Stefan Herheim

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Stefan Herheim (* 13. März 1970 in Oslo, Norwegen) ist ein norwegischer Opernregisseur, der an zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum, in Skandinavien, den Benelux- und den baltischen Staaten tätig ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herheim absolvierte eine Ausbildung als Cellist. Später sammelte er Regierfahrung an seinem eigenen Marionettentheater, bevor er von 1994 bis 1999 Opernregie in Hamburg bei Götz Friedrich studierte. Seine Abschlussarbeit dort war eine Inszenierung der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart.

Für seine Produktion von I puritani am Aalto-Theater in Essen 2002 erhielt Herheim den Götz-Friedrich-Preis. In den folgenden Jahren fiel er durch eine Reihe kontrovers diskutierter Arbeiten auf: Bei den Salzburger Festspielen mit Mozarts Entführung aus dem Serail (2003), mit Julius Caesar von Georg Friedrich Händel an Den Norske Opera in Oslo und La forza del destino in Berlin (2005), mit Wagners Rheingold an der Lettischen Nationaloper in Riga (2006), einem Don Giovanni in Essen (2007) und schließlich der gefeierten Inszenierung von Richard Wagners Parsifal bei den Bayreuther Festspielen (2008).

An der Staatsoper Berlin inszenierte er 2009 Lohengrin. 2010 war er Hauptregisseur an der Semperoper in Dresden. An der Nederlandse Opera in Amsterdam produzierte er 2011 Tschaikowskis Eugen Onegin, Dirigent war Mariss Jansons.

Dreimal wählte ihn die Zeitschrift Opernwelt zum Regisseur des Jahres. 2007 für den Essener Don Giovanni, für seine Regie des Parsifal bei den Bayreuther Festspielen 2008 und 2010 für seine Rosenkavalier-Inszenierung an der Staatsoper Stuttgart.

Ab 2020 wird Herheim an der Deutschen Oper Berlin Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen inszenieren. [1]

Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oper Ort Premiere Ausstattung
Zauberflöte Oldenburgisches Staatstheater 1999 B+K: Heike Scheele
Cosi fan tutte Tartu (Estland), Vanemuine Theater 2000 B: Stefan Herheim, K: Pille Jänes
Über Frauen – über Grenzen Münchner Biennale für neues Musiktheater 2000 B: Stefan Herheim, K: Irene Favre de Lucascaz
Falstaff Oldenburgisches Staatstheater 2000 B+K: Heike Scheele
Tannhäuser Landestheater Linz 2001 B + K: Kathrin Susan Brose
Marlowe – Der Jude von Malta Münchner Biennale für neues Musiktheater 2002 B+K: Jan A. Schroeder
Cosi fan tutte Folkoperan Stockholm 2002 B+K: Heike Scheele
I Puritani Essen, Aalto-Theater 2002 B: Dieter Richter, K: Renate Schmitzer
Die Entführung aus dem Serail Salzburger Festspiele 2003 B+K: Gottfried Pilz
Don Carlos Landestheater Linz 2003 B+K: Heike Scheele
Madame Butterfly Volksoper Wien 2004 B+K: Kathrin-Susann Brose
Giulio Cesare in Egitto Den Norske Opera, Oslo 2005 B+K: Heike Scheele
La Forza del Destino Staatsoper Unter den Linden, Berlin 2005 B+K: Thomas Schuster
Das Rheingold Lettische Nationaloper, Riga/Koproduktion mit dem Bergen Festival 2006 B+K: Heike Scheele
Carmen Oper Graz 2006 B+K: Heike Scheele
Don Giovanni Aalto-Theater, Essen 2007 B+K: Thomas Schuster
Parsifal Bayreuther Festspiele 2008 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Rusalka Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel 2008 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Lohengrin Staatsoper Unter den Linden, Berlin 2009 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Der Rosenkavalier Stuttgart, Staatsoper 2009 B: Rebecca Ringst, K: Gesine Völlm
Rusalka Oper Graz (aus Brüssel) 2009 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Tannhäuser Den Norske Opera, Oslo 2010 B+K: Heike Scheele
Lulu Kopenhagen, Det Kongelige Theater 2010 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Rusalka Dresden, Semperoper (aus Brüssel) 2010 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Lulu Oslo, Den Norske Opera (aus Kopenhagen) 2011 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Salome Salzburg, Osterfestspiele 2011 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Eugen Onegin Amsterdam, De Nederlandse Opera 2011 B: Philipp Fürhofer, K: Gesine Völlm
La Bohème Oslo, Den Norske Opera 2012 B+K: Heike Scheele[2]
Lulu Semperoper, Dresden (aus Kopenhagen) 2012 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm[3]
Xerxes Komische Oper Berlin 2012 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Manon Lescaut Oper Graz 2012 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Xerxes Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein (aus Berlin) 2013 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Manon Lescaut Dresden, Semperoper (aus Graz) 2012 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Salome Den Norske Opera, Oslo (aus Salzburg) 2013 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Die Meistersinger von Nürnberg Salzburger Festspiele 2013 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Rusalka Gran Teatre del Liceu, Barcelona (aus Brüssel) 2013 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Les Vêpres siciliennes Royal Opera House, Berlin 2013 [4] B: Philipp Fürhofer, K: Gesine Völlm
Rusalka Opéra de Lyon (aus Brüssel) 2014 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Les Vêpres siciliennes Kopenhagen, Det Kongelige Teater (aus London) 2014 B: Philipp Fürhofer, K: Gesine Völlm
Xerxes Graz, Oper (aus Berlin) 2014 B: Heike Scheele, K: Gesine Völlm
Les contes d'Hoffmann Bregenzer Festspiele 2015 B: Christof Hetzer, K: Esther Bialas
Le nozze di Figaro Hamburgische Staatsoper 2015 B: Christof Hetzer, K: Gesine Völlm

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kulturradio.de/nachrichten/2015/03/Deutsche-Oper-Berlin-plant-neuen-Ring-des-Nibelungen.htmlKulturradio
  2. Der Tod und das Mädchen das zweimal stirbt in: FAZ vom 27. Januar 2012, Seite 36
  3. Neuer Akt mit altem Flittchen in: FAZ vom 7. Februar 2012, Seite 29
  4. Dreimal um die Bildungsbürgerecke in FAZ vom 1. November 2013, Seite 36