Victor Horsley

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Victor Horsley
Victor Horsley

Sir Victor Alexander Haden Horsley (* 14. April 1857 in Kensington, London; † 16. Juli 1916 in Amarah, Irak) war ein britischer Chirurg, Pathologe, Physiologe und Neurochirurg.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horsley, Sohn eines Künstler, besuchte das University College London, wo er an der Hospital Medical School 1880 mit dem B. S. abschloss. Von 1882 bis 1896 unterrichtete er Pathologie am University College und von 1884 bis 1890 war er Brown Professor of Pathology an einem physiologischen Forschungszentrum der Universität London. Er betrieb eine chirurgische Privatpraxis und war als Chirurg ab 1885 am University College Hospital (zunächst als Assistant Surgeon) und ab 1886 am National Hospital for Paralysed and Epileptic in London tätig. 1899 wurde Horsley zum Professor für klinische Chirurgie ernannt. Am University College Hospital wirkte er dann als Chirurg von 1900 bis 1906.

Im Ersten Weltkrieg diente er in der britischen Armee und kam so nach Ägypten und Mesopotamien. Horsley starb 1916 an einem Hitzschlag.

Horsley war ein Pionier der Gehirnchirurgie. Er war der Erste, der zwischen 1884 und 1886 intraoperative elektrische Stimulationen zur Lokalisation von epileptischen Foci benutzte. Damit war er ein Vorläufer der Arbeiten von Wilder Penfield. Im Jahre 1887 führte er nur ein Jahr nach William Macewen eine Laminektomie zur Entfernung eines Rückenmarkstumors durch.[1]

1908 erfand er zusammen mit seinem Kollegen Robert H. Clarke vom University College London den Horsley-Clarke-Apparat. Dieses Gerät ermöglichte experimentelle und therapeutische Eingriffe in tieferliegende Strukturen von Wirbeltiergehirnen. Er führte auch ein stereotaktisches Koordinatensystem zur Lokalisation von Hirnstrukturen ein.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1886 wurde Horsley als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1894 die Royal Medal verlieh. 1902 wurde er zum Ritter geadelt. Ebenfalls 1902 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Seit 1910 war er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Quelle und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara I. Tshisuaka: Horsley, Sir Victor Alexander Haden. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 618.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Victor Horsley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Brörken: Ueber Kriegsverletzungen des Rückenmarks. Univ.-Diss. Berlin, 1920