Vielschreiber

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Vielschreiber oder Polyscribent ist eine abwertende Bezeichnung für Akademiker oder Schriftsteller, die zwar viele, aber kaum relevante wissenschaftliche Publikationen oder schöne Literatur veröffentlichen.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Locus classicus hat die Kritik der Vielschreiberei in Senecas Briefen an Lucilius gefunden: „Viertausend Bücher hat der Wissenschaftler Didymos geschrieben; ich wäre unglücklich, wenn er soviel Überflüssiges gelesen hätte.“[1]

Wer Privatdozent oder Professor werden möchte, muss auf wissenschaftlichen Kongressen vortragen und in Fachzeitschriften publizieren. Das kann junge wie etablierte Akademiker dazu verführen, mehr zu schreiben als sie eigentlich zu sagen haben. Im englischen Sprachraum wird die Problematik mit dem Schlagwort Publish or perish umschrieben.[2]

Vielschreiber gibt es auch in der Belletristik, in der Trivialliteratur und im Journalismus. Weniger abschätzig werden sie auch als „Erfolgsautoren“ – in der englischen Sprache als prolific writers – bezeichnet. So gibt es Listen mit den produktivsten Autoren der Literaturgeschichte. Berühmte Beispiele sind Heinrich Clauren, Felix Dahn, Karl May und Alexandre Dumas der Ältere.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kerstin Strecker: Ein Vielschreiber, na und? Thomas Brezina nimmt Kinder ernst und hat keine Probleme damit, daß er sehr erfolgreich ist. Die Welt 6. Mai 2006. (Online).
  • Rachelle Gardner (Literary Agent): The dilemma of the profilic writer. [Das Dilemma des Vielschreibers]. (Online).
  • Kyle Buchanan: Meet Allan Loeb, the most prolific screenwriter in Hollywood. [Ein Treffen mit Allan Loeb, den produktivsten Drehbuch-Vielschreiber in Hollywood. Interview (Online)].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. L. Annaeus Seneca: Ad Lucilium epistolae morales 88, 37 (Übersetzung: Manfred Rosenbach).
  2. dt. „veröffentliche oder gehe unter“.