SeaWorld

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SeaWorld ist eine Kette von Meeres-Themenparks in den Vereinigten Staaten mit Einrichtungen in Orlando (Lage), San Diego (Lage) und San Antonio (Lage). Die Parks sind eine Mischung aus Delfinarium (mit Seelöwen, Eisbären, Seekühen, Pinguinen, Delfinen und Walen) und Vergnügungspark. SeaWorld betreibt außerdem Aufzuchtprogramme, um gefährdete Arten vor dem Aussterben zu bewahren.

Die Freizeitparks gehören zu SeaWorld Parks & Entertainment, einem Tochterunternehmen der Blackstone Group. Mit rund 4,64 Millionen Besuchern (Platz 10) zählte SeaWorld Orlando im Jahr 2019 zu den 10 meistbesuchten Vergnügungsparks Nordamerikas.[1] SeaWorld San Diego folgt mit rund 3,74 Millionen Besuchern[1] auf Platz 14.

Hauptattraktion ist die tägliche Liveshow mit den Orcas (den Großen Schwertwalen). Seit 2006 gab es eine Show mit dem Namen Believe, in der die Faszination dieser Tieren dem Publikum nähergebracht werden soll. Sie löste die Show The Shamu Adventure ab. 2011 hatte die neue Show OneOcean Premiere. Seit 2017 wird in SeaWorld San Diego die Show Orca Encounter gezeigt. Sie enthält weniger Showelemente, weniger Musik, dafür aber viele Informationen über Orcas. Seit 2020 wird Orca Encounter auch in den anderen beiden Parks gezeigt.

Im März 2016 gab SeaWorld bekannt, dass zukünftig keine Orcas mehr gezüchtet oder in der Wildnis gefangen werden sollen. Die 29 derzeit noch in den Parks lebenden, zwischen einem und 51 Jahre alten Tiere sollen nicht ausgesetzt werden, da sie laut SeaWorld keine Überlebenschancen hätten. Als Grund für die Maßnahme gab Seaworld die anhaltende Kritik und gesellschaftliche Veränderungen an. Außerdem wurde angekündigt, dass die Shows mittelfristig zugunsten einer Haltung, die es erlaubt das natürliche Verhalten der Tiere zu beobachten, abgelöst werden.[2][3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste SeaWorld-Park in San Diego wurde 1964 von vier Absolventen der University of California gegründet. Die ursprüngliche Idee, ein Unterwasserrestaurant mit zugehöriger Meerestiershow zu bauen, wurde zu einem Themenpark mit Meerestieren ausgebaut. Zur Eröffnung am 21. März 1964 gab es zunächst nur einige Delfine, Seelöwen und wenige andere Tiere. Der Park war von Anfang an sehr erfolgreich und wurde nach und nach weiter vergrößert. Ende der 1960er Jahre war er weltweit der erste Park, der Orcas zeigen konnte.

Am 5. März 2007 gab SeaWorld Orlando bekannt, nach Discovery Cove mit Aquatica einen weiteren Abenteuer- und Meerespark in Orlando zu eröffnen.

Am 24. Februar 2010 starb Trainerin Dawn Brancheau (40) bei einem Zwischenfall mit dem Wal Tilikum.[5]

2012 sollte ein weiterer Park in Dubai, (VAE) eröffnet werden, das Projekt wurde jedoch aus finanziellen Gründen nicht realisiert.

Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Takara im Shamu Stadion Orlando in der Show Believe
Sea World Show: Blue Horizons (Whale & Dolphin Theater)

SeaWorld hält in seinen drei US-amerikanischen Aquarien insgesamt 20 Orcas. Der erste Orca, den SeaWorld in den 1960er Jahren in San Diego bekam, hieß Shamu. Heute werden in den Shows die erwachsenen Orcas Shamu genannt, obwohl sie einen eigenen Namen haben.

Zwei der 20 in den SeaWorld-Parks gehaltenen Orcas sind noch Wildfänge, die in den 1970er und den 1980er Jahren vor Island gefangen wurden. Corky (II) ist ein Wildfang, der 1969 vor British Columbia gefangen wurde.

Vier der in den SeaWorld-Parks geborenen Orcas leben im OrcaOcean des Loro Parque auf Teneriffa, der am 13. Februar 2006 eröffnete. Diese haben sich mittlerweile bereits zweimal vermehrt. Außerdem wurde das Orcaweibchen Morgan im November 2013 aus den Niederlanden überführt. Diese Tiere stehen inzwischen nicht mehr im Eigentum von SeaWorld[6].

Ein weiterer SeaWorld-Orca aus Florida, Ikaika, wurde am 18. November 2006 vorübergehend dem Marineland in Niagara Falls (Kanada) zur Verfügung gestellt. Er lebte dort zusammen mit Kiska in der Friendship Cove, bis er am 13. November 2011 nach SeaWorld San Diego transportiert wurde.

Orcas in San Diego Orcas in San Antonio Orcas in Orlando
  • Corky (II) (Wildfang)
  • Ulises (Wildfang)
  • Orkid
  • Keet
  • Nakai
  • Kalia
  • Ikaika
  • Shouka
  • Makani
  • Amaya
  • Kyuquot
  • Tuar
  • Takara
  • Sakari
  • Kamea
  • Katina (Wildfang)
  • Trua
  • Nalani
  • Malia
  • Makaio

weitere Tiere:

Achterbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SeaWorld Orlando[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Typ Hersteller Eröffnung
Journey to Atlantis[8] Wasserachterbahn Mack Rides 1998
Kraken[9] Floorless Coaster Bolliger & Mabillard 2000
Mako[10] Hyper Coaster Bolliger & Mabillard 2016
Manta[11] Flying Coaster Bolliger & Mabillard 2009
Super Grover's Box Car Derby[12] Familienachterbahn Zierer 2006
Ice Breaker[13] Launched Coaster Premier Rides 2021

SeaWorld San Antonio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Typ Hersteller Eröffnung
Great White[14] Inverted Coaster Bolliger & Mabillard 1997
Journey to Atlantis[15] Wasserachterbahn Mack Rides 2007
Steel Eel[16] Mega Coaster Morgan 1999
Super Grovers Box Car Derby[17] Kinderachterbahn Zierer 2004
Texas Stingray[18] Holzachterbahn Great Coasters International 2020
Wave Breaker: The Rescue Coaster[19] Launched Coaster Intamin 2017

SeaWorld San Diego[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Typ Hersteller Eröffnung
Journey to Atlantis[20] Wasserachterbahn Mack Rides 2004
Manta[21] Launched Coaster Mack Rides 2012
Electric Eel[22] Launched Coaster Premier Rides 2018
Tidal Twister[23] Powered Coaster (Skywarp) Skyline Attractions 2019
Emperor[24] Dive Coaster Bolliger & Mabillard 2021

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SeaWorld steht besonders bei Tierschützern immer wieder in der Kritik, Delfine und Orcas in Gefangenschaft zu halten und zu missbrauchen.

Diese Thematik wurde etwa von Richard O'Barrys oscarprämierten Doku-Drama Die Bucht aufgegriffen, in dem die Delfinjagd im japanischen Taiji aufgedeckt wird, bei der ausgewählte Tiere auch gefangen und dann weltweit an Delfinarien verkauft werden. Auf diese Fänge geht jedoch kein Delfin SeaWorlds zurück.[7]

Weiterer Kritik sah sich SeaWorld ausgesetzt, als der Dokumentarfilm Blackfish veröffentlicht wurde, die die Attacken der Orcas auf ihre Trainer und die Haltungsbedingungen der Tiere darstellt.[25] In SeaWorld-Parks sind demnach bis zu 70 Mitarbeiter von Tieren verletzt und getötet worden. SeaWorld verharmloste diese Vorfälle als bedauerliche Unfälle und gab teilweise den getöteten Trainern die Schuld.[26]

Im Jahr 2011 schleuste Seaworld einen Agent Provocateur bei der Tierschutzorganisation PETA ein, um zu Straftaten anzustiften. Im Februar 2016 gab Seaworld dieses Verhalten öffentlich zu[27] und räumte gegenüber Investoren ein, Spione eingesetzt zu haben. In der Folge brach der Aktienkurs von Seaworld um 12 % ein.[28] Firmenchef Joel Manby versprach, solche Praktiken künftig nicht mehr anzuwenden. Die Tierschutzorganisation kritisierte, dass der damals aufgeflogene Mitarbeiter immer noch im Unternehmen arbeite.[29]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sea World – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Global Attractions Attendance Report 2014. (PDF) TEA, abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).
  2. Seaworld verzichtet künftig auf Orcas, 17. März 2016, sueddeutsche.de
  3. Lori Weisberg: SeaWorld ends orca breeding program. In: sandiegouniontribune.com. 17. März 2016, abgerufen am 18. März 2016 (englisch).
  4. ABC-News: Seaworld end orca breeding program
  5. Tonnenschwerer Wal zieht 40-Jährige in seinen Pool', 25. Februar 2010, DIE WELT
  6. Who Owns Morgan? In: Free Morgan Foundation. Abgerufen am 12. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).
  7. a b Ceta Base | Captive Cetacean Database – Cetaceans • SeaWorld (All Locations) • United States. Abgerufen am 9. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  8. Journey to Atlantis - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  9. Kraken - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  10. Mako - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  11. Manta - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  12. Super Grover's Box Car Derby - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  13. Ice Breaker - SeaWorld Orlando (Orlando, Florida, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  14. Great White - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  15. Journey to Atlantis - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  16. Steel Eel - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  17. Super Grovers Box Car Derby - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  18. Texas Stingray - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  19. Wave Breaker: The Rescue Coaster - SeaWorld San Antonio (San Antonio, Texas, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  20. Journey to Atlantis - SeaWorld San Diego (San Diego, California, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  21. Manta - SeaWorld San Diego (San Diego, California, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  22. Electric Eel - SeaWorld San Diego (San Diego, California, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  23. Tidal Twister - SeaWorld San Diego (San Diego, California, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  24. Emperor - SeaWorld San Diego (San Diego, California, United States). In: rcdb.com. Abgerufen am 12. Dezember 2020.
  25. 'Blackfish': A chilling doc on captive killer whales, CNN Films (englisch)
  26. Der Killerwal (Memento des Originals vom 1. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arte.tv, ARTE-Dokumentation, USA 2013
  27. SeaWorld to strengthen company’s security and risk management. Seaworld, 25. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2015.
  28. Tomi Kilgore: SeaWorld admits it sent spies to infiltrate PETA. Marketwatch.com, 25. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016 (englisch).
  29. Sea World schleuste Mitarbeiter bei Peta ein, um Straftaten zu provozieren. Süddeutsche.de, 26. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016.