Sinjawino (Kaliningrad, Jantarny)

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Siedlung
Sinjawino
Groß Hubnicken

Синявино
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Jantarny
Gegründet 1394
Frühere Namen Ubeniken (vor 1500),
Groß Hubenicken (nach 1540),
Groß Hubnicken (bis 1946)
Bevölkerung 307 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238581
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 420 562 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 54′ N, 19° 57′ OKoordinaten: 54° 53′ 43″ N, 19° 56′ 42″ O
Sinjawino (Kaliningrad, Jantarny) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Sinjawino (Kaliningrad, Jantarny) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Sinjawino (russisch Синявино, deutsch Groß Hubnicken) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zum Stadtkreis Jantarny.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinjawino liegt am Nordwestufer des Sinjawino Sees, 41 Kilometer nordwestlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg) und drei Kilometer nördlich von Jantarny (Palmnicken). Nur wenige Kilometer südöstlich entfernt ist das frühere Klein Hubnicken (heute russisch: Klenowoje), das bereits jenseits der Grenze zum Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz) liegt. Durch Sinjawino verläuft eine Nebenstraße, die von Jantarny über Donskoje (Groß Dirschkeim) nach Primorje (Groß Kuhren) an der Fernstraße A 192 führt. Die nächste Bahnstation ist Jantarny an der Bahnstrecke Fischhausen–Groß Dirschkeim (russisch: Primorsk–Donskoje), die aber nicht mehr regulär betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bis 1946 Groß Hubnicken[2] genannte Dorf mit Domäne entstand bereits im Jahre 1394.

1874 kam die Landgemeinde Groß Hubnicken zum neu errichteten Amtsbezirk Heiligenkreutz[3] (heute russisch: Krasnotorowka) im Landkreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 25. Mai 1910 wurde der Ort in den Amtsbezirk Palmnicken[4] (Jantarny) umgegliedert, der 1939 dem Landkreis Samland beitrat.

In Groß Hubnicken waren 1910 539 Einwohner registriert[5]. Ihre Zahl sank bis 1933 auf 482 und betrug 1939 noch 469[6].

Im Jahre 1945 wurde Groß Hubnicken in Folge des Zweiten Weltkrieges zusammen mit dem nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeeignet. 1946 wurde es in Sinjawino umbenannt. Im Jahre 1945 wurde der Ort dem neu geschaffenen Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz) zugeordnet und war bis 2004 in den Jantarny posselkowy sowjet (Dorfsowjet Jantarny (Palmnicken)) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[7] ist Sinjawino mit seinen 307 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010)[1] heute eine als „Siedlung“ (russisch посёлок) eingestufte Ortschaft im Stadtkreis Jantarny.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Groß Hubnickens war von 1906 bis 1945 in das Kirchspiel der Pfarrkirche in Palmnicken (heute russisch: Jantarny) eingegliedert und gehörte davor zur Kirche Germau (russisch: Russkoje). Damit lag der Ort im Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Sinjawino im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Bernsteingewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1781 wurde hier ein Bernstein-Bergwerk angelegt, das aber 1806 schon wieder einging.[9] In den 1960er Jahren wurde erwogen, den nahe der Ortschaft nicht mehr rentablen zu betreibenden Bernsteintagebau auf das Areal der Ortschaft auszuweiten und die damals 340 Bewohner umzusiedeln. Obwohl der erwartete Ertrag aus der Bernsteinförderung die kalkulierten Kosten der Umsiedlung deutlich überstieg hat man den Plan aus gesellschaftspolitischen Überlegungen fallen lassen.[10]

Anfang 2014 wurde damit begonnen, die Lagerstätte Sinjawino unweit des Sees, direkt am Strand, für einen Abbau zu erschließen, der nur ein Jahr dauern und eine Fördermenge von knapp 100 Tonnen erbringen soll[11].

Sinjawinskojer See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südöstlich von Sinjawino erstreckt sich heute der Sinjawinskojer See, der besonders bei Tauchsportlern beliebt ist. Es handelt sich um das Restloch des ehemaligen Tagebaus Walter, in dem von 1913 bis 1970 Bernstein gefördert wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Groß Hubnicken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Heiligenkreutz
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Palmnicken
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Fischhausen
  6. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Samland
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 402 vom 7. Juni 2004, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  9. Geschichte des Bernsteins und seiner Förderung bei ostpreussen.net
  10. Z.V. Kostyashova: The history of the Kaliningrad Amber Factory 1947-2007. Kaliningrad 2007
  11. Königsberger Express Ausgabe 5/2014