Corinna Harfouch

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Corinna Harfouch auf dem roten Teppich der Berlinale (Februar 2017)

Corinna Harfouch (* 16. Oktober 1954 als Corinna Meffert in Suhl, DDR) ist eine deutsche Schauspielerin und Charakterdarstellerin. Sie wurde für ihre Theater- und Filmarbeiten vielfach ausgezeichnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corinna Harfouch ist die Tochter von Marianne Meffert, geb. Kleber und von Wolfgang Meffert, einem Lehrer. Sie besuchte von 1961 bis 1973 die Schule in Großenhain. Am Pioniertheater „Natalia Saz“ erwarb sie erste schauspielerische Fertigkeiten. An der Erweiterten Oberschule machte sie ihr Abitur. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester begann sie 1976 an der Technischen Universität Dresden ein Studium zur Textilingenieurin.

Harfouch studierte von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Berlin[1] und war Meisterschülerin bei Vera Oelschlegel im Theater im Palast (TiP).

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corinna Harfouch war in erster Ehe mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat.[2] Aus ihrer Beziehung mit dem Musiker Stefan Maaß entstammt der Komponist und Schauspieler Johannes Gwisdek (* 1980).[2][3] Von 1985 bis 2007 war sie mit dem Schauspielkollegen Michael Gwisdek verheiratet.[2] Aus dieser Ehe ging der Schauspieler und Musiker Robert Gwisdek (* 1984) hervor.[2] Zwischenzeitlich war Harfouch mit Bernd Eichinger liiert; heute lebt sie mit dem Schauspieler Wolfgang Krause Zwieback zusammen in Brandenburg.[4][5][6][7] Ihre Schwester ist die Schauspielerin Catherine Stoyan.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harfouch spielte noch während ihrer Schauspielausbildung am Theater. Ihren größten Bühnenerfolg in der DDR hatte sie als Lady Macbeth unter der Regie von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin. Nach der Wende war sie zunächst am Deutschen Theater in Berlin, wechselte aber zur Volksbühne, wo sie eine der wichtigsten Protagonistinnen des Intendanten Frank Castorf wurde. Aufsehenerregend war ihre Interpretation des Generals Harras in Des Teufels General von Carl Zuckmayer. Für diese Rolle wurde sie 1997 von den deutschen Kritikern zur Schauspielerin des Jahres gewählt.

An der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz spielte sie die Titelrolle in Phaidras Liebe von Sarah Kane, in der Regie von Christina Paulhofer. Außerdem spielte sie seit November 2004 zusammen mit Ulrich Matthes am Deutschen Theater (DT) Berlin die Rolle der Martha in Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? in der Regie von Jürgen Gosch.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Filmdebüt gab Harfouch unter der Regie von Klaus Gendries als Schwester Erika in dem Fernsehfilm Verlobung in Hullerbusch. Es folgten weitere kleinere Rollen Film und Fernsehen, wie etwa 1987 in Hark Bohms Der kleine Staatsanwalt, wo sie an der Seite ihres späteren Ehemanns Michael Gwisdek spielte. Ihre erste größere Rolle hatte sie 1988 in der Titelrolle der Maria Rheine in dem Spielfilm Die Schauspielerin, in welchem sie eine Theaterschauspielerin, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verkleidet, um ihren Geliebten nicht zu verlieren, darstellte. Im selben Jahr war sie unter der Regie von Michael Gwisdek an der Seite von Hermann Beyer in Treffen in Travers als Gattin eines Revolutionärs zu sehen. Ihre Kinder Johannes und Robert Gwisdek spielen in dem Film zwei Dorfjungen. Für beide letztgenannten Rollen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Im wiedervereinigten Deutschland spielte sie u. a. in Joseph Vilsmaiers Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen. In Sherry Hormanns Filmkomödie Irren ist männlich war sie 1996 als Ehefrau des zeugungsunfähigen Anwalts Thomas Neumann an der Seite von Herbert Knaup und Natalia Wörner zu sehen. Dem deutschen Fernsehpublikum wurde sie 2002 durch ihre Verkörperung der in den 1960er Jahren wegen Mordes verurteilten Titelfigur des dokumentarischen Spielfilms Vera Brühne bekannt. Ihre Darstellung der Hexe Rabia von Katzenstein in dem Kinderfilm Bibi Blocksberg brachte ihr 2003 den Deutschen Filmpreis ein. 2004 übernahm sie die Rolle in der Filmfortsetzung Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen erneut. In Bernd Eichingers Kinofilm Der Untergang spielte sie 2004 die Rolle der Magda Goebbels, die ihre eigenen Kinder vergiftete. 2005 verkörperte sie in Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová. 2006 war sie in Tom Tykwers Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders in der Rolle der Madame Arnulfi zu sehen. 2012 stand sie für die Krimikomödie Schmidt & Schwarz als Kriminalkommissarin Carolin Schwarz gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mann Michael Gwisdek vor der Kamera. In dem deutsch-tschechischen Fernsehfilm Kranke Geschäfte übernahm sie 2020 die Rolle der Ärztin Dr. Sigurd, die sich an Medikamentenstudien, die von westlichen Pharmafirmen mit DDR-Bürgern als Probanden gegen erhebliche Devisen-Zahlungen an den DDR-Staat durchgeführt wurden, beteiligt.

Von 2022 an soll sie als Nachfolgerin von Meret Becker zur festen Besetzung des Berliner Tatorts gehören.[8]

Corinna Harfouch gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. 2019 gründete Harfouch gemeinsam mit dem deutschen Literaturwissenschaftler Erdmut Wizisla einen Theaterverein in Klandorf in Potsam; dessen Räumlichkeiten sind in einer einstigen Dorfgaststätte und sollen dem Ort in kultureller Hinsicht Bereicherung verschaffen.

Theatrografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stern von Harfouch auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Corinna Harfouch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schauspielerin Corinna Harfouch - „Auf der Bühne fühle ich mich sicher“. Deutschlandfunk Kultur, 5. Dezember 2018, abgerufen am 6. November 2019.
  2. a b c d CORINNA HARFOUCH. In: welt.de vom 22. Januar 2008. Abgerufen am 22. Oktober 2020.
  3. Michael Schacht: Erstmals spricht der Kino-Star Michael Gwisdek über sein größtes Familiengeheimnis: Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: bild.de vom 4. Februar 2011. Abgerufen am 22. Oktober 2020.
  4. Exklusiv in der B.Z. erklärt der neue Freund von Corinna Harfouch ihr neues Glück. In: B.Z., 16. Dezember 2004.
  5. Schön spröde: Die Schauspielerin Corinna Harfouch. In: Brigitte Woman, 21. Juni 2012.
  6. Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: Bild, 4. Februar 2011.
  7. Michael Kötz: Laudation auf Corinna Harfouch, 11. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein 2015, 1. Juli 2015
  8. Corinna Harfouch wird neue "Tatort"-Kommissarin in Berlin. Abgerufen am 29. März 2020.
  9. Helmut Bez/Rainer Simon: Wengler & Söhne. Eine Legende, Filmdrehbuch nach einem Szenarium von Helmut Bez, Berlin 1988, S. 164.
  10. Schwarze Spiegel. BR Hörspiel Pool
  11. Farin, Nr. 989, Aichach - Vera Brühne Mitschnitte. BR Hörspiel Pool