Sumpfkressen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sumpfkressen
Wasser-Sumpfkresse (Rorippa amphibia)

Wasser-Sumpfkresse (Rorippa amphibia)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Cardamineae
Gattung: Sumpfkressen
Wissenschaftlicher Name
Rorippa
Scop.

Die Sumpfkressen (Rorippa) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreichische Sumpfkresse (Rorippa austriaca)
Kolumbianische Sumpfkresse (Rorippa columbiae)
Schote von der Gewöhnlichen Sumpfkresse (Rorippa palustris)
Illustration von links: Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris) und rechts: Gewöhnliche Sumpfkresse (Rorippa palustris)
Blüte von Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sumpfkressen-Arten sind ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind meist Sumpf- oder Wasserpflanzen. Manche Arten bilden Rhizome. Wenn Haare (Trichome) vorhanden sind dann sind sie einfach. Die aufrechten bis kriechenden Stängel sind einfach oder verzweigt und beblättert.

Die Laubblätter sind einfach oder meist ein- bis dreifach fiederteilig. Die unteren Blätter sind gestielt. Der Blattrand ist glatt bis gezähnt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traubigen Blütenstände und die Sprossachse strecken sich, während die Früchte reifen. Es können Hochblätter vorhanden sein.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind vierzählig. Die vier meist grünen Kelchblätter sind aufrecht bis ausgebreitet. Die vier Kronblätter sind oft gelb, selten weiß oder rosa. Die meist sechs (selten vier) Staubblätter sind gleich lang. Es sind Nektardrüsen vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der 10 bis 300 Samenanlagen enthält. Der Griffel endet meist in einer kopfigen Narbe, die manchmal leicht zweilappig sein kann.

Es werden Schoten oder Schötchen gebildet. Das häutige Septum ist nur selten perforiert. Die Samen stehen meist in zwei Reihen in der Frucht. Die Samen sind nur ganz selten geflügelt.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gattungsname Rorippa wurde 1760 von Giovanni Antonio Scopoli in Flora Carniolica, S. 520 erstveröffentlicht. Synonyme für Rorippa Scop. sind Clandestinaria Spach, Kardanoglyphos Schltdl., Neobeckia Greene, Pirea T.Durand, Radicula Moench, Sisymbrianthus Chevall., Tetrapoma Turcz. ex Fisch. & C.A.Mey. [1]

Die Rorippa-Arten sind mit etwa (70 bis) 86 Arten[1] von Europa bis Zentralasien, in Afrika und Nordamerika (22 Arten) verbreitet.

Bei manchen Autoren werden die Arten der eigenständigen Gattung der Brunnenkressen (Nasturtium) in die Gattung Rorippa eingegliedert.

Nicht mehr zur Gattung Rorippa zählt meistens:

  • Bastard-Brunnenkresse (Nasturtium ×sterile (Airy Shaw) Oefelein = Nasturtium microphyllum × Nasturtium officinale; Syn.: Rorippa ×sterilis Airy-Shaw).

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blätter einiger Arten werden roh oder gegart gegessen.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tai-yien Cheo, Lianli Lu, Guang Yang, Ihsan Al-Shehbaz, Vladimir Dorofeev: Brassicaceae.: Rorippa Scopoli, S. 132-135 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Ihsan A. Al-Shehbaz: Rorippa Scopoli., S. 493-505 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2010, ISBN 978-0-19-531822-7. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Walter Bleeker, C. Weber-Sparenberg, Herbert Hurka: Chloroplast DNA variation and biogeography in the genus Rorippa Scop. (Brassicaceae). In: Plant Biology, Volume 4, 2002, S. 104–111.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Rorippa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 22. Juli 2017.
  2. Ihsan A. Al-Shehbaz: Rorippa Scopoli., S. 493-505 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2010, ISBN 978-0-19-531822-7.
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 10 - Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Seite 140, Helsinki 1994, ISBN 951-9108-09-2.
  4. Einträge zu Rorippa bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sumpfkressen (Rorippa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien