Stefan Kolditz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Stefan Kolditz (* 1956 in Kleinmachnow) ist ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Kolditz ist der Sohn des erfolgreichen DEFA-Filmregisseurs Gottfried Kolditz. Nach erfolgreichem Abitur leistete Kolditz seinen Wehrdienst in den Grenztruppen der DDR ab. Im Jahr 1987 beendete er das Studium der Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo Kolditz drei Jahre später auch (zum Thema Der deutsche Stummfilm von 1895 bis 1913. Untersuchung zur Veränderung von Wahrnehmensweisen[1]) promoviert wurde. Hier wirkte er auch als Dozent ebenso wie an Filmhochschulen in Ludwigsburg, Hamburg und Berlin. Nebenbei arbeitete er auch als Dramaturg am Theater, wo er schon bald auch eigene Werke verfasste. Sein Erstlingswerk Eva – Hitlers Geliebte, welches 1996 mit Corinna Harfouch am Berliner Ensemble uraufgeführt wurde, konnte in Kritikerkreisen durchaus überzeugen.

Darüber hinaus verfasst er seit Mitte der 1980er Jahre Drehbücher für Film- und Fernsehproduktionen. Das Filmskript zu Michael Kanns Komödie Die Entfernung zwischen Dir und mir und ihr brachte ihm 1988 auf dem 5. Nationalen Spielfilmfestival der DDR den Drehbuchpreis ein. Auch stammen mehrere Episoden der Kriminalreihen Tatort und Polizeiruf 110 aus seiner Feder, bei denen er mit Fernsehproduzent Thomas Wilkening zusammenarbeitete. Große Beachtung fand die Fernsehproduktion An die Grenze (2007), in der Kolditz die eigenen Erfahrungen bei den Grenztruppen (unter anderem die Erschießung zweier Grenzer durch den NVA-Deserteur Werner Weinhold Ende 1975) verarbeitete.[2] Zudem schrieb er für zwei im ZDF ausgestrahlte teamWorx-Mehrteiler das Drehbuch: Dresden (2006), über Alltag und Untergang der Elbestadt 1945, und Unsere Mütter, unsere Väter (2013). Für den Fernsehfilm Die Frau von früher (2013), der auf dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig beruht, schrieb Kolditz zusammen mit Schimmelpfennig das Drehbuch. In seinem Drehbuch zur Neuverfilmung von 2015 von Nackt unter Wölfen wird erneut die historische Tatsache verschwiegen, dass anstelle des geretteten dreijährigen jüdischen Jungen der 16-jährige Sinto Willy Blum sterben musste.[3][4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regine Sylvester: Stefan Kolditz: Der Kopf, aus dem die Bilder kommen. In: fr-online.de. 13. März 2013, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  2. Jetzt gibt's was auf die Fresse. Autor Stefan Kolditz gilt in der TV-Branche als Experte für Zeitgeschichte. Berliner Zeitung, 29. Oktober 2007
  3. Frank I. Aures: Die Legende vom Lagerkind, Gespräch mit Stefan Kolditz zur Neuverfilmung von Nackt unter Wölfen, tvtoday.de, abgerufen am 3. April 2015
  4. Zentralrat der Sinti und Roma erhebt Vorwürfe gegen ARD (Memento vom 2. April 2015 im Webarchiv archive.today), Deutschlandfunk, 2. April 2015.