Theater der griechischen Antike

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Insbesondere zur Entstehung, zum Aufbau und zur gesellschaftlichen Funktion.
Das Dionysostheater in Athen nach Umbauten in römischer Zeit, wie es sich ein Zeichner 1891 vorstellte.

Die Geschichte des antiken griechischen Theaters umfasst einen Zeitraum von nahezu tausend Jahren. Bereits die Vorformen waren kultischer Natur und bestanden in Chorliedern (Dithyramben) und Tänzen, die zunehmend mit Handlungs-Elementen verbunden wurden. Insbesondere der Dionysos-Kult war für die Entwicklung des Dramas wesentlich. Das Theater der griechischen Antike erreichte seinen Höhepunkt im 5. Jahrhundert mit den Stücken der drei großen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides und den Stücken der Alten Komödie, insbesondere des Kratinos und des Aristophanes. Während der kultische Zweck zunehmend in den Hintergrund trat, erfüllte das Theater eine wichtige Funktion für die Entwicklung der attischen Demokratie: es stand für Selbstvergewisserung, Repräsentation und Machtdemonstration der Polis-Gesellschaft. Das antike griechische Theater war ein Theater der freien Bürger beiderlei Geschlechts: der Besuch der Aufführungen war demokratisches Recht und religiös-moralische Pflicht zugleich.[1] Aufgrund sinkender Zuschauerzahlen führte der athenische Staat im 4. Jahrhundert v. Chr. eine Ersatzzahlung für den Verdienstausfall während des Besuchs der Aufführungen ein.

Nach dem Niedergang der attischen Demokratie integrierte der römische Staat die Formen des griechischen Theaters in sein Festwesen und baute das Theater zu einem massenwirksamen Instrument der Unterhaltung und politischen Machtrepräsentation aus.

Die Entwicklung der gesamten abendländischen Theaterkultur geht auf das Theater der griechischen Antike zurück und ist sowohl durch die überlieferten Dramen als auch durch theaterästhetische Elemente (wie den Chor und die Verwendung von Masken) und vor allem durch die Reflexion der gesellschaftlichen Rolle von Theater entscheidend durch dieses geprägt worden.[2]

Entstehung[Bearbeiten]

Theater von Epidauros

Die Dionysien und der für das heutige Theater wichtigste Teil, die Tragödien, wurden schon unter Peisistratos zu einem staatlich-religiös wichtigen Fest, durch die Phylenreform des Kleisthenes wurde aber ganz Attika an den dionysischen Festen beteiligt. Anfänglich gab es nur einen Schauspieler, zu dem ein Chor gehörte, der vermutlich aber nicht sang, sondern dem Schauspieler gelegentlich antwortete. Nach der Zerstörung durch die Perser entwickelte sich zu dem theatron eine skené, und bald wurden immer weitere Zusätze erfunden. Den drei Tragödien folgte das Satyrspiel, ein heiteres, befreiendes Nachspiel.

Die klassische Blüte des griechischen Theaters endete mit dem Niedergang der klassischen Polis Athen und der Gründung der hellenistischen Königreiche.

Die Wesenszüge der griechischen Bühnenkunst sind vor allem aufgrund der Poetik des Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) erhalten geblieben. Der Einfluss auf das europäische Theater zeigt sich einerseits dadurch, dass viele Stoffe, die von den klassischen Griechen verwendet wurden, später immer wieder Interesse hervorriefen und weiterverwendet wurden, so schon von den altrömischen Komödiendichtern Plautus und Terenz. Andererseits gab es aber auch zahlreiche Versuche, eine „Wiedergeburt“ der klassischen Zeit anzuregen, immer unter Einbeziehung der jeweils herrschenden Zeitströme.

Aufbau[Bearbeiten]

Dionysostheater, Plan von Ernst Ziller, 1877
Idealtypus des antiken griechischen Theaters

Bei den griechischen Theatern handelte es sich um Freilufttheater, die in einen Hang hinein gebaut wurden, meist in Nord-Süd-Ausrichtung. Die Forschung zur griechischen Theaterpraxis ist mit dem Umstand konfrontiert, dass es nur sehr wenige Dokumente zum Theater des fünften Jahrhunderts v. Chr. gibt, des so genannten klassischen Zeitalters der Tragödienschreiber Aischylos, Sophokles und Euripides. So ist z.B. bis heute nicht geklärt, ob die Orchestra und die Zuschauertribünen, das sogenannte Theatron, im athenischen Dionysostheater des fünften Jahrhunderts bereits eine runde Form aufwiesen mit einem der Orchestra vorgelagerten Bühnenhaus (wie in der nebenstehenden Skizze) oder ob Orchestra und Theatron rechteckig waren. Die wenigen erhaltenen griechischen Theater des fünften Jahrhunderts weisen alle eine rechteckige Form auf. Als weitgehend gesichert gelten auch für das fünfte Jahrhundert folgende Bauelemente:

  • Theatron (zunächst aus Holz, später aus Stein),
  • Skené (hölzernes Bühnenhaus, daher auch „Szene“),
  • Orchestra, die Spielfläche für Chor und Schauspieler,
  • Parodoi, die zwei seitlichen Zugänge zur Orchestra,
  • Ekkyklema, eine Plattform, die aus dem Haus gerollt wurde, um hinterszenische Szenen innerhalb des Hauses in einem Tableau zu vergegenwärtigen,
  • Mechane, ein Kran, mit dem der deus ex machina scheinbar auf die Bühne herabschwebte und in das tragische Geschehen eingriff.

Die Dokumentenlage zur eigentlichen Schauspielpraxis ist ebenfalls dürftig.

Als Ursprung der griechischen Tragödie gelten die Dithyramben, feierliche Chorlieder zu Ehren des Dionysos, als deren Meister Arion von Lesbos gilt. Der erste Tragödiendichter war Thespis, an ihn erinnert noch heute die Bezeichnung des Theaters als Thespiskarren, er stellte dem Chor einen einzelnen solistischen Schauspieler, den Protagonisten, in der Maske des Dionysos gegenüber. Aischylos führte den zweiten Schauspieler, den Antagonisten, ein und Sophokles schließlich den dritten, den Tritagonisten.

Die Zahl der Schauspieler blieb auch weiterhin auf drei begrenzt. Sollten mehr Personen auftreten, so niemals mehr als drei zugleich, und mindestens ein Darsteller musste die Maske wechseln.

Der Chor bestand aus 12 oder 15 Choreuten, zog nach dem Prolog durch die Parodoi in das Theater ein und blieb in der Regel während der ganzen Aufführung in der Orchestra.

Als Darsteller und Choreuten (Mitglieder des Chores) durften nur Männer auftreten. Es wurde mit Masken gespielt.

Die Bewegungsabläufe der Choreuten und Schauspieler, die Sprechweise bzw. der Gesang und die Musik sind kaum überliefert. In der Forschung herrscht ein großer Streit darüber, inwiefern von den erhaltenen Dramentexten Rückschlüsse auf die Bühnenpraxis vorgenommen werden können. Trotz eines großen Forschungsinteresses ist im Grunde noch sehr wenig über das antike griechische Theater bekannt.

Prinzipieller Handlungsverlauf[Bearbeiten]

  • Prolog/Exposition
  • Einzugslied/Parodos (gesungen durch einen Chor)
  • 1. Epeisodion/steigende Handlung
  • 1. Standlied/Stasimon (gesungen durch einen Chor)
  • 2. Epeisodion/Höhepunkt
  • 2. Standlied (gesungen durch einen Chor)
  • 3. Epeisodion/Peripetie
  • 3. Standlied (gesungen durch einen Chor)
  • 4. Epeisodion/fallende Handlung
  • 4. Standlied (gesungen durch einen Chor)
  • 5. Epeisodion
  • 5. Standlied (gesungen durch einen Chor)
  • 6.Exodus/Katastrophe
  • 6.Schlusswort (gesungen durch einen Chor)

Gesellschaftliche Funktion[Bearbeiten]

Das griechische Theater war nicht nur für Männer bestimmt. Zwar konnten nur freie Bürger teilnehmen (keine Sklaven), aber für die Frauen waren die hinteren Reihen der Sitzplätze reserviert. Nur auf der Bühne gab es keine Frauen als Schauspieler.

Die Ausstattung des Chors und sein Unterhalt waren Aufgabe des Choregen. Die Choregie war eine wichtige Leiturgie, d. h. Leistung eines Privatmannes für die Polisgemeinschaft.

Das Theater diente zur Unterhaltung der Bevölkerung, und ab der Entstehung der Komödie auch zur Belustigung. Durch den religiösen Charakter war der Besuch zwar gesellschaftlich verpflichtend, aber die Ehrung der Schauspieler und Autoren zeugt von einer weitergehenden Würdigung – berühmte Beteiligte wurden den Rest ihres Lebens geehrt und von der eigenen Dorfgemeinschaft versorgt.

Dichter und Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Tragödien[Bearbeiten]

Komödien[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Brauneck, Manfred und Schneilin, Gérard: Theaterlexikon. Rowohlts Enzyklopädie. Reinbek bei Hamburg 1986, S. 66
  2. Brauneck, Manfred: Das Theater der Antike. Hellas. In: ders.: Die Welt als Bühne. Geschichte des europäischen Theaters, Erster Band. J.B. Metzler Verlag, Stuttgart-Weimar, S.2-3