Sergio Pitol

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Sergio Pitol Demeneghi (* 18. März 1933 in Puebla; † 12. April 2018 in Xalapa, Mexiko[1]) war ein mexikanischer Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Übersetzer und Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergio Pitols Kindheit war von persönlichen Tragödien und Krankheit überschattet. Gerade vier Jahre alt verlor Pitol seine Eltern. Sein Vater starb an Meningitis, seine Mutter ertrank. Kurze Zeit später starb seine Schwester, er selbst erkrankte an Malaria und war lange Zeit ans Bett gefesselt. Nach dem Tod seiner Eltern wurden er und sein drei Jahre älterer Bruder Angel von seinen Großeltern mütterlicherseits, Catalina Bouganza de Deméneghi und Agustín Deméneghi, im Küstenstaat Veracruz aufgezogen. Durch die Großmutter entdeckte Pitol seine große Liebe zur Literatur: Jules Verne, Charles Dickens, Robert Louis Stevenson und viele andere. „Als ich krank wurde, schenkte mir meine Oma einige Bücher von Jules Verne. Ich war fasziniert. Wegen Vernes wunderbarer Abenteuer hielt ich am Leben fest. […] Seit meiner Kindheit waren die Literatur und das Theater stets meine Zufluchtsorte“, erklärte Pitol.[2] Nach seiner Genesung widmete er sein Leben dem Reisen und Schreiben.[3]

Nachdem Pitol seine Studien der Rechtswissenschaften und Literaturwissenschaft an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) beendet hatte, war er zunächst als Literaturprofessor, später auch als Diplomat tätig. So verbrachte er viele Jahre als Kulturattaché in Paris, Belgrad, Warschau, Moskau, Peking, Budapest und Barcelona sowie als Botschafter in Prag.

Zunächst von der lateinamerikanischen Phantastik beeinflusst, erweiterte Pitol im Laufe seines literarischen Schaffens und unter dem Eindruck vor allem der russischen Literatur seine Perspektive über die traditionellen mexikanischen Themen hinaus aus. Als Romancier und Essayist wurde er zu den angesehensten Schriftstellern Lateinamerikas gezählt. Pitol beherrschte sieben Sprachen[4] und machte durch seine zahlreichen Übersetzungen u. a. Anton Tschechow, Nikolai Gogol, Witold Gombrowicz, Henry James, Joseph Conrad und Jane Austen in Mexiko bekannt.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pitol erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so 1998 das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen und 2005 den Cervantes-Preis.

Werke in deutscher Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mexikanischer Autor Sergio Pitol mit 85 gestorben. dpa-Meldung auf stuttgarter-zeitung.de, 13. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.
    Fabiola Palapa Quijas, Eirinet Gómez: Pitol y el llamado del viaje. In: La Jornada. 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018 (spanisch).
  2. Berenice Bautista, Peter Orsi: Renowned Mexican writer Sergio Pitol dies at 85. In: AP-Artikel in The Washington Post. 12. April 2018, abgerufen am 14. April 2018 (englisch).
    George Henson: Sergio Pitol: A Literary Ambassador from Mexico to the World. In: Latin American Literature Today. 30. Januar 2018, abgerufen am 14. April 2018 (englisch).
    Weltenbummler der Literatur. Mexikanischer Autor Sergio Pitol mit 85 gestorben. dpa-Artikel in der Stuttgarter Zeitung, 13. April 2018, abgerufen am 14. April 2018.
  3. Juan Carlos Delgado: Muere el escritor mexicano Sergio Pitol. In: abc.es. 13. April 2018, abgerufen am 13. April 2018 (spanisch).
  4. Sergio Pitol gestorben. In: Deutschlandfunk Kultur. 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.