Sinderlach

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Sinderlach
Koordinaten: 49° 8′ 13″ N, 10° 45′ 58″ O
Höhe: 424 m ü. NN
Einwohner: 29 (1987)
Postleitzahl: 91710
Vorwahl: 09831
Kreuzstein bei SInderlach

Sinderlach ist ein Ortsteil von Gunzenhausen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Fränkischen Seenland, 2,5 km östlich des Altmühlsees, südöstlich von Laubenzedel und ca. 2 km nördlich von Gunzenhausen. Er ist zu erreichen über eine nach Laubenzedel führende Abzweigung von der Bundesstraße 466.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird gedeutet als „Siedlung an einem langsam rinnenden sumpfigen Gewässer (Bach),“ „Sinder-“ also im Sinne von „sickern, rinnen“ zu verstehen ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Sinderlach“ ist erstmals in einer Urkunde vom 3. Januar 1366 in Form eines Feldstückes „by der Sinterlachen“ erwähnt; es wurde damals vom Kloster Ellwangen an Hainricus V(e)berfu(e)lle zu Lehen gegeben.[2] 1378 vergab Heinrich von Leternsheim den Grafen von Oettingen zwei Güter zu Sinderlach als Lehen; sie konnten um 1430 ein weiteres Gütlein zu Sinderlach als Lehen hinzuerwerben. Das älteste Lehenbuch der oettingschen Grafen von 1450/60 vermeldet, dass auf einem Gut zu Sinderlach „der alt Kesinger aufsitzt.“ Für 1432 ist überliefert, dass es einen „Sintterlach“ genannten Bach gab, in dem gefischt wurde.[2]

1529 davon die Rede, dass ein Zehent zu „Zynterslach“ an das Landalmosenamt Nürnberg geht; ein Jahr später sind es nur noch zwei Drittel des Zehents. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts zinst ein Hof an die Herrschaft Lentersheim zu Altenmuhr, und zwei Halbhöfe leisten als oettingsches Lehen Abgaben an die Herrschaft Neuenmuhr. In einer Urkunde von 1582 erfährt man, dass die Grafen von Oettingen zwei Güter an die von Lentersheim zu Neuenmuhr verliehen haben. 1608 ist überliefert, dass die Fraisch beim ansbachisch-markgräflichen Amt in Gunzenhausen liegt. Sind zu diesem Zeitpunkt drei Höfe Sinderlachs denen von Lentersheim gült- und vogtbar, so ist 1732 davon die Rede, dass ihnen zwei Untertanen zinsen und zwei weitere dem Kastenamt Gunzenhausen unterstehen; außerdem geht nun ein Drittel des Zehent an das evangelische Dekanat Gunzenhausen, während zwei Drittel nach wie vor nach Nürnberg gehen. Als 1799 die von Lentersheim aussterben, fallen ihre Sinderlacher Lehengüter wieder an die Grafen von Oettingen zurück.[3]

Am Ende des Alten Reiches besteht das nach Laubenzedel gepfarrte Sinderlach aus 7 Anwesen, nämlich 2 Halbhöfen, die nach Gunzenhausen zinsen, und 2 Halbhöfen, 2 Gütlein und dem Gemeindehirtenhaus, die der Herrschaft Muhr unterstehen.[4]

Zur evangelischen Pfarrei Laubenzedel gehörend, wurde Sinderlach zum 1. Januar 1806 mit dem seit 1792 preußischen Fürstentum Ansbach infolge des Reichsdeputationshauptschlusses bayerisch. Dem 1808 im Landgericht/Rentamt Gunzenhausen gebildeten Steuerdistrikt Laubenzedel gehörte neben Sinderlach auch die Schnackenmühle und Büchelberg mit Fischhaus an. Dabei blieb es auch beim bayerischen Gemeindeedikt von 1818; erst 1824 wurden daraus selbständige Landgemeinden, wobei die Gemeinde Laubenzedel wiederum die Schnackenmühle und Sinderlach umfasste.[5] Sie ließ sich, seit 1862 im Bezirksamt (und späteren Landkreis) Gunzenhausen liegend, bei der Gebietsreform in Bayern am 1. April 1971 nach Gunzenhausen eingemeinden[6] und kam am 1. Juli 1972 in den neuen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, der zunächst den Namen Landkreis Weißenburg in Bayern trug.[7]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818: 42 Einwohner[5]
1824: 36 Einwohner bei 7 Anwesen[5]
1867: 43 Einwohner, 3 Gebäude[8]
1950: 32 Einwohner bei 5 Anwesen[5]
1961: 25 Einwohner, 5 Wohngebäude[9]
1987: 29 Einwohner[10]
2001: 51 Einwohner bei 2 Anwesen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Südlich des Ortes, westlich der Straße zur B 466, beim Abzweig eines Wirtschaftsweges steht circa 5 m abseits der Straße unter Eichen ein Kreuzstein.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historischer Atlas von Bayern. Franken. Reihe I, Heft 8: Gunzenhausen-Weißenburg. Bearbeitet von Hanns Hubert Hofmann. München 1960, S. 162f., 236.
  • Robert Schuh: Gunzenhausen. Ehemaliger Landkreis Gunzenhausen. Reihe Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Mittelfranken, Bd. 5: Gunzenhausen. München: Kommission für bayer. Landesgeschichte 1979, Nr. 254, S. 270f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sinderlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schuh, S. 270f.
  2. a b Heimatbuch der Stadt Gunzenhausen, S. 256
  3. Dieser Abschnitt im Wesentlichen nach Schuh, S. 270f.
  4. Historischer Atlas, S. 162f.
  5. a b c d Historischer Atlas, S. 236
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  7. Heimatbuch der Stadt Gunzenhausen, S. 253
  8. J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 1035
  9. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München 1964, Spalte 786
  10. Gemeindeteiledatei Bayern
  11. Suehnekreuz.de