Vera Regitz-Zagrosek

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Vera Regitz-Zagrosek (* 30. Oktober 1953 in Homburg) ist eine deutsche Fachärztin für Kardiologie. Sie ist Mitbegründerin der Gendermedizin in Deutschland und hat die erste und bisher einzige Professur für Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herzkreislauf-Erkrankungen inne. Sie ist Gründungspräsidentin der Deutschen und der Internationalen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin. Von 2007 bis 2019 war sie Direktorin des von ihr gegründeten Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin – „Berlin Institute for Gender in Medicine“ (GiM) – an der Charité in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vera Regitz-Zagrosek studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg sowie an der Universität Joseph Fourier Grenoble I. Es folgten eine wissenschaftliche Tätigkeit an den Herzzentren in München (DHM) und Berlin (DHZB) sowie Forschungsaufenthalte an der University of Wisconsin–Madison. 1991 wurde sie an der Freien Universität Berlin habilitiert, wo sie fortan als Privatdozentin tätig war. Ab 1992 war sie Oberärztin, ab 1996 Leitende Oberärztin an der Klinik für Innere Medizin/Kardiologe des DHZB.

Regitz-Zagrosek erforscht molekulare und klinische Aspekte von Geschlechterunterschieden bei Herzerkrankungen. Sie leitete zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte und koordinierte 2012 und 2018 die Leitlinien zu Herz-Kreislauferkrankungen in der Schwangerschaft der European Society of Cardiology.

Ab 1996 war sie Professorin für Kardiologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2003 bis 2019 war sie Professorin für Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herzkreislauf-Erkrankungen an der Charité. Im Wintersemester 2019 war sie als Anna-Fischer-Dückelmann-Gastprofessorin an der Universität Zürich tätig. Seit 2019 ist sie als Seniorprofessorin an der Charité und an der Universität Zürich als Anna-Fischer-Dückelmann-Gastprofessorin für Gendermedizin tätig.

Vera Regitz-Zagrosek hat mehr als 200 wissenschaftliche Artikel sowie zwei europäische Standardwerke zur Gendermedizin und zur geschlechtsspezifischen Arzneimitteltherapie publiziert.[1][2]

In der WDR-Produktion HERstory (1/4): Lebensgefahr – Frauen und Medizin wird Vera Regitz-Zagrosek neben der Verkehrssicherheitsforscherin Astrid Linder und der Herzchirurgin Dilek Gürsoy porträtiert.[3]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Sabine Oertelt-Prigione (Hrsg.): Sex and gender aspects in clinical medicine. Lehrbuch. 2011, ISBN 978-0-85729-831-7.
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen während der Schwangerschaft. 2012, ISBN 978-3-89862-911-9.
  • als Hrsg.: Sex and gender differences in pharmacology. 2012, ISBN 978-3-642-30725-6.
  • Vera Regitz-Zagrosek, Stefanie Schmid-Altringer: Gendermedizin: Warum Frauen eine andere Medizin brauchen: Mit Praxistipps zu Vorsorge und Diagnostik. 2020.

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vera Regitz-Zagrosek, Elke Lehmkuhl: Heart Failure and its Treatment in Women. Role of Hypertension, Diabetes, and Estrogen, in: Herz 30, S. 356–367 (2005).
  • Vera Regitz-Zagrosek: Sex and gender differences in health, in: EMBO Rep (2012)13: S. 596–603.
  • Vera Regitz-Zagrosek, Georgios Kararigas: Mechanistic Pathways of Sex Differences in Cardiovascular Disease, in: Physiological Reviews, Band 97.2017, S. 1–37
  • Vera Regitz-Zagrosek: Was Frauen krank macht. In der Medizin wird vor allem am Mann geforscht, getestet, gelehrt. Für Frauen kann das tödlich sein. In: Süddeutsche Zeitung, Magazin Nr. 21, 24. Mai 2019.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CV von Fr. Prof. Dr. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek - Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V. (DGesGM) - Für alle Interessierten der Gendermedizin. Abgerufen am 23. September 2021.
  2. Institut für Geschlechterforschung in der Medizin: Person. Abgerufen am 23. September 2021.
  3. Frauen als Abweichung von der Norm. In: wdr.de. 16. August 2021, abgerufen am 17. Oktober 2021.
  4. Albert-Fraenkel-Preis, Preisträger
  5. https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/686436.html
  6. Institut für Geschlechterforschung in der Medizin: Meldung. Abgerufen am 16. Mai 2019.