Tatort: Atlantis

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Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelAtlantis
Tatort Logo kleiner.svg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
MDR
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 546 (Liste)
Erstausstrahlung9. November 2003 auf Das Erste
Stab
RegieHajo Gies
DrehbuchPim Richter
Daniela Mohr
ProduktionMDR
MusikGünther Illi
KameraAchim Poulheim
SchnittGabriele Hagen
Besetzung

Atlantis ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort der ARD, des ORF und SRF. Der Film wurde vom MDR produziert und am 9. November 2003 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um die Tatort-Folge 546. Für den Kriminalhauptkommissar Bruno Ehrlicher und seinen Kollegen Kain ist es der 12. Fall, in dem sie in Leipzig ermitteln.

Tatort des ersten Mordes

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommissare Ehrlicher und Kain werden zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen. Auf dem Gelände des Vergnügungsparks „Atlantis“ wurde der Geschäftsführer Stefan Markowski in einer Fahrattraktion erschlagen aufgefunden. Manipulationen am Fundament der Achterbahn und Drohungen, die er seit einiger Zeit erhalten hatte, weisen darauf hin, dass der Geschäftsführer erpresst wurde. Bei der Spurensuche wird ein GPS-Empfänger gefunden, von welchem sich Kain verwertbare Fingerabdrücke verspricht.

Unterdessen trifft der vor kurzem aus der Haft entlassene ehemalige Abrissunternehmer Peter Radke Olaf Krüger, um ihn an die ausstehenden 20.000 € zu erinnern. Krüger hatte seine Tätigkeit an der Uni aufgegeben, nachdem er eine größere Liegenschaft geerbt hatte und sich nun um deren Vermarktung kümmert. Er will eine neue Neuseenland-Siedlung Falkenthal entstehen lassen, die ihren Mietern ein ganz neues Wohngefühl vermitteln soll. In seiner Not wendet sich Krüger an seinen Schwiegervater Gerhard Delitz, den Geschäftsführer der Leipziger Stadtreinigung, der ihm den Betrag, ohne groß nachzufragen, vorstreckt. Krüger überlegt ernsthaft Radke anzuzeigen, doch dann will er sich doch mit ihm treffen und verabredet sich mit ihm am Weststrand des Cospudener Sees.

Nachdem die am Tatort gefundenen Fingerabdrücke Peter Radke zugeordnet werden können, sind sich die Kommissare sicher, dem mutmaßlichen Erpresser auf der Spur zu sein. Von der Staatsanwältin erfahren sie, dass man bei Radke die zwei Millionen DM, die er bei seiner Bauschutt-Entsorgungsfirma veruntreut hatte und dafür drei Jahre ins Gefängnis musste, nie gefunden hatte. So vermuten die Ermittler, dass er das Geld vergraben hatte und ausgerechnet auf diesem Gelände in den letzten Jahren das „Atlantis“ entstanden war. Daher hatte er mit dem GPS-Gerät das Versteck finden wollen und als er von Markowski entdeckt wurde, hatte er ihn erschlagen. Bei dieser Theorie bleibt allerdings offen, wozu er dann vorher Drohbriefe geschickt haben sollte. Dies können sie ihn auch nicht mehr fragen, denn seine Leiche wurde in seinem Wohnwagen am See entdeckt. Zunächst sieht es nach Selbstmord aus, allerdings kann später im Blut des Opfers ein überdosiertes Beruhigungsmittel nachgewiesen werden. Fingerabdrücke von zwei weiteren Personen werden gesichert. Um zu wissen, was diese Leute bei Radke gesucht haben könnten, macht sich Kain ans Werk und findet eine größere Summe Bargeld und eine selbst angefertigte Karte, auf der die Koordinaten des Freizeitparks, einer Neubausiedlung und eines stillgelegten Tagebaus verzeichnet sind. Damit ist sich Kain sicher, dass dies Radkes „Schatzkarte“ ist, auf der er die Stellen notiert hat, an denen er die zwei Millionen versteckt hat. Wie die Kommissare herausfinden, wurden große Mengen an Bauschutt, der auf dem jetzigen Gelände des „Atlantis“-Freizeitparks gelagert war, abgetragen und von der Stadt Leipzig entsorgt. Die zuständige Entsorgungsfirma war die Leipziger Stadtreinigung (LSR), die Ehrlicher und Kain nun aufsuchen. Dort erfahren sie vom Deponieleiter Jan Schubert, dass es seinerzeit zwar kleine Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung gab und Nachweisscheine verschwunden waren, doch Geldkassetten oder ähnliches hätten die Arbeiter nicht gefunden. Danach begeben sich die Ermittler zur entstehenden Falkenthal-Siedlung. Dort sprechen sie mit dem Bauherrn Olaf Krüger, der ebenso abwiegelt, nichts besonders bei den Erdarbeiten gefunden zu haben. Als nun der stillgelegte Tagebau, als dritte Möglichkeit den „Schatz“ zu finden, untersucht wird, entdecken die Beamten große Mengen an Giftmüll wie Lindan und PCB, den Radke hier illegal entsorgt hatte. Nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, hatte er versucht, sein Wissen um die belasteten Grundstücke zu Geld zu machen und die heutigen Grundstücksbesitzer erpresst, da er wusste, dass sie ihre Millioneninvestitionen würden schützen wollen.

Ehrlicher ist aber klar, dass Radke seine Machenschaften nicht ganz ohne Mitwisser organisiert haben dürfte. Bei der Durchsicht von Radkes alten Firmenunterlagen, fällt Kain die Unterschrift von Jan Schubert ins Auge. Dieser hatte den Giftmüll als ordnungsgemäß bei der Deponie abgeliefert quittiert. Ehrlicher und Kain suchen ihn auf und er gibt zu, durch seinen behinderten Sohn unter starkem finanziellen Druck zu stehen. Für den Tatzeitpunkt hat er aber ein Alibi, sodass sich die Ermittler nun mit Gerhard Delitz befassen wollen. Sein Alibi, Segeln gewesen zu sein, kann Ehrlicher widerlegen. In seiner früheren Position beim Leipziger Grundstücksamt kam er ständig mit Radke in Kontakt und hatte ihm lukrative Aufträge zugeschoben und sich dafür gut bezahlen lassen, was den Verbleib der zwei Millionen erklärt. Nachdem Ehrlicher Delitz austrickst und er sich als Mörder von Radke verrät, gibt er zu, dass er Radke einfach nicht mehr losgeworden sei.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben für diesen Tatort eine mittlere Wertung und schrieben: „Bodenständiger Krimi um schmutzige Deals“.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzkritik bei tvspielfilm.de, abgerufen am 23. November 2015.