Sven Lehmann (Politiker)

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Sven Lehmann (2021)

Sven Lehmann (* 4. Dezember 1979 in Troisdorf) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Von 2010 bis 2018 war er Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen. Seit 2017 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages, seit dem 8. Dezember 2021 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und seit dem 5. Januar 2022 Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Lehmann wuchs in Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis auf. 1999 absolvierte er am Gymnasium Zum Altenforst in Troisdorf das Abitur. 1999 begann er sein Studium der Politischen Wissenschaften, Romanistik und Pädagogik in Köln und Aix-en-Provence, welches er 2006 als Magister Artium (M.A.) beendete. Von 2005 bis 2007 leitete er das Wahlkreisbüro der Kölner Bundestagsabgeordneten Kerstin Müller. Seit 2007 arbeitete Lehmann beim Landschaftsverband Rheinland, zuletzt im betrieblichen Gesundheitsmanagement.[1]

Lehmann ist mit dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion in NRW Arndt Klocke liiert.[2]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Lehmann trat 1999 den Grünen bei und engagierte sich in der Troisdorfer Kommunalpolitik, unter anderem als Pressesprecher der Ratsfraktion der Grünen, als Mitglied im Ortsvorstand und als sachkundiger Bürger im städtischen Sozialausschuss. 2001 folgte die Wahl in den Landesvorstand der Grünen Jugend Nordrhein-Westfalen, dem er – unterbrochen durch ein Auslandsjahr in Frankreich – bis Ende 2005 angehörte, zuletzt zwei Jahre als Landessprecher.

2006 wurde Lehmann erstmals Mitglied im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen, zuständig u. a. für die Themenbereiche Europa, Kinder und Bildung, sowie Nachwuchsförderung. Von Juni 2010 bis Januar 2018 war er Landesvorsitzender und Mitglied im rot-grünen Koalitionsausschuss. Bei seiner letzten Wiederwahl im April 2016 erreichte er 92,2 Prozent.[3]

Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Lehmann erstmals als Direkt- und Listenkandidat der Grünen für den Bundestag. Er erreichte mit 14,6 Prozent im Bundestagswahlkreis Köln II[4] das beste Erststimmenergebnis seiner Partei in NRW und zog über den 4. Listenplatz in den Bundestag ein. Im 19. Deutschen Bundestages war Lehmann ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.[5] Außerdem war er stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss.[5] Innerhalb der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen war Lehmann Sprecher für Sozialpolitik sowie zusammen mit Ulle Schauws Sprecher für Queerpolitik.[6]

Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Lehmann das Direktmandat im Wahlkreis Köln II mit 34,6 Prozent und zog damit erneut in den Bundestag ein.[7] Seit dem 8. Dezember 2021 ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Am 5. Januar 2022 wurde er vom Bundeskabinett als erster Queer-Beauftragter der Bundesregierung benannt.[8]

Lehmann ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland.[9]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bundesbeauftragte setzt sich dafür ein, dass bis zu vier Personen das Sorgerecht für ein Kind übernehmen können.[11]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aidshilfe Köln und das schwule Gesundheitszentrum Checkpoint ehrten Sven Lehmann für seinen Einsatz für die LGBTIQ*-Community, speziell in der Corona-Krise „für seine Forderung nach einem Regenbogen-Rettungsschirm für queere Vereine, Verbände und Organisationen“[12] mit der Brosche – dem so genannten „funkelnden Dankeschön der Community“.[13] Die Aktion zeichnet Menschen, Organisationen und Vereine aus, die sich während der Krise um die Belange der Community mit Hilfe von Aktionen einsetzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sven Lehmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Lehmann - Landesvorsitzender Grüne NRW. 30. Juli 2015 (gruene-nrw.de [abgerufen am 19. November 2018]).
  2. Homosexuelles Paar sorgt für Gesprächsstoff: Zwei Grüne, die Liebe und die Politik. 20. August 2010, archiviert vom Original am 20. August 2010; abgerufen am 19. November 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rp-online.de
  3. LDK Neuss 2016: GRÜNE NRW – Stadthalle Neuss – 23./24. April 2016 › LDK Neuss 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 21. November 2018; abgerufen am 19. November 2018 (deutsch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/neuss2016.gruene-ldk.de
  4. Der Bundeswahlleiter: Ergebnisse Köln II - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 19. November 2018.
  5. a b Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 1. September 2020.
  6. Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Abgeordnete - Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Abgerufen am 19. November 2018 (deutsch).
  7. Wahl zum Deutschen Bundestag. Stadt Köln – 94 Köln II. In: Stadt Köln. Abgerufen am 28. September 2021.
  8. Pressemitteilung: Neuer Beauftragter für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 5. Januar 2022, abgerufen am 5. Januar 2022.
  9. Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag A - Z. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 24. November 2020.
  10. Lehmann im ZDF: Homosexuelle letzte von Nazis verfolgte Gruppe ohne Schutz im Grundgesetz. In: queer.de. 14. Januar 2022, abgerufen am 14. Januar 2022.
  11. Kind soll vier Elternteile haben können. In: faz.net. 14. Januar 2022, abgerufen am 14. Januar 2022.
  12. Ralf König erhält "funkelndes Dankeschön". Abgerufen am 3. Juli 2020 (deutsch).
  13. Benjamin Scholz: Die Brosche – #WirFürCommunity – Aidshilfe Köln e.V. Abgerufen am 3. Juli 2020 (deutsch).