Stadtgymnasium Dortmund

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Stadtgymnasium Dortmund
Stadtgymnasium dortmund.jpg
Schulform Gymnasium, altsprachliches Gymnasium
Schulnummer 169341
Gründung 1543
Adresse

Heiliger Weg 25

Ort Dortmund
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 30′ 40″ N, 7° 28′ 25″ OKoordinaten: 51° 30′ 40″ N, 7° 28′ 25″ O
Träger Stadt Dortmund - Schulverwaltungsamt
Schüler etwa 900
Leitung Bernhard Koolen
Website www.stadtgymnasium.com

Das Stadtgymnasium Dortmund wurde 1543 als Archigymnasium (evangelische Gelehrtenschule) in Dortmund gegründet und ist damit eine der ältesten Schulen in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meist aus Pfarr- oder Klosterschulen einerseits oder fürstlicher Gnade andererseits hervorgegangenen deutschen Gymnasien alter Tradition gründete das Dortmunder Gymnasium als "hoge" oder "grote Schole" auf den Beschluss, eine "gemeine Schule für die Jugend" zu errichten, den am 22. Februar 1543 Bürgermeister, Rat und gemeine Bürger gefasst hatten.[1] Gründungsrektor war der Humanist Johann Lambach, sein Nachfolger war Friedrich Beurhaus. Beide waren Anhänger des Philosophen Petrus Ramus.

Während der Zeit des Nationalsozialismus trug die Schule den Namen Hitler-Gymnasium, und das Gebäude an der Kreuzung Ostwall/Märkische Straße wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Als erste der Dortmunder Schulen wurde es nach dem Krieg am 13. Mai 1946 in Räumen der Brüderkrankenhauses auf Betreiben des Schulleiters Anton Pesch wieder geöffnet. Das heutige Gebäude wurde 1959 200 m vom Platz des vorherigen Schulgebäudes entfernt zwischen Ostwall und Heiliger Weg gebaut. Als Zeichen der Zerstörung während des Krieges wurde von dem ehemaligen Schulleiter Dr. Hermann Hoßfeld eine Gedenktafel am Haupteingang der Schule angebracht, auf der zu lesen ist: "sChoLa treMonIense beLLo DIrVta e CInere refeCta" (etwa: "Dortmunder Schule im Krieg zerstört und aus Asche wieder auferstanden"). Aus einzelnen römischen Zahlen ergibt sich zusammengerechnet das Baujahr der Neuerrichtung (Chronogramm).

Das Schulgebäude wurde 1990 renoviert, an einigen Stellen ebenso 2005/2006. Darunter fällt vor allem der Fachtrakt, der einsturzgefährdet war, aber schnellstmöglich saniert worden ist. 2010 nahm das Stadtgymnasium die angebotenen Konjunkturpakete in Anspruch und bekam unter anderem neue Fenster in allen Klassenräumen, eine erweiterte Wärmedämmung sowie eine komplette neue Fassade, die dem Stadtgymnasium zu einem neuen Image verhalf. In den Jahren 2011/2012 sollten einige Energiesparmaßnahmen und Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden, zum Beispiel der Bau einer neuen Heizungsanlage und Brandschutztüren.

Das Stadtgymnasium heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgymnasium liegt im Zentrum Dortmunds zwischen dem Ostwall und dem Heiligen Weg. Gemeinsam mit dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium stehen ihm die Aula und die Sporthalle am Ostwall zur Verfügung.

Einzigartig innerhalb der Dortmunder Schullandschaft ist die Vielfalt an angebotenen Fremdsprachen: Neben Englisch, Französisch und Italienisch können auch altsprachliche Fächer wie Latein, Griechisch und Hebräisch gewählt werden. Besonders zu erwähnen ist, dass Latein schon in Kombination mit zusätzlichen Stunden Englisch ab der fünften Klasse gewählt werden kann. Möglich ist es aber auch, mit Englisch als erster Fremdsprache zu beginnen.

Auch andere Bereiche wie Gesellschafts- und Naturwissenschaften prägen den umfassenden, allgemeinbildenden Fächerkanon am Stadtgymnasium. Die Atmosphäre bereichern sollen vielfältige außerunterrichtliche, persönlichkeitsfördernde Aktivitäten, z.B. Arbeitsgemeinschaften, Klassenfahrten, Theater-, Musik- und Tanzaufführungen und ein ständig wachsender Schulaustausch mit Partnerschulen im europäischen Ausland. Die innenstädtische Lage des Stadtgymnasiums ermöglicht Exkursionen in Institutionen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Innerhalb der Fachschaft Politik/Sozialwissenschaften bestehen enge Kooperationen mit dem Rathaus. Teilweise findet der Politikunterricht im Ratssaal statt, etwa um die Schüler durch Simulationen von Ratssitzungen Politik authentisch erfahren zu lassen.

Seit dem 2. März 2012 besteht unter Betreuung des Dortmunder Schulamtes eine Lernpartnerschaft zwischen dem Stadtgymnasium und dem Unternehmen Continentale Krankenversicherung. Angehörige der Personalabteilung des Unternehmens sind in Unterrichtseinheiten und Projekte insbesondere zum Gegenstand Bewerbung eingebunden, wobei Schülerinnen und Schüler auch Training für Assessment-Center erhalten.

Im Jahr 2012 kritisierten Schüler des Stadtgymnasiums in einem offenen Brief an die Presse die Situation an der Schule, welche durch unzumutbaren Unterrichtsausfall infolge von Lehrermangel belastet sei.[2]

Schülerzeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rostra ist die Schülerzeitung des Stadtgymnasiums Dortmunds, die seit der Neuerrichtung der Schule nahezu regelmäßig veröffentlicht wird. Sie ist somit eine der ältesten Schülerzeitungen Deutschlands. Sie wird allein von Schülern geführt und verteilt und ist – im Unterschied zu vielen anderen Schülerzeitungen – kostenfrei. Die Auflage beträgt um die 1300 Exemplare. Aktuell wird die Rostra von 12 Autoren bearbeitet. Die Autoren wechseln aber von Ausgabe zu Ausgabe.

Die Geschichte der Rostra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rostra wurde Ostern 1949 gegründet. Der Zeitung, die sich zunächst „Das Stadtgymnasium“ nannte, wurde von den Lehrern nur eine kurze Lebensdauer prophezeit, zu viel an Kraft und Geduld schienen vonnöten, um in dem provisorischen Schulgebäude geregelten Unterricht durchzuführen, geschweige denn eine Schülerzeitung aufzubauen. Doch der Optimismus der damals sechsköpfigen Redaktion siegte, dem Pressebericht vom 30. Juni 1949, der das erstmalige Erscheinen dieser Zeitung ankündigte, folgten noch einige andere, die sich unter anderem mit der erfolgreichen Teilnahme an Schülerzeitungswettbewerben beschäftigten.

Nach einigen Namensänderungen wurde sie zuletzt in den 1970er Jahren in „ROSTRA“ umbenannt und behielt den Namen bis heute. Rostra hieß ein Rednerpult im alten Rom, zu dem niemandem der Zugang verwehrt wurde.

Besondere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde die Rostra von der Kulturstiftung der Provinzialversicherung zur besten Schülerzeitung Nordrhein-Westfalens gewählt. Zur Auswahl standen mehrere hundert andere Schülerzeitungen. Es gab als ersten Preis einen Scheck über 450 Euro. Im Jahr 2012 wurde der Rostra nochmals diese Auszeichnung verliehen.[3]

Mit dem Stadtgymnasium verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktoren [1][4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler und Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(In Klammern ist jeweils der Abiturjahrgang angegeben.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanswalter Dobbelmann, Jochen Löher (Hg.): 450 Jahre Stadtgymnasium Dortmund 1543–1993, Schriftenreihe des Westfälischen Schulmuseums Dortmund Band 2. Essen 1993
  • Theodor Mellmann: Das Archigymnasium in Dortmund: Eine geschichtliche Darstellung. Dortmund 1807
  • Stadtgymnasium Dortmund (Hg.), Hirschmann, Konopka, Wolf (Schriftltg.): 450 Jahre Stadtgymnasium Dortmund, Verlag Ruhfus GmbH, Dortmund, 1993
  • Rostra, Schülerzeitung am Stadtgymnasium Dortmund und am Käthe-Kollwitz-Gymnasium (Hg. Hermann Butzer), Sonderausgabe aus Anlaß der zwanzigsten Wiederkehr zur Eröffnung des neuen Stadtgymnasiums am 21. Dezember 1959, Erscheinungsdatum: 27. Oktober 1979 zum "Tag der offenen Tür" am StG

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadtgymnasium Dortmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Rostra, Sonderausgabe vom 27. Oktober 1979
  2. Prekäre Lage im Kollegium 14. September 2012.
  3. http://www.ruhrnachrichten.de/leben/beruf_und_bildung/ticker4u/art119617,1612131
  4. Festschrift 450 Jahre Stadtgymnasium, S. 398
  5. Genaugesehen hat Brockhaus kein Abitur gemacht, sondern vorzeitig abgebrochen, ist also nicht Absolvent im eigentlichen Sinne.
  6. Auch P. Lohmeyer ist nicht Absolvent im eigentlichen Sinne, sondern hat lediglich vier Jahre "am Gymnasium verbracht".
  7. Nach der Reichspogromnacht musste Ostwald als jüdischer Schüler die Schule verlassen, wenige Monate vor den Abiturprüfungen seines Jahrgangs.