Staatsarchiv in Eupen

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Gebäude des Staatsarchivs in Eupen.

Das Staatsarchiv in Eupen (Belgien) ist eine der 19 Dienststellen des belgischen Staatsarchivs.

Die Dienststelle befindet sich seit 1988 am Fuße des Kaperberg (Nr. 2-4) in der Nähe des Bahnhofs von Eupen (Provinz Lüttich). Das 1721 erbaute Gebäude gehörte dem Tuchmacher Rehrmann.

Archivalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsarchiv in Eupen bewahrt die Archive der Einrichtungen oder Gebietskörperschaften, Familien oder natürlichen Personen, die ihren Sitz im Gerichtsbezirk Eupen in der Provinz Lüttich haben oder hatten. Dieser Gerichtsbezirk umfasst heute die Gemeinden Eupen, Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach, Kelmis, Lontzen, Raeren und Sankt Vith. Leiterin des Staatsarchivs ist Els Herrebout.

Folgende Archivalien können im Rahmen der gesetzlichen Regelungen von der Öffentlichkeit u. a. eingesehen werden:

  • die Archive der lokalen Behörden des Ancien Régime: Herrlichkeiten usw.,
  • Gerichtsarchive: Staatsanwaltschaft Malmedy, Handelsgericht Verviers (1931), Polizeigericht Eupen (1945–1974) und Malmedy (1920–1932), Friedensgericht Bütgenbach (1789–1797), Eupen (1852–1861) und Malmedy (1820–1942) usw.,
  • die Archive der dezentralisierten Dienste des Föderalstaates,
  • die Archive der regionalen Behörden: Bezirkskommissariate Eupen (1919–1940) und Malmedy (1919–1923), Gouvernement Eupen-Malmedy (1873–1925) usw.,
  • Gemeindearchive,
  • Archive von Notaren des Gerichtsbezirks Eupen: A. Spiess (1901–1919), A. Theissen (1776–1800), A.T. Ahrweiler (1823–1825), A.T. Bartholet (1738–1769), C. Baptiste (1793–1829) usw.,
  • Kirchenbücher,
  • Zivilstandsregister,
  • Kirchenarchive, z. B. Kapuzinerkloster Eupen (1750–1796), Pfarreien, Protestantische Kirche Eupen usw.,
  • Unternehmensarchive: Molkereien Bütgenbach (1932–1941), Engelsdorf/Ligneuville (1931–1940), Mirfeld (1934–1943), Nidrum (1934–1941), Unternehmen Wilhelm Peters und Co. (Eupen) usw. und
  • Archive von Privatpersonen, die eine bedeutende Rolle im sozialen Leben der Region gespielt haben.

Digitaler Lesesaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab August 2009 wurden die Kirchenbücher und Zivilstandsregister schrittweise digitalisiert und der Öffentlichkeit in den 19 Lesesälen des Staatsarchivs, also auch im Lesesaal in Eupen, zur Verfügung gestellt. Seit Januar 2013 sind 24.000 Kirchenbücher und eine ständig steigende Anzahl von Zivilstandsregistern kostenlos auf der Website des Staatsarchivs einsehbar.

Auch andere Archivbestände können im digitalen Lesesaal oder auf der Website des Staatsarchivs eingesehen werden: die Protokolle der Ministerräte (1918–1979), das Statistische Jahrbuch Belgiens (und von Belgisch-Kongo) seit 1870, über 20.000 Siegelabgüsse usw.

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minke E., „Die Bestände des Staatsarchivs in Eupen - Allgemeine Übersicht (Gerichtsbezirk Eupen) - 2. erweiterte und verbesserte Auflage“, Reihe „Archives générales du Royaume et Archives de l'État dans les Provinces : Guides. Volume 48“, Brüssel, 2000, 246 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]