Vivento

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Vivento ist ein Dienstleister der Deutschen Telekom AG, der Outsourcing und Projektmanagement anbietet sowie Fachpersonal zu Unternehmen und Behörden vermittelt.

Vivento ging im Oktober 2003 durch Umbenennung aus der Personal-Service-Agentur der Telekom hervor. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn ist bundesweit präsent.

Der Unternehmensauftrag der Telekom an Vivento lautet, die Qualifizierung und Neubeschäftigung von Personal zu gewährleisten, das im Zuge von konzernweiten Rationalisierungsmaßnahmen abgebaut wurde. Da diese sogenannten „Clearings“ nicht mit Kündigungen verbunden sind, besteht die Notwendigkeit, die freigewordenen Mitarbeiter entweder an andere Arbeitgeber auf freiwilliger Basis zu vermitteln oder über eigene Geschäftsmodelle in eine neue Beschäftigung zu überführen.

Anlass für die Gründung von Vivento laut Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG René Obermann am 19. April 2007 im ZDF: „Wir haben die Vivento vor Jahren gegründet, um den Menschen, die wirklich auf Dauer keine Beschäftigungsperspektive hatten, einen Übergang zu anderen Unternehmen oder als Dienstleister für andere Unternehmen tätig zu sein. Das hat im Wesentlichen erfolgreich geklappt, weil viele von denen Arbeit gefunden haben, woanders.“

Im April 2014 wurde die Vivento konzernintern in Telekom Placement Services umbenannt.[1]

Beschäftigte bei Vivento[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Personal von Vivento gehören 6964 Beamte und Angestellte. Davon sind 3893 extern, z.B. bei der Bundesagentur für Arbeit 2184 bei der Vivento Customer Services und 887 befristet innerhalb des Konzerns beschäftigt (Stand: 31. Dezember 2013).[2]

Selbstdarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf ihrer Webseite beschreibt sich Vivento als zentraler Personal- und Servicedienstleister der Deutschen Telekom AG. Gegründet wurde Vivento im Oktober 2003. Der Sitz der Zentrale ist Bonn. Außerdem werden 2 Tochtergesellschaften angegeben, die Vivento Customer Services und die Vivento Interim Services GmbH.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vivento Customer Services GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anteile der Vivento Customer Services GmbH werden zu 100 % von der Deutsche Telekom AG gehalten.

Gegenstand des Unternehmens sind laut Handelsregistereintrag Kommunikationsdienstleistungen, insbesondere Call Center Dienstleistungen für den Telekom-Konzern und den externen Markt.

Vivento Interim Services GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anteile der Vivento Interim Services GmbH werden zu 50,98 % von der Manpower GmbH & Co. KG und zu 49,02 % von der Deutsche Telekom AG gehalten.

Gegenstand des Unternehmens ist laut Handelsregistereintrag die Bereitstellung von Arbeitskräften gegen Entgelt an den DTAG Konzern und Dritte, die Durchführung von Dienst- und Werkleistungen jeder Art, die private Vermittlung von Arbeitskräften, sowie branchenübliche Personaldienstleistungen jeder Art.

Auf ihrer Webseite beschreibt die Vivento Interim Services GmbH als ihre wesentliche Aufgabe die Vermittlung von Nachwuchskräften der Deutschen Telekom AG, die aus personalwirtschaftlichen Gründen nicht in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden können.

Vivento Technical Services GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vivento Technical Services wurde 2007 von der Telekom an den Kommunikationsriesen Nokia Siemens Networks verkauft. Ende 2012 wurde von der Geschäftsleitung der NSN-S (Nokia Siemens Networks Services) mitgeteilt, dass sie die NSN-S zum 31. Dezember 2013 schließt, da das Geschäftsfeld der NSN-S nicht mehr zum Kerngeschäft der Nokia-Siemens-Networks (Mutterkonzern) gehört. 1200 Mitarbeiter haben Ihren Job verloren. Einige davon konnten zur Deutschen Telekom zurückkehren.[3]

Beamtenrechtliche Befugnisse von Vivento[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit §1 der Anordnung über dienstrechtliche Befugnisse für den Bereich der Deutschen Telekom AG (DTAGBefugAnO) vom 11. Juni 2014 ordnet das Bundesministerium der Finanzen auf Vorschlag des Vorstands der Deutschen Telekom AG an, dass die Befugnisse einer Dienstbehörde unterhalb des Vorstands der Deutschen Telekom AG auf den Betrieb Telekom Placement Services übertragen werden können. Die Befugnisse eines Dienstvorgesetzten unterhalb des Vorstands der Deutschen Telekom AG können auf die Leitung des Betriebs Telekom Placement Services übertragen werden.[4]

Mit §5 der Anordnung zur Übertragung beamtenrechtlicher Befugnisse und Zuständigkeiten für den Bereich der Deutschen Telekom AG (DTAGÜbertrAnO) vom 21. August 2013 wurde dem Betrieb Vivento die Befugnis übertragen, Beamten, deren Arbeitsposten weggefallen sind oder künftig wegfallen werden, auf den Gebieten der Steuerung des Personaleinsatzes, der Personaleinsatzplanung, der Fortbildung und Qualifizierung einschließlich der Vorbereitung entsprechender Personalmaßnahmen dienstliche Weisungen zu erteilen.[5]

Beschwerden von Mitarbeitern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betroffene haben vorgebracht, die Telekom würde ihre Beamten ohne Hinzuziehung des Betriebsrates „abschieben“ und nach Art von Leiharbeitern einsetzen oder bei fehlender Beschäftigungsmöglichkeit umschulen, so dass keine amtsangemessene Beschäftigung mehr vorläge.

Diese Durchführungspraxis der Telekom wurde vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit Urteil vom 18. September 2008 verfassungswidrig erkannt.[6] Das BVerwG hat mit Urteil vom 22. Juni 2006 entschieden, dass die Versetzung eines Beamten in die Vivento grundsätzlich rechtswidrig ist.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalbericht der Deutschen Telekom 2013/2014, S. 13 (PDF)
  2. Personalbericht der Deutschen Telekom 2013/2014, S.45
  3. Handelsblatt-Online, vom 5. Dezember 2012
  4. Text der DTAGBefugAno, vom 11. Juni 2014
  5. Text der DTAGÜbertrAno, vom 21. August 2013
  6. BVerwG, Urteil vom 18. September 2008, Az. 2  126.07, Volltext.
  7. BVerwG, Urteil vom 22. Juni 2006, Az. 2  26.05, Volltext.