Störtebeker Braumanufaktur

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Störtebeker Braumanufaktur
Sujet
Rechtsform GmbH
Gründung 1827
Sitz Stralsund
Leitung Jürgen Nordmann, Jürgen Neuhaus, Henning Meyer
Mitarbeiter 282 (Jahresdurchschnitt 2008)[1]
Umsatz 20,6 Mio. € [1]
Branche Brauerei
Produkte Bier, Mineralwasser, LimonadeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.stralsunder.de

www.stoertebeker.com

Stralsunder Brauerei mit Gasthaus „Alter Fritz“
Sudhaus der Stralsunder Brauerei
Event-Center „Die Alte Brauerei“
Störtebeker auf der 14. Kölner Bierbörse (2012)

Die Störtebeker Braumanufaktur ist eine mittelständische Brauerei in Stralsund. Sie ist die einzige Brauerei der Stadt. „Störtebeker – das Bier der Gerechten“ ist neben Stralsunder Bier die wichtigste Marke des Unternehmens. Bis zum Jahresende 2011 firmierte die Brauerei unter dem Namen Stralsunder Brauerei GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Störtebeker Braumanufaktur wurde 1827 als Stralsunder Vereinsbrauerei gegründet und war vor allem in der kaiserlichen Blütezeit als Hoflieferant der Ostseebäder bekannt. Aufgrund steigender Nachfrage entstand ein Neubau an der Greifswalder Chaussee, der mit modernster Technik ausgestattet war, beispielsweise einer der ersten Linde-Kältemaschinen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb als Volkseigener Betrieb (VEB) fortgeführt. Veraltete Technik und die schlechte Versorgungslage mit hochwertigen Rohstoffen jedoch brachten einen Rückgang der einstigen Qualität und so erlebte die Brauerei einen qualitativen und wirtschaftlichen Niedergang, der erst mit der Übernahme durch die Unternehmensgruppe Nordmann aus Wildeshausen im Jahr 1991 aufgefangen wurde. In der Folge wurde die Braustätte um eine Gastronomie – das „Braugasthaus Alter Fritz“ – erweitert.

2010 wurde die Unternehmensgruppe zwischen den Nordmann-Brüdern aufgeteilt; seitdem ist die Stralsunder-Brauerei mitsamt der anhängenden Systemgastronomie ein Teil der Kontor N Vermögensverwaltungs GmbH unter Leitung von Jürgen Nordmann.[2]

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Der Absatz lag im Jahr 2005 bei 88.000 Hektolitern, die Produktionskapazität wurde durch den Anbau von Gärtanks auf nunmehr 100.000 Hektoliter gesteigert, da die Absatzzahlen weit über den Erwartungen lagen. Mit dem seit 2004 produzierten „Bernstein-Weizen“ ist die Stralsunder Brauerei mit 22 Prozent Marktanteil Marktführer bei Weizenbieren in Mecklenburg-Vorpommern (ACNielsen, 2004).

Das Wasser für die Produktion wird aus einem eigenen 30 Meter tiefen Mineralwasser-Brunnen gewonnen.

Der Absatz von alkoholfreien Getränken liegt bei derzeit ca. 75.000 Hektolitern.

Die Brauerei brachte im Jahr 2005 ein aus Finnland stammendes Regalsystem auf Rollen als eigenes Lizenzprodukt auf den deutschen Markt, das die Produkte im rollbaren Sechserträger präsentiert. Ebenfalls im Jahr 2005 wurde die Produktionsanlage erweitert; im Rahmen von geführten Besichtigungen ist der gesamte Produktionsablauf von der Herstellung bis zur Abfüllung und dem Verkauf im angeschlossenen Getränkemarkt erlebbar. Die Familie Nordmann verlagerte im Jahr 2006 ihren Getränkehandel auf ein Gewerbegrundstück an der Rostocker Chaussee.

Im Mai 2010 wurden erneut zwei weitere Gärtanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von 120.000 Litern installiert, diese jedoch ausschließlich zur Produktion des „Störtebeker Bernstein-Weizen“.

Biere[Bearbeiten]

Die Stralsunder Brauerei bietet viele unterschiedliche Bier- und Biermischgetränke sowie alkoholfreie Produkte an. Die Biere werden unter dem Namen „Störtebeker“ und „Stralsunder“ vertrieben. „Störtebeker“ ist die Premium-Marke der Stralsunder Brauerei und wird unter Verwendung überwiegend regionaler Zutaten gebraut. Die nach dem Seeräuber Klaus Störtebeker benannten Biere wurden ebenso wie die Stralsunder Biere vielfach DLG-prämiert.

Marke Störtebeker[Bearbeiten]

Biere
  • Schwarzbier – 12,5 % Stammwürze, 5,0 % vol
  • Pilsener-Bier – 11,3 % Stammwürze, 4,9 % vol
  • Bernstein-Weizen – 12,9 % Stammwürze, 5,3 % vol
  • Whisky-Bier - 20,5 % Stammwürze, 9,0 % vol
  • Atlantik-Ale - 11,4 % Stammwürze, 5,1% vol
  • Bio Keller-Bier „1402“ – 11,1 % Stammwürze, 4,8 % vol
  • Bio Frei-Bier – 13,0 % Stammwürze, <0,5 % vol
  • Bio Bernstein-Weizen Alkoholfrei – 12,8 % Stammwürze, <0,5 % vol
  • Bio Roggen-Weizen – 12,9 % Stammwürze, 5,4 % vol
  • Stark-Bier – 16,9 % Stammwürze, 7,5 % vol
  • Hanse-Porter – 12,5 % Stammwürze, 4,0 % vol
Biermischgetränke
  • Strand-Räuber Bio Quitte – 2,3 % vol
  • Strand-Räuber Bio Kirsche – 2,0 % vol
  • Strand-Räuber Bio Zitrone – 2,0 % vol
  • Strand-Räuber Bio Zitrone alkoholfrei
  • Strand-Räuber Bio Sanddorn - 2,1 % vol
  • Glüh-Bier - 16,0 % Stammwürze, 5,0 % vol
  • Choco-Porter - 16,3 % Stammwürze, 5,8 % vol

Stralsunder Biere[Bearbeiten]

  • Pils – 11,3 % Stammwürze, 4,9 % vol
  • Lager – 10,9 % Stammwürze, 4,7 % vol
  • Traditionsbock – 16,3 % Stammwürze, 6,5 % vol
  • Frühlingsbock – 16,3 % Stammwürze, 6,5 % vol

Sonstige Getränke[Bearbeiten]

Das Wasser aus der eigenen Mineralquelle bildet die Basis für zahlreiche Erfrischungsgetränke aus dem Stralsunder Mineralbrunnen. Das Markenlabel SPQ steht für verschiedene Bittergetränke.

Stralsunder Mineralbrunnen[Bearbeiten]

  • Natürliches Mineralwasser (still, medium, klassisch)
  • BIO-Apfelschorle
  • Isotonischer Sportiv-Drink
  • ACE-Drink
  • Limonade
  • Orange-Mangolimonade
  • Störtebeker Fass-Brause Sanddorn

SPQ[Bearbeiten]

  • Bitter Lemon
  • Ginger Ale
  • Tonic Water

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Neben diversen DLG-Medaillen gab es bisher:

World Beer Cup[Bearbeiten]

In Chicago gewann die Stralsunder Brauerei am 10. April 2010 beim World Beer Cup 2010 die Goldmedaille in der Kategorie „Kellerbier/Zwickelbier“ für das Störtebeker „1402“; 32 Biere standen zur Auswahl[3]. Im Jahr 2014 wurde das Unternehmen in der Kategorie „Weizenbier (dunkel)“ unter 22 Bewerbern für sein Roggen-Weizen ausgezeichnet[4].

European Beer Star[Bearbeiten]

  • 2010: „Consumer's Favourite“ in Bronze für das Störtebeker Roggen-Weizen[5].
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie German-Style Dunkler Bock für den Stralsunder Traditionsbock
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie Top fermented Beer with alternative cereals für das Störtebeker Roggen - Weizen[6].
  • 2011: Goldpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier[7].
  • 2012: Silberpreis in der Kategorie German-Style Kellerpils für das Störtebeker Keller-Bier 1402
  • 2012: Silberpreis in der Kategorie Top Fermented Beer with Alternative Cereals für das Störtebeker Roggen-Weizen[8].
  • 2014: Silberpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier[9]

Bundesehrenpreis[Bearbeiten]

Das Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeichnete die Stralsunder Brauerei in den Jahren 2008[10], 2009[11], 2010[12], 2011[13] und 2012[14] mit dem Bundesehrenpreis aus. Dieser Preis stellt die höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft dar.

Aus Protest gegen die am 4. Mai 2009 durch die Bundesagrarministerin Ilse Aigner genehmigten Freilandversuche mit gentechnisch veränderter Gerste in Mecklenburg-Vorpommern gab Geschäftsführer Markus Berberich den 14 Tage zuvor erhaltenen Bundesehrenpreis am 6. Mai 2009 zurück[15].

Öko-Test[Bearbeiten]

2008 und 2009 wurde das damalige „Störtebeker Pilsener“ – heute „Störtebeker Pilsener-Bier“ – im Rahmen eines Tests der Zeitschrift Öko-Test mit dem Gesamtprädikat „Sehr gut“ ausgezeichnet[16].

Die Sorte "Orange-Ingwer" des Erfrischungsgetränks Bios wurde von "Öko-Test" 2008 mit dem Prädikat "sehr gut" bewertet[17].

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Stralsunder Brauerei-Hoffest

Die Stralsunder Brauerei war von 2002 bis 2005 mit dem „Bier der Gerechten“ Sponsor der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen.

Bis 2006 und 2009 lud die Brauerei jeweils im Sommer zum Stralsunder Brauereihoffest ein. Hierbei traten nationale und internationale Musiker auf dem Brauereigelände an der Greifswalder Chaussee vor bis zu 15.000 Zuschauern auf. Auf dem Gelände der Brauerei finden zudem Public Viewings von sportlichen Großereignissen („Brauerei-Arena“) und „Brauereiparties“ statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Störtebeker Braumanufaktur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Suche im elektronischen Bundesanzeiger Stralsunder Brauerei: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008
  2. http://www.nordmann.de/geschichte/1990-bis-heute.html
  3. Liste der Ausgezeichneten auf www.worldbeercup.org (PDF; 301 kB)
  4. Liste der Ausgezeichneten auf www.worldbeercup.org (PDF)
  5. www.european-beer-star.de
  6. Liste der Auszeichnungen 2010 auf www.european-beer-star.de (PDF; 391 kB)
  7. Liste der Auszeichnungen 2011 auf www.european-beer-star.de (PDF; 56 kB)
  8. Liste der Auszeichnungen 2012 auf www.european-beer-star.de PDF
  9. http://www.european-beer-star.de/ebs14_de/downloads/presse/Gewinner_2014.pdf
  10. „Höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft“, Pressemitteilung auf www.stralsunder.de, 23. April 2008
  11. „Erneut Bundesehrenpreis für Stralsunder Brauerei“
  12. „Bundesministerium zeichnet 17 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis aus“ auf www.globalmalt.de, 23. April 2010
  13. „Bundesehrenpreis für 18 deutsche Brauereien“ auf www.bier-universum.de
  14. „Bundesministerium zeichnet 21 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis aus“ auf www.dlg.org
  15. „Stralsunder Brauerei schickt Bundesehrenpreis an Agrarministerin Aigner zurück“ auf www.bioland.de
  16. Pressemitteilung auf www.nordmann.de, 4. August 2009 (PDF; 192 kB)
  17. www.stralsunder.de, 5. Januar 2009

54.29055555555613.094722222222Koordinaten: 54° 17′ 26″ N, 13° 5′ 41″ O