Stadler Wink

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Arriva Wink
Nummerierung: ?
Anzahl: 18 verkauft, Dez. 2018[1]
Hersteller: Stadler Rail
Achsformel: B0’2’2’B0
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 55,5 m
Höhe: 4120 mm
Breite: 2820 mm
Radsatzfahrmasse: unter 18 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Stundenleistung: 1000 kW
Motorbauart: bis 2025: Deutz
Stromsystem: ab 2025: 1500 V =
Sitzplätze: 151

Der Stadler Wink (Eigenschreibweise WINK für „wandelbarer innovativer Nahverkehrs-Kurzzug“) ist ein ursprünglich als Flirtino[2] bezeichneter vom schweizerischen Eisenbahnhersteller Stadler Rail für den Regional-Verkehr konstruierter und hergestellter Niederflur-Triebzug, der für Zweikraftantriebe mit Diesel-, Elektro- oder Batteriebetrieb geeignet ist.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wink wurde vor allem für Nebenlinien mit kleinerem Fahrgastaufkommen entwickelt und löst die nicht mehr vollständig den Crashvorschriften entsprechenden Gelenktriebwagen GTW ab. Der Triebzug besteht wie ein zweiteiliger GTW aus einem Traktions-Mittelteil und zwei Endwagen. Im Unterschied zum GTW stützen sich Traktionsteil und Endwagen gemeinsam auf Jakobsgestelle ab. Angetrieben werden wie beim Flirt die Enddrehgestelle bei den Führerständen. Anders als beim Flirt befindet sich die Antriebsausrüstung nicht über den angetriebenen Drehgestellen, sondern im Traktions-Mittelteil. Dieses ist auch mit den Komponenten für die Energiebereitstellung und den Hilfsbetrieben bestückt.

Das Konzept eignet sich im Gegensatz zum zweiteiligen Flirt für Zweikraftantriebe mit Diesel- und Batteriebetrieb, für rein elektrischen Betrieb mit Zusatzbatterien, für thermischen Antrieb mit Diesel- oder Pflanzenöl sowie für Brennstoffzellen.[3] Der Wink ist mit langen und kurzen Endwagen erhältlich, das Einfügen eines Mittelwagens wie beim GTW ist nicht vorgesehen. Die Endwagen können mit einem bis vier Türpaaren ausgerüstet werden. Ein zweiteiliger Wink bietet bis 150 Personen Platz auf Sitzplätzen, was ungefähr dem Fassungsvermögen eines dreiteiligen GTW entspricht. Bahnen mit Bedarf für größere Züge bietet Stadler Rail den Flirt an. Dank Aluminium-Verbundbauweise beträgt die Achslast weniger als 18 Tonnen.

Kunden und Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arriva Nederland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erstkunde Arriva Nederland bestellte im Jahr 2017 18 Wink-Züge, die mit Pflanzenöl von Deutz-Dieselmotoren angetrieben werden. Endwagen B ist mit einem Türpaar ausgestattet, Endwagen A mit Toilette und zwei Türpaaren.[4] Die zusätzlichen Batterien zur Speicherung der Bremsenergie erlauben es, die Dieselmotoren bei längeren Aufenthalten in Bahnhöfen auszuschalten. Die Triebzüge werden ab 2020 zwischen Leeuwarden und Groningen sowie in den Provinzen Friesland und Groningen zum Einsatz kommen. Nach der teilweisen Elektrifizierung der Strecke Leeuwarden–Groningen werden voraussichtlich im Jahr 2025 die Dieselmotoren durch Elektromotoren und leistungsstarke Batterien ersetzt. Die Energie stammt dann aus der Oberleitung mit 1500 Volt Gleichstrom und den Batterien auf den nicht elektrifizierten Streckenabschnitten. Die Flotte ergänzt die 51 Arriva-GTW, die ebenfalls Batterien zur Speicherung der Bremsenergie erhalten sollen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Griesser Kym: Stadler in Zahlen: Vom KMU zum Weltkonzern mit 8000 Mitarbeitern. In: St. Galler Tagblatt (Online) vom 7. Dezember 2018.
  2. DB Arriva bestellt für die Niederlande Züge mit innovativem Antriebskonzept für 170 Millionen Euro. Presseinformation auf der Website der DB vom 14. November 2017
  3. vorläufiges Datenblatt des Wink für Arriva Niederlande, PDF, abgerufen am 3. April 2019
  4. Stadler lanciert neue Produktlinie WINK – Arriva als Erstkunde. Auf der Website von Stadler Rail, 22. November 2017