusseisen: Der defekte Trinkbrunnen in der Zingster Straße soll bald wieder sprudeln. In: Berliner Woche, Paul Stein aus Pankow, 2. September 2018 // Angabe Bronzeguss: Steglitz-Zehlendorf erhält bis zum Ende dieses Jahres drei neue Wasserspender. In: Berliner Woche, Ulrike Martin aus Zehlendorf, 9. August 2019
  68. Gegen den Durst. In: Berliner Zeitung, 2. August 2018, S. 13 (Printausgabe).
  69. Für Brunnen aus Aluminium ist der Stückpreis für den eigentlichen Brunnen mit 4.000 bis 5.000 Euro genannt. Weitere Kosten entstehen, da alle zwei Wochen die Brunnen kontrolliert und gereinigt werden. Einmal im Monat werden Wasserproben genommen und im Labor der BWB analysiert. Brunnen, die nur auf Knopfdruck Wasser gaben, waren zu störanfällig und fielen aus der Planung.
  70. Für die Brunnensaison von Mai bis Oktober, werden pro Brunnen rund 3.500 Euro fällig.
  71. Neue Trinkbrunnen im Bau. In: Berliner Woche, 9. August 2019, Ulrike Martin.
  72. Bbeispielsweise: Nach Archiv-Auskunft der RBB-Redaktion in der Sendung „Auf ins Metropol“ SFB 1 vom 7. September 1968
  73. § 37 des Berliner Wassergesetzes (BWG), laut Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: Merkblatt: Brunnen zur Gartenbewässerung
  74. Wasserwerk im eigenen Garten. In: Der Tagesspiegel, 19. Mai 2012
  75. Wikimedia: Daten sind das neue Grundwasser. In: Ludwigsburger Kreiszeitung, 14. September 2018
  76. Berlin, Abkühlung an der Wasserpumpe. Alles sucht Abkühlung. Die lastende Hitze der letzten Tage hat überall das Bedürfnis nach Abkühlung gewaltig gesteigert. Jeder Straßenbrunnen muss zur Abkühlung herhalten. Die Beamten der Verkehrsgesellschaften erfrischen sich an den Endhaltestellen. 21. Juni 1931. Ort nicht ausgeführt.
  77. Scherl: Im Kampf gegen die Hitze. Der vierbeinige Hausgenosse erhält am Brunnen eine Erfrischung. 1932