Störtebeker Braumanufaktur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Stralsunder Vereinsbrauerei)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt wird gerade im größeren Maße bearbeitet oder ausgebaut. Warte bitte mit Änderungen, bis diese Markierung entfernt ist, oder wende dich an den Bearbeiter, um Bearbeitungskonflikte zu vermeiden.

Dieser Baustein sollte nur für kurze Zeit – in der Regel einen Tag oder wenige Tage – eingesetzt und dann wieder entfernt werden. Kontinuierliche Weiterarbeit am Artikel sollte erkennbar sein.

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1827
Sitz Stralsund, Deutschland
Leitung Jürgen Nordmann, Jürgen Neuhaus, Henning Meyer
Mitarbeiter 145 (Jahresdurchschnitt 2013)[1]
Umsatz 11,40 Mio. €[1]
Branche Brauerei
Website www.stoertebeker.com
Stralsunder Brauerei mit Gasthaus „Alter Fritz“
Sudhaus der Stralsunder Brauerei
Event-Center „Die Alte Brauerei“
Störtebeker auf der 14. Kölner Bierbörse (2012)

Die Störtebeker Braumanufaktur GmbH ist eine seit 1827 bestehende mittelständische Brauerei in Stralsund. Bis zum Jahresende 2011 firmierte die Brauerei unter dem Namen Stralsunder Brauerei GmbH. Hauptprodukt sind verschiedene Biersorten der Marke „Störtebeker“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 1827 als Stralsunder Vereinsbrauerei gegründet Brauerei war in der kaiserlichen Blütezeit Hoflieferant der Ostseebäder. Aufgrund steigender Nachfrage entstand damals ein Neubau an der Greifswalder Chaussee, der mit modernster Technik ausgestattet war, beispielsweise einer der ersten Linde-Kältemaschinen.

In den Nachkriegsjahren wurde der Betrieb fortgeführt, und in den 1950er Jahren als Volkseigener Betrieb (VEB) eingerichtet. Veraltete Technik und die schlechte Versorgungslage mit hochwertigen Rohstoffen brachten einen Rückgang der Qualität und so erlebte die Brauerei einen qualitativen und, nach der politischen Wende, auch wirtschaftlichen Niedergang. Im Jahr 1991 wurde die Brauerei durch die Unternehmensgruppe Nordmann aus Wildeshausen übernommen. In der Folge wurde die Braustätte um eine Gastronomie – das „Braugasthaus Alter Fritz“ – erweitert. Im Jahr 2010 wurde die Unternehmensgruppe zwischen den Nordmann-Brüdern aufgeteilt. Seitdem ist die Stralsunder-Brauerei zusammen mit der zusammenhängenden Systemgastronomie ein Teil der Kontor N Vermögensverwaltungs GmbH unter Leitung von Jürgen Nordmann.[3]

Die Braumanufaktur betreibt seit Oktober 2016 auch die Gastronomieeinrichtungen in der Hamburger Elbphilharmonie[4].

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Absatz lag im Jahr 2005 bei 88.000 Hektolitern und die Produktionskapazität wurde weiter gesteigert. So wurden im Mai 2010 zwei weitere Gärtanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von 120.000 Litern zur Produktion des „Störtebeker Bernstein-Weizen“ installiert. 2015 lag der Absatz bereits bei 140.000 Hektoliter und steigerte sich 2016 auf 180.000 hl.[5] Mit dem seit 2004 produzierten „Bernstein-Weizen“ ist die Stralsunder Brauerei mit 22 Prozent Marktanteil Marktführer bei Weizenbieren in Mecklenburg-Vorpommern (ACNielsen, 2004). Der Absatz von alkoholfreien Getränken liegt bei derzeit ca. 75.000 Hektolitern.

Die Brauerei brachte im Jahr 2005 ein aus Finnland stammendes Regalsystem auf Rollen als eigenes Lizenzprodukt auf den deutschen Markt, das die Produkte im rollbaren Sechserträger präsentiert. Ebenfalls im Jahr 2005 wurde die Produktionsanlage erweitert. Bei geführten Rundgängen kann der Produktionsablauf von der Herstellung bis zur Abfüllung und dem Verkauf im angeschlossenen Getränkemarkt besichtigt werden. Die Familie Nordmann verlagerte im Jahr 2006 ihren Getränkehandel auf ein Gewerbegrundstück an der Rostocker Chaussee.

Das Wasser für die Bier-Produktion wird aus einem eigenen 30 Meter tiefen Mineralwasser-Brunnen gewonnen.

Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stralsunder Brauerei bietet viele unterschiedliche Bier- und Biermischgetränke sowie alkoholfreie Produkte an. Die Biere werden unter dem Namen „Störtebeker“ und „Stralsunder“ vertrieben. „Störtebeker“ ist die Premium-Marke der Stralsunder Brauerei und wird unter Verwendung überwiegend regionaler Zutaten gebraut. Die nach dem Seeräuber Klaus Störtebeker benannten Biere wurden ebenso wie die Stralsunder Biere vielfach durch die DLG prämiert.

Marke Störtebeker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Segelglas als Identitätsmerkmal der Biermarke Störtebeker

Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwarzbier – 12,5 % Stammwürze, 5,0 % vol
  • Pilsener-Bier – 11,3 % Stammwürze, 4,9 % vol
  • Bernstein-Weizen – 12,9 % Stammwürze, 5,3 % vol
  • Scotch-Ale (zuvor als „Whisky-Bier“) – 20,5 % Stammwürze, 9,0 % vol
  • Atlantik-Ale – 11,4 % Stammwürze, 5,1 % vol
  • Bio Baltik-Lager – 13,2 % Stammwürze, 5,5 % vol
  • Bio Keller-Bier „1402“ – 11,1 % Stammwürze, 4,8 % vol
  • Bio Frei-Bier – 13,0 % Stammwürze, <0,5 % vol
  • Bio Bernstein-Weizen Alkoholfrei – 12,8 % Stammwürze, <0,5 % vol
  • Bio Roggen-Weizen – 12,9 % Stammwürze, 5,4 % vol
  • Stark-Bier – 16,9 % Stammwürze, 7,5 % vol
  • Hanse-Porter – 12,5 % Stammwürze, 4,0 % vol

Biermischgetränke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strand-Räuber Bio Quitte – 2,3 % vol
  • Strand-Räuber Bio Quitte alkoholfrei
  • Strand-Räuber Bio Kirsche – 2,0 % vol
  • Strand-Räuber Bio Zitrone – 2,0 % vol
  • Strand-Räuber Bio Zitrone alkoholfrei
  • Strand-Räuber Bio Sanddorn – 2,1 % vol
  • Glüh-Bier – 16,0 % Stammwürze, 5,0 % vol
  • Choco-Porter – 16,3 % Stammwürze, 5,8 % vol

Stralsunder Biere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pils – 11,3 % Stammwürze, 4,9 % vol
  • Lager – 10,9 % Stammwürze, 4,7 % vol
  • Traditionsbock – 16,3 % Stammwürze, 6,5 % vol
  • Frühlingsbock – 16,3 % Stammwürze, 6,5 % vol

Sonstige Getränke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser aus der eigenen Mineralquelle bildet die Basis für zahlreiche Erfrischungsgetränke aus dem Stralsunder Mineralbrunnen. Das Markenlabel SPQ (StralsunderParkQuelle) steht für verschiedene Bittergetränke.

Stralsunder Mineralbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natürliches Mineralwasser (still, medium, klassisch)
  • BIO-Apfelschorle
  • Isotonischer Sportiv-Drink
  • ACE-Drink
  • Limonade
  • Orange-Mangolimonade
  • Störtebeker Fass-Brause Sanddorn

SPQ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bitter Lemon
  • Ginger Ale
  • Tonic Water

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diversen DLG-Medaillen gab es die folgenden Auszeichnungen. Außerdem nahmen mehrfach Mitarbeiter der Braumanufaktur erfolgreich an der Weltmeisterschaft der Biersommeliers teil.[6]

World Beer Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Silberpreis in der Kategorie Europe's Best Wheat Beer Bavarian Hefeweiss für das Störtebeker Bernstein-Weizen
  • 2014: Goldpreis in der Kategorie Europe's Best Sweet/Milk Stout für das Störtebeker Hanse-Porter
  • 2014: Goldpreis in der Kategorie Europe's Best Strong Lager für das Störtebeker Stark-Bier
  • 2016: Bronzepreis in der Kategorie Germany's Best German Style Pale-Lager für das Störtebeker Pilsener-Bier
  • 2016: Goldpreis in der Kategorie Germany' Best Vienna-Lager für das Störtebeker Bio Baltik-Lager
  • 2016: Goldpreis in der Kategorie World's Best Rye Beer für das Störtebeker Bio Roggen-Weizen

World Beer Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Chicago gewann die Stralsunder Brauerei am 10. April 2010 beim World Beer Cup 2010 die Goldmedaille in der Kategorie „Kellerbier/Zwickelbier“ für das Störtebeker „1402“; 32 Biere standen zur Auswahl.[7] Im Jahr 2014 wurde das Unternehmen in der Kategorie „Weizenbier (dunkel)“ unter 22 Bewerbern für sein Roggen-Weizen ausgezeichnet.[8]

European Beer Star[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: „Consumer’s Favourite“ in Bronze für das Störtebeker Bio Roggen-Weizen.[9]
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie German-Style Dunkler Bock für den Stralsunder Traditionsbock
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier
  • 2010: Goldpreis in der Kategorie Top fermented Beer with alternative cereals für das Störtebeker Bio Roggen - Weizen.[10]
  • 2011: Goldpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier.[11]
  • 2012: Silberpreis in der Kategorie German-Style Kellerpils für das Störtebeker Bio Keller-Bier 1402
  • 2012: Silberpreis in der Kategorie Top Fermented Beer with Alternative Cereals für das Störtebeker Bio Roggen-Weizen.[12]
  • 2014: Silberpreis in der Kategorie German-Style Schwarzbier für das Störtebeker Schwarzbier[13]

Bundesehrenpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeichnete die Stralsunder Brauerei in den Jahren 2008,[14] 2009,[15] 2010,[16] 2011[17] und 2012[18] mit dem Bundesehrenpreis aus. Dieser Preis stellt die höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft dar. Aus Protest gegen die am 4. Mai 2009 durch die Bundesagrarministerin Ilse Aigner genehmigten Freilandversuche mit gentechnisch veränderter Gerste in Mecklenburg-Vorpommern gab Geschäftsführer Markus Berberich den 14 Tage zuvor erhaltenen Bundesehrenpreis am 6. Mai 2009 zurück.[19]

Öko-Test[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 und 2009 wurde das damalige „Störtebeker Pilsener“ – seither „Störtebeker Pilsener-Bier“ – im Rahmen eines Tests der Zeitschrift Öko-Test mit dem Gesamtprädikat „Sehr gut“ ausgezeichnet.[20]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stralsunder Brauerei-Hoffest

Die Stralsunder Brauerei war von 2002 bis 2005 mit dem „Bier der Gerechten“ Sponsor der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen.

Bis 2006 und 2009 lud die Brauerei jeweils im Sommer zum Stralsunder Brauereihoffest ein. Hierbei traten nationale und internationale Musiker auf dem Brauereigelände an der Greifswalder Chaussee vor bis zu 15.000 Zuschauern auf. Auf dem Gelände der Brauerei finden zudem Public Viewings von sportlichen Großereignissen („Brauerei-Arena“) und „Brauereiparties“ statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Störtebeker Braumanufaktur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Suche im elektronischen Bundesanzeiger Störtebeker Braumanufaktur: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013
  2. Online-Shop der Störtebeker Braumanufaktur
  3. nordmann.de
  4. „Störtebeker erobert die Elbphilharmonie Hamburg“, Pressemitteilung auf www.stoertebeker.com, 3. November 2016
  5. Stralsund: Störtebeker braut mehr Bier, auf www.ndr.de, abgerufen am 15. Januar 2017
  6. Ostseezeitung vom 15. Juli 2015
  7. Liste der Ausgezeichneten (PDF; 301 kB) worldbeercup.org
  8. Liste der Ausgezeichneten (PDF) worldbeercup.org
  9. european-beer-star.de
  10. Liste der Auszeichnungen 2010 (PDF; 391 kB) auf european-beer-star.de
  11. Liste der Auszeichnungen 2011 (PDF; 56 kB) auf european-beer-star.de
  12. Liste der Auszeichnungen 2012 (PDF) auf european-beer-star.de
  13. Liste der Auszeichnungen 2014 (PDF) auf european-beer-star.de
  14. Höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft. stralsunder.de, Pressemitteilung, 23. April 2008
  15. Erneut Bundesehrenpreis für Stralsunder Brauerei.
  16. Bundesministerium zeichnet 17 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis aus. globalmalt.de, 23. April 2010
  17. Bundesehrenpreis für 18 deutsche Brauereien. bier-universum.de
  18. Bundesministerium zeichnet 21 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis aus. dlg.org
  19. Stralsunder Brauerei schickt Bundesehrenpreis an Agrarministerin Aigner zurück. bioland.de
  20. Pressemitteilung (PDF; 192 kB) nordmann.de, 4. August 2009

Koordinaten: 54° 17′ 26″ N, 13° 5′ 41″ O