Serbische Radikale Partei

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Dieser Artikel behandelt die 1990 gegründete Partei. Zur historischen Partei siehe Radikale Volkspartei.
Srpska Radikalna Stranka
Serbische Radikale Partei
Logo der SRS
Partei­vorsitzender Vojislav Šešelj
Stell­vertretender Vorsitzender Nemanja Šarović
Gründung 23. Februar 1991
Gründungs­ort Kragujevac, Serbien
Haupt­sitz Zemun, Belgrad, Serbien
Zeitung Velika Srbija
Website Srpskaradikalnastranka.org.rs

Die Serbische Radikale Partei (serbisch Српска радикална странка/Srpska Radikalna Stranka, kurz CPC/SRS), ist eine nationalistische[1] Partei in Serbien.

Ideologie[Bearbeiten]

Sitz der SRS im Belgrader Stadtbezirk Zemun.

Die SRS vertritt eine extrem-nationalistische[2] Ideologie und tritt für die Schaffung eines Großserbien ein, das bis zur sogenannten Virovitica-Karlovac-Karlobag-Linie reichen sollte. [3][4]

Gründung[Bearbeiten]

Am 23. Februar 1991 entstand die Serbische Radikale Partei in Kragujevac aus der,[5] wegen ihres radikalen Programms verbotenen,[6] Serbische Tschetnik-Bewegung (Srpski Četnički Pokret - SČP).[5] Die SČP wiederum war eine am 18. Juni 1990 abgespaltete radikale Fraktion der monarchistischen[7] Serbischen Erneuerungsbewegung (Srpski Pokret Obnove - SPO) von Vuk Drašković.[5]

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Im Mai 1993 wurde die Serbische Radikale Partei in Montenegro gegründet, sie benannte sich 1995 in Serbische Radikale Partei Dr. Vojislav Šešelj um.

Parteiorgane[Bearbeiten]

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Die wichtigsten Parteiorgane, also Gremien, sind der Vaterländische Kongress und die Zentrale Vaterländische Verwaltung. Beim Vaterländischen Kongress werden alle vier Jahre der Präsident, sein Stellvertreter und die 101 Mitglieder der Zentralen Vaterländischen Verwaltung gewählt. Der Kongress beschließt das Parteiprogramm und gibt die politische Richtung der Partei für die kommende Legislaturperiode vor, während die Verwaltung Organisations- und Planungsaufgaben wahrnimmt. Weitere Parteiorgane sind das Generalsekretariat unter dem Vorsitz des Generalsekretärs, sowie der Exekutivausschuss, ein Organ der lokalen Parteiorganisationen.

Präsident der Zentralen Vaterländischen Verwaltung ist Vojislav Šešelj, sein Stellvertreter ist Dragan Todorović. Als Vizepräsidenten fungieren Gordana Pop-Lazić, Duško Sekulić und Radislav Kanjerić.

Politik[Bearbeiten]

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Parteiprogramm[Bearbeiten]

Die nationale Frage steht im Zentrum des Parteiprogramms. Laut Parteiprogramm kämpft die SRS mit friedlichen und demokratischen Mitteln für die Schaffung eines ganzen und einheitlichen serbischen ethnischen, staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Raumes. Sie tritt laut Parteiprogramm für eine auf nationaler, geschlechtlicher und religiöser Gleichberechtigung und die Menschenrechte basierende Gesellschaft ein. Die SRS unterstützt offen die großserbische Ideologie, ihre Parteizeitung heißt Velika Srbija (Großes Serbien/Großserbien).

Im Gegensatz dazu gab es zahlreiche Aufrufe zur Beteiligung am bewaffneten Kampf während des Kroatien- und Bosnienkriegs von 1991 bis 1995, einschließlich der Entsendung von Freiwilligen und Paramilitärs sowie deren logistischen und finanziellen Unterstützung.

In den 1990er-Jahren trat die SRS für die Vereinigung aller von Serben bewohnten Gebiete der ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens mit Serbien ein. Die Abgeordneten der SRS provozierten mehrmals im Parlament Zwischenfälle. Vojislav Šešelj konnte durch häufige Gefängnisaufenthalte und Schikanen der Milošević-Regierung auf sich aufmerksam machen.

In jüngster Zeit hat die Partei durch Kriegsdrohung für den Fall der Unabhängigkeit des Kosovo auf sich aufmerksam gemacht, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am 28. Juni 2006. „Wir haben den Kosovo schon mit Waffengewalt gegen viel stärkere Gegner verteidigt“ habe nach Meldungen Belgrader Medien der damalige geschäftsführende Interims-Parteichef Tomislav Nikolić gesagt. „Wir werden ewig kämpfen, dass der Kosovo in Serbien bleibt“.[8]

Anfang September 2006 wurde erneut auf einer Kundgebung der SRS der Wille geäußert, ein Großserbien zu schaffen, welches das komplette heutige Staatsgebiet von Bosnien und Herzegowina sowie rund die Hälfte des Staatsgebietes von Kroatien umfassen soll. Dies führte zu scharfen Reaktionen sowohl der Nachbarstaaten als auch weltweit sowie aller demokratischer Kräfte und Parteien in Serbien einschließlich des serbischen Präsidenten Boris Tadić selbst.

Bildung (para)militärischer Verbände[Bearbeiten]

Während der Jugoslawienkriege warb die Partei Freiwillige für die Jugoslawische Volksarmee und für Milizen an, die nach offizieller Darstellung in Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien zum Schutz der dort ansässigen serbischen Bevölkerung vor Übergriffen bosnisch-muslimischer und kroatischer Paramilitärs kämpften. Diesen Einheiten werden zahlreiche Kriegsverbrechen vorgeworfen, wofür sich einige ihrer Mitglieder vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag sowie vor dem Gericht für Kriegsverbrechen in Belgrad verantworten müssen. In diesem Zusammenhang wurde auch Vojislav Šešelj der Bildung einer kriminellen Vereinigung zwecks Durchführung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wegen Verstößen gegen Kriegsgesetze oder -bräuche angeklagt. Er stellte sich dem Gericht freiwillig und befindet sich seit 2003 in Haft in Den Haag.

Am 5. September 2006 wurden in Belgrad mehrere Angeklagte der SRS zur Höchststrafe von 20 Jahren rechtskräftig verurteilt. Die Anklage lautete auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während und nach der Schlacht um Vukovar 1991 sowie beim Massaker von Vukovar, wobei 200 wehrlose und zum Großteil Verwundete aus dem Krankenhaus von Vukovar verschleppt und ermordet wurden.

Die bekanntesten paramilitärischen Einheiten waren die

Politische Erfolge[Bearbeiten]

Bei den Wahlen Ende 1993 kam die SRS auf 39 Sitze in der serbischen Nationalversammlung und 34 Sitze in der Bürgerkammer des Bundesparlaments.

Anfang 1995 gründeten sieben SRS-Abgeordnete des Bundesparlaments unter der Führung von Jovan Glomočanin die Serbische Radikale Partei - Nikola Pašić (SRS-NP), weitere Abgeordnete wechselten zur neuen Partei.

Von 1998 bis September 2000 koalierte die Serbische Radikale Partei mit Slobodan Miloševićs Sozialistischer Partei und bildete mit ihr eine „Regierung der nationalen Einheit“.

Die SRS erlangte unter Šešeljs Stellvertreter Tomislav Nikolić bei den Parlamentswahlen im Dezember 2003 in Serbien die meisten Mandate (82 von 250 Sitzen, über 27 Prozent Wähleranteil). Sie blieb aber dennoch in der Opposition. Bei den Parlamentswahlen im Januar 2007 konnte sie zwar ihren Stimmenanteil leicht auf 28,7 Prozent erhöhen, erhielt aber auf Grund eines höheren Anteils der für die Sitze im Parlament berücksichtigten Stimmen mit 81 Sitzen einen Sitz weniger als 2003.

In der zweitgrößten Stadt Serbiens Novi Sad stellt die SRS mit Maja Gojković, Vizepräsidentin der SRS, zwischen 2004 und 2006 die Bürgermeisterin.

Bei den Parlamentswahlen am 21. Januar 2007 bekam die SRS 1.152.625 Stimmen, das sind 29 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 60,59 %.

Bei den Parlamentswahlen 2008 gewann das Wahlbündnis um die Demokratische Partei überraschend deutlich gegen die Radikale Partei. Zuvor war angesichts der Unabhängigkeit des Kosovo zumindest von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen worden.

Spaltung 2008[Bearbeiten]

Nach den Parlamentswahlen 2008 kam es innerhalb der Partei zu Auseinandersetzungen zwischen „Dogmatikern“ um den in Den Haag einsitzenden Parteivorsitzenden Vojislav Šešelj und seinem Stellvertreter und Fraktionsvorsitzenden der Partei im serbischen Parlament (Skupština Srbije) Tomislav Nikolić um den weiteren Kurs der Partei. So wies Šešelj die Parlamentsabgeordneten seiner Partei an, im September 2008 gegen die Ratifizierung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union zu stimmen, nachdem sich Nikolić dafür ausgesprochen hatte. Dies führte am 6. September 2008 zum Rücktritt Nikolićs von seinen beiden Ämtern.[9] Am 8. September 2008 bildete Nikolić daraufhin mit weiteren bisherigen SRS-Abgeordneten eine eigene Fraktion mit dem Namen Vorwärts Serbien (Napred, Srbijo) in der Skupština.[10] Die 18 Mitglieder der neuen Fraktion wurden am 12. September aus der SRS ausgeschlossen. Nikolić kündigte angesichts des Ausschlusses die Gründung einer neuen Partei an.[11] Diese wurde dann am 10. Oktober 2008 in Srpska Napredna Stranka benannt.

Marginalisierung 2012[Bearbeiten]

Bei den Parlamentswahlen am 6. Mai 2012 verfehlte die Serbische Radikale Partei den Einzug in die Skupština, während die Liste um Tomislav Nikolić knapp zur stärksten Kraft wurde.

Allianzen[Bearbeiten]

Im Oktober 1995 reiste Wladimir Wolfowitsch Schirinowski nach Belgrad und unterzeichnete ein Kooperationsabkommen mit der SRS. 1997 kam Jean-Marie Le Pen, Vorsitzender der Front National, zu einem Solidaritätsauftritt mit der SRS nach Belgrad. Im selben Jahr unterzeichnete die SRS ein Kooperationsabkommen mit Ján Slota, dem Vorsitzenden der Slowakischen Nationalpartei (SNS).

Literatur[Bearbeiten]

  • Arno Weckbecker und Frank Hoffmeister, Die Entwicklung der politischen Parteien im ehemaligen Jugoslawien, 1997 (ISBN 3-486-56336-X), S. 49ff

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Peter Jordan, Gerhard Mangott, Valeria Heuberger, Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut (Hrsg.): Die Wahlen der Jahre 1994 - 1997 in Mittel- und Südosteuropa. 1998, ISBN 978-3-443-28520-3, S. 43 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  2.  Arno Weckbecker, ‎Frank Hoffmeister: Die Entwicklung der politischen Parteien im ehemaligen Jugoslawien. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1997, ISBN 978-3486563368, S. 49 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  3. Michael Martens: „Die Serben durften nicht entscheiden, wo sie leben wollen“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2012.
  4. Florian Bieber - Serbischer Nationalismus nach dem Demokratischen Machtwechsel in Jugoslawien (S. 20) (PDF; 377 kB) und Heinrich-Böll-Stiftung - Pro-Europäer in Serbien gestärkt (PDF; 119 kB)
  5. a b c  Hajo Funke, Alexander Rhotert: Unter unseren Augen: ethnische Reinheit: die Politik des Regime Milosevic und die Rolle des Westens. Verlag Hans Schiler, 1999, ISBN 978-3860932193, S. 115 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  6.  Peter Jordan, Gerhard Mangott, Valeria Heuberger, Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut (Hrsg.): Die Wahlen der Jahre 1994 - 1997 in Mittel- und Südosteuropa. 1998, ISBN 978-3-443-28520-3, S. 43 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  7.  Sabrina P. Ramet: The Three Yugoslavias: State-Building and Legitimation, 1918-2004. Indiana University Press, 2006, ISBN 978-0253346568, S. 358 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  8. Größte Partei Serbiens droht mit Krieg. In: Süddeutsche Zeitung, 28. Juli 2006
  9. Serbische Radikale lassen ihren Chef fallen. In: Basler Zeitung, 7. September 2008
  10. Nikolić oformio poslanički klub (Nikolić bildet Fraktion). b92.net, 8. September 2008
  11. Serbische Radikale schliessen Nikolic aus. In: NZZ Online, 12. September 2008

Weblinks[Bearbeiten]