Vought A-7

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Vought A-7 Corsair II
Eine A-7E „Corsair II“
Eine A-7E „Corsair II“ der USS Kitty Hawk, 1981
Typ: Erdkampfflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller: Ling-Temco-Vought
Erstflug: 27. September 1965
Indienststellung: 1. Februar 1967
Produktionszeit:

1965 bis 1983

Stückzahl: 1569

Die Ling-Temco-Vought A-7 Corsair II war ein einstrahliges Kampfflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Ling-Temco-Vought, das auf der F-8 Crusader basierte. Die A-7 war bei der US Navy und US Air Force im Dienst. Später wurde sie von der Air National Guard bis 1998 eingesetzt. Den Flugzeugtyp übernahmen auch Griechenland (Einsatz bis 2014), Portugal (Einsatz bis 1999) und Thailand. In Griechenland waren A-7 noch bei der 336. Staffel des 116. Kampfgeschwaders in Araxos im Einsatz. Die letzten A-7 wurden im Oktober 2014 außer Dienst gestellt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1963 begann eine Ausschreibung der US Navy für ein trägergestütztes leichtes Angriffsflugzeug als Ersatz für die Douglas A-4. Um Kosten zu sparen, wurde festgelegt, dass der neue Typ auf bestehenden zu basieren habe. Vought, Douglas Aircraft Company, Grumman und North American Aviation reichten Vorschläge ein. Am 11. Februar 1964 ging Vought als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und erhielt am 19. März des Jahres den Auftrag zur Fertigung einer Vorserie. Das Flugzeug wurde A-7 genannt und erhielt 1965 den Beinamen Corsair II, in Anlehnung an die erfolgreiche Corsair aus dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1984 wurden 1569 Exemplare gebaut.

Am 27. September 1965 absolvierte der erste Prototyp (YA-7A) seinen Erstflug. 1966 wurden die ersten Exemplare der A-7A bei den Ausbildungsstaffeln VA-174 und VA-122 der U.S. Navy in Dienst gestellt, am 1. Februar 1967 war die erste Staffel kampfbereit. Im Dezember 1967 begannen die Kampfeinsätze der Corsair II im Vietnamkrieg bei der Staffel VA-147, Trägergeschwader 2 (CVW-2), USS Ranger (CV-61). Im Herbst 1968 setzten die Staffeln VA-146 und VA-215 zuerst die A-7B ein, die Ausmusterung erfolgte 1977. Nur die Staffeln VA-82 und VA-86 flogen die A-7C ab 1968. Im Mai 1970 ging die letzte Version der U.S. Navy, A-7E erstmals bei den Staffeln VA-146 und VA-147 an Bord der USS America (CV-66) in Dienst. Nach dem Ende des Vietnamkrieges 1973 wurden die A-7 der U.S. Navy 1983 bei der Invasion von Grenada, 1983/84 über dem Libanon und 1986 bei den Angriffen auf Libyen (Operation El Dorado Canyon) eingesetzt. Der letzte Einsatz erfolgte 1990/91 während der Operation Desert Storm mit den Staffeln VA-46 und VA-72, CVW-3 von Bord der USS John F. Kennedy (CV-67). Diese Staffeln wurden als letzte aktive A-7-Staffeln der U.S. Navy am 30. Mai 1991 außer Dienst gestellt. Als Reserve-Staffel hatte VA-204 ihre Corsairs bereits einen Monat vorher abgegeben. Die letzten EA-7L wurden im November 1994 ausgemustert.

Während der Entwicklung des Navy-Typs befand die US Air Force diesen Flugzeugtyp als geeignet für ihre Forderungen nach einem Nahunterstützungsflugzeug. Die USAF orderte daher die A-7D mit überarbeiteter Technik und Bewaffnung. Der erste Prototyp flog am 6. April 1968 und im November 1970 wurde die A-7D bei der 354. TFW auf der Myrtle Beach AFB der Air Force in Dienst gestellt. Das 355. TFW und das 23. TFW folgten 1971 und 1972. Während der Einsatzzeit flogen drei Geschwader der USAF und 14 Staffeln der U.S. Air National Guard die A-7D. A-7D des 354th Tactical Fighter Wing wurden 1972/73 im Vietnamkrieg eingesetzt. Weiterhin wurden A-7D der 114. und 180. Tactical Fighter Group der Ohio Air National Guard bei der US-Invasion in Panama 1989 eingesetzt. Die USAF musterte die letzten A-7D 1992 aus.

In den späten 1970er- und den frühen 1980er-Jahren wurde die A-7D bei der USAF aus dem Truppendienst abgezogen und an die Air National Guard sowie an Griechenland, Portugal und Thailand weitergegeben.

Von den Besatzungen erhielt die Maschine den Spitznamen „SLUFF“, was in Anlehnung an BUFF („Big Ugly Fat Fellow“ oder auch „Big Ugly Fat Fucker“), den Spitznamen der Boeing B-52, für „Short Little Ugly Fat Fellow“ (kurzer, kleiner, hässlicher, fetter Typ) steht.

Am 11. Januar 1981 wurden durch ein Kommando der linksgerichteten Unabhängigkeitsbewegung „Los Macheteros“ (PRTP) auf den Luftwaffenstützpunkt Muñiz Air Base nahe San Juan, Puerto Rico, zehn A-7 der Puerto Rico National Guard zerstört.

Am 17. Oktober 2014 wurde die letzte A-7 Corsair II, welche bis dahin noch bei den Griechischen Luftstreitkräften im Einsatz war, außer Dienst gestellt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Corsair II erinnert stark an die F-8 Crusader, von der sie ihr etwas breiterer, aber kürzerer Rumpf und die etwas vergrößerte Spannweite unterscheiden. Außerdem wurde bei der A-7 auf die Fähigkeit verzichtet, während des Flugs den Einstellwinkel der Tragflächen verändern zu können.

Da keine Überschallgeschwindigkeit gefordert war, erhielt die Maschine in den ersten Ausführungen ein Pratt & Whitney TF30-Triebwerk ohne Nachbrenner. Spätere Versionen, A-7D und E, erhielten statt des TF30 ein Allison TF41, eine Lizenzproduktion des Rolls-Royce Spey 201, das höheren Schub bei geringerem Treibstoffverbrauch lieferte.

Die Hauptbewaffnung besteht aus zwei 20-mm-Maschinenkanonen Colt Mk 12 mit je 250 Schuss. Theoretisch konnte sie an Flügelstationen noch bis zu 6800 kg Last tragen, aber nur bei verringertem Treibstoffvorrat, da sonst die Gesamtabflugmasse überschritten wurde. Bei den Versionen D und E wurden die beiden 20-mm-Kanonen durch eine M61-Vulcan-Gatlingkanone ersetzt.

Als zweisitzige Trainerversionen wurden die TA-7C für die Navy und die TA-7K für die Air National Guard produziert.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiseitenriss der A-7E
A-7A
199 für die U.S. Navy gebaut; TF30-P-6-Triebwerk, zwei 20-mm-Kanonen Colt Mk 12 mit je 250 Schuss. 6804 kg Waffenzuladung
A-7B
196 für die U.S. Navy gebaut; A-7A mit TF30-P-8-Triebwerk mit 54,2 kN Schub. Ab 1971 wurden die meisten A-7B mit dem TF30-P-408 mit 59,6 kN Schub ausgerüstet.
A-7C
67 für die U.S. Navy gebaut; A-7A mit TF30-P-8-Triebwerk und Gatling-Kanone M61
TA-7C
Umbau von 24 A-7B und 36 A-7C zu doppelsitzigen Trainern. Sie wurden 1984 auf den Standard der A-7E aufgerüstet.
YA-7D
Prototypen einer Version der U.S. Air Force mit Allison TF41-A-1-Triebwerk (Rolls-Royce Spey) mit 64,5 kN Schub. Verbesserte Avionik-Ausrüstung, 20-mm-Gatling-Kanone M61 Vulcan und USAF-Luftbetankungseinrichtung. 5 wurden gebaut.
A-7D
Serienversion der YA-7D, 454 wurden gebaut.
A-7E
A-7C mit Allison TF41-A-1-Triebwerk, 529 wurden für die U.S. Navy gebaut.
YA-7F
2 umgebaute A-7D als Prototypen der Super Corsair II; Pratt & Whitney F100-PW-220-Triebwerk mit 116 kN Schub (dafür musste der Rumpf um 1,22 m verlängert und die Heckflosse um 25 cm erhöht werden). Erstflug am 29. November 1989, erreichte beim zweiten Flug Überschallgeschwindigkeit. Der zweite Prototyp flog am 3. April 1990. Das Flugzeug wurde zugunsten der General Dynamics F-16 gestrichen.
A-7G
1972 geplante Version für die Schweizer Luftwaffe, wurde nicht gebaut.[2]
A-7H
60 ab 1975 gebaut; A-7D ohne Luftbetankungseinrichtung für Griechenland.
TA-7H
A-7K für Griechenland.
A-7K
doppelsitzige A-7D, 30 für die U.S. Air Force gebaut.
EA-7L
8 1984 mit ECM-Geräten versehene TA-7C zur Feinddarstellung.
A-7P
44 mit TF30-P-408-Triebwerk ausgerüstet A-7A für Portugal (sowie 23 zur Lieferung von Ersatzteilen), 1981 bis 1983 geliefert.
TA-7P
6 TA-7C für Portugal, 1985 geliefert.
A-7T
14 1995 an die thailändische Marine gelieferte A-7E (plus 2 als Ersatzteilträger).
TA-7T
4 TA-7C für Thailand.

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine portugiesische A-7P 1984
GriechenlandGriechenland Griechenland
Luftstreitkräfte, 60 A-7H/TA-7H, in Dienst bis Oktober 2014
PortugalPortugal Portugal
Força Aérea Portuguesa, 50 A-7P/TA-7P, in Dienst bis 1999
ThailandThailand Thailand
Royal Thai Air Force, offiziell bis 2012 im Dienst, aber nicht mehr einsatzklar
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
United States Air Force, A-7D, in Dienst bis 1989
United States Navy, A-7A/B/C/E/TA-7C, in Dienst bis 1991
Air National Guard, A-7D/K, in Dienst bis 1993

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten der A-7A Daten der A-7D Daten der A-7E
Besatzung 1
Länge 14,06 m
Spannweite 11,81 m
Höhe 4,90 m
Flügelfläche 34,84 m²
Leermasse 6.739 kg 7.968 kg 8.669 kg
max. Startmasse 15.649 kg 19.051 kg
Kraftstoffkapazität
  • intern: 5678 l
  • extern: 4 Treibstofftanks zu je 1135 l
Höchstgeschwindigkeit 1094 km/h (auf Meereshöhe) 1052 km/h (auf Meereshöhe) 1110 km/h (auf Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit 933 km/h (auf Meereshöhe) 816 km/h (auf Meereshöhe) 933 km/h (auf Meereshöhe)
Steigrate 25,4 m/s 40,2 m/s 55,37 m/s
Dienstgipfelhöhe 13.381 m 11.826 m
Einsatzradius unbekannt 1127 km
Reichweite 6598 km ca. 5000 km 4828 km
Startstrecke 1265 m 1189 m 1219 m
Triebwerk 1 × Pratt & Whitney TF30-P-6 1 × Allison TF41-A-1 1 × Allison TF41-A-2
Schubkraft 50,50 kN (ohne Nachbrenner) 63,41 kN (ohne Nachbrenner) 66,75 kN (ohne Nachbrenner)
Rettungssystem Douglas ESCAPAC IC-2 Schleudersitz Douglas ESCAPAC IG-2 Douglas ESCAPAC IG-4/IG-5

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interne Rohrwaffen
Kampfmittel bis zu 6800 kg an acht Außenlaststationen
Luft-Luft-Lenkflugkörper
Luft-Boden-Lenkwaffen
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
Gelenkte Bomben
Ungelenkte Bomben (an bis zu sechs Bombenträgergestellen BRU-41 MER oder BRU-42 TER)
  • 24 × Mark 82 LDGP (241-kg-/500-lb-Freifallbombe)
  • 20 × Mark 82 „Snake Eye“ (227 kg / 500 lb, mit vier Luftbremsklappen)
  • 24 × Mark 20 „Rockeye II“ (222-kg-/490-lb-Anti-Panzer-Streubombe mit 247 Mk.118-Bomblets)
  • 12 × M117 (372-kg-/820-lb-Freifallbombe)
  • 20 × Mk.36 „Destructor“ (250-kg-/560-lb-Seemine auf Basis der Mk.82 Snakeye)
  • 6 × Mark 83 LDGP (454-kg-/1000-lb-Freifallbombe)
  • 6 × Mark 84 Mk.84 LDGP (907-kg-/2000-lb-Freifallbombe)
  • 10 × BLU-27A (340-kg-/750-lb-Napalm-Brandbombe)
  • 6 × BLU-52 (170-kg-/375-lb-Brandbombe)
  • 2 × B28 (nukleare Freifallbombe mit 1,45-MT-Sprengsatz)
  • 2 × B43 (nukleare Freifallbombe mit 1-MT-Sprengsatz)
  • 2 × B57 (nukleare Freifallbombe mit 20-kT-Sprengsatz)
  • 10 × CBU-30/38 (385-lb-SUU-13-Behälter mit 40 CDU-12-Tränengas-Bomblets)
Externe Behälter
  • 2 × Kanonenbehälter SUU-23/A (20-mm-Gatlingkanone GAU-4/M61 mit 1200 Schuss Munition)
  • 4 × abwerfbare Zusatztanks für 1135 Liter (370 US-Gallonen) Kerosin
  • 2 × AN/ALQ-71(V)-2-EKF-Störbehälter
  • 2 × AN/ALQ-87-EKF-Störbehälter
  • 2 × AN/ALQ-101(V)-1-EKF-Störbehälter
  • 2 × AN/ALQ-119(V)-16-EKF-Störbehälter
  • 2 × N/ALQ-131(V)-EKF-Störbehälter
  • 1 × AN/AWW-9B-Datenübertragungsbehälter für AGM-62

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: A-7 Corsair II – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Austrianwings.info:Der letzte Korsar geht in den Ruhestand abgerufen am 22. Oktober 2014
  2. Roman Schürmann: Helvetische Jäger. Dramen und Skandale am Militärhimmel. Rotpunktverlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-85869-406-5.