Sori (Wüstung)

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Untergegangener Ort
Sori / Posegnick
Зори, Позегник
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Prawdinsk
Frühere Namen Posegnick
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 21′ N, 21° 22′ OKoordinaten: 54° 20′ 54″ N, 21° 21′ 49″ O
Sori (Wüstung) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Sori (Wüstung) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Sori russisch Зори, Позегник (deutsch Posegnick) ist seit 1975 eine Dorfwüstung im Rajon Prawdinsk in der russischen Oblast Kaliningrad im historischen Ostpreußen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft ist durch den fennoskandischen Eisschild gestaltet worden und ist eine postglaziale, hügelige, bewaldete Grundmoräne, die im Einzugsgebiet des Pregelflusses russisch Прего́ля liegt. Die Region gehört zum Baltischen Höhenrücken.

Die Dorfwüstung Sori liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Schelesnodoroschny russisch Железнодорожный entfernt. Südlich bei der Wüstung verläuft die Fernstraße A196 Kaliningrad–Schelesnodoroschny–Krylowo und weiter südlich die Staatsgrenze zwischen der Oblast Kaliningrad und Polen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war diese preußische Landschaft von den heidnischen Prußen (Natangen) bewohnt. Nach der Christianisierung durch den Deutschen Orden gehörte es dem Deutschordensstaat. Nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) und dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 kam die Region zum Herzogtum Preußen. Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress entstand zum 1. Februar 1818 der Kreis Gerdauen im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahr 1437 gab es in Posegnick ein Freigut und neun Bauernhufen. Nach dem Dreizehnjährigen Krieg (1454–1466) gehörte Posegnick zu den Ländereien, die an die Familie von Schlieben verliehen wurden und blieb in den nächsten Jahrhunderten im deren Besitz. Im Jahr 1831 kaufte Konrad von Romberg (1783–1833) die Güter; Posegnick wurde abgetrennt und fand im Laufe der Jahre mehrere neue Besitzer. Durch Erbschaft und Verkauf gelangten die Posegnickschen Güter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Johannes Hermann Neumann und blieben im Besitz dieser Familie bis zum Frühjahr 1945.[1] Um das Jahr 1895 war das Gut mit Vorwerken 705 Hektar groß.

Im April 1874 wurde der Amtsbezirk Kanothen Nr. 21 mit dem Gutsbezirk Posegnick gebildet. Im März 1932 erfolgte die Umbenennung in Amtsbezirk Posegnick.[2] Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Rastenburger Kleinbahnen erweitert und die Strecke Barten–Gerdauen mit einer Haltestelle in Posegnick verlegt. Im Jahr 1925 lebten in Posegnick 636 Einwohner und im Jahr 1939 waren es 663 Einwohner.

Während der Ostpreußischen Operation wurde Posegnick im Frühjahr 1945 von der Roten Armee eingenommen und der sowjetischen Kommandantur unterstellt. Nach Kriegsende wurde die Region mit Posegnick ein Teil der Sowjetunion. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht bereits geflüchtet war, in der Folge vertrieben. Der Ort hieß zunächst Позегник und ab dem Jahr 1950 Зори (Sori) - seit 1975 ist es eine Dorfwüstung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in Posegnick geboren wurden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Neumann (1817–1886), Mitglied des Deutschen Reichstags und Gutsbesitzer in Posegnick

Personen, die mit Posegnick in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolf von Lojewski (* 1937), wohnte als Kind von 1937 bis Januar 1945 auf dem Gut der Familie Neumann in Posegnick[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Posegnick – Ostpreußen
  2. Amtsbezirk Posegnick
  3. Lojewski, Wolf von