Umberto Lenzi

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Umberto Lenzi, Oktober 2008

Umberto Lenzi (* 6. August 1931 in Massa Marittima, Grosseto) ist ein italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der hauptsächlich mit Exploitationfilmen bekannt wurde. Besondere Verdienste erwarb er sich zudem durch seine dem Poliziotteschi-Genre zugeordneten Filme − harte italienische Polizeifilme der 1970er Jahre. Ferner ist er als Buchautor tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit arbeitete Lenzi zunächst als Journalist für Lokalblätter, bevor er am Centro Sperimentale di Cinematografia die technischen Aspekte des Filmemachens erlernte, die er bald als Regieassistent und schon 1961 mit seinem ersten Film anwenden konnte. Seither war Lenzi ein verlässlicher Arbeiter in allen gefragten Genres und drehte von Kriminalfilmen, Italowestern und Horrorfilmen bis hin zu Gialli alles, was in Mode und gefragt war. Seine Vielseitigkeit hebt ihn aus der großen Zahl italienischer Genre-Regisseure hervor. 1973 begründete Lenzi mit Il paese del sesso selvaggio das Genre des italienischen Kannibalenfilms. 1976 schuf er mit Napoli violenta einen der eindrucksvollsten italienischen Polizeifilme, der unter anderem durch eine rasant inszenierte Motorradfahrt durch Neapel auffällt. Später führte er bei dem umstrittenen Kannibalenfilm Die Rache der Kannibalen (1981) sowie der Filmadaption des Comics Kriminal (1966) Regie. Außerdem drehte er mit Das Rätsel des silbernen Halbmonds den letzten Film, der in Deutschland unter dem Etikette Edgar-Wallace-Film herauskam. Tatsächlich ähnelte dieser Film jedoch den bereits etablierten italienischen Gialli und beruhte nicht auf einem Stoff von Edgar Wallace.[1]

Die Drehbücher zu seinen Filmen schrieb Lenzi oftmals zusammen mit seiner Frau Olga Pehar.

Lenzi gehört heute zu den letzten lebenden Regisseuren aus der Blütezeit des italienischen Genrekinos. Einstmals am Rande der Filmkunst und als Vertreter des Kommerzkinos geschmäht, wird seine Bedeutung mittlerweile in weiten Kreisen von Filmexperten und Fans geschätzt. Im Jahr 2004 war Lenzi Gast der Filmbiennale in Venedig, in deren Rahmen Orgasmo (1969) gezeigt wurde.

Im neuen Jahrtausend widmete sich Lenzi neben einer Kolumne in der Filmzeitschrift „Notturno“ dem Schreiben von Kriminalromanen.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regieassistenz
  • 1960: Die Hölle am gelben Fluß (Apocalisse sul fiume giallo) – Regie: Renzo Merusi
  • 1961: Die Abenteuer der Totenkopfpiraten (Il terrore dei mari) – Regie: Domenico Paolella
Drehbuch
  • 1968: Der Sohn des schwarzen Adlers (Il figlio di Aquila Nera) – Regie: Guido Malatesta

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Eaten Alive! The Rise and Fall of the Italian Cannibal Film

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umberto Lenzi. auf der Website MyMovies (italienisch).
  2. Umberto Lenzi: Morte al cinevillaggio. Coniglio editore, 2008, ISBN 978-88-6063-252-4.