Jantarny

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Siedlung städtischen Typs
Jantarny
Palmnicken

Янтарный
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Jantarny
Oberhaupt Wladimir Fjodorowitsch Serdjukow
Gegründet 1389
Frühere Namen Palmnicken (bis 1946)
Siedlung städtischen Typs seit 1947
Fläche 26 km²
Bevölkerung 5524 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 212 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 30 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40153
Postleitzahl 238580–238581
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 420 562
Geographische Lage
Koordinaten 54° 52′ N, 19° 56′ OKoordinaten: 54° 52′ 0″ N, 19° 56′ 0″ O
Jantarny (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Jantarny (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Jantarny (russisch Янтарный ( anhören?/i), Transkription auch als Yantarni; prußisch Palweniken (1398) und Palmenicken (1491), deutsch Palmnicken, polnisch Palmniki, litauisch Palmininkai und Palvininkai) ist eine Siedlung städtischen Typs in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad. Sie hat 5524 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1] Die Siedlung ist Verwaltungssitz des Stadtkreises Jantarny.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage Jantarnys im Kaliningrader Gebiet

Der Ort liegt im Westen des Kaliningrader Gebiets an der Ostseeküste, der so genannten Bernsteinküste. Kaliningrad ist etwa 40 Kilometer entfernt. Nachbarorte sind Donskoje (Groß Dirschkeim) im Norden und Primorsk (Fischhausen) im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmnickener Bergwerkskapelle 1904

Der Ort Palmnicken, über Jahrhunderte ein abseits gelegener Gutshof, lag im Samland, einem alten prussischen Gau, welches seit 1234 vom Deutschen Orden beherrscht wurde. 1389 hieß er Palwenicken (prußisch palwe: Urland, Heideland, mit moosigem Gras und oft noch mit niedrigem Gestrüpp, meist Kaddig bestanden, nur als dürftige Viehweide benutzbar/ -nicken: Ort). Ab 1525 war Palmnicken im Herzogtum Preußen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Palmnicken für sechs Jahre von Schweden besetzt. Russische Truppen besetzen den Ort im Siebenjährigen Krieg von 1758 bis 1762. Im Zuge der preußischen Verwaltungsneuordnung kam Palmnicken 1818 in den Kreis Fischhausen. Ab 1827 begann der industrielle Bernsteinabbau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Palmnicken zu einem Badeort. Am 30. September 1928 wurden die Landgemeinden Bardau und Kraxtepellen (unmittelbar nördlich anschließend) nach Palmnicken eingemeindet. 1939 hatte der Ort 3079 Einwohner. Anfang April 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert.

Amtsbezirk Palmnicken 1874–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmnicken war in den Jahren von 1874 bis 1945 Sitz und namensgebender Ort eines Amtsbezirkes im Landkreis Fischhausen (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Zu diesem Amtsbezirk gehörten anfangs jeweils drei Landgemeinden (LG) bzw. Gutsbezirke, später kamen noch weitere drei Landgemeinden hinzu[2]:

Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen
Dorbnicken (GB) Krasnopolje später in den Gutsbezirk Palmnicken eingegliedert
Kraxtepellen (LG) 1928 in die Landgemeinde Palmnicken eingegliedert
Lesnicken (LG) Rakuschino 1901 in den Gutsbezirk Nodems, Amtsbezirk Gauten, eingegliedert
Palmnicken (GB) Jantarny 1928 in eine Landgemeinde umgewandelt
Sorgenau (LG) Pokrowskoje
Warschken (GB) Werschkowo später in den Gutsbezirk Palmnicken eingegliedert
später: Bardau (LG) Gordowo 1928 in die Landgemeinde Palmnicken eingegliedert
ab 1910: Groß Hubnicken (LG) Sinjawino
ab 1910: Klein Hubnicken (LG) Klenowoje

Aufgrund der Umstrukturierungen bildeten am 1. Januar 1945 lediglich noch vier Gemeinden den Amtsbezirk Palmnicken: Groß Hubnicken, Klein Hubnicken, Palmnicken und Sorgenau.

Massaker von Palmnicken 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein für die Opfer des Massakers von Palmnicken, seit 2011 durch ein repräsentatives, zwei ausgestreckte Hände zeigendes Mahnmal des Bildhauers Frank Meisler ersetzt.[3]

Angesichts des Anrückens der sowjetischen Truppen wurden im Januar 1945 die ostpreußischen Außenlager des KZ Stutthof aufgelöst und die Insassen über Königsberg nach Palmnicken getrieben. Den Todesmarsch überlebten von ursprünglich über 7000 überwiegend aus Polen und Ungarn stammenden jüdischen weiblichen Häftlingen nur noch etwa 3000, die am 27. Januar in Palmnicken eintrafen. Am nächsten Morgen lagen in den Straßen Dutzende erschossene und erschlagene Frauen in Häftlingskleidung, vielfach furchtbar entstellt. Nicht alle der entsetzten Palmnicker schwiegen. Der ursprüngliche Plan der SS-Wachmannschaften, die Häftlinge in einem Stollen des Bernsteinbergwerkes Anna einzumauern, scheiterte am Widerstand des Werksdirektors Landmann sowie des Güterdirektors und Volkssturmkommandanten Feyerabend, der an die in der Werksschlosserei eingepferchten Frauen Kartoffeln und Essen verteilen ließ. Auch andere Einwohner versuchten, den Häftlingen zu helfen. Viele hatten Angst vor der Rache der Roten Armee, denn die Front verlief keine zehn Kilometer mehr vom Ort entfernt. Weil der Plan der Vernichtung durch Einmauern misslang, trieb die SS die Gefangenen in der Nacht zum 31. Januar an den Strand von Palmnicken und jagte sie dort unter Maschinengewehrfeuer in die Ostsee. Zehn Wochen später nahmen sowjetische Truppen den Ort ein und entdeckten die Leichen am Strand. Der Kommandeur, selbst russischer Jude, zwang die in Palmnicken verbliebene Zivilbevölkerung, die Toten aus dem Strand zu graben und in Massengräbern zu bestatten. Höchstens 15 der 7000 Gefangenen haben dieses letzte große Massaker an Juden im Zweiten Weltkrieg überlebt.[4] An einem Massengrab für 263 Opfer an der Grube Anna wurde 1999 ein Gedenkstein errichtet.

Geschichte ab 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals ostpreußische Bevölkerung floh oder wurde vertrieben, und weitgehend durch russische, aber auch durch weißrussische, ukrainische und tatarische Zuwanderer ersetzt. Die letzten Deutschen wurden 1947 ausgewiesen. Palmnicken wurde, angelehnt an das russische Wort für Bernstein, jantar, im Juni 1947 in Jantarny umbenannt,[5] nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Sowjetunion geworden war. Gleichzeitig bekam der Ort den Status einer Siedlung städtischen Typs (Arbeitersiedlung) und wurde zudem Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Primorsk.[6] Von Juli 1947 bis April 1953 bestand im Ort ein Internierungslager für bis zu 2700 Personen, die bei der Bernsteinaufbereitung eingesetzt wurden.[7]

Nachdem im Jahr 1959 der Dorfsowjet Jantarski aufgelöst worden war, wurde Jantarny 1965 dem Swetlogorsker Stadtsowjet unterstellt und gehörte zur sogenannten Swetlogorsker Kurort-Industrie-Zone,[8] dem Vorläufer des 1994 eingerichteten Stadtkreises Swetlogorsk. Im Jahr 2004 wurde Jantarny selbst Sitz eines (munizipalen) Stadtkreises, der im Jahr 2010 auch administrativ-territorial etabliert wurde.

Dorfsowjet Jantarski 1947–1959[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dorfsowjet Jantarski (ru. Янтарский сельский Совет, Jantarski selski Sowet) wurde im Juni 1947 im Rajon Primorsk eingerichtet.[5][6] Im Jahr 1959 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und bestand teilweise noch bis 1960 als Dorfsowjet Krasnotorowski, bevor er dann zu einem Großteil in dem Dorfsowjet Powarowski aufging.[9]

Folgende Orte wurden von Jantarny aus verwaltet:

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung
Alexino (Алексино) zu Germau 1950
Bakalino (Бакалино) Kreislacken 1947
Barkassowo (Баркасово) Neu Katzkeim 1947
Blisnezowo (Близнецово) Powayen 1947
Donskoje (Донское) Groß Dirschkeim 1947
Filino (Филино) Klein Kuhren 1947
Gordowo (Гордово) Bardau 1947
Isobilnoje (Изобильное) Klein Powayen 1950
Jagodnoje (Ягодное) Bersnicken 1950
Jantarowka (Янтаровка) Wangnicken 1947
Jenissejewo (Енисеево) Willkau 1947
Klenowoje (Кленовое) Klein Hubnicken 1947
Krasnolessje (Краснолесье) Dorbnicken[10] 1947
Krasnotorowka (Красноторовка) Heiligenkreutz 1947
Maiski (Майский) Mandtkeim 1950
Majak (Маяк) Brüsterört 1950
Marjinskoje (Марьинское) Marscheiten 1947
Molodogwardeiskoje (Молодогвардейское) Finken 1950
Nowinki (Новинки) Rosenort (?) 1947
Ochotnoje (Охотное) Bieskobnicken 1947
Orechowo (Орехово) Schalben 1947
Ossokino (Осокино) Panjes 1950
Pokrowskoje (Проковское) Sorgenau 1947
Powarowka (Поваровка) Kirpehnen 1947
Primorje (Приморье) Groß Kuhren 1947
Prislowo (Прислово) Nöttnicken 1947
Rakuschino (Ракушино) Lesnicken 1947
Russkoje (Русское) Germau 1947
Sarajewo (Сараево) Ihlnicken 1947
Schtschorsowo (Щорсово) Lengniethen 1950
Sinjawino (Синявино) Groß Hubnicken 1947
Storoschewoje (Сторожевое) Katzkeim 1950
Tolbuchino (Толбухино) Alt Katzkeim 1950
Werschkowo (Вершково) Warschken 1947

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1933 2361
1939 3079
1959 4307
1970 4973
1979 4714
1989 4948
2002 5455
2010 5524

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früher evangelische, heute russisch-orthodoxe Kirche in Jantarny

Siehe dazu den Hauptartikel (mit Kirchspiel- und Pfarrerliste): Kirche Jantarny

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche, die sich am südlichen Ortsausgang auf der östlichen Straßenseite befindet, wurde am 3. Januar 1892 nach fünfjähriger Bauzeit als evangelisches Gotteshaus eingeweiht. Es handelt sich um einen massiven Feldstein- und Ziegelbau mit spitzem Turm. Die Innenausstattung war in romanischem Stil gehalten.

Zwischen 1945 und 1990 fand das Bauwerk keine Nutzung. Im Jahre 1990 wurde es der Russisch-orthodoxen Kirche übereignet, die eine umfängliche Restauration vornahm und es jetzt als Gotteshaus benutzt.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 bestand in Palmnicken eine evangelische Kirchengemeinde, die erst 1906 selbständig geworden war und vorher zur Pfarrkirche in Germau (heute russisch: Russkoje) und davor zu Lochstädt (Pawlowo) gehörte. Die Kirchengemeinde war in den Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Zwischen 1938 und 1947 war der spätere Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, Johannes Jänicke, Pfarrer in Palmnicken.

Nach 1945 fand aufgrund Flucht und Vertreibung der Bevölkerung kein evangelisches Kirchenleben mehr in Jantarny statt, heute liegt der Ort im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[11] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Russisch-Orthodox[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jantarny besteht seit 1990 eine russisch-orthodoxe Gemeinde. Sie ist in die Diözese Kaliningrad und Baltijsk (bis 2009: Diözese Smolensk und Kaliningrad) der Russisch-orthodoxen Kirche eingegliedert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernsteinabbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernsteinförderung 1948 bis 2007
Bernsteinabbau bei Jantarny
Gebäudereste der früheren Grube Anna

An der samländischen Küste wurde schon zu Zeiten des Deutschen Ordens Bernstein gesammelt. Der Orden hatte das Bernsteinmonopol, das später an den preußischen Staat überging. Im 17. Jahrhundert wurde der an der Bernsteinküste gesammelte Bernstein nach Palmnicken gebracht, wo er sortiert und zur Weiterverarbeitung nach Königsberg versandt wurde. Ab 1811 wurde die Bernsteinförderung verpachtet, 1870 richtete die 1858 gegründete Firma Stantien & Becker den weltweit einzigen Bernsteintagebau ein[12], förderte dann aber ab 1883 ganz überwiegend Bernstein im Tiefbau in den Gruben „Anna“ und „Henriette“. Die Jahresförderung lag durchschnittlich bei mehreren hundert Tonnen. Die Grube „Henriette“ wurde 1896 aufgegeben; 1899 endete die Pacht. Das Werk gehörte in der Folgezeit zur Preußischen Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft, die den Tiefbau fortsetzte und parallel hierzu im Jahre 1913 am gleichen Ort den Tagebau einführte[13], der schließlich den in der Grube „Anna“ bis 1923 parallel stattfindenden Tiefbau vollständig verdrängte. Von anfangs jährlich 50 Tonnen wurde die Produktion bis 1937 auf 650 Tonnen Rohbernstein gesteigert, der von etwa 700 Beschäftigten gefördert wurde.

Die Sowjetunion führte das Werk unter dem Namen Bernsteinkombinat Nr. 9, ab 1993 als Russkij Jantar (russischer Bernstein) weiter und förderte in der Zeit von 1947 bis 2007 jährlich zwischen 127 Tonnen (1948) und 820 Tonnen (1989) Bernstein (durchschnittlich mehr als 500 Tonnen, sh. Grafik).[14] Bis 1970 blieb der 1913 gegründete Tagebau etwas nördlich von Jantarny in Betrieb. Seit 1976 wird Bernstein unweit der alten, nunmehr gefluteten Grube im nahe der Ostseeküste gelegenen Tagebau „Primorskoje“ gefördert. Anfang 2014 wurde damit begonnen, die Lagerstätte Sinjawino direkt am Strand für einen Abbau zu erschließen, der nur ein Jahr dauern und eine Fördermenge von knapp 100 Tonnen erbringen soll[15]. Abgebaut wird sogenannte Blaue Erde, aus der unter Wasserdruck der Bernstein herausgespült wird; im Jahre 2010 waren es rund 340 Tonnen[16]. Der Bernsteingehalt liegt im mittleren Abschnitt dieser Formation durchschnittlich bei über 2 kg/m³ und kann stellenweise auch ein Mehrfaches davon betragen.[17] Mindestens 80 % aller Bernsteinvorräte der Welt lagern in der Oblast Kaliningrad.[18]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Jantarny

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Nebenstrecke der Ostpreußischen Südbahn verband Palmnicken mit Groß Dirschkeim (heute russisch: Donskoje) und (ab 1945) Rauschen (Swetlogorsk) sowie mit der Kreisstadt Fischhausen (Primorsk) und dem Seehafen Pillau. Heute wird diese Bahnstrecke Fischhausen–Groß Dirschkeim nicht mehr im regulären Bahnverkehr genutzt.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jantarny ist verkehrsgünstig über die russische Fernstraße A 192 in den Abzweigen Krasnotorowka (Heiligenkreutz) von Norden bzw. Russkoje (Germau) im Süden erreichbar. Mit Fertigstellung des Primorskoje Kolzo (Küstenautobahnring) erhält die Stadt einen direkten Zubringer.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Kaliningrad in Chrabrowo (Powunden) liegt mehr als 70 Kilometer weit entfernt und ist über Fern- und Nebenstraßen zu erreichen. Die Fahrzeit wird sich nach Fertigstellung des Primorskoje Kolzo erheblich verkürzen, haben dann doch sowohl Jantarny wie der Airport einen direkten Zubringer an den Autobahnring.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die 1892 erbaute evangelische Pfarrkirche wird heute von der russisch-orthodoxen Kirche genutzt.
  • Wasserturm
  • Im benachbarten Russkoje (Germau) befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof.
  • Heimatmuseum

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Pfarrer Johannes Jänicke (1900–1979) und seine Frau Eva Jänicke (1901–1965) wirkten von 1935 bis 1947 in der Palmnickener Kirchengemeinde. Johannes Jänicke gehörte der Bekennenden Kirche an und wurde später Bischof in der Kirchenprovinz Sachsen. Eva Jänicke hat die Ereignisse der Jahre 1945 bis 1947 in einem Tagebuch dokumentiert.[19]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Bergau: Todesmarsch zur Bernsteinküste. Das Massaker an Juden im ostpreußischen Palmnicken im Januar 1945. Zeitzeugen erinnern sich. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2006. ISBN 3-8253-5201-3.
  • Martin Bergau: Der Junge von der Bernsteinküste. Ein NS-Verbrechen in Ostpreußen, In Elke Fröhlich, Hg.: Als die Erde brannte. Deutsche Schicksale in den letzten Kriegstagen. Knaur, München 2005 ISBN 978-3-426-77825-8 (zuerst mit dem UT Erlebte Zeitgeschichte 1938–1948, mit Vorwort v. Michael Wieck und mit Dokumenten über die jüdischen Todesmärsche 1945. Heidelberger Verlagsanstalt, 1994 ISBN 3-89426-068-8).
  • Martin Bergau: Im Dunstkreis des Untergangs. Deutsche Literaturgesellschaft, Berlin 2013, ISBN 978-3-86215-291-9.
  • Maria Blitz: Endzeit in Ostpreußen. Ein beschwiegenes Kapitel des Holocaust. Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin 2010, ISBN 978-3-942240-01-7.
  • Andreas Kossert: „Endlösung“ on the Amber shore. The massacre in January 1945 on the Baltic seashore. A repressed chapter of East Prussian history, in Leo Baeck Institut, Hg., Leo Baeck Yearbook 49, 2004 (englisch)
  • Gunter Nitsch: Weeds like us, AuthorHouse 2006. ISBN 978-1-4259-6755-0.
  • Eva Pultke-Sradnick: Ein Stück Bernsten in meiner Hand, Geschichten aus Ostpreußen, Frieling&Partner GmbH Berlin, 2000. ISBN 38280-1062-8.
  • Klaus Schulz-Sandhof, Bausteine zu einer Regionalgeschichte des Samlandes, Teil 2, Radau in Raudau, S. 152–170: Das Desaster von Palmnicken. Drethem/Elbe, 2007.
  • Arno Surminski: Winter Fünfundvierzig oder Die Frauen von Palmnicken (Roman), Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010. ISBN 978-3-8319-0421-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jantarny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Palmnicken
  3. Königsberger Bürgerbrief Nr. 77, Duisburg 2011, S. 87
  4. Zahlen nach M. Bergau a. a. O. S. 220.
  5. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
  6. a b Es ergab sich dabei die widersprüchliche Gesetzeslage, dass der Ort einerseits als Jantarny zur Arbeitersiedlung erklärt wurde, andererseits aber als Jantarnoje zum Sitz eines Dorfsowjets. In der Praxis wird der sog. Dorfsowjet wohl vom Jantarner Siedlungssowjet verwaltet worden sein.
  7. ITL des Kombinats Nr. 9 (PalmnikenLag) im Internetportal GULAG des Memorial Deutschland e. V.
  8. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 12 января 1965 г. «Об изменениях в административно-территориальном делении Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 12. Januar 1965: Über Änderungen in der administrativ-territorialen Einteilung der Oblast Kaliningrad)
  9. Information auf http://www.klgd.ru
  10. Dorbnicken wurde zusätzlich auch in Krasnopolje umbenannt.
  11. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  12. A. Brekenfeld: Die Unternehmerpersönlichkeiten Friedrich Wilhelm Stantien und Moritz Becker. In: Bernstein – Tränen der Götter. Bochum 1996.
  13. K. Andrée: Der Bernstein und seine Bedeutung in Natur- und Geisteswissenschaften, Kunst und Kunstgewerbe, Technik, Industrie und Handel. Königsberg 1937
  14. Z.V. Kostyashova: The history of the Kaliningrad Amber Factory. Kaliningrad 2007
  15. Königsberger Express Ausgabe 5/2014 [1]
  16. Königsberger Express, Nr. 5 aus 2011
  17. B. Kosmowska-Ceranowicz: Bernstein – die Lagerstätte und ihre Entstehung. In Bernstein – Tränen der Götter. S. 161–168, Bochum 1996. ISBN 3-921533-57-0.
  18. Königsberger Express 11/2012 [2]
  19. Die Aufzeichnungen der Pfarrfrau Eva Jänicke in: Martin Bergau a.a.O. S. 157–205