Velmeden

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Velmeden
Koordinaten: 51° 12′ 49″ N, 9° 47′ 47″ O
Höhe: 372 (372–400) m ü. NHN
Fläche: 6,2 km²[1]
Einwohner: 696 (15. Nov. 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37235
Vorwahl: 05602
Velmeden vom Langen Steinberg aus
Velmeden vom Langen Steinberg aus

Velmeden ist ein Stadtteil von Hessisch Lichtenau im hessischen nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velmeden liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich von Hessisch Lichtenau am Rand des Hohen Meißner. Der Stadtteil befindet sich im Velmeder Tal an der Velmede, einem Wehre-Zufluss. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3238 und 3241 sowie die Kreisstraße 43.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Der ehemalige Bahnhof mit einem Triebwagen

Velmeden wurde im Jahre 775 erstmals urkundlich erwähnt. 1454 wurde das Dorf zum Untergericht. Die Kirche wurde 1397 erbaut. Hausen war als Filialkirche mit der Kirchengemeinde Velmeden bis zum 31. Dezember 2007 pfarramtlich verbunden. Seit dem 1. Januar 2008 bilden diese beiden evangelischen Kirchengemeinden mit der Kirchengemeinde Walburg ein Kirchspiel, in dem Walburg der Sitz des Pfarramtes ist. Zu diesem Kirchspiel kam am 1. September 2011 die Kirchengemeinde Küchen hinzu.

Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Lichtenau und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besatzung gehörte der Ort zum Kanton Lichtenau im Königreich Westphalen (1807–1813).[1]

Am 1. Januar 1974 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin zum Landkreis Witzenhausen gehörende Gemeinde kraft Landesgesetz in die Stadt Hessisch Lichtenau im neu gebildeten Werra-Meißner-Kreis eingegliedert.[3][4]

Eisenbahngeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velmeden erhielt mit der 1884 eröffneten Bahnstrecke Walburg–Großalmerode West Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ab 1915 zweigte im Ort die Gelstertalbahn nach Großalmerode-Ost ab. Beide Strecken wurden 1973 stillgelegt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ew.
1939 470
1961 699
1970 736
2011 696

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Krummel: Die hessischen Ämter, Melsungen, Spangenberg, Lichtenau und Felsberg; 1941, S. 67.
  • Friedrich Bleibaum: Kreis Witzenhausen, Handbuch des Hessischen Heimatbundes IV; 1971, S. 180ff.
  • Waldemar Küther: Historisches Ortslexikon des Landes Hessen; 1973, Heft 1 (Kreis Witzenhausen), S. 135 f.
  • Ortschronik Velmeden, Gestern – Heute – Morgen, Hrsg. Festausschuss zur 1225 Jahrfeier im Jahre 2000, 816 Seiten, Redaktion und Projektsteuerung Dr. rer. nat. Friedhelm Koch, Beiträge von Martina Eckhardt, Raimund Hug-Biegelmann, M.A., Dr. Friedhelm Koch, Karl Schmidt, Herbert Volland, Annemie Burgener Dr. Carl-Detlef Cornelius, Doris Eckhardt, Agnes Huck, Dr. Karl Kollmann, Hermann Nobel, Rosemarie Noll, Dr. Gerhard Seib, Prof. Dr. Jürgen Udolph.
  • Friedhelm Koch: 1225-Jahr-Feier von Velmeden im August 2000; In: Das Werraland; 2000, 52. Jahrgang, Heft 1, S. 17.
  • Hermann Nobel: Velmeden und die Lichtenauer Hochfläche im 8. Jahrhundert – Eine Grenzregion im Spannungsfeld kriegerischer Auseinandersetzungen; In: Das Werraland; 2000, 52. Jahrgang, Heft 4, S. 75 ff.
  • Friedhelm Koch: Hischsches Werrwärk und hischsches Wahnerwerk, zur Spottnamencharakterisierung der Hausener Bevölkerung vornehmlich aus der Sicht des Nachbarortes Velmeden – zugleich ein Beitrag zum Aber- und Hexenglaube am Meißner; In: Das Werraland; 2002, Heft 3, S. 62 ff.
  • Friedhelm Koch: Kelche von Encrinus liliiformis auf der Westseite des Meißners. Ein nicht alltäglicher Fund in der Gemarkung von Velmeden (Seelilien aus dem Muschelkalk); In: Das Werraland; 2007, Heft 2, S. 31ff.
  • Friedhelm Koch, Herbert Volland: Auf dem Weg ins/vom Werratal – Ammonitensuche an der künftigen Autobahn; In: Das Werraland; 2003, Heft 2, S. 28ff.
  • Friedhelm Koch: Pfarrersohn August Siefert (1855-1928). In Velmeden geboren, in Reedsburg/Wisconsin (USA) zum Ruhm und Ansehen gebracht; In: Hessische Familienkunde; 2004, Heft 2/3, S. 144–147.
  • Friedhelm Koch: Die Zeche zwischen Velmeden und Laudenbach. Zur Erinnerung an eine fast vergessene Kohlenlagerstätte; In: Hessischer Gebirgsbote; 2007, Heft 2, S. 84f.; dazu Nachtrag im Heft 3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Velmeden, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen & Fakten. In: Internetauftritt. Stadt Hessisch Lichtenau, archiviert vom Original am 12. April 2013; abgerufen im Oktober 2018.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, §§ 8 und 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Velmeden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien