Ummeln (Bielefeld)

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Ummeln
Wappen von Ummeln
Koordinaten: 51° 57′ 54″ N, 8° 27′ 25″ O
Höhe: 96 m ü. NN
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 6111 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 488 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Eingemeindet nach: Brackwede
Postleitzahlen: 33649, 33647
Vorwahl: 0521
Karte
Lage von Ummeln in Brackwede
Stadt Bielefeld
Der Ummler Meilenstein

Ummeln ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Bielefelder Stadtbezirk Brackwede. Der Stadtteil hat ungefähr 6100 Einwohner. Bis 1969 war Ummeln eine eigenständige Gemeinde im Kreis Bielefeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 92 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Ummeln entspricht dabei in etwa dem statistischen Bezirk Ummeln, der heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Ummeln definiert.

Ummeln liegt südwestlich des Teutoburger Waldes auf halbem Wege zwischen den Stadtzentren von Bielefeld und Gütersloh. Durch den Ort fließen die Lutter sowie deren Nebengewässer Lichtebach, Trüggelbach, Sunderbach, Grippenbach und Tüterbach. Ummeln wird durch die Bundesstraße 61 in die Ortsteile Ober-Ummeln im Westen und Mittel-Ummeln im Osten getrennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ummeln wurde erstmals 1147 urkundlich erwähnt und ist somit älter als die Stadt Bielefeld. Bis 1969 war Ummeln eine Gemeinde im Amt Brackwede des Kreises Bielefeld. Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurde Ummeln am 1. Januar 1970 in die Stadt Brackwede eingegliedert.[1] Brackwede seinerseits wurde im Zuge der Neugliederung des Raums Bielefeld am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2008 sind keine Zahlen verfügbar, da der statistische Bezirk nur gemeinsame Daten zu Ummeln und Holtkamp beinhaltet.[3] Auch die Zahlen von 2008 beinhalten den Stadtteil Holtkamp.

Jahr Einwohner
1812 756[4]
1864 1244[5]
1910 1776[6]
1939 2836[7]
1961 5116[8]
1966 5622[9]
2008 6111[10]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ummeln ist größtenteils protestantisch geprägt. Bereits seit 1895 existiert eine evangelische Gemeinde mit der Evangelischen Kirche, die derzeit 4012 Mitglieder umfasst und unter anderem einen eigenen Kindergarten betreibt. Ihren Ursprung in der protestantischen Diakonie hat auch die Diakonische Stiftung Ummeln. Die katholische Kirchengemeinde St. Michael hat 1937 Mitglieder.

Seit den 1930er-Jahren gibt es in Ummeln auch eine große neuapostolische Gemeinde. Zudem gibt es eine evangelisch-freikirchliche Kirchengemeinde, die "ev. Freikirche Bibelgemeinde Ummeln". Hierbei handelt es sich um eine kleine Kirchengemeinde mit etwa 60 Mitgliedern.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ummeln sind mehrere große Unternehmen heimisch:

  • Goldbeck, ein in vielen europäischen Ländern tätiges Bauunternehmen
  • Heiler, ein Unternehmen, das in vielen deutschen Fußballstadien den Rasen verlegt
  • Christinen Brunnen, ein europaweiter Getränke-Hersteller (spezialisiert auf Mineralwasser und Fruchtsäfte)
  • Umeta, Hersteller von Schmiernippeln und Fettpressen
  • Borgsen+Buschmann, ein Papierverarbeitungsbetrieb

Non-Profit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ummelner Gemeinschaft e.V., gegründet 1986
  • Freiwillige Feuerwehr Ummeln
  • Die Johanniter Unfall-Hilfe hält hier eine Einsatzgruppe (EG 32) des Katastrophenschutzes vor.
  • Geflügelzucht- und Gartenbauverein Ummeln und Umgebung von 1925

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ummeln gibt es mehrere Sportvereine. Neben dem Sportverein VfL Ummeln gibt es noch den Tennisclub Blau-Weiß-Grün Ummeln und den Handballverein HSG Quelle-Ummeln [11].

Wahrzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das inoffizielle Wahrzeichen von Ummeln ist ein Meilenstein aus dem 18. Jahrhundert, der noch heute an der Bundesstraße 61 in Ummeln steht. Er markiert eine preußische Meile (7,53 km) als Entfernung nach Bielefeld.

Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell feiert man in Ummeln einmal im Jahr das sogenannte "Geetenfest", bei dem sich die Dorfbewohner in einem Hindernislauf mit Wasser gefüllten Geeten messen. Das Geetenfest findet im Rahmen einer kleinen Kirmes statt. Es stellen sich dort die Ummelner Vereine sowie die Johanniter Jugend vor, die Johanniter betreuen das Fest zudem sanitätsdienstlich. In den Jahren 2004 bis 2008 ist das Fest aus finanziellen Gründen ausgefallen. Seit 2008 wird durch die Ummelner Gemeinschaft unter Mitwirkung aller Vereine Ummelns die Midsommarnacht im Bürgerpark gefeiert. Am gleichen Tag findet für die kleinen Mitbürger Ummelns der Kidsday statt. Am Ostersonntag findet "Auf der anderen Seite der Bahn" das traditionelle Osterfeuer des Geflügelvereins statt. Weiterhin feiert die "Freiwillige Feuerwehr Ummeln" alljährlich das "Feuerwehrfest". Der Geflügelverein hat am ersten Wochenende im Oktober seine große Geflügel-, Obst- und Gemüseausstellung. Neben dem guten selbstgebackenen Kuchen ist der Ausstellung seit 2005 ein Herbstmarkt angeschlossen. Den Jahresabschluss bildet der alljährliche zweitägige Weihnachtsmarkt. Seit 2011 findet einmal jährlich im Ummelner Bürgerpark das U-Rock Open Air Festival statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ummeln (Bielefeld) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld. In: recht.nrw.de. 4. Dezember 1969, abgerufen am 1. Mai 2010 (§2, §10).
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  3. Statistischer Bezirk Holtkamp und Ummeln. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  4. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  5. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 10, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  6. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  8. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 257.
  9. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966, S. 60.
  10. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (pdf; 9,5 MB): „Einwohnerzahl des Statistischen Bezirks Ummeln“
  11. HSG Quelle/Ummeln Handball