Siparunaceae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siparunaceae
Siparuna cauliflora, Illustration.

Siparuna cauliflora, Illustration.

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Lorbeerartige (Laurales)
Familie: Siparunaceae
Wissenschaftlicher Name
Siparunaceae
(A.DC.) Schodde

Die Siparunaceae sind eine Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Lorbeerartigen. Sie besteht aus der neotropischen Gattung Siparuna und der afrikanischen Gattung Glossocalyx.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Siparunaceae sind Bäume oder Lianen. Die Knoten sind unilakunär mit mehreren Blattspursträngen. Die Chromosomenzahl ist n=22.

Blätter[Bearbeiten]

Die Blätter sind immergrün und gegenständig. Sie können Drüsen besitzen. Sie sind einfach mit ungeteilter Spreite und gezähntem oder glattem Blattrand, die Nervatur ist fiedrig. Die Blätter sind ohne Nebenblätter. Die Stomata sind paracytisch. Komplexe Stern- und Schuppenhaare können vorhanden sein. Im Mesophyll befinden sich runde, mit ätherischen Ölen gefüllte Zellen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Pflanzen sind monözisch oder diözisch, die Einzelblüten sind immer streng eingeschlechtig. Diözie hat sich innerhalb der Familie dreimal aus der Monözie entwickelt.[1]

Die Blütenstände sind Ähren, Rispen oder Zymen. Sie stehen meist axillär, seltener terminal.

Der Bau der Blütenhülle wird unterschiedlich interpretiert. Die häufigste ist, dass die vier bis acht Blütenhüllblätter, die in ein oder zwei Wirteln stehen, Kelchblätter sind. Bei manchen Arten sind die Blütenhüllblätter komplett miteinander verwachsen zu einer Kalyptra (Deckelhaube), bei anderen sind sie fast hinfällig. Bei Glossocalyx ist ein Blütenhüllblatt zu einer langen flachen, lanzettlichen Zunge vergrößert (daher auch der Name Zungenkelch).

Das Androeceum besteht in männlichen Blüten aus (einem) zwei bis vielen (z.B. 2 + 2 + 2) Staubblättern, die nicht verwachsen sind und alle fertil. Die Staubfäden besitzen keine nektarproduzierenden Anhänge. Die Antheren öffnen sich mit einer Klappe. Der Pollen ist nonaperturat.

Das Gynoeceum besteht aus vier bis vielen freien oder verwachsenen Fruchtblättern. Diese stehen teilweise unterständig, sie sind in das fleischige Hypanthium eingesenkt. Der Griffel ist lang. Die Griffel können miteinander verwachsen sein. Es gibt eine Samenanlage pro Fruchtblatt mit basaler Plazentation. Die Samenanlage ist aufrecht, anatrop, unitegmisch mit einem dicken Integument und crassinucellat.

Früchte[Bearbeiten]

Die Früchte sind kleine Steinfrüchte mit einem roten oder orangen Arillus. Diese sind in das fleischige, beerenartige Hypanthium eingesenkt, das sich bei der Reife mit Rissen öffnet. Die Samen besitzen ein Endosperm.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Siparuna ist im tropischen Amerika von Mexiko bis Brasilien beheimatet, die Gattung Glossocalyx in einem kleinen Gebiet in Westafrika: Kamerun, Gabun und auf der Insel Fernando Pó.

Bei den amerikanischen Arten gibt es einen Zusammenhang zwischen Geschlecht, Blattrand und Vorkommen: Diözische Arten mit glattem Blattrand kommen im Tiefland vor, während monözische Arten mit gezähntem Blattrand in den Bergen über 700 m vorkommen. Die Tieflandarten sind mit rund vier Millionen Jahren jünger als die Gebirgssippen (16 bis 42 Millionen Jahre).[1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Schwestergruppe der Siparunaceae innerhalb der Laurales ist die Gruppe aus Gomortegaceae und Atherospermataceae. Die Familie besteht aus zwei Gattungen mit mindestens 75 Arten[2]:

Die Gattungen Bracteanthus und Conuleum sind heute in die Gattung Siparuna eingegliedert[3].

Die Familie wurde 1970 von Richard Schodde aufgestellt[4]. Alphonse Louis Pierre Pyrame de Candolle hatte die Gruppe als Tribus Siparuneae in die Familie Monimiaceae gestellt.[5]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Der Artikel beruht vor allem auf folgenden Weblinks:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Renner und Won, 2000.
  2. nach APWebsite
  3. GRIN
  4. R. Schodde: Two New Suprageneric Taxa in the Monimiaceae Alliance (Laurales). Taxon (19), 1970, S. 325. doi:10.2307/1219055
  5. A.L.P. de Candolle: Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis 16(2), 1868, S. 641-642. online auf botanicus.org

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Renner und Hyosig Won: Repeated Evolution of Dioecy from Monoecy in Siparunaceae (Laurales). Syst. Biol. 50(5), 2001, S.700–712. PDF
  • David John Mabberley: The Plant Book. A portable dictionary of the higher plants. Cambridge University Press 1987. ISBN 0-521-34060-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siparunaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien