Sulden

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Sulden
Italienische Bezeichnung: Solda
St. Gertraud Sulden.jpg
Ortszentrum mit St. Gertraud
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Südtirol (BZ)
Gemeinde Stilfs
Koordinaten 46° 32′ N, 10° 35′ OKoordinaten: 46° 31′ 42″ N, 10° 35′ 6″ O
Höhe 1906 m s.l.m.
Einwohner 388 ()
Telefonvorwahl 0473 CAP 39029

Sulden (italienisch: Solda) ist ein Bergdorf mit etwa 400 Einwohnern im inneren Suldental im westlichen Teil Südtirols (Italien). Es gehört zur Gemeinde Stilfs, liegt auf 1900 m s.l.m. Höhe und wird überragt von Bergen der Ortler-Alpen; hierzu gehören der Ortler, die Königspitze und der Zebrù. Durch den Ort fließt der Suldenbach.

Die touristische Erschließung des Orts im späten 19. Jahrhundert begann durch das Engagement von Theodor Christomannos. Dieser war die treibende Kraft zum Bau einer Fahrstraße in das Bergdorf und errichtete mit dem Architekten Otto Schmid das 1893 eröffnete Sulden-Hotel. Der Tourismus ist heute im Sommer wie im Winter Suldens Haupterwerbszweig. Der Ort hat mehr als 2000 Gästebetten[1].

Skigebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skigebiet Sulden befindet sich östlich der Dreitausender Ortler (3905 m s.l.m.), Königspitze und Zebrù Es liegt zwischen 1.900 und 3250 m und wird betrieben von der Seilbahnen Sulden GmbH. Es umfasst 11 Liftanlagen und 44 Pistenkilometer.

Vom Talort Sulden aus gibt es 4 Seilbahnen:

  • Die Seilbahn Sulden am Ortler führt von der Talstation bei Sulden im Vinschgau (Südtirol) (1910 m) zur Bergstation bei der Schaubachhütte (Rifugio Città di Milano) auf 2610 m Höhe, wo sie das Skigebiet Madritsch erschließt.
  • Der Kanzellift führt von der Talstation auf 1850 m zur Bergstation auf 2348 m.
  • Der Langensteinlift überwindet auf der Fahrt von der 1830 Meter hoch gelegenen Talstation zur Bergstation auf 2330 m eine Höhendifferenz von 500 Metern.
  • Der 6-er Gondelbahn Rosimbahn führt zur Bergstation auf 2450 m.

Das Skigebiet ist Mitglied der Ortler Skiarena und der Zwei Länder Skiarena.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Haus der Berge, eingeweiht am 2. September 1963, ist ein Zentrum für das örtliche Bergführerwesen und des örtlichen Bergrettungsdienstes.[2] Das Gebäude beheimatet ebenso den lokalen Pfarrsaal, der für Veranstaltungen wie Diavorträge oder Filmabende genutzt wird.[3]
  • Das Messner Mountain Museum Ortles ist ein von Reinhold Messner unterirdisch angelegtes Museum. Es wurde 2004 eröffnet und ist dem Thema Eis gewidmet.
  • Das Alpine Curiosa ist ein kleines Museum im „Flohhäusl“. Dort werden kuriose Geschichten aus dem Alpinismus ausgestellt.[4]
  • In Sulden gibt es eine Grundschule für die deutsche Sprachgruppe. Im Schulgebäude ist auch ein umfangreiches Heimatmuseum zu den Themen Geschichte des Ortes und des Ortlergebietes, Entwicklung des Tourismus in der Region und Gebirgskrieg eingerichtet, ergänzt um eine Mineralienausstellung.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Sulden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Christomannos (1854–1911), treibende Kraft zum Bau einer Fahrstraße nach Sulden und des Sulden-Hotels (1893)
  • Reinhold Messner (* 1944), Bergsteiger, unterhält auf den Almen von Sulden Yaks[5] und hat einen vom Verfall bedrohten über 400 Jahre alten Bauernhof saniert und zu einem Restaurant umgewandelt.
  • Otto Schmid (1857–1921), Architekt und Baumeister, Planer und Eigentümer des 1893 eröffneten Sulden-Hotels, in Sulden verstorben

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Christomannos, Sulden-Trafoi: Schilderungen aus dem Ortlergebiete. Mit Illustrationen nach Originalen von Edward Theodore Compton, Tony Grubhofer, Wilhelm Humer, Carl Jordan, F. Rabending und A. v. Schrötter, Verlag A. Edlinger, 1895, 175 Seiten
  • Pardeller, Josef. Die Grashöfe von Trafoi und deren Entwicklung zum Fremdenverkehrsort. na, 1971.
  • Stefan Schwienbacher: Theodor Christomannos – die Alpenhotels Sulden, Trafoi und Karersee. Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 1997, OBV.
  • Kuntner, Andrea (Hg.) (2004): Die Bergführer von Sulden und Trafoi – Legende und Geschichte, Schlanders: Kuntner
  • Sehmisch, Gerhard. Die Fremdenverkehrsentwicklung im Sulden-, Trafoi- und Martelltal. Wagner in Komm., 1975.
  • Wolfgang Jochberger, Südtiroler Kulturinstitut (Hrsg.): Ortler. Der höchste Spiz im ganzen Tyrol. Athesia, Bozen 2004, ISBN 88-8266-230-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sulden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kanzlerin-im-urlaub-merkel-trifft-messner-in-suedtirol/4461100.html
  2. Eduard Widmoser: Südtirol A-Z, Südtirol-Verlag, 1983, S. 186
  3. http://www.dervinschger.it/artikel.phtml?id_artikel=7625
  4. http://www.dervinschger.it/artikel.phtml?id_artikel=20127
  5. Wie die Yaks nach Sulden kamen Website der Vinschger, Autor: Josef Laner. Abgerufen am 26. Januar 2021.