Tina Sauerländer

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Tina Sauerländer (* 1981 in Kassel) ist eine deutsche Kuratorin und Autorin. Sie ist Mitbegründerin und Direktorin von peer to space, einer international tätigen Ausstellungsplattform, die 2010 in München gegründet wurde.[1]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sauerländer wuchs in Melsungen auf und legte dort an der Geschwister-Scholl-Schule im Jahr 2000 ihr Abitur ab. Anschließend studierte sie Kunstgeschichte, Betriebswirtschaftslehre und bayerische Kirchengeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität. Von 2007 bis 2011 war sie als kaufmännische Assistenz am Haus der Kunst in München unter der Leitung von Chris Dercon tätig. Von 2011 bis 2013 arbeitete sie für die Berliner Camera Work AG, einer Galerie für zeitgenössische Fotografie. Von 2013 bis 2015 war sie als Kuratorin für die Sammlung Haupt in Berlin tätig.

Seit 2010 arbeitet Sauerländer als freie Kuratorin und Autorin. Sie ist Mitbegründerin der internationalen Ausstellungsplattform peer to space, der Recherchedatenbank für Virtual Reality-Kunst Radiance VR, sowie Gründerin des SALOON, einem Netzwerk für Frauen in der Berliner, Hamburger, Pariser und Wiener Kunstszene.

In Kooperation mit der mexikanisch-kanadischen Kuratorin Erandy Vergara entwickelte sie 2017 mit Unterstützung des Goethe-Instituts in Montréal sowie Studio XX das Ausstellungskonzept Critical Approaches in Virtual Reality Art, das seitdem u. a. im Halcyon Arts Lab in Washington, D.C. mit der Ausstellung Envisioning The Future (2018) zu sehen war.

peer to space[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sauerländer gründete die Ausstellungsplattform peer to space zusammen mit Maja Block im Jahr 2010 in München. Nach dem Ausstieg von Maja Block leitete sie peer to space von 2013 bis 2017 allein von Berlin aus. Seit 2017 ist Peggy Schoenegge als Partnerin Teil des Teams. Peer to space verbindet das Konzept des Peer-to-Peer-Netzwerks mit der Idee, neuen künstlerischen Ausdrucksformen Raum zu geben. Peer to space hat keinen eigenen Ausstellungsraum, sondern arbeitet projektbezogen mit Kunstinstitutionen wie dem Haus der elektronischen Künste Basel[2] oder dem NRW-Forum Düsseldorf[3] zusammen, um internationale Gruppenausstellungen zu realisieren. Sie beschäftigen sich damit, wie das Internet und das digitale Zeitalter Gesellschaft und persönliche Lebenswelten verändern und prägen. Ein Hauptanliegen ist zudem die Präsentation von Kunst mit neuen Medien wie Virtual Reality oder Augmented Reality.

Radiance VR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit Philip Hausmeier gründete Sauerländer Radiance VR, eine internationale Online-Plattform für die Recherche von künstlerischen Virtual Reality-Erfahrungen. Sie repräsentieren internationale Künstler, die mit dem Medium arbeiten, darunter Tamiko Thiel, Jakob Kudsk Steensen und Manuel Roßner. In projektbezogenen Kooperationen mit Institutionen wie dem Künstlerhaus Graz, Process Festival Dortmund, Open Source Festival Düsseldorf, Bayerisches Filmzentrum München oder Digifest in Toronto verhelfen sie VR-Kunst zu mehr Sichtbarkeit.[4]

SALOON[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SALOON ist ein von Sauerländer im Jahr 2012 in Berlin gegründetes Netzwerk für Frauen, die in der Kunstbranche als Kuratorinnen, Künstlerinnen, Journalistinnen oder in Galerien, Museen oder Universitäten tätig sind. Sauerländer leitet den SALOON Berlin zusammen mit den Künstlerinnen Ornella Fieres und Julia Herfurth. Seit 2017 hat der SALOON weitere Standorte in Hamburg, Paris und Wien. Der Name bezieht sich ironisch auf die einst männlichen Sphären der Salons de Paris sowie der Kneipen des Wilden Westens.[5]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Touching From A Distance II – Transmediationsprozesse im digitalen Zeitalter, Goethe-Institute Toronto (CAN), mit: Jonas Blume, Manja Ebert, Ornella Fieres, Aron Lesnik, Lorna Mills, Sarah Oh-Mock, Julia Charlotte Richter, Anna Ridler, The Swan Collective, Tina Wilke, 22. März bis 23. Mai 2019[6]
  • Pendoran Vinci. Kunst und Künstliche Intelligenz heute, NRW Forum Düsseldorf, kuratiert mit Peggy Schoenegge, mit: Nora Al-Badri & Jan Nikolai Nelles, Jonas Blume, Justine Emard, Carla Gannis, Sofian Audry and Erin Gee, Liat Grayver, Faith Holland, Tuomas A. Laitinen und William Latham, 9. Juni bis 19. August 2018[7]
  • Die ungerahmte Welt. Virtuelle Realität als künstlerisches Medium für das 21. Jahrhundert, HeK (Haus der elektronischen Künste Basel), mit: Li Alin, Banz & Bowinkel, Fragment.In, Martha Hipley, Rindon Johnson, Marc Lee, Mélodie Mousset & Naëm Baron, Rachel Rossin, Alfredo Salazar-Caros, 18. Januar bis 5. März 2017[8]
  • Sometimes You See Your City Differently, Feindberg Projects, Tel Aviv, mit: Diana Artus, Hirohito Nomoto, Pola Sieverding, Eli Singalovski, 26. Mai bis 9. Juli 2016[9]
  • Porn to Pizza — Domestic Clichés, DAM Gallery, Berlin, mit: Anthony Antonellis, Kim Asendorf, Ole Fach, Domenico Barra, Petra Cortright, Kate Durbin, Carla Gannis, Laurence Gartel, Emilie Gervais, Claudia Hart, Paul Hertz, Faith Holland, Lindsay Lawson, Jessica Lichtenstein, Patrick Lichty, Mark Napier, Eva Papamargariti, Angelo Plessas, Hayley Aviva Silverman, Cornelia Sollfrank, Jonny Star, 5. September bis 24. Oktober 2015[10]
  • Money Works Part 2, Haus am Lützowplatz (Studiogalerie), Berlin, mit: Katharina Arndt, Alexandra Baumgartner, Jennifer Chan, César Escudero Andaluz, Nadine Fecht, Manuel Gras, Maarten Janssen, Ralf Kopp, Alicja Kwade, Erica Lapadat-Janzen, Lorna Mills, Yoshi Sodeoka, Virginie Mossé, Maximilian Roganov, Sebastian Siechold, Philipp Valenta, Vadim Zakharov, 30. August bis 12. Oktober 2014[11]
  • Non-Stop Infinity – Lance Wakeling, Future Gallery, Berlin, Boque auf Croque, München, kuratiert mit Maja Block und Mike Ruiz mit: Lindsay Lawson, Niko Princen, Rafaël Rozendaal, Spiros Hadjidjanos, Swyndle & Hawks, September bis Oktober 2011[12]
  • Identity Reset? Photo reportage from the Balkans to Afghanistan, Boque auf Croque, München, kuratiert mit Maja Block, mit: Adina Huber, Florian Generotzky, Mika Schmidt, September bis Oktober 2010[13]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Interview – Ein Gespräch Tina Sauerländer and Peggy Schoenegge, in: Kunstmuseum Stuttgart: Mixed Realities, Ausstellungskatalog, Stuttgart, 2018
  • Die ungerahmte Welt der virtuellen Realität, in: HeK (Haus der elektronischen Künste Basel): Die ungerahmte Welt. Virtuelle Realität als künstlerisches Medium, Ausstellungskatalog, 2017
  • Gregor Hildebrandt – Die Anwesenheit des Abwesenden, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 113/2, 2016
  • Taryn Simon – Archive des Unsichtbaren, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 109/7, 2015
  • Alicja Kwade – Die Konstruktion der Wirklichkeit, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 107/19, 2014
  • Anselm Reyle – Pop Abstraktion, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 106/12, 2014
  • Carsten Nicolai – Das Potenzial des Prozesshaften, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 104/25, 2013
  • Sammlung Haupt. Dreißig Silberlinge – Kunst und Geld, Katalog der Sammlung, herausgegeben von Hermann Büchner und Tina Sauerländer, Edition Braus, Berlin, Germany, 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. peer to space. Abgerufen am 14. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. HeK: HeK - In The Woods - part II. Abgerufen am 14. November 2019.
  3. Pendoran Vinci: NRW-Forum Düsseldorf. Abgerufen am 14. November 2019.
  4. Start. Abgerufen am 14. November 2019.
  5. SALOON - Network for Women of Berlin’s art scene. Abgerufen am 14. November 2019.
  6. Installation: Touching from a Distance II: Transmediations in the Digital Age - Goethe-Institut Kanada. In: www.goethe.de. Abgerufen am 10. Dezember 2019 (englisch).
  7. Pendoran Vinci: NRW-Forum Düsseldorf. In: www.nrw-forum.de. Abgerufen am 10. Dezember 2019.
  8. Ausstellung DIE UNGERAHMTE WELT
  9. SOMETIMES YOU SEE YOUR CITY DIFFERENTLY. In: www.peertospace.eu. Abgerufen am 10. Dezember 2019 (englisch).
  10. PORN TO PIZZA – DOMESTIC CLICHÉS. In: dam-gallery.de. 5. September 2015, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  11. Money Works Part 2 peer to space : Haus am Lützowplatz. In: www.hal-berlin.de. Abgerufen am 10. Dezember 2019.
  12. Non-Stop Infinity : The Future Gallery. In: thefuturegallery.org. Abgerufen am 10. Dezember 2019 (englisch).
  13. peer to space - IDENTITY RESET? In: www.peertospace.eu. Abgerufen am 10. Dezember 2019 (englisch).