Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie

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Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie

(NRD)

Rechtsform: Verein mit Rechten einer juristischen Person durch landesherrlichen Erlass vom 18. Dezember 1899
Zweck: Förderung der Behindertenhilfe, der Berufsbildung, der Jugend- und Altenhilfe und des Wohlfahrtswesens
Vorsitz: Vorstand
  • Christian Fuhrmann
  • Brigitte Walz-Kelbel
Bestehen: 1898
Bilanzsumme: 139.712.000 €[1]
Mitarbeiterzahl: Insgesamt über 2.300* 2.272 MA, davon 1.518 Vollzeitstellen* 148 Berufspraktikanten, FSJler und Bundesfreiwillige* 142 Ehrenamtliche* 158 sonstige Praktikanten
Sitz: Mühltal
Website: www.nrd.de

kein Stifter angegeben

Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) ist eine diakonische Einrichtung Förderung der Behindertenhilfe, der Berufsbildung, der Jugend- und Altenhilfe und des Wohlfahrtswesens. Sie betreut Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung mit vielfältigen Leistungen, die von individuellen Wohnformen über Bildung und Qualifizierung bis hin zu Arbeitsplätzen sowohl in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) als auch in Unternehmen der regionalen Wirtschaft reichen. Auch die therapeutische Begleitung von Menschen mit Behinderung, Angebote zu ihrer Tages- und Freizeitgestaltung, die Gastbetreuung im Rahmen einer Verhinderungspflege und vieles mehr zählen zu ihren Schwerpunkten. Der Hauptsitz der Stiftung befindet sich in Mühltal-Nieder-Ramstadt. Die Stiftung ist Mitglied in der Diakonie Hessen – Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e. V. und dadurch zugleich unmittelbar dem Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. als anerkanntem Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Mit rund 2.300 Mitarbeitern ist sie einer der größten Arbeitgeber in Südhessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1898 gründete der evangelische Pfarrer Christian Wilhelm Anton Stromberger in Nieder-Ramstadt die Anstalt für Epileptische in Hessen, im folgenden Jahr wurden die ersten großen Häuser, getrennt für Frauen und Männer, gebaut. 1909 wurde ein ausgedehntes Mühlengelände erworben und als Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Ab 1910 wurden Kinder mit Körperbehinderung aufgenommen und zunächst in einer Baracke, später im Elisabeth-Haus an der Dornwegshöhstraße untergebracht. 1928 wurde neues Gebäude als Wohn- und Ausbildungshaus für körperbehinderte junge Männer errichtet, vier Jahre später, im Jahr 1932 wurde das Rettungshaus für Jugendliche im rheinhessischen Jugenheim übernommen und unter dem späteren Namen Franz-Josef-Helferich-Haus zum Wohnheim für Menschen mit Behinderung umfunktioniert. In den Jahren 1935/1936 wurde die Anstalt mit den Neubauten des Hauses Magdala für Frauen und einer Kapelle, später Lazaruskirche genannt, erweitert. Ab dem Jahr 1937 fielen die damaligen Nieder-Ramstädter-Anstalten (ab 1939: Nieder-Ramstädter Heime) zunehmend unter den Einfluss der Nationalsozialisten, 1941 wurde ein NS-Staatskommissar als Leiter eingesetzt, der Leitende Pfarrer Otto Schneider wurde zunächst in Haft genommen und erhielt dann Zutrittsverbot für das Heimgelände. Im Rahmen der Euthanasie-Aktion wurden – wie überall in Deutschland alle behinderten Menschen in Heimen durch Meldebögen erfasst. Ärzte in Berlin entscheiden danach, ob die Menschen noch arbeitstauglich waren oder als unwertes Leben zu töten waren. Rund 600 Menschen wurden nach und nach aus den Nieder-Ramstädter Heimen in staatliche Anstalten verlegt und von dort in Tötungsanstalten gebracht, davon wurden 450 Menschen aus Nieder-Ramstadt nachweislich ermordet.

Nach Kriegsende im Jahr 1945 wurde die selbstständige Arbeit durch die Nieder-Ramstädter Heime wieder aufgenommen. Es wurden überwiegend alte und chronisch kranke Menschen oder Patienten aus den umliegenden Krankenhäusern betreut, nur wenige Menschen mit geistiger Behinderung hatten die NS-Zeit überlebt und wohnten noch in Nieder-Ramstadt. Durch die Aufnahme von Kindern mit geistiger Behinderung und die Eröffnung des Kinder- und Jugendhauses im Jahr 1950 kamen die Nieder-Ramstädter Heime wieder stärker an ihren ursprünglichen Auftrag, der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung, nahe. 1962 wurde die Lazarus-Kirchengemeinde auf dem Gelände der Nieder-Ramstädter Heime etabliert und 1969 Wichernschule als Schule für Praktisch Bildbare eröffnet. 1982 konnte das Haus Arche in Nieder-Ramstadt bezogen werden. Mit der Einweihung der Mühltal-Werkstätten im Jahr 1984 konnte erstmals eine Tagesbetreuung (die heutigen Tagesstätten) für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung keine Werkstatt besuchen können, geschaffen werden. 1996 entstanden die ersten ambulanten Angebote, die in der Folgezeit zum Familienunterstützenden Dienst immer weiter ausgebaut wurden. 1997 wurde das erste Wohnhaus für sechs Menschen mit Autismus eingerichtet, gleichzeitig nahm in Wörrstadt die Rheinhessen-Werkstatt die Arbeit auf, die 2009 nochmals deutlich erweitert neunzig Beschäftigten und zwanzig Mitarbeiter verzeichnen konnte. Schon ein Jahr später, 1998, erfolgte die Einweihung der Einrichtung in Wallertheim/Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1999 war die Einweihung der Mühltal-Werkstatt 2 in Nieder-Ramstadt, das Unternehmen hieß nun Nieder-Ramstädter Diakonie.

Das 100-jährige Bestehen der Nieder-Ramstädter Diakonie wurde im Jahr 2000 mit einem großen Fest gefeiert. Sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs widmete man mitten auf ihrem Gelände ein Mahnmal, das an die in der NS-Zeit deportierten und ermordeten Menschen erinnert. Die Namen aller Verschleppten werden in Form der früheren Transportlisten in einem Buch gebunden, das seither seinen Platz in der Lazaruskirche hat. Im neuen Jahrtausend wurden die Pläne zur Regionalisierung umgesetzt und schrittweise Wohn-, Betreuungs-, und Beratungsangebote an bestehenden und neuen Standorten in Hessen und Rheinland-Pfalz ausführt. Die Eröffnung der Frühförder- und Beratungsstelle in Groß-Gerau im Jahr 2004 ging zeitlich mit der Einführung verbindlicher, einrichtungsweit geltender Qualitäts-Standards, dem GBM-Verfahren[2] einher.

Mit der Satzungsänderung im Jahr 2010 erfolgte Umwandlung in den Stiftungsverein Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie, dessen erstes Ziel eine Umgestaltung des Kerngeländes in Mühltal in Richtung eines integrativen Ortsteils mit Mischnutzung war. In diesem Jahr konnten auf dem Weltkongress Inklusion in Berlin die siebzehn Standorte präsentiert werden, in denen 2750 Menschen mit Behinderung betreut wurden. 2012 erfolgte die Gründung der NRD Betrieb GmbH mit der Schaffung von Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt, im gleichen Jahr war die Gründung der NRD Altenhilfe GmbH als Anbieter stationärer Pflege für Senioren und des Projekts „NeuLand“ in Jugenheim. Am 1. August 2013 eröffnete das Haus am Fliednerplatz als erste Mühltaler Pflegeeinrichtung mit vierundzwanzig Plätzen.

Betreuungsangebot der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach der NRD werden derzeit (Stand: 2015) vierzig Standorte mit fast 4000 Betreuungsplätzen unterhalten.[3]

  • 974 Stationäre Plätze in der Behinderten- und Jugendhilfe
  • 865 Beschäftigte in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • 494 Plätze in Tagesstätten
  • 423 Klienten des Familienunterstützenden Dienstes
  • 327 Kinder besuchen eine Kita, einen Hort, eine Tagesgruppe oder eine Nachmittagsbetreuung der NRD in der Behindert
  • 219 Kinder und ihre Familien erhalten ein Frühförderangebot
  • 213 Klienten nehmen Beratungen durch die Unterstützte Kommunikation in Anspruch
  • 208 Klienten nehmen Leistungen des Ambulanten Wohnens der Behinderten- und Jugendhilfe wahr
  • 130 Kinder besuchen die Förderschule der NRD
  • 112 Klienten nehmen Ambulante Dienstleistungen der Jugendhilfe in Anspruch

Standorte der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bensheim, Otto-Beck-Straße
  2. Darmstadt, Binger Straße 13
  3. Darmstadt, Heidelberger Landstraße 306
  4. Darmstadt, Heidelberger Straße 121
  5. Darmstadt, Klausenburger Straße
  6. Darmstadt, Paul-Wagner-Straße
  7. Dieburg, Auf der Leer
  8. Erbach, Am Brühl
  9. Erbach, Erlenhof (im Bau)
  10. Friedrichsdorf, Plantation
  11. Friedrichsdorf, Taunusstraße
  12. Groß-Bieberau, Im Falltor
  13. Groß-Gerau, An der Kapelle
  14. Groß-Gerau, August-Bebel-Straße
  15. Jugenheim, Bahnhofstraße
  16. Lampertheim, Falterweg
  17. Mainz, Münchfeld
  18. Michelstadt, Obere Pfarrgasse
  19. Mörfelden-Walldorf, Ludwig-Richter-Weg
  20. Mühltal, Bergstraße
  21. Mühltal, Bodelschwinghweg 2
  22. Mühltal, Bodelschwinghweg 4
  23. Mühltal, Haus Abendfrieden
  24. Mühltal, Haus Arche
  25. Mühltal, Haus Eben-Ezer
  26. Mühltal, Haus Magdala
  27. Mühltal, Haus Pulvermühle
  28. Mühltal, NRD Altenhilfe GmbH
  29. Mühltal, Sonnenhof
  30. Ober-Ramstadt, Falconstraße
  31. Ober-Ramstadt, Hundertwasserallee
  32. Offenbach, Mathildenstraße
  33. Pfungstadt, Wormser Straße
  34. Reinheim, Georgenstraße
  35. Reinheim, Magdeburger Straße
  36. Seeheim-Jugenheim, Am Grundweg
  37. Seeheim-Jugenheim, Beethovenring
  38. Überau, Wilhelm-Leuschner-Straße
  39. Wallertheim, Auf der Benn
  40. Wörrstadt, Am Krag
  41. Zwingenberg, Bahnhofstraße

Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Werkstätten der NRD in Hessen, Mühltal-Werkstätten und Dieburger Werkstätten, mit Sitz in Mühltal, und der Werkstatt der NRD in Rheinland-Pfalz, Rheinhessenwerkstatt, mit Sitz in Wörrstadt, sind körperlich und geistig behinderte Menschen in folgenden Sparten beschäftigt:[4]

  • Arbeiten in Betrieben

In Praktika sowie ausgelagerten Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen werden Menschen mit Behinderung in den regulären Arbeitsmarkt integriert. Die NRD begleitet die Unternehmen mit Informationen über Arbeitsplatzgestaltung, flexible Arbeitszeitmodelle, Fördermöglichkeiten und arbeitsplatzspezifische Qualifizierung. Erfolgreiche Kooperationen der Rheinhessen-Werkstatt gibt es bereits mit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dem DRK Krankenhaus Alzey, der Firma juwi in Wörrstadt und dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben Mainz e.V.[5]

  • Briefmarken

Verkauf von Briefmarken an Händler und Briefmarkensammler in verschiedenen Sortierungen, von der Einzelmarke bis hin zur kompletten Sammlung

  • Digitalisierung

Erstellung digitaler Archive durch Einscannen von Dokumenten aller Art

  • Bürodienstleistungen
    • Mailing: Datenerfassung, Erstellen von Serienbriefen, Konfektionierung von Prospekten, Handbüchern und Flyern, Kuvertieren/Adressieren
    • Datenverarbeitung: Tabellenerfassung
    • Binden: Ringbindung, Laminieren, Drucken und Kopieren
    • Layout: Erstellung von saisonalen, kreativen Grußkarten in Kleinserien
  • Elektromontage

Ablängen von Rundkabeln, Abisolieren von allen gängigen Einzeldrähten und Litzen, Platinen bestücken und verlöten, Konfektionieren von Schaltkästen und Kabeln wie das Umspulen auf Verpackungseinheiten, Löten von Steckern und Buchsen. Crimpen und Verpressen von Aderendhülsen, Stoßverbindern, Quetschkabelschuhen, Koaxialsteckern. Montage von Steckern, Kupplungen, Bausätzen.

  • Elektroprüfung

Die nach EU-Richtlinien vorgeschriebene fachgerechte Überprüfung ortsveränderlicher Elektrokleingeräte nach BGV A3

  • Gartenbau und Landschaftspflege, Grün und Garten, Gärtnerei

Pflege von Außenanlagen in Gewerbebetrieben und Privatgärten (mähen, düngen und vertikutieren, Hecken- und Sträucherschnitt, Rabattenpflege), Brenn- und Anzündholz, Eigenprodukte: Bauernsträuße, Eier und Gemüse, Weihnachtsbaumverkauf, Produktionsgärtnerei für den Mühltaler Gartenmarkt

  • Küche und Kantine

Versorgung der Werkstätten durch Bewirtung, Vorbereitung und Ausgabe von Frühstück und Mittagessen, Hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Spülen, Reinigungsarbeiten, Befüllen der Getränkeautomaten und Kaffeekochen, Belieferung von Schulen der Region. Party- und Catering-Service für Betriebs-, Familien- und Hochzeitsfeiern

  • Landwirtschaft

Der Sonnenhof produziert auf 160 Hektar Ackerfläche Getreide, 200 Tonnen Schälkartoffeln, Ackerbohnen, Futter für die Milchviehherde sowie 610.000 Liter Milch für Großküchen, gastronomische Betriebe und Einzelhandelsunternehmen, als Bio-Betrieb nach EG-Öko-Verordnung.

  • Metallwerkstatt

Fertigung von Frästeilen, präzises und gratarmes Sägen und Trennen von vergütetem Stahl, NE-Metallen usw., Sägen von schwer zerspanbaren Werkstoffen, Entgratung und Montage

  • Montage und Verpackung

Montieren und Verpacken zugelieferter Roh- und Fertigware, Kommissionieren, Sortieren und Abzählen, Stecken und Pressen, Eintüten und Etikettieren, mit Fertigungs- und Funktionskontrolle

  • Reinigungsservice

Der Reinigungsservice der NRD führt alle Arbeiten der Gebäudereinigung-, Grundreinigungs- und Unterhaltseinigungen durch, darunter auch Endreinigung nach einer Bau- und Sanierungsphase, Teppich- und Polsterreinigung, Vertretung hauswirtschaftlicher Mitarbeiter/-innen im Wohnbereich, Hygienebegehungen.

  • Schreinerei

Massivholzbearbeitung, Kisten/Kästen, Nist- und Brutkästen, Holzdeko, Bienenkästen, Infotafeln, Holzbriketts.

Moderne Werbemittelgestaltung mit indirekten Tiefdruckverfahren für Produkte aus Kunststoff, Holz, Keramik oder Metall, vor allem strukturierte Oberflächen, Vertiefungen und komplex geformten Werbemitteln. In den Dieburger Werkstätten werden Motivtassen im Sublimationsdruck

  • Textilverarbeitung

Änderungsschneiderei und Second-Hand-Shop in Nieder-Ramstadt. Verarbeitung von gespendeten Textilien, für die eine anderweitige Nutzung nicht mehr möglich ist, werden zu Einwegputzlappen.

  • Ultraschall-Schweißen

Verschweißen thermoplastischer Werkstoffe per Ultraschall mit Verbindung von Kunststoff-Komponenten für Produkte aus Kosmetik-, Labor- und Medizinbereichen

Tochterunternehmen der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NRD Altenhilfe GmbH, Mühltal[6]

Eigenständige Tochter der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie für Hilfe im Alter mit unterschiedlichen ambulanten und stationären Unterstützungsformen, wie ambulanter Pflegedienst, Tagespflege- und Kurzzeitplätze zur Unterstützung von zu Hause lebenden Menschen und ihren Angehörigen sowie einer Einrichtung mit stationären Plätzen im Hausgemeinschaftsmodell.

  • NRD Betrieb GmbH, Mühltal[7]

Zur Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen am allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung unter dem Gedanken der Integration in der Arbeitswelt wurde 2012 die NRD Betrieb GmbH als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie gegründet. Aktuelle Unternehmungen sind das Café Arkade, Darmstadt, Rheinstraße, und der Mühltaler Gartenmarkt, Mühltal, Rheinstraße.

  • NRD Immobilien GmbH, Mühltal[8]

Eigenständige Tochter der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie für den An- und Verkauf, Bau, Vermietung und Verwaltung von Immobilien und Grundstücken für die Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe

Der Verband der evangelischen weiblichen Jugend in Hessen erwarb 1926 das Anwesen der Gärtnerinnen-Lehranstalt in Zwingenberg auf der Orbishöhe und baute die Villa zu einem Erholungsheim und Tagungsstätte um. 1957 begann man mit der Förderung von Spätaussiedlerkindern, bis zu 50 Kinder aus den Ländern Osteuropas lebten im Haus und wurde dort unterrichtet. Später stand die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus den Krisengebieten der Welt im Mittelpunkt. Seit dem 01. Januar 2006 ist die NRD Orbishöhe als gemeinnützige GmbH mit Sitz in Zwingenberg an der Bergstraße eine Tochtergesellschaft der Nieder-Ramstädter Diakonie und Mitglied in der Diakonie Hessen. In den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwald bieten rund zweihundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pädagogische Hilfen für rund zweihundertfünfzig junge Menschen und ihre Familien an. Das Spektrum reicht von stationären und Familienwohngruppen über Tagesgruppen bis hin zu flexiblen Angeboten aller Art im ambulanten Bereich sowie Hilfen zur schulischen und beruflichen Integration. Seit dem 01. Januar 2014 sind auch drei Kindertagesstätten in Mühltal, Ober-Ramstadt und Dieburg in Trägerschaft der Orbishöhe.

  • Mission Leben – Lernen GmbH[10]

Mission Leben – Lernen gGmbH ist ein im Jahr 2008 gegründete diakonischer Bildungsträger für soziale Berufe mit Schwerpunkten auf Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege und der Heilerziehungspflege, eine Fachschule für Sozialwirtschaft in der Fachrichtung Heilerziehungspflege, mit Sitz in Darmstadt. Gesellschafter sind zu 20 % die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) in Mühltal, der Evangelische Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM) in Wiesbaden und die Mission Leben gGmbH in Darmstadt.

Weitere Projekte der NRD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gewerbepark Ruckelshausen – Gewerbegebiet in Nieder-Ramstadt

In Mühltal – Nieder-Ramstadt entsteht seit 2015 auf 13,5 Hektar mit elf Hektar Bauland das neue Gewerbegebiet Auf Ruckelshausen. Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie ist Entwicklerin des Gewerbeparks Ruckelshausen und Eigentümerin der Grundstücke.[11]

  • Bewegungsbad

Im Nieder-Ramstädter Bewegungsbad werden Babyschwimm-, Frühschwimm- und Kinderschwimmkurse, sowie therapeutisch Aquafitnessprogramme angeboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Gunkel: Geschichte der Nieder-Ramstädter Heime der Inneren Mission. Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung, Darmstadt 1996, ISBN 978-3-930061-31-0.
  • Hermann Gunkel: Vom Missions-Verein zur Rheinhessen-Diakonie: Die Entwicklung von Pfarrer Franz Joseph Helferich (1806-1881). Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung, Darmstadt 2004, ISBN 978-3-931849-17-7.
  • Kathrin Benz, Annemarie Bolender, Marlene Broeckers, Dirk Tritzschak: Aussortiert – Leben ausserhalb der Gesellschaft. Nieder-Ramstädter Diakonie, Mühltal 2014, ISBN 978-3-00-044711-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie Stiftungsverein, Jahresbericht 2015, Druckerei Zeller, Mühltal, 2015
  2. Frietsch, Silke: Stand der Einführung des GBM-Behindertenhilfeassistenten in der Nieder-Ramstädter Diakonie/Mühltal. Workshoppräsentation zum 8. internationalen GBM-Anwendertreffen, 2004, in Brandenburg, S. 14 Download, (Stand: 26. Dezember 2016)
  3. NRD Altenhilfe GmbH: Im Herzen der Gemeinde. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  4. Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM). Abgerufen am 26. Dezember 2016.
  5. Rheinhessen-Werkstatt: Arbeitsplätze in Betrieben. Abgerufen am 26. Dezember 2016.
  6. NRD Altenhilfe GmbH: Im Herzen der Gemeinde. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  7. NRD Betrieb GmbH: NRD Betrieb GmbH. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  8. NRD: Tochterunternehmen der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  9. NRD Orbishöhe GmbH: Geschichte der Orbishöhe. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  10. Wer ist die Mission Leben – Lernen gGmbH? Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  11. Umweltplanung Bullermann Schneble: Gewerbepark Ruckelshausen. Abgerufen am 26. Dezember 2016.