Ugo Cleis

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Ugo Cleis, eigentlich Hugo Cleis (* 5. April 1903 in Diepflingen, Kanton Basel-Landschaft; † 13. September 1976 in Mendrisio, Kanton Tessin; heimatberechtigt in Buckten) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Illustrator, Dekorationsmaler, Holzschneider und Mosaizist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ugo Cleis, Sohn eines Lehrers, absolvierte eine Flachmalerlehre in Sissach. Angeregt durch den Architekten Adolf Müller-Senglet (1896–1942),[1] bildete sich Cleis von 1921 bis 1923 an der Kunstgewerbeakademie Dresden zum Dekorations- und Theatermaler weiter. Im folgenden Jahr holte er sich die nötige Praxis in Genf und Italien und kehrte für das weitere Studium 1925 zusammen mit dem Maler und Plastiker Eugen Häfelfinger (1898–1979)[2] an die Kunstgewerbeakademie zurück. Parallel zur dekorativen Malerei schuf Cleis Linol- und Holzschnitte.

Wieder in Sissach, arbeitete Cleis als Flachmaler und liess sich später im Mendrisiotto nieder, wo er sich mit Aldo Patocchi, Samuel Wülser, Ernst Musfeld (1900–1964)[3], Guido Gonzato (1896–1955)[4] und Anita Spinelli (1904–2010)[5] befreundete. Cleis gehörte ab 1931 der Tessiner Sektion GSMBA (SPSAS, Società di pittori, scultori ed architetti svizzeri) und der Tessiner Gesellschaft der Schönen Künste an.

1934 heiratete Cleis die in Stabio tätige Lehrerin Lisa Vela (1901–1988). Sie war eine Nachfahrin von Vincenzo Vela. Zusammen hatten sie die Kinder Milo (* 1936)[6], Vera und Daniele (* 1944)[7] und lebten in Ligornetto. 1937 schuf Cleis am Postgebäude von Lugano zwei grosse Wandbilder und machte sich im Tessin auch einen Namen durch seine Mosaike. Als Künstler arbeitete Cleis auch weiterhin in der Deutschschweiz, besonders im Kanton Basel-Landschaft, wo er in privaten wie in öffentlichen Gebäuden zahlreiche Sgraffiti und Fresken schuf. Zudem entstanden Zeichnungen, Ölgemälde, Aquarelle und Holzschnitte, mit Vorliebe grossformatige.

Ab 1939 war Cleis als Illustrator tätig und war mit Jacques Düblin und Walter Eglin befreundet. Cleis’ Holzschnitt für das kantonale Turnfest beider Basel wurde 1939 mit dem ersten Preis ausgezeichnet.[8] Wie Eglin gehörte Cleis der 1944 gegründeten Gruppe «Xylos» und ab 1953 der internationalen Gruppe «XYLON» an. Im gleichen Jahr erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zürich. 1962 wurde er mit dem «Pietro-Chiesa-Preis» ausgezeichnet und gewann 1964 den Gravur-Wettbewerb für die Sektion «La terre et la forêt» an der Landesausstellung in Lausanne. Cleis nahm 1959 an der Ausstellung für «Moderne Wandmalerei der Schweiz» im Kunstmuseum Luzern teil.

Cleis war von 1958 bis 1974 Direktor des Museums von Vincenzo Vela. Die Strasse, die zum Museum führt, trägt den Namen «Via Ugo Cleis», und seit 2009 gibt es in Ligornetto die Strasse «Via Lisa Cleis-Vela». Cleis war der Onkel von Martin Cleis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansjakob Schaub: Hugo Cleis (1903–1976) und sein Jugendort Sissach. In: Baselbieter Heimatblätter, Organ der Gesellschaft für Baselbieter Heimatforschung. 74. Jg., 2009, Nr. 2, S. 84–89 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adolf Müller-Senglet im Personenlexikon des Kantons Basel-Landschaft, abgerufen am 1. Dezember 2020.
  2. Magdalena Plüss: Eugen Häfelfinger. In: Sikart (Stand: 2017), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  3. Ernst Musfeld. In: Sikart (Stand: 2020), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  4. Anita Guglielmetti: Guido Gonzato. In: Sikart (Stand: 2006), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  5. Monique Luzzani: Anita Spinelli. In: Sikart (Stand: 2016), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  6. Milo Cleis. In: Sikart (Stand: 2020), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  7. Daniele Cleis. In: Sikart (Stand: 2020), abgerufen am 1. Dezember 2020.
  8. Plakat von 1939. In: Baselbieter Heimatblätter. 74. Jg., 2009, Nr. 2, S. 87, abgerufen am 1. Dezember 2020.