Totimpfstoff

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Ein Totimpfstoff ist ein Impfstoff, der nicht aus replikationsfähigen Pathogenen besteht, sondern aus einzelnen Bestandteilen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Totimpfstoffe werden Toxoide, inaktivierte Pathogene (Ganzpartikelimpfstoffe), Konjugatimpfstoffe, Spaltimpfstoffe und Untereinheitimpfstoffe verwendet.[1] Ein Grenzfall zwischen Totimpfstoffen und Lebendimpfstoffen bildet das Modified-Vaccinia-Ankara-Virus, welches zwar Zellen im Geimpften infizieren kann, jedoch nicht in diesen Zellen repliziert wird. Im Gegensatz zu Totimpfstoffen bestehen Lebendimpfstoffe aus Erregern, die noch replizieren können oder zumindest infizieren (z. B. Pockenimpfstoffe) können.

Toxoidimpfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Toxoidimpfstoff

Toxoidimpfstoffe werden durch Fixierung von Toxinen erzeugt. Das Toxin verliert dabei seine Toxizität, jedoch ist die Veränderung gering genug, damit eine Immunreaktion erzeugt wird, die auch gegen das nicht-fixierte Toxin im Falle einer späteren Infektion wirkt. Beispiele für Toxoidimpfstoffe sind der Diphtherieimpfstoff, der Pertussisimpfstoff und der Tetanusimpfstoff sowie der kombinierte DTP-Impfstoff.

Inaktivierte Impfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Virusinaktivierung

Inaktivierte Ganzpartikelimpfstoffe werden durch Fixierung gereinigter Pathogene erzeugt. Beispiele für inaktivierte Impfstoffe sind der Choleraimpfstoff, der Hepatitis-A-Impfstoff, der Tollwutimpfstoff und der Polioimpfstoff.

Spaltimpfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Spaltvakzine

Spaltimpfstoffe werden durch Fixierung und Auflösung der Lipiddoppelschicht mit Tensiden oder polaren organischen Lösungsmitteln erzeugt. Beispiele für Spaltimpfstoffe sind manche Influenzaimpfstoffe.

Untereinheitenimpfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Untereinheitenimpfstoff

Untereinheitenimpfstoffe bestehen aus gereinigten Antigenen, die teilweise rekombinant erzeugt werden. Beispiele für Untereinheitenimpfstoffe sind manche Influenzaimpfstoffe, der HPV-Impfstoff und der Hepatitis-B-Impfstoff.

Konjugatimpfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Konjugatimpfstoff

Konjugatimpfstoffe bestehen aus einem gereinigten Antigen, das anschließend an ein weiteres Trägermolekül gekoppelt wird. Als Trägermoleküle werden das Toxoid des Diphtherietoxins, das Toxoid des Tetanustoxins oder das Kapselmaterial von Neisseria meningitidis verwendet. Ein Beispiel für eine Impfung mit einem Konjugatimpfstoff ist die HIB-Impfung, manche Pneumokokkenimpfstoffe und manche Meningokokkenimpfstoffe.

Experimentelle Totimpfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Impfstoffentwicklung werden unter anderem Peptidimpfstoffe, DNA-Impfstoffe und virale Vektoren untersucht. Peptidimpfstoffe sind meistens per Peptidsynthese erzeugte Peptide. DNA-Impfstoffe bestehen meistens aus Plasmiden, die das Antigen codieren. Virale Vektoren basieren auf viralen Partikeln, die das Gen des Impfstoffs in eine Zelle einschleusen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lothar Rink, Andrea Kruse, Hajo Haase: Immunologie für Einsteiger. Ausgabe 2, Springer-Verlag, 2015. ISBN 9783662448434. S. 138–139.