St. Stephanus (Halle)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stephanuskirche Halle (2009)

Die Kirche St. Stephanus ist eine ehemalige evangelische Kirche in Halle (Saale).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche gehörte ursprünglich zur Gemeinde der Laurentiuskirche. Mit der rasanten Bevölkerungsentwicklung der Stadt Halle nach der Gründerzeit, wurde die Errichtung eines zweiten Kirchengebäudes notwendig. Der Beschluss dazu wurde im Oktober 1882 gefasst. Die Grundsteinlegung für den Kirchenbau konnte aber erst am 28. Juni 1891 erfolgen, die Einweihung fand am 7. Dezember 1893 statt. Errichtet wurde die Kirche vom königlich preußischen Baurat Otto Kilburger, der bereits die Kirche in Nietleben entworfen hatte.

Bis zur 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche von der Gemeinde genutzt, 1967 erfolgte die Profanierung. Das Gebäude wurde von der Halleschen Universität ab 1968 als Büchermagazin genutzt. Bei Reparaturarbeiten im März 2000 geriet der Turmhelm in Brand und stürzte auf das Hallendach. Die Schäden sind inzwischen beseitigt. Die Nutzung als Magazin der Universitäts- und Landesbibliothek Halle endete 2014. Heute steht die Kirche leer.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Stephanus wurde als Hallenkirche mit Westturm und Querschiff im Stil der Neugotik mit gelben Backsteinen errichtet. Die Halle ist 35 m lang, der Turm 61 m hoch und markanter Blickpunkt des Stadtteils. Der Innenraum wurde mit raumgreifenden Emporen ausgestattet. Die Firma Gustav Kuntzsch aus Wernigerode schuf den Altaraufsatz, die Kanzel mit Schalldeckel und den Orgelgelprospekt für die von Orgelbau-Anstalt Wilhelm Rühlmann, Zörbig, gebaute Orgel.[1][2] Von den zahlreichen Ausstattungsstücken wurden bei der Profanierung der Kirche die Abendmahlsgeräte an die Laurentiuskirche, das Kruzifix an das Gemeindezentrum in Wörmlitz und die Orgel an die Pauluskirche abgegeben. Die vier Glocken, gegossen von Gustav Collier[3], erhielt die St. Wenzel Kirche in Radewell. Auch von den ursprünglich vorhandenen Fenstern sind nur noch wenige erhalten. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde in das Denkmalverzeichnis der Stadt Halle aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stephanuskirche (Halle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. Lang u. J. Habicht (Hrsg.): Deutsches Baujahrbuch für Veranschlagung und Verdingung, 5. Jg., Nord-, Ost- und Mitteldeutsche Ausgabe, Verlag "Das Deutsche Baujahrbuch" J.J. Arnd, Leipzig 1908, Anzeige zwischen S. 208 u. 209.
  2. Archiv der Kirchengemeinde St. Laurentius Halle (Saale): II/40, 13 und II/40, 14 Acta des Pfarrarchiv zu St. Laurentii.
  3. Die Glockengießerei von Gustav Collier in Zehlendorf. In: Teltower Kreisblatt vom 14. November 1893, PDF, abgerufen am 16. Juni 2016.

Koordinaten: 51° 29′ 45″ N, 11° 57′ 51″ O