Società degli Alpinisti Tridentini

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Società degli Alpinisti Tridentini (SAT)
S.A.T. Logo - Società degli Alpinisti Tridentini.svg
Sportart Alpinismus
Gegründet 2. September 1872
Gründungsort Madonna di Campiglio
Vereine 87 Sektionen und 6 Gruppen
Mitglieder 27.000
Verbandssitz Trient, Italien
Offizielle Sprache(n) italienisch
Homepage sat.tn.it

Die Società degli Alpinisti Tridentini (SAT, auch S.A.T.) ist ein Alpiner Verein im Trentino.

Der Verein wurde am 2. September 1872 in Madonna di Campiglio als Società Alpina del Trentino gegründet. Seit 1920 ist die SAT eingegliedert in den Club Alpino Italiano (CAI), hat sich als „gruppo provinciale“ jedoch teilweise Autonomie vom Hauptverein bewahrt.[1]

Der Verein hat fast 27.000 Mitglieder, aufgeteilt in 86 Sektionen und 6 Gruppen. Er besitzt 34 Schutzhütten, 15 Biwaks und ist für die Wartung von über 5000 Kilometern an Wegen und Klettersteigen im Trentino verantwortlich.[2]

Am Sitz der Società degli Alpinisti Tridentini in Trient befinden sich auch Museum, Archiv und Bibliothek des Vereins.[1]

Schutzhütten und Biwakschachteln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Casina di Bedole eröffnete die SAT ihre erste Hütte bereits 1874 im Val di Genova in der Adamellogruppe. In den folgenden Jahrzehnten wurde bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs der Hüttenbau frenetisch vorangetrieben. Ein Grund für diese intensive Bautätigkeit lag auch im Wettkampf mit dem DÖAV, der von beiden Seiten auf dem Hintergrund irredentistischer und pangermanistischer Ideen ausgetragenen Erschließung der Trentiner Bergwelt geführt wurde. Ihren Höhepunkt erreichte dieser Wettstreit mit den nur wenige Meter voneinander entfernt erbauten Hütten der SAT, Rifugio Quintino Sella, und der Berliner Sektion des DÖAV, Tuckettpasshütte, in der Brenta sowie schließlich im Rechtsstreit um den Bau der von der Sektion Bremen ebenfalls in der Brenta oberhalb des Rifugio Tosa errichteten Hütte, der in letzter Instanz vor dem obersten Gerichtshof in Wien zugunsten der SAT entschieden wurde. Bis 1914 entstanden insgesamt 22 SAT-Hütten, von denen heute noch 14 existieren und von der SAT betrieben werden.[3]

Während des Ersten Weltkrieges wurden alle Hütten vom österreichisch-ungarischen Militär beschlagnahmt. Alle Hütten wurden beschädigt und geplündert, vier sogar komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut.[4] Bereits 1921 konnte der Großteil der verbliebenen Hütten wieder genutzt werden. Im gleichen Jahr wurden der SAT vom italienischen Staat 14 enteignete DÖAV Hütten anvertraut (Boè, Pisciadù, Valon, Fedaia, Contrin, Antermoia, Ciampedie, Rotwand, Vajolet, Canali, Pradidali, Tuckett, Mandron, Vioz), davon wurden vier gleich wieder an den CAI, Sektionen Bozen und Venedig und eine an den Alpiniverband ANA abgegeben, während die Mandronhütte im Krieg komplett zerstört worden war und später an neuer Stelle von der SAT aufgebaut wurde.[5]

Aus einem Bericht des CAI von 1924 geht hervor, dass mit Ausnahme der Hütten Tosa und Quintino Sella sowie der ehemaligen DÖAV-Hütten die Schutzhütten der SAT relativ klein gewesen sind und eine Kapazität von 10 bis 15 Schlafplätzen besaßen. Zu einem weiteren Ausbau des Hüttennetzes im Trentino trug die Dezentralisierung der SAT mit der Einführung von Sektionen bei, die bis 1920 nicht im Statut vorgesehen waren. Durch die Sektionen wurden 16 neue Hütten errichtet, wovon noch 10 existieren. Drei werden als Sektionshütten genutzt, drei wurden verkauft, nachdem sie ihre Funktion als Schutzhütte aufgrund verschiedener baulicher Erschließungen verloren hatten (Candriai, Tremalzo, Panarotta). In der Zwischenkriegszeit wurde auch die Blockbauform der SAT-Hütten aufgegeben und die neuen Schutzhütten nicht mehr nach diesem fast einheitlichem Muster errichtet.[6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schutzhütten der SAT ab den 1950er Jahren schrittweise erweitert und modernisiert, insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren. 1951 gingen auch die von der SAT seit 1921 betriebenen ehemaligen DÖAV Hütten in den Besitz der SAT über.

Liste der Schutzhütten und Biwakschachteln der SAT.[7]

Schutzhütten
Schutzhütten
Biwakschachteln
  • Capanna Giuseppe Cavinato, Fleimstaler Alpen
  • Cima Presanella – „Br. Orobica“, Adamellogruppe
  • Cima Sassara – „F.lli Bonvecchio“, Brenta
  • Crozzon – „E. Castiglioni“, Brenta
  • Cunella, Adamellogruppe
  • Forcella Grande – „M. Rigatti“, Latemar
  • Latemar – „A. Sieff“, Latemar
  • Passo delle Vacche – „E. Segalla“, Adamellogruppe
  • Pra Castron – „C. Costanzi“, Brenta
  • Presanella – „V. Roberti“, Adamellogruppe
  • Sinel – „G. Pedrinolla“, Vizentiner Alpen
  • Vallaccia – „D. Zeni“, Marmolatagruppe
  • Vigolana – „G.B. Giacomelli“, Vizentiner Alpen
Palazzo Saracini Cresseri in Trient, Sitz der SAT

Ehemalige SAT Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Casina di Bedole, im Val di Genova, Adamellogruppe
eingeweiht 1874 und bis zum Bau der Capanna Bolognini 1888 genutzt
  • Rifugio Lares, Adamellogruppe
errichtet 1882, im Ersten Weltkrieg zerstört
  • Capanna Bolognini, im Val di Genova, Adamellogruppe
errichtet 1888 im Ersten Weltkrieg zerstört
  • Capanna Dos del Sabion, Brenta
errichtet 1891 im Ersten Weltkrieg zerstört
errichtet 1892, 1940 abgebrannt
errichtet 1895, nach wenigen Jahren aufgegeben
  • Rifugio Paganella – Cesare Battisti, Brenta
errichtet 1908, in den 1970er Jahren an die RAI verkauft
  • Rifugio Albergo Venezia alla Fedaia, Marmolatagruppe
errichtet 1908, 1910 abgebrannt und neu aufgebaut, im Ersten Weltkrieg zerstört
  • Rifugio Mantova, Ortler-Alpen
errichtet 1908, im Ersten Weltkrieg zerstört
  • Rifugio Candriai, Gardaseeberge
errichtet 1927, verkauft
  • Rifugio Velo, Gardaseeberge
errichtet 1932, Anfang der 2000er verkauft
errichtet 1934, 1973 verkauft
  • Capanna Marmolada, Marmolatagruppe
errichtet 1934, beim Bau der Seilbahn auf die Punta Rocca in den 1970er Jahren abgerissen
  • Rifugio Tremalzo – Federico Guella, Gardaseeberge
errichtet 1934, in den 1970er verkauft[8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudio Ambrosi, Bruno Angelini: La SAT – centotrent’anni 1872–2002. Hrsg. von der Società degli alpinisti tridentini, Trient 2002.
  • Mario Benassi: I rifugi della SAT. In: Claudio Ambrosi, Bruno Angelini: La SAT – centotrent’anni 1872–2002. Hrsg. von der Società degli alpinisti tridentini, Trento 2002.
  • Romano Cirolini, Ezio Mosna (Hrsg.): La SAT: cento anni 1872-1972: pubblicazione celebrativa del centenario di fondazione della Società degli alpinisti tridentini sezione di Trento del Club Alpino italiano. Società degli alpinisti tridentini, Trient 1973.
  • Società Alpinisti Tridentini (Hrsg.): Bollettino Società Alpinisti Tridentini. ZDB-ID 1086474-x, online.
  • Società Alpinisti Tridentini (Hrsg.): I rifugi della SAT. In: Bollettino SAT Jg. 75, Nr. 2/2012 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Società degli Alpinisti Tridentini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chi siamo, Website der SAT
  2. Società Alpinisti Tridentini (Hrsg.): Bollettino SAT. Anno LXXX N. 4 – 2017
  3. Mario Benassi: I rifugi della SAT S. 289–290
  4. Romano Cirolini, Ezio Mosna (Hrsg.): La SAT: cento anni 1872-1972: pubblicazione celebrativa del centenario di fondazione della Società degli alpinisti tridentini sezione di Trento del Club Alpino italiano S. 68–73
  5. Mario Benassi: I rifugi della SAT S. 290
  6. Mario Benassi: I rifugi della SAT S. 290
  7. Rifugi e bivacchi della SAT. In: sat.tn.it. Abgerufen am 8. Juli 2019 (italienisch).
  8. Trentino. In: cartolinedairifugi.it. Abgerufen am 15. Juli 2019 (italienisch).
  9. Mario Benassi: I rifugi della SAT S. 289–305