Vienau

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Vienau
Koordinaten: 52° 42′ 30″ N, 11° 28′ 57″ O
Höhe: 33 m
Fläche: 22,67 km²
Einwohner: 387 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039030
Vienau (Sachsen-Anhalt)
Vienau
Vienau
Lage von Vienau in Sachsen-Anhalt

Vienau ist ein Ortsteil der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vienau liegt auf 44 m ü. NN, etwa 25 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel. Die Ortschaft erstreckt sich am Rande der Hochfläche Kalbescher Werder, deren Waldflächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Die höchste Erhebung von Vienau wird mit 98 m ü. NN auf dem Dolchauer Berg im Norden der Gemeinde erreicht.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Vienau besteht aus den Ortsteilen Vienau, Beese, Dolchau und Mehrin.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Ortsteil Mehrin wurde 1318, Vienau, Dolchau und Beese erstmals 1324 urkundlich erwähnt.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Vienau mit der Landgemeinde Vienau vereinigt.[2]

Bis Ende 2009 bildete Vienau mit den Ortsteilen Beese, Dolchau und Mehrin (alle drei Orte wurden am 17. Oktober 1973 nach Vienau eingemeindet[3]) eine eigenständige Gemeinde, die Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Arendsee-Kalbe war.

Durch einen Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde) (am 25. Juni 2009), Brunau (am 12. Mai 2009), Engersen (am 2. Juni 2009), Jeetze (am 3. Juni 2009), Kakerbeck (am 25. Juni 2009), Packebusch (am 4. Juni 2009) und Vienau (am 14. Mai 2009), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[4][5]

Nach Umsetzung der Vereinigungsvereinbarung der bisher selbstständigen Gemeinde Vienau wurden Vienau, Beese, Dolchau und Mehrin Ortsteile der neuen Stadt Kalbe (Milde). Für die eingeflossene Gemeinde wird die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Vienau und künftigen Ortsteile Vienau, Beese, Dolchau und Mehrin wurden zur Ortschaft der neuen Stadt Kalbe (Milde). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Vienau wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. Oktober 2000 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Über erhöhter, flacher goldener Spitze von Blau und Grün gespalten; vorn ein schräglinker schwarz konturierter silberner Fisch mit einer Rückenflosse und zwei Bauchflossen, hinten zwei schrägrechts gestaffelte goldene Ähren am Halm mit schwarzen Grannen; unten ein hängender grüner Hopfentrieb mit zwei zu den Schildrändern gekehrten Blättern und vier gestielten Dolden nebeneinander.“

Die Farben der Gemeinde sind Blau - Gold (Gelb).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vienauer Dorfkirche stammt aus dem 11./12. Jahrhundert und besitzt eine reiche Ausstattung. In Dolchau ist neben der Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auch eine Lindenallee sehenswert. In Mehrin finden sich eine spätromanische Feldsteinkirche und eine ehemalige Burganlage. In Vienau steht die Ruine eines Herrenhauses von 1747. Ein weiterer Sakralbau, eine mit romanischen Malereien ausgestattete Kirche, steht im Ortsteil Beese.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ortsfriedhof befindet sich das Grab eines namentlich bekannten Polen, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und auf dem Rittergut von Kalben ein Opfer von Zwangsarbeit wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Kalbe (Milde) (Hrsg.): Hauptsatzung der Gemeinde Stadt Kalbe (Milde). §12, Ortschaftsverfassung. 1. Juni 2015 (PDF; 208 KB [abgerufen am 23. Dezember 2017]).
  2. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 217.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 361 f.
  4. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 Seite 208–214 (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive)
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010