Wallertheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Wallertheim
Wallertheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Wallertheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 50′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 8,1 km2
Einwohner: 1732 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55578
Vorwahl: 06732
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 068
Adresse der Verbandsverwaltung: Zum Römergrund 2–6
55286 Wörrstadt
Webpräsenz: www.wallertheim.de
Ortsbürgermeisterin: Karla Martin (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Wallertheim im Landkreis Alzey-Worms
GimbsheimHamm am RheinEich (Rheinhessen)AlsheimMettenheimOsthofenBechtheimDittelsheim-HeßlochFrettenheimWesthofenMonzernheimGundheimBermersheimGundersheimHangen-WeisheimHochbornOffsteinHohen-SülzenMonsheimWachenheim (Pfrimm)MölsheimFlörsheim-DalsheimMörstadtWendelsheimStein-BockenheimWonsheimWonsheimSiefersheimWöllsteinGau-BickelheimGumbsheimEckelsheimGau-WeinheimVendersheimWallertheimPartenheimSaulheimUdenheimSchornsheimGabsheimWörrstadtSulzheim (Rheinhessen)SpiesheimEnsheimArmsheimFlonheimErbes-BüdesheimNackNieder-WiesenBechenheimOffenheimBornheim (Rheinhessen)LonsheimBermersheim vor der HöheAlbigBiebelnheimBechtolsheimGau-OdernheimFramersheimGau-HeppenheimAlzeyOber-FlörsheimFlombornEppelsheimDintesheimEsselbornMauchenheimFreimersheim (Rheinhessen)WahlheimKettenheimHessenMainzLandkreis Mainz-BingenWormsRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Wallertheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wörrstadt an.

Bekannt wurde Wallertheim durch archäologische Funde aus der Steinzeit und Keltenzeit. Aus der Steinzeit stammen die Jagdbeutereste von Neandertalern, die Wisente gejagt hatten. [2] Im Mainzer Landesmuseum befindet sich das keltische Wallertheimer Hündchen, ein etwa 2 cm langes, gläsernes Hündchen, das eine Grabbeigabe eines Kindes war.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbaugemeinde Wallertheim liegt im größten Weinbau treibenden Landkreis Deutschlands und mitten im Weinanbaugebiet Rheinhessen. Die Nachbargemeinden sind Gau-Weinheim, Sulzheim, Armsheim, Vendersheim und Gau-Bickelheim. Die Kreisstadt Alzey liegt ca. 10 Kilometer südöstlich der Gemeinde.

Wallertheim liegt am Fuße des Wißberg. Durch den Ort fließt der Wiesbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallertheim wurde 1250 erstmals urkundlich erwähnt.

Zu Anfang des Nationalsozialismus wohnten noch 36 Juden in Wallertheim. Dann setzte die Judenverfolgung ein. Die Willkürmaßnahmen verstärkten sich mit der Zeit und fanden einen vorläufigen Höhepunkt bei den Novemberpogromen. Die Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde dabei am 8. November 1938 geschändet und in Brand gesteckt. Das Feuer wurde gelöscht oder verlöschte von selbst. Es wurden auch Häuser von Juden zertrümmert und Gewaltakte gegen Personen verübt. So wurde der 94-jährige Abraham Mann während der Zerstörungsaktionen so schwer am Kopf verletzt, dass er zwei Wochen später starb. Die Schuldigen konnten nach 1945 nicht ermittelt werden. [3] Von den Wallertheimer Juden, die schon 1940 alle aus Wallertheim geflüchtet waren, kamen etwa 26 während des Holocausts um. [4] Der Jüdische Friedhof Wallertheim wurde 1940 zerstört und abgeräumt.

Die Gebäudereste der ehemaligen Synagoge wurde nach der Restitution von der Jewish Claims Conference 1952 an die Gemeinde Wallertheim verkauft, die darin ihr Rathaus baute. Seit 2007 befindet sich eine Gedenktafel an die Juden von Wallertheim an der Außenmauer.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wallertheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl alle fünf Jahre in allgemeinen Kommunalwahlen, bei denen neben den Mitgliedern der Gemeinderäte und der Kreistage auch die ehrenamtlichen Stadt- und Ortsbürgermeister und die ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzende in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt werden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2004 6 4 6 16 Sitze
2009 7 4 5 16 Sitze[5]
2014 6 5 5 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Wallertheim
Blasonierung: „Von Blau und Silber schräglinks geteilt, oben eine schrägliegende silberne Krümme, beseitet von zwei sich kreuzenden ebenfalls schrägliegenden silbernen Buchenzweigen, unten ein dreiblättriges grünes Kleeblatt.“

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alljährige Kerb findet immer am 3. Wochenende im September statt. Außerdem findet jährlich ein Weihnachtsmarkt statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Wallertheim liegt an der Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Matthäi (* 26. September 1822; † 6. November 1891) Mühlenbesitzer aus Wallertheim und Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Fritz Beckhardt (* 27. März 1889; † 13. Januar 1962 in Wiesbaden), ein höchstdekorierter deutsch-jüdischer Kriegsflieger im Ersten Weltkrieg

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wallertheim wurden bis zum heutigen Tage eine Vielzahl archäologischer Funde gemacht. Von diesen ist das Wallertheimer Hündchen das wohl bekannteste. Es ist 2,1 cm lang und 1,6 cm breit. Es besteht aus blauem Glas das mit weißen Fäden überzogen ist. Erkennungsmerkmale sind die kurzen runden Beine und die spitzen Ohren aus dem etwas zu großem Kopf.

Des Weiteren wurden in Wallertheim zwei wichtige Ur-Pferde gefunden. Der unmittelbare Vorfahre des heutigen Europäischen Hausesels der vor ca. 10.000 Jahren ausgestorben ist. Er hieß Hemionus (Halbesel). Das andere Urpferd ist das Germanische Pferd, ein unmittelbarer Vorfahre des Hauspferds. Auch dieses ist vor etwa 10.000 Jahren ausgestorben.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Sabine Gaudzinski-Windheuser: Wisentjäger in Wallertheim. Zur Taphonomie einer mittelpaläolithischen Freilandfundstelle in Rheinhessen. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 39. 1995, S. 245–423.
  3. Dieter Hoffmann: Die Verfolgung und Vernichtung der Rheinhessischen Juden am Beispiel der Landbevölkerung. In Hans-Georg Meyer, Hans Berkessel (Hrsg.): Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz. Band 1: „Eine nationalsozialistische Revolution ist eine gründliche Angelegenheit“. Verlag Schmidt, Mainz 2000, S. 239.
  4. http://www.alemannia-judaica.de/wallertheim_synagoge.htm
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  6. Peter Thein: Handbuch Pferd, München 2005