Spital Bülach

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Spital Bülach AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1900
Sitz Bülach, Zürich

Leitung

Mitarbeiter 1'100 Mitarbeiter
Umsatz 142,5 Mio. CHF (2016)[1]
Branche Krankenhaus
Website www.spitalbuelach.ch

Eingangsbereich Spital Bülach

Das Spital Bülach ist ein medizinischer Grundversorger mit 200 Betten im Zürcher Unterland. Die 1'100 Mitarbeiter behandeln und betreuen pro Jahr rund 11'000 stationäre und 70'000 ambulante Patienten.

Seit 2016 ist das Airport Medical Center (AMC) am Flughafen Zürich Teil der Spital Bülach AG. Spezialärzte und Fachpersonal betreuen dort pro Jahr 12'000 ambulante Patienten. Die öffentliche Praxis stellt die medizinische Versorgung um den Flughafen und in den Südgemeinden sicher.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spital Bülach befindet sich im Zentrum von Bülach gegenüber der katholischen Dreifaltigkeitskirche und liegt acht Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Spitalorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Spital Bülach eine Aktiengesellschaft. Zu den Aktionären zählen 33 Gemeinden des Zürcher Unterlands. Das Spital besteht aus acht medizinischen und fünf administrativen Abteilungen. Das oberste Organ des Spitals Bülach ist die Generalversammlung, die aus Abgeordneten der Gemeinden besteht. Der Verwaltungsrat bildet das strategische Führungsgremium, während das operative Führungsgremium die Geschäftsleitung ist. Diese setzt sich aus dem Spitaldirektor (CEO), dem Direktor Finanzen (CFO), der Leitung Entwicklung, der Leitung HRM, dem Ärztlichen Direktor, der Leitung Pflegedienst und der Leitung Services zusammen.

Kliniken und Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Notfallstation und Notfallpraxis: Notfälle werden rund um die Uhr von einem Team aus der Chirurgie, Inneren Medizin, Anästhesiologie, Radiologie und Notfallpflege versorgt. Die Notfallpraxis ist in Zusammenarbeit mit den Hausärzten der Regionen für einfachere medizinische Notfälle zuständig.
  • Rettungsdienst und Notarzt: Die Rettungswagen an den Standorten Bülach und Steinmaur stehen ebenfalls rund um die Uhr dem Zürcher Unterland zur Verfügung. Der Rettungsdienst hat pro Jahr rund 4'000 Einsätze. Bei schwerwiegenden Verletzungen wird der eigene Notarzt mit einem spezialisierten Einsatzfahrzeug hinzugezogen.
  • Klinik Chirurgie : Die Behandlungen beinhalten einerseits Standardeingriffe wie Operationen an der Leiste oder Gallenblase, andererseits auch spezialisierte Eingriffe, beispielsweise an der Schilddrüse. Die Bereiche Ergotherapie und Physiotherapie sind ebenfalls in der Klinik Chirurgie angesiedelt.
  • Klinik Urologie : Die Behandlung umfasst die Prävention, Erkennung und Therapie von Erkrankungen und Entzündungen, Steinleiden und Tumoren. Das Spital Bülach arbeitet mit der Uroviva Spezialklinik zusammen.
  • Klinik Orthopädie: In der Klinik der Orthopädie werden Verletzungen am Bewegungsapparat operativ und nicht operativ behandelt. Nicht operative Behandlungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie.
  • Innere Medizin: Nebst den Disziplinen allgemeine Innere Medizin, Angiologie, Endokrinologie / Diabetologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neurologie und Pneumologie gehören zur medizinischen Klinik auch die Intensivstation sowie die Kompetenzzentren Palliative Care und Akutgeriatrie.
  • Gynäkologie & Geburtshilfe: In der Geburtenklinik des Spitals Bülach erfolgen ca. 1'500 Geburten pro Jahr. Die Geburtshilfe umfasst medizinische und pflegerische Leistungen um die Geburt ab der 32. Schwangerschaftswoche mit Wochenbett und ambulanter Schwangerschaftsvorsorge. Der Bereich Gynäkologie klärt Erkrankungen im Bereich der Frauenheilkunde ab und bietet verschiedene Therapien. Das Spital Bülach ist Netzwerkpartner des Brustzentrums Senosuisse, einem Netzwerk zur Förderung der Brustgesundheit. Das Brustzentrum befasst sich mit der Abklärung und Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Brust.
  • Neonatologie, Kinder- und Jugendmedizin: Die Neonatologie betreut Risikogeburten ab der 32. Schwangerschaftswoche und früh- oder krankgeborene Babys. Kinder und Jugendliche werden tagsüber in der Notfallpraxis von Kinderärzten betreut.
  • Institut für Radiologie : Das Institut für Radiologie arbeitet interdisziplinär mit allen Kliniken des Spitals Bülach zusammen und erbringt Dienstleistungen für das gesamte Spital. Es bietet ambulanten und stationären Patienten ein diagnostisches Spektrum an. Neben Magnetresonanztomografie (MRI), Computertomografie (CT), Ultraschall, Mammografie, digitalem Röntgen, interventioneller Radiologie und Schmerztherapie liegt der Schwerpunkt auf Neuroradiologie und Mammotome-Biopsien der Brust.
  • Institut für Anästhesiologie : Das Team der Anästhesie betreut Patienten vor, während und nach einer Operation. Die multidisziplinäre Schmerzklinik hat ihren Schwerpunkt in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen.
  • Beratungen : Verschiedene Beratungsstellen wie die Diabetesberatung, Ernährungsberatung, Stillberatung, Wundpflege, Seelsorge und der Sozialdienst bieten ambulanten und stationären Patienten individuelle Beratungen und Unterstützung an.

Geschichte des Spitals Bülach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1831 wanderte der Bülacher Lehrer Johannes Brunner nach England aus. Seine drei Söhne wurden alle im Alter von 16 Jahren zurück in die Schweiz geschickt, um Schulen zu besuchen. So auch sein zweitältester Sohn John Brunner, der im Jahr 1842 zur Welt gekommen ist. Dadurch blieb dieser mit seiner ursprünglichen Heimat, der Schweiz, verbunden. 1873 gründete er mit dem Deutschen Ludwig Mond die Chemiefirma Brunner, Mond und Company. 1927 entwickelte sich diese Firma zum Chemiekonzern Imperial Chemical Industries (ICI). Seine wirtschaftlichen Verdienste wurden von Königin Victoria mit einem Adelstitel ausgezeichnet. Zu Ehren seines Vater stiftete er 1900 der Stadt Bülach die Summe von 5'000 Pfund Sterling (ca. 126'000 Fr.) zum Bau eines Gemeindespitals.

Bis in die 1930er-Jahre wurden Spitäler von Oberschwestern geführt. Schwester Cleophea Fehr führte von 1902 bis 1927 als Leitende Schwester das neue Bülacher Spital. Sie war gleichzeitig Managerin für Pflege, Personal, Finanzen, Hauswirtschaft, Küche, Land und Garten, technische Dienste, Ausbildung und Ärztekoordination. 1927 wurde ihr das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Bülach verliehen.

1935 wurde der Kreisspitalsverband Bülach gegründet. Das Spital gehörte nicht mehr der Gemeinde Bülach, sondern einem Verband bestehend aus den Gemeinden Bachenbülach, Bülach, Glattfelden, Hochfelden, Eglisau, Höri, Rafz, Wasterkingen, Hüntwangen, Wil und Winkel.

2012 entschied das Spital Bülach, dass der Zweckverband nicht mehr die geeignete Rechtform für die zukünftige Entwicklung des Spitals sei. Deshalb kam es 2014 zu einer Abstimmung der 34 Zweckverbandsgemeinden über eine Rechtsformänderung in eine Aktiengesellschaft. Die Bevölkerung nahm die Abstimmung an und das Spital Bülach wurde 2015 in die Spital Bülach AG umgewandelt.

Bauliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900 Bau des Brunnerstifts dank einer Spende von Sir John Brunner
  • 1937 Anbau des Bettenhauses Süd
  • 1963 Bau des Bettenhauses West und des Verbindungsteils
  • 2006 Einweihung des Bettentrakts Ost
  • 2019 Baubeginn geplanter Ersatzneubau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lesegesellschaft Bülach: 100 Jahre Spital Bülach. Der Weg vom Asyl zum modernen Spital. Neujahrsblatt, Bülach 2007, ISBN 978-3-033-01061-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2016. Abgerufen am 13. März 2018.