U-Bahnhof Spichernstraße

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Namenszug an der Wand des Bahnhofs am Bahnsteig der U-Bahn-Linie U9

Der U-Bahnhof Spichernstraße ist eine Umsteigestation der Berliner U-Bahn-Linien U9 und U3 im Ortsteil Wilmersdorf des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie wurde für die Linie U3 am 2. Juni 1959 und für die Linie U9 am 28. August 1961 eröffnet. Der Bahnsteig der Linie U9 befindet sich unter der Bundesallee, die beiden Seitenbahnsteige der Linie U3 unter der Spichernstraße. Im Bahnhofsverzeichnis der BVG trägt der Bahnhof die Bezeichnung Sno (U3/oben) und Snu (U9/unten) und besitzt zwar Fahrtreppen aber keine Aufzugsanlage, sodass er nicht barrierefrei ist. Bereits 2009 kündigte die BVG an, dass sowohl der Bahnsteig der U3 als auch der der U9 im Zeitraum von 2011 bis 2013 einen Aufzug erhalten sollen,[1] was allerdings erst zwischen April 2018 und Mai 2020 umgesetzt werden soll.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof ist nach der hier anliegenden Spichernstraße benannt, die wiederum nach den Spicherer Höhen, einem Höhenzug des mittleren Saartales südlich von Saarbrücken beim lothringischen Dorf Spichern, benannt ist, deren Erstürmung am 6. August 1870 durch Truppen des Norddeutschen Bundes bei der Schlacht bei Spichern den Weg nach Metz im Deutsch-Französischen Krieg freimachte und mit dem Sieg über Frankreich letztendlich die Deutsche Reichsgründung ermöglichte.

Bahnhof der U9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnsteig der Linie U9

Der Bahnhof der Linie U9 – eröffnet als Spichernstraße (Bundesallee)[2] – besitzt wie alle Stationen der ehemaligen Linie G einen 8,85 Meter breiten Mittelbahnsteig.[2] An beiden Bahnsteigenden befinden sich Zugänge: Einer auf die Joachimsthaler Straße, der südliche führt über ein Vorhallen- und Gängesystem auch zu den beiden Seitenbahnsteigen der U3. Die Wände waren zum Eröffnungszeitpunkt hellblau gehalten, die sechseckigen Stützen dunkelblau bemalt.[2] In den Vorhallen wurden graue Fliesen und Kleinmosaik in den Farben Rosa und Weiß sowie dunkelblaue Stützen verwendet. Der von Bruno Grimmek entworfene Bahnhof ist somit ein Standardbahnhof der ehemaligen Linie G.

Von 1961 bis 1971 war diese Station ein Endbahnhof, besaß allerdings keine Kehrgleise. Daher endeten die Züge damals am Bahnsteig. Um dies zu ermöglichen, war vor dem Bahnhof ein doppelter Gleiswechsel vorhanden, der bei der Gleiserneuerung in den 1980er Jahren entfernt wurde.[2]

Klangpartitur an der Bahnhofswand

In den Jahren 1986/1987 wurden neue Wandfliesen montiert. Nach den Plänen von Gabriele Stirl wurden weiße Fliesen mit farbigen Mustern installiert, die die Partitur eines Musikstücks bilden und damit einen Hinweis auf das nahe dem Bahnhof gelegene Joachimsthalsche Gymnasium geben sollen, das weitgehend vom Fachbereich Musik der Universität der Künste genutzt wird.

Bahnhof der U3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der beiden Seitenbahnsteige der Linie U3

Um das Umsteigen von den damaligen Linien AII/BII (heute: U3) zu der damals neugebauten Linie G (heute: U9) zu ermöglichen, wurden zwei Seitenbahnsteige errichtet. Da der damalige U-Bahnhof Nürnberger Platz sehr nahe gelegen war, wurde dieser am 2. Juni 1959 geschlossen und als Ersatz der U-Bahnhof Augsburger Straße neu gebaut.[3] Der Bau war relativ einfach zu realisieren, da sich im Bereich des heutigen Bahnhofs zuvor eine zweigleisige Kehrgleisanlage befand, die zum Bahnhof Nürnberger Platz gehörte. So wurde der Zugverkehr über die Kehrgleise geführt, die alten Streckengleise wurden entfernt und an ihrer Stelle zwei Seitenbahnsteige errichtet.[3]

Der Bahnhof erhielt Zugänge an beiden Bahnsteigenden. Der südliche Bereich wurde umfangreicher gestaltet, da dort der Übergang zur Linie U9 miterrichtet wurde. Um auch den Fahrgästen des östlichen Seitenbahnsteigs ein unterirdisches Umsteigen zu ermöglichen, wurde ein Fußgängertunnel unter den Gleisen angelegt, der die Seitenbahnsteige miteinander verbindet.

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am U-Bahnhof bestehen Umsteigemöglichkeiten zwischen den Linien U3 und U9 sowie zur Omnibuslinie 204 der BVG.

Linie Verlauf
Berlin U3.svg Warschauer Straße – Schlesisches Tor – Görlitzer Bahnhof – Kottbusser Tor – Prinzenstraße – Hallesches Tor – Möckernbrücke – Gleisdreieck – Kurfürstenstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Augsburger Straße – Spichernstraße – Hohenzollernplatz – Fehrbelliner Platz – Heidelberger Platz – Rüdesheimer Platz – Breitenbachplatz – Podbielskiallee – Dahlem-Dorf – Freie Universität (Thielplatz) – Oskar-Helene-Heim – Onkel Toms Hütte – Krumme Lanke
Berlin U9.svg Osloer Straße – Nauener Platz – Leopoldplatz – Amrumer Straße – Westhafen – Birkenstraße – Turmstraße – Hansaplatz – Zoologischer Garten – Kurfürstendamm – Spichernstraße – Güntzelstraße – Berliner Straße – Bundesplatz – Friedrich-Wilhelm-Platz – Walther-Schreiber-Platz – Schloßstraße – Rathaus Steglitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: U-Bahnhof Spichernstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufzugsprogramms des Berliner Senats, Prioritätenliste von 2009 (PDF; 89 kB), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 9. Juni 2009
  2. a b c d Beschreibung des U-Bahnhofs Spichernstraße der U9 bei berliner-untergrundbahn.de (Memento des Originals vom 11. Juni 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-untergrundbahn.de
  3. a b Beschreibung des U-Bahnhofs Spichernstraße der U3 bei berliner-untergrundbahn.de (Memento des Originals vom 13. April 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-untergrundbahn.de

Koordinaten: 52° 29′ 47,2″ N, 13° 19′ 50,5″ O