SeaWorld

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des Meeres-Themenparks in Australien findet sich unter Sea World (Australien)
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SeaWorld ist eine Kette von Meeres-Themenparks in den Vereinigten Staaten mit Einrichtungen in Orlando, San Diego und San Antonio. Die Parks sind eine Mischung aus Delfinarium (mit Seelöwen, Eisbären, Seekühen, Pinguinen, Delfinen und Walen) und Vergnügungspark. SeaWorld betreibt außerdem Aufzuchtprogramme, eigenen Angaben zufolge um gefährdete Arten vor dem Aussterben zu bewahren.

Die SeaWorld-Freizeitparks gehören zu SeaWorld Parks & Entertainment, einem Tochterunternehmen der Blackstone Group. Mit rund 4,7 Millionen Besuchern (Platz 10) zählt SeaWorld Orlando im Jahr 2014 zu den 10 meistbesuchten Vergnügungsparks Nordamerikas.[1] SeaWorld San Diego folgt mit rund 3,8 Millionen Besuchern[1] auf Platz 12.

Hauptattraktion des Parks ist die tägliche Liveshow mit den Orcas (großen Schwertwalen). Seit 2006 gab es eine Show mit dem Namen Believe, in der die Faszination dieser Tieren dem Publikum nähergebracht werden soll. Sie löste die Show The Shamu Adventure ab. 2011 hatte die neue Show OneOcean Premiere.

Im März 2016 gab SeaWorld bekannt, dass zukünftig keine Orcas mehr gezüchtet oder in der Wildnis gefangen werden sollen. Die 29 derzeit noch in den Parks lebenden, zwischen einem und 51 Jahre alten Tiere sollen nicht ausgesetzt werden, da sie laut SeaWorld keine Überlebenschancen hätten. Als Grund für die Maßnahme gab Seaworld die anhaltende Kritik und gesellschaftliche Veränderungen an. Außerdem wurde angekündigt, dass die Shows mittelfristig zugunsten einer Haltung, die es erlaubt das natürliche Verhalten der Tiere zu beobachten, abgelöst werden.[2][3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste SeaWorld-Park in San Diego wurde 1964 von vier Absolventen der University of California gegründet. Die ursprüngliche Idee, ein Unterwasserrestaurant mit zugehöriger Meerestiershow zu bauen, wurde zu einem Themenpark mit Meerestieren ausgebaut. Zur Eröffnung am 21. März 1964 gab es zunächst nur einige Delfine, Seelöwen und wenige andere Tiere. Der Park war von Anfang an sehr erfolgreich und wurde nach und nach weiter vergrößert. Ende der 1960er Jahre war er weltweit der erste Park, der Orcas zeigen konnte.

Am 5. März 2007 gab SeaWorld Orlando bekannt, nach Discovery Cove mit Aquatica einen weiteren Abenteuer- und Meerespark in Orlando zu eröffnen.

Am 24. Februar 2010 starb Trainerin Dawn Brancheau (40) bei einem Zwischenfall mit dem Wal Tilikum.[5]

2012 sollte ein weiterer Park in Dubai, (VAE) eröffnet werden, das Projekt wurde jedoch aus finanziellen Gründen nicht realisiert.

Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Takara im Shamu Stadion Orlando in der Show Believe
Sea World Show: Blue Horizons (Whale & Dolphin Theater)

SeaWorld beherbergt in seinen drei US-amerikanischen Aquarien insgesamt 22 Orcas. Der erste Orca, den SeaWorld in den 1960er Jahren in San Diego bekam, hieß Shamu. Heute werden in den Shows die erwachsenen Orcas Shamu genannt, obwohl sie einen eigenen Namen haben.

Fünf der 22 in den SeaWorld-Parks gehaltenen Orcas sind noch Wildfänge, die in den 1970er und den 1980er Jahren vor Island gefangen wurden. Corky (II) ist ein Wildfang, der 1969 vor British Columbia gefangen wurde.

Vier der in den SeaWorld-Parks geborenen Orcas leben im OrcaOcean des Loro Parque auf Teneriffa, der am 13. Februar 2006 eröffnete. Diese haben sich mittlerweile bereits zweimal vermehrt. Außerdem wurde das Orcaweibchen Morgan im November 2013 aus den Niederlanden überführt. Diese Tiere eingeschlossen, beträgt die Gesamtanzahl aller Orcas, die SeaWorld betreut, derzeit 29 Tiere. Ein weiterer SeaWorld-Orca aus Florida, Ikaika, wurde am 18. November 2006 vorübergehend dem Marineland in Niagara Falls (Kanada) zur Verfügung gestellt. Er lebte dort zusammen mit Kiska in der Friendship Cove, bis er am 13. November 2011 nach SeaWorld San Diego transportiert wurde.

Orcas in San Diego Orcas in San Antonio Orcas in Orlando
  • Corky (II) (Wildfang)
  • Kasatka (Wildfang)
  • Ulises (Wildfang)
  • Orkid
  • Keet
  • Nakai
  • Kalia
  • Ikaika
  • Shouka
  • Makani
  • Amaya
  • Kyuquot
  • Unna
  • Tuar
  • Takara
  • Sakari
  • Kamea
  • Katina (Wildfang)
  • Tilikum (Wildfang)
  • Kayla
  • Trua
  • Nalani
  • Malia
  • Makaio

weitere Tiere:

Achterbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SeaWorld Orlando SeaWorld San Antonio SeaWorld San Diego
Journey to Atlantis (Wasserachterbahn) Great White (Inverted Coaster) Journey to Atlantis (Wasserachterbahn)
Kraken (Floorless Coaster) Journey to Atlantis (SuperSplash) Manta (LSM-Coaster)
Manta (Flying Coaster) Shamu Express (Kinderachterbahn)
Shamu Express (Familienachterbahn) Steel Eel (Hyper Coaster)
Mako (Hyper Coaster)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SeaWorld steht besonders bei Tierschützern immer wieder in der Kritik, Delfine und Orcas in Gefangenschaft zu halten und zu missbrauchen.

Diese Thematik wurde etwa von Richard O'Barrys oscarprämierten Doku-Drama Die Bucht aufgegriffen, in dem die Delfinjagd im japanischen Taiji aufgedeckt wird, bei der ausgewählte Tiere auch gefangen und dann weltweit an Delfinarien verkauft werden.

Weiterer Kritik sah sich SeaWorld ausgesetzt, als der Dokumentarfilm Blackfish veröffentlicht wurde, die die Attacken der Orcas auf ihre Trainer und die Haltungsbedingungen der Tiere darstellt.[6] In SeaWorld-Parks sind demnach bis zu 70 Mitarbeiter von Tieren verletzt und getötet worden. SeaWorld verharmloste diese Vorfälle als bedauerliche Unfälle und gab teilweise den getöteten Trainern die Schuld.[7]

Im Jahr 2011 schleuste Seaworld einen Agent Provocateur bei der Tierschutzorganisation PETA ein, um zu Straftaten anzustiften. Im Februar 2016 gab Seaworld dieses Verhalten öffentlich zu[8] und räumte gegenüber Investoren ein, Spione eingesetzt zu haben. In der Folge brach der Aktienkurs von Seaworld um 12 % ein.[9] Firmenchef Joel Manby versprach, solche Praktiken künftig nicht mehr anzuwenden. Die Tierschutzorganisation kritisierte, dass der damals aufgeflogene Mitarbeiter immer noch im Unternehmen arbeite.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sea World – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Global Attractions Attendance Report 2014. TEA, abgerufen am 16. Januar 2016 (PDF, englisch).
  2. Seaworld verzichtet künftig auf Orcas, 17. März 2016, sueddeutsche.de
  3. Lori Weisberg: SeaWorld ends orca breeding program. In: sandiegouniontribune.com. 17. März 2016, abgerufen am 18. März 2016 (englisch).
  4. ABC-News: Seaworld end orca breeding program
  5. Tonnenschwerer Wal zieht 40-Jährige in seinen Pool', 25. Februar 2010, DIE WELT
  6. 'Blackfish': A chilling doc on captive killer whales, CNN Films (englisch)
  7. Der Killerwal, ARTE-Dokumentation, USA 2013
  8. SeaWorld to strengthen company’s security and risk management. Seaworld, 25. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2015 (deutsch).
  9. Tomi Kilgore: SeaWorld admits it sent spies to infiltrate PETA. Marketwatch.com, 25. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016 (englisch).
  10. Sea World schleuste Mitarbeiter bei Peta ein, um Straftaten zu provozieren. Süddeutsche.de, 26. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016 (deutsch).