Thomas Kuzio

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Thomas Kuzio (* 29. März 1959 in Altentreptow, Mecklenburg-Vorpommern) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Glasbildner.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Kuzio wurde 1959 in Altentreptow in Mecklenburg geboren. Mit dem Abitur machte er einen Berufsabschluss als Baufacharbeiter. Nach einem Glasmalerpraktikum studierte Kuzio von 1981 bis 1989 künstlerische Glasgestaltung bei Rüdiger Reinel an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Diplom). Seit 1989 lebt und arbeitet er in Sommersdorf am Kummerower See in Mecklenburg-Vorpommern.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Kuzio arbeitet bei der Gestaltung von Glasfenstern neben der klassischen Materialverwendung des mundgeblasenen Echtantikglases und der Verbleiungstechnik vor allem mit einer ausgeprägten glasmalerischen Technik. Pointillismus, Drip Painting und expressiver Farbeinsatz in geometrischen Strukturen kennzeichnen den Stil seiner Glasarbeiten und Tafelbilder. Kuzios glasbildnerische Arbeiten bewahren eine große Autonomie gegenüber der umgebenden Architektur.

Der Zyklus von 1996 für die profanierte neoromanische Kirche St. Josef in Neubrandenburg (Multikulturelles Zentrum Latücht) gilt als Schlüsselwerk für Kuzios Bildsprache. Die farbliche Binnenstruktur und die handwerkliche Technik lassen die neun Rundbogenfenster zum Hauptschmuck des sonst schlichten Baus werden.

Der 2002 entstandene Fensterzyklus von Altarraum und Chor der Evangelischen Kirche Bartholomäus in Ribnitz-Damgarten zeigt Kuzios gereiften Personalstil in einem anspruchsvollen architektonischen Kontext. Hier sind erstmals auch ikonografische Bezüge zur Ausstattung des Altarraums hergestellt.

Für die Verglasung des Chores der evangelisch-reformierten Kathedral- und Stadtkirche St. Jakob in Köthen hat Kuzio 2006 im Entwurf einen Restbestand figürlicher Glasmalerei aus dem 15. Jahrhundert mit einem streng konstruktivistischen Bleiriss ergänzt.

Bislang bedeutendste Arbeit des Künstlers ist 2012 die Ausstattung von Krypta und Taufkapelle des Doms St. Peter und St. Paul in Naumburg mit vier Fenstern. Im Mai 2017 wurde bekanntgegeben, dass Kuzio den Auftrag zur künstlerischen Gestaltung des letzten Fensters im Hauptschiff des Ulmer Münsters erhalten hat, das seit dem Zweiten Weltkrieg noch mit einer Notverglasung versehen war. Die Einweihung des 13 Meter hohen Ulmer Kuzio-Fensters fand am Pfingstsonntag im Mai 2018 statt.[1]

Neben seiner architekturbezogenen Arbeit mit Glas fertigt Kuzio auch malerische, zeichnerische und druckgrafische Werke.

Architekturbezogene Arbeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Brülls: Licht gestalten/ Positionen zeitgenössischer Glasmalerei in Sachsen-Anhalt. Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Halle 2008, S. 42–49.
  • Holger Brülls, Horst Schwebel, Detlef Stapf: Thomas Kuzio. Maler. Glasmaler. Hinstorff Verlag, Rostock 2010.
  • Holger Brülls: Glanzlichter. Gegenwartskunst Glasmalerei. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2014.
  • Norbert Buske: Spuren der Ewigkeit. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2003, S. 178–179,
  • Joseph Hanimann: Kirchenfensterblicke/ Sakral-vital: Eine Ausstellung über zeitgenössische Deutsche Glasmalerei in Chatres. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 198, 28. August 2012, S. 13.
  • Günter Kowa: Triumph in leuchtendem Gold. In: Mitteldeutsche Zeitung. 23. April 2011.
  • Julia Ricker: Kunst kennt keine Provinz. In: Monumente. G 2976, 5. 2012, S. 79–78.
  • Robert Tollet (Hrsg.): Mes crèations de vitraux. In: Le vitrail monumental. Crèations de 1980 à 2010. Liège 2011, ISBN 978-2-9600935-2-0, S. 193–204.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Pusch: Neues Fenster: Mehr Licht im Münster. In: swp.de. 5. Mai 2018, abgerufen am 27. Mai 2018.