Tschugger

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Fernsehserie
Originaltitel Tschugger
Produktionsland Schweiz
Originalsprache Walliserdeutsch
Genre Komödie, Kriminalfilm
Länge 30 Minuten
Episoden 10 in 2 Staffeln
Produktions-
unternehmen
Shining Film
Idee David Constantin und Mats Frey
Regie
  • David Constantin
  • Leandro Russo
Drehbuch
  • David Constantin
  • Mats Frey
  • Johannes Bachmann
  • Rafael Kistler
  • Leandro Russo
Produktion Sophie Toth
Erstausstrahlung 28. Nov. 2021 auf SRF, Sky Switzerland
Besetzung
  • David Constantin: Johannes «Bax» Schmidhalter
  • Dragan Vujic: Pirmin Lötscher
  • Anna Rossinelli: Annette Brotz
  • Cedric Schild: Patrick, Smetterling
  • Stefan Perceval: Mirko
  • Laurent Chevrier: Polizeichef Diego Biffiger †
  • Annalena Miano: Valmira
  • Arsène Junior Page: Juni
  • Olivier Imboden: Rinaldo Fricker
  • Clelia Fux: Gerda Gerber †
  • Gabriel Oldham: Frank «Frängi» Cina †[1]
  • Fabrice Schalbetter: Dr. Mario Schmidhalter

Tschugger ist eine Fernsehserie des SRF in Zusammenarbeit mit Sky Switzerland aus dem Jahr 2021 von David Constantin und Mats Frey. Die Krimiparodie spielt im Kanton Wallis.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Serie steht eine Zentrale der Walliser Kantonspolizei. Der Ich-Erzähler Johannes «Bax» Schmidhalter (der zu Beginn seiner Karriere Bernard Rappaz verhaftet hat) ermittelt auf eigene Faust in einem Fall von illegalem Handel mit Cannabis. Während der Präsentation eines Werbefilms durch Pirmin Lötscher für die lokale Polizei wird die Bundespolizistin Annette Brotz vorgestellt, die interne Ermittlungen im Zusammenhang mit einer ausgearteten Betriebsfeier im Pfynwald aufnimmt. Bax spannt den Praktikanten Patrick «Smetterling» aus Zürich für eine verdeckte Ermittlung ein. Smetterling soll mit einer Drohne Cannabis über die Schweizer Grenze schmuggeln. Die Aktion auf dem Simplonpass wird durch zwei italienische Schmuggler gestört, die durch den Praktikanten Smetterling während eines Schusswechsels erschossen werden. Der Praktikant wird dabei ebenfalls getroffen und schwer verletzt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Werbefilmer David Constantin präsentierte seine Idee für Tschugger bereits 2017 bei SRF. Dieses lehnte die Serie mit der Begründung ab, dass sie zu nahe an Wilder sei, ebenfalls eine Eigenproduktion des SRF. Constantin produzierte daraufhin zusammen mit der Shining Film AG einen Teaser, der den Humor und die Tonalität besser vermitteln sollte. Der Teaser überzeugte schliesslich nicht nur SRF, sondern auch den Schweizer Ableger des Streaming-Anbieters Sky, der Tschugger als sein erstes Schweizer Original mitproduzierte.[2]

Die Produzentin Sophie Toth von der in Zürich ansässigen Shining Film AG produziert die Serie. Regie führt David Constantin (bekannt durch die Webserien Tschutter, Rocco sowie den Dokumentarfilm Panzerkinder) in Co-Regie mit Leandro Russo und mit der Kamera von Rafael Kistler. Die Drehbücher wurden im Writer’s Room unter der Leitung von David Constantin und Mats Frey (How to Sell Drugs Online (Fast)) und den Autoren Johannes Bachmann, Rafael Kistler, Leandro Russo und Sophie Toth entwickelt. Gedreht wurde im Frühling 2021 – hauptsächlich mit Laiendarstellern und ausschliesslich an Walliser Originalschauplätzen, von Martigny bis zum Simplon. Am 20. Oktober 2021 wurde mit den Dreharbeiten zur zweiten Staffel begonnen.[3][4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timo Posselt schrieb in der SZ: «Der Klamauk in Tschugger ist so konsequent angerichtet, dass es schwerfällt, das typenreiche Personal nicht sofort ins Herz zu schließen. Viele der Nebenrollen sind mit lokalen Laien besetzt. So ist der väterlich-besorgte Polizeikommandant Biffiger (Laurent Chevrier) zum Beispiel ein Steuerberater aus dem Tal und der schläfrige Spital-Security-Mann mit ‹Teaser› [sic!] (Sebastian Werlen) ein Kantonsrat der Sozialdemokraten. In der Schweiz lachte so nicht bloß die halbe TV-Nation über den liebevollen Klischee-Reigen, sondern auch das berüchtigte Tal selbst: Tschugger lief im Bergkanton in Kinosälen voller tränenlachender Walliser.»[5]

In der TAZ empfiehlt Jens Müller: «Man muss sich das also unbedingt im Original anhören, wie der Praktikant, um bei den Drogengangstern einzusteigen, sagt: ‹Ich bin der Pilot.› Die Schweiz ist klein und alles dort eine Nummer kleiner. Der drogenschmuggelnde Praktikant fliegt nicht wie Tom Cruise als ‹Barry Seal› eine Piper Aerostar, sondern eine Drohne[6]

David Constantin erhielt 2021 für die Serie die Humorschaufel beim 30. Arosa Humorfestival.[7]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staffel 1
Nr. Original­titel Erstaus­strahlung
1 Smetterling 28. Nov. 2021
2 Tomatsossu 28. Nov. 2021
3 Rossgagla 28. Nov. 2021
4 Forällu 28. Nov. 2021
5 Nahtag 28. Nov. 2021
Staffel 2
Nr. Original­titel Erstaus­strahlung
1 Drogä 15. Sep. 2022
2 La Bomba 15. Sep. 2022
3 Schwimmflügeli 15. Sep. 2022
4 Mülwurf 15. Sep. 2022
5 Pentagon 15. Sep. 2022

Die erste Staffel von Tschugger wurde ab 28. November 2021 von SRF ausgestrahlt und war zeitgleich auf den Streaming-Diensten Sky Show und Play Suisse[8] verfügbar. Sky vermarktet die Serie auch international. In Deutschland und Österreich ist Tschugger am 12. Mai 2022 gestartet.[9] Bei der Schweizer Fassung wurden die im Walliser Dialekt gesprochenen Dialoge deutsch untertitelt. Für die deutsche Fassung synchronisierten sich alle Darsteller und Darstellerinnen selbst, um den Charme des Walliser Akzents zu erhalten. Sky plant zudem, die Serie auch in einer englischen Synchronfassung in Grossbritannien zu veröffentlichen.[2][4]

Die zweite Staffel von Tschugger startete am 15. September 2022 exklusiv auf Sky Show. Vom 18. bis 21. Dezember 2022 wurde die Serie auch im linearen Fernsehen bei SRF ausgestrahlt, gleichzeitig bei Play Suisse aufgeschaltet.[4][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Episode 1 stellt Bax Frängi als Frank Cina vor, an der Polizeiuniform steht hingegen F. HENZEN.
  2. a b «Tschugger»-Regisseur David Constantin über die Herausforderungen bei einer Schweizer Serienproduktion. Auf vybe.ch, 24. November 2021, abgerufen am 16. Januar 2022.
  3. Drehstart zur zweiten Staffel der SRF-Serie «Tschugger». Medienmitteilungen SRF vom 21. Oktober 2021, abgerufen am 16. Januar 2022.
  4. a b c Sky-Switzerland-Chef Eric Grignon über «Tschugger» und die einmalige Chance für zukünftige Schweizer Serien. Auf vybe.ch, 16. Dezember 2021, abgerufen am 16. Januar 2022.
  5. Süddeutsche Zeitung: Die Raclette-Cops kommen: Die Polizei-Satire «Tschugger» nun auf Sky. Abgerufen am 20. Mai 2022.
  6. Jens Müller: Sky-Serie „Tschugger“: Von Kiwara und Tschuggern. In: Die Tageszeitung: taz. 15. Mai 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  7. David Constantin mit Arosa Humorschaufel ausgezeichnet. Auf der Website von SRG Deutschschweiz, 14. Dezember 2021, abgerufen am 16. Januar 2022.
  8. Tschugger | Play Suisse. Abgerufen am 28. März 2022.
  9. a b Pascal Scherrer: Tschugger: Dann startet die 2. Staffel der Erfolgsserie. In: vybe.ch. 13. Juli 2022, abgerufen am 13. Juli 2022 (deutsch).