The Beloved

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The Beloved
Allgemeine Informationen
Herkunft Cambridge, Vereinigtes Königreich
Genre(s) Psychedelic Rock, Electronica, Pop
Gründung 1984
Auflösung 1997
Gründungsmitglieder
Jon Marsh
Guy Gausden (bis 1988)
Tim Harvard (bis 1988)
E-Gitarre, Keyboards
Steve Waddington (bis 1991)
Letzte Besetzung
E-Gitarre, Gesang, Keyboards
Jon Marsh
Gesang (seit 1991)
Helena Marsh
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Happiness
  UK 14 03.03.1990 (14 Wo.)
  US 154 xx.xx.1990 (9 Wo.)
Blissed Out
  UK 38 01.12.1990 (2 Wo.)
Conscience
  DE 47 26.04.1993 (11 Wo.)
  AT 22 04.04.1993 (6 Wo.)
  UK 2 20.02.1993 (12 Wo.)
X
  UK 25 20.04.1996 (3 Wo.)
Singles[1]
The Sun Rising
  UK 26 21.10.1989 (7 Wo.)
Hello
  UK 19 27.01.1990 (7 Wo.)
Your Love Takes Me Higher
  UK 39 24.03.1990 (3 Wo.)
Time After Time
  UK 46 09.06.1990 (4 Wo.)
It's Alright Now
  UK 48 10.11.1990 (3 Wo.)
Sweet Harmony
  DE 6 15.03.1993 (24 Wo.)
  AT 3 21.02.1993 (13 Wo.)
  CH 6 04.04.1993 (21 Wo.)
  UK 8 23.01.1993 (10 Wo.)
You've Got Me Thinking
  UK 23 10.04.1993 (4 Wo.)
Outer Space Girl
  DE 76 23.08.1993 (5 Wo.)
  UK 38 14.08.1993 (2 Wo.)
Satellite
  UK 19 30.03.1996 (3 Wo.)
Ease the Pressure
  UK 43 10.08.1996 (2 Wo.)
The Sun Rising (Remix)
  UK 31 30.08.1997 (2 Wo.)

The Beloved war eine britische Musikgruppe, die 1984 aus der von zwei Aussteigern aus der Band Twelfth of August gegründeten Vorläuferband Journey Through hervorging, am Ende aber nur noch als ein Ehepartner-Duo existierte.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jon Marsh war seit 1982 Schlagzeuger bei Twelfth of August. 1983 gab er ein Inserat auf, in dem er für 1986 die Gründung einer Band namens The Beloved ankündigte, für die er Mitstreiter suchte, die sich in besagtem zukünftigen Jahr zu einem exakten Zeitpunkt an einem genau angegebenen Ort einfinden sollten.[2] Zwischenzeitlich holte er einen Bekannten von der University of Cambridge[3] als Gitarristen zu Twelfth of August, und zwar den als Briefträger jobenden[2] Mathematikstudenten[4] Steve Waddington. Marsh, Waddington und der ebenfalls aus der Studentenschaft rekrutierte Bassist Tim Harvard waren schließlich die Gründungsmitglieder einer Band, die sich zunächst Journey Through nannte.[5][6] Als im November 1984 der Schlagzeuger Guy Gausden hinzustieß und Marsh auf Gesang und Gitarre umsattelte, griff man auf die Namensidee „The Beloved“ zurück.[5][Anmerkung 1]

Der für seine Förderung von Newcomern bekannte Radio-Moderator John Peel, dem eine Aufnahme ihres Popsongs A Hundred Words zu Ohren gekommen war, lud die Band zweimal in seine Sendung ein.[7] Die erste „Peel Session“ fand im Januar 1985, die zweite im Oktober 1985 statt.[8] Nun setzte eine erhöhte Nachfrage nach der Band ein. Das Quartett gründete unter dem Namen Flim Flam ihr eigenes Plattenlabel und veröffentlichte bis 1987 einige Singles, die sich in den U.K. Independent Charts platzieren konnten, aber die offiziellen britischen Singlecharts nicht erreichten. Mit dem 1987er Album Where It Is gelang The Beloved ein Achtungserfolg, der zu einem Plattenvertrag mit WEA Records führte.[4] Etwa zu dieser Zeit veränderte die Band ihre musikalische Ausrichtung, weg vom psychedelisch angehauchten Pop, hin zu einer Mischung aus Popmusik und Dance nach dem Vorbild von Bands wie New Order.[2][4][5][9] 1987 wurde das Lied Forever Dancing im Film Sammy und Rosie tun es eingesetzt, woraufhin die eigentliche Single-B-Seite kurzerhand zur zweiten A-Seite (von Surprise Me) erklärt wurde. Im Februar 1988 absolvierte The Beloved eine Tournee durch Frankreich und die Schweiz.[7] In dieser Phase sich ins Ausland ausweitender Popularität verließen Harvard und Gausden The Beloved und die beiden verbliebenen Mitglieder Jon Marsh und Steve Waddington setzten die Band als Duo fort.[2][4][5][7][9] Beide zeigten inzwischen eine starke Tendenz zur Rave-Bewegung.[2][5][9] Die Rhythmus-Sektion ersetzten sie durch elektronische Hilfsmittel.[4] Marsh verlagerte zudem seinen instrumentalen Beitrag von der Gitarre auf das Keyboard.[7] Bei WEA erschienen die Singles Loving Feeling (1988) und Your Love Takes Me Higher (1989), die ebenfalls nicht die Single-Charts erreichen konnten. Erst mit The Sun Rising gelang Ende 1989 mit Platz 26 in den Charts der kommerzielle Durchbruch.[4] Marsh gestand ein, dass er ohne den Konsum der Droge Ecstasy das vom Lied ausströmende Flair nicht hinbekommen hätte.[10] Die folgende Single Hello erreichte Platz 19 der Charts und The Beloved wurde als Nachfolger der Pet Shop Boys gehandelt.[4] Am 16. Februar 1990 erschien das Album Happiness.[7] Darauf ist ein Remix von Your Love Takes Me Higher enthalten, der der dritte Single-Erfolg der Band wurde.[4]

Für Waddington war der Ambient-Anteil noch nicht hoch genug, so kam es ihm zupass, dass Steve Hillage 1991 für sein Projekt System 7 Mitstreiter suchte, woraufhin er sich Hillage anschloss und Marsh den Rücken kehrte.[4] Marsh hatte zwischenzeitlich geheiratet. Seine Frau Helena hatte er in einem Club im Londoner Stadtteil Vauxhall kennengelernt.[11] Die Modehaus-Angestellte wurde nach Waddingtons Abgang in Marshs musikalisches Schaffen integriert, wodurch eine poppigere Ausrichtung entstand, zu hören auf dem Album Concience.[2][5][9] Es erschien am 8. Februar 1993 und enthält die vorab am 11. Januar veröffentlichte Single Sweet Harmony,[12] die zum Hit wurde.[11] Die Top-Ten-Platzierung von Sweet Harmony und das im Sog dieses Erfolges ins Spitzenfeld der Charts vordringende Album bedeutete den Karrierehöhepunkt, denn mit den folgenden drei Single-Auskopplungen ließ der Erfolg nach und The Beloved zog sich für rund drei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück.[4] Das Paar stürzte sich erst einmal in den USA in den dortigen Techno-Underground.[11]

Zwar gelang der Band 1996 mit dem Nachfolger X und drei Singles ein Comeback, allerdings war die stilistische Ausrichtung der Gruppe nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Außerdem hatte John Marsh das DJing für sich entdeckt und beendete die Karriere als The Beloved im Jahr 1997.[4] Seine neue als DJ erwies sich als beständiger,[13] und erst ab dem Jahr 2000 verspürte er die Lust wieder vereinzelt Lieder unter seinem Bandnamen zu veröffentlichen.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich als Psychedelic-Pop-Band gegründet, wandte sich die Gruppe Ende der 1980er Jahre unter dem Einfluss der britischen Rave-Szene der elektronischen Musik zu, ließ nach Helena Marshs Einstieg kommerzielle Popmusik einfließen, um nach einer der Inspiration dienenden Überseereise wieder mehr Elemente des Techno zuzulassen.

Diedrich Diederichsen schrieb in seiner Where-It-Is-Rezension für das Spex: „[E]in rührender, sensibel-unterernährter Haufen, der […] eher an Atmosphäre als an präzisem in Noten aufschreibbarem guten Songwriting […] interessiert ist, also in höchster Gefahr idealistischer Verdunkelung schwebt, aber dennoch eine nette Platte zurechtgezaubert hat. […] [D]ie ewig schwebende, offene Songstruktur wird nicht mit Wall-Of-Sound zugemacht […], sondern einfach freigelassen […].“[14]

Über Happiness heißt es im Rough Guide to Rock, es sei mit seiner Mischung aus Pop und Dance ein „Feel-good-Sountrack“ der frühen 1990er.[4] Andre Luth gab im Musikexpress an, das Album sei „eher auf der Pop-Seite des Dancefloors“ angesiedelt.[15]

Trotz des Käuferinteresses, dafür wegen seines schlichten Popcharakters, bezeichnet die Encyclopedia of Popular Music das Album Conscience als „unauffällig“.[2] Schlecht weg kommt es auch im Musikexpress: „Die neue Mischung aus Discoelementen, Electro Pop und Jon Marshs Depeche Mode-Stimme ist reichlich undefiniert. Concience […] ist zum Zuhören zu flach und zum Tanzen zu poppig.“[16] Ähnlich urteilt Allmusic, denn die faden und seichten Synth-Pop- und Dance-Stücke stellten keine Konkurrenz für die Pet Shop Boys oder Erasure dar.[17]

Auf X gehe es „düsterer und härter“ zu, meinte die Zeitschrift Mädchen, was insbesondere an den Texten liege, in denen Jon Marsh den Tod seines Vaters verarbeite.[11] Eine Stagnation machen sowohl The Rough Guide to Rock als auch The Encyclopedia of Popular Music aus.[2][4] Im Musikexpress hieß es, das Album enthalte gefällige, „vor sich hin blubbernde Tracks“, aber je tiefer in die Domäne von New Order eingedrungen werde, desto schwächer falle das Resultat aus.[18]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben und Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: Where It Is (Flim Flam)
  • 1990: Happiness (Atlantic)
  • 1990: Blissed Out (Remix von Happiness, East West)
  • 1993: Conscience (East West)
  • 1996: X (East West)
  • 1996: Sampler not for Sale (Promo-Kompilation, East West)
  • 1997: Single File (Kompilation, East West)
  • 2005: The Sun Rising (Kompilation, WEA)
  • 2011: Sweet Harmony: The Best of The Beloved (Doppel-CD-Kompilation, Music Club Deluxe)

Singles und EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: A Hundred Words
  • 1986: This Means War
  • 1987: Happy Now (EP)
  • 1987: Surprise Me/Forever Dancing (Double-A)
  • 1987: Forever Laughing
  • 1988: Loving Feeling
  • 1988: Acid Love
  • 1989: Your Love Takes Me Higher
  • 1989: The Sun Rising
  • 1990: Hello
  • 1990: Your Love Takes Me Higher (Wiederveröffentlichung)
  • 1990: The Sun Rising (Wiederveröffentlichung)
  • 1990: Time After Time
  • 1990: The Remix E.P. (Promo, die vier zuletzt veröffentlichten Single-Titel zusammengefasst, B-Seite leer)
  • 1990: It’s Alright Now
  • 1990: Blissed Out (Excerpts)
  • 1993: Sweet Harmony
  • 1993: Celebrate Your Life/You’ve Got Me Thinking (Double-A)
  • 1993: Outer Space Girl
  • 1993: Rock to the Rhythm of Love
  • 1995: 1000 Years from Today (Promo)
  • 1996: Satellite
  • 1996: Deliver Me
  • 1996: Ease the Pressure
  • 1996: Physical Love/Three Steps to Heaven (Double-A)
  • 1996: Crystal Wave (Promo)
  • 1997: The Sun Rising (Remix)
  • 2000: With You
  • 2000: Timeslip
  • 2008: Open Emotion (Promo)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE / AT / CH / UK / US, abgerufen am 6. März 2013.
  2. a b c d e f g h  Colin Larkin (Hrsg.): The Encyclopedia of Popular Music. 5. Auflage. Omnibus Press/Muze, London 2011, ISBN 0-85712-595-8, Beloved (online unpaginiert, https://books.google.de/books?id=_NNmFiUnSmUC&pg=PA2006-IA476&lpg=PA2006-IA476&dq=%22Beloved%22&source=bl&ots=JboRyr-h-s&sig=e-j2baZBbNOPaTDxxgDPWPvoRDA&hl=de&sa=X&ved=0CDAQ6AEwAjgKahUKEwiXl77qhLvIAhUEFiwKHfFQBZA#v=onepage&q=%22Beloved%22=false, abgerufen am 24. März 2015).
  3. Joeg_67: The Beloved. Live Reviews. In: songkick.com. Abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  4. a b c d e f g h i j k l m  Justin Lewis: The Beloved. In: Peter Buckley (Hrsg.): The Rough Guide to Rock. The Definitive Guide to more than 1200 Artists and Bands. 3., erweiterte und komplett durchgesehene Auflage. Rough Guides Ltd./Penguin Books Ltd., London Oktober 2003, ISBN 1-84353-105-4, S. 82 (https://books.google.de/books?id=7ctjc6UWCm4C&pg=PT89&lpg=PT89&dq=%22The+Beloved%22&source=bl&ots=YEmjDhYLB4&sig=wB-WoKyYJ-LUhaLlrnLB3EFAnUo&hl=de&sa=X&ved=0CEIQ6AEwBWoVChMIz9jG7r-7yAIVAewUCh36HgWu#v=onepage&q=%22The%20Beloved%22f=false, abgerufen am 24. März 2015).
  5. a b c d e f Biography. In: thebeloved.com. Abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  6. The Beloved. In: eagle-imusic. Abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  7. a b c d e  WEA (Hrsg.): Product Facts. The Beloved. Happiness. 1990 (Waschzettel).
  8. Frankie Teardrop: The Beloved – Demos & Peel Sessions 1983-85. In: systemsofromance.com. 28. August 2013, abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  9. a b c d Jason Ankeny: The Beloved. Biography by Jason Ankeny. In: allmusic.com. Abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  10. Jon Marsh: Jon Marsh (The Beloved) on the Best Ecstasy Records… In: testpressing.wordpress.com. 27. Februar 2010, abgerufen am 24. März 2015 (englisch, Einleitung: „Stolen wholesale from the DJ History thread about the best ecstasy records, here’s Jon Marsh talking about ‘The Sun Rising’.“).
  11. a b c d  Club-Stars und Ehepaar. In: Mädchen. Nr. 10/96, 30. April 1996, S. 82.
  12.  Robbert Tilli: The Beloved Still Loved After Long Absence. In: Music & Media. 30. Januar 1993, S. 27.
  13. John Mitchell: Beatsworkin'/Reform, Brighton. In: theguardian.com. 8. Mai 2010, abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  14.  Diedrich Diederichsen: The Beloved. Where It Is. In: Spex. Januar 1988, LP-Kritik, S. 48.
  15.  Andre Luth: Das europäische House. In: Musikexpress/Sounds. Nr. 416, September 1990, A la Carte, S. 8 f.
  16.  The Beloved. In: Musikexpress/Sounds. Nr. 446, März 1993, Kurz & klein, S. 82.
  17. William Ruhlmann: The Beloved. Conscience. Allmusic Review by William Ruhlmann. In: allmusic.com. Abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  18.  H[orst] M[ichel]: The Beloved. X. In: Musikexpress/Sounds. Nr. 484, Mai 1996, Platten von A – Z, S. 58.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kurzbiografien ähneln sich stark im Wortlaut, unterscheiden sich jedoch markant in der Frage der Eintrittsreihenfolge von Waddington und Gausden. Das zuletzt hinzugekommene Mitglied sei Waddington gewesen, heißt es bei Allmusic, in der Encyclopedia of Popular Music und im Rough Guide to Rock. Die Band-Homepage, eine weitere als Einzelnachweis angeführte Website sowie die englische Sprachversion der Wikipedia nennen dagegen Gausden als spätesten Eintritt. Neben dem Gewicht der Eigendarstellung spricht auch der Fakt, dass sich der Kern der Band aus Cambridge-Studenten zusammensetzte, für Waddington als das frühere Mitglied.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]