WWF Jugend

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WWF Jugend auf der SCP 2015

Die WWF Jugend ist ein ökologischer Jugendverband des WWF Deutschland. Er existiert seit 2009 und richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren. Nach Angaben des WWF Deutschland hat die WWF Jugend derzeit 5.500 Mitglieder. Ziel der WWF Jugend ist es, Jugendliche für Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren.[1] Neben der WWF Jugend existieren Programme für Kinder bis sieben und ab acht Jahren („Lilu Panda“ und „Young Panda“).[2]

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WWF Jugend wurde im April 2009 in Form einer Online-Community ins Leben gerufen.[3] Auf einer Website konnten Jugendliche von 14 bis 24 Jahren Informationen zu Natur- und Umweltschutz abrufen und sich mit Freunden vernetzen. Nach offiziellen Angaben meldeten sich bis Ende 2009 über 2.400 Interessenten auf dem Portal an, davon 1.400 auch als Fördermitglieder des WWF Deutschland. Im ersten Jahr sind außerdem rund 800 Jugendliche von Young Panda zur WWF Jugend gewechselt.[4]

Erwachsene können Jugendliche im Rahmen einer „Fördermitgliedschaft“ bei der WWF Jugend anmelden. Mit einer monatlichen Spende unterstützen sie die Arbeit des WWF Deutschland. Neben Einladungen zu Natur- und Erlebnis-Camps erhalten sie beispielsweise viermal im Jahr das WWF Jugend Magazin. Im Gegensatz zu anderen Jugendverbänden von Natur- und Umweltschutzorganisationen, wie zum Beispiel der BUNDjugend, der Greenpeace-Jugend oder der Naturschutzjugend, ist die WWF Jugend auf lokaler Ebene nicht in Ortsgruppen organisiert. Als zentrale Plattform zur Organisation von Treffen, Projekten und Aktionen dient die Online-Community der WWF Jugend. Jugendliche können sich bundesweit bei der WWF Jugend engagieren, unabhängig davon, ob sie gleichzeitig Fördermitglied sind oder nicht. Besonders aktive Mitglieder engagieren sich im sogenannten "Redaktions- und Aktionsteam". Zusammen mit dem WWF plant das Aktionsteam Aktionen, während die Redaktion mit Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit betraut ist.[5]

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der WWF-Jugend ist der gleichnamige Webauftritt.[6] Der WWF Deutschland bezeichnet diese Webpräsenz als die „erste deutschsprachige Umweltcommunity für Jugendliche“.[1] Sie gliedert sich in vier Bereiche: Informationen über Projektaktivitäten des WWF, deren Hintergründe und konkrete Projektarbeit, ferner über die Kampagnen der WWF-Jugend und gewünschte Mitwirkungsmöglichkeiten. Es werden Informationen über Formen umweltbewusster Alltagsgestaltungen am Beispiel von Energieeinsparung oder Bio-Lebensmitteln dargestellt. Im vierten Bereich befinden sich Diskussionsforen, Blogs und Benutzerprofile der Mitglieder. Die Online-Kommunikation wird von den Mitarbeitern des WWF Deutschland sowie von ehrenamtlichen Redakteuren der WWF-Jugend redigiert und administriert.[7]

Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WWF Jugend möchte die „biologische Vielfalt der Erde erhalten“, „die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen erreichen“ und die „Umweltverschmutzung und schädliches Konsumverhalten eindämmen“.[1] Zu diesem Zweck können sich Mitglieder der WWF Jugend an Kampagnen des WWF Deutschland beteiligen[7], wobei häufig auch an internationale Aktivitäten des WWF angeknüpft wird.[8] Außerdem können Jugendliche eigene Aktionen und Veranstaltungen entwickeln. Sie werden in der Online-Community vorgestellt und bei entsprechendem Interesse mit Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiter des WWF Deutschland umgesetzt.[7] Besonders aktive Mitglieder konnten als sogenannte „Aktionsteamer“ koordinierende Aufgaben übernehmen und Kampagnen organisieren. Auf sie gehen jährlich Dutzende Aktionen auf nationaler und auch internationaler, aber auch regionaler Ebene zurück.[9]

Zu den ersten Aktivitäten der WWF Jugend gehörte eine Expedition in den tropischen Regenwald der Zentralafrikanischen Republik.[10] 2009 waren drei Jugendliche im Dzanga-Sangha-Schutzgebiet unterwegs[11], um die Öffentlichkeit für die Bedrohung des Regenwaldes durch Abholzung und Wilderei zu sensibilisieren. 2010 berichteten Jugendliche aus dem Fernen Osten Russlands, wo der Sibirische Tiger lebt.[12] 2010 organisierte die WWF Jugend außerdem eine Reise in die Ammer-Region.

2012 und 2013 organisierten Mitglieder der WWF Jugend die sogenannten „Fahrradstaffeln“.[13][14] Die Fahrradtouren führten quer durch Deutschland von Flensburg bis nach Freiburg im Breisgau. Die Jugendlichen wollten damit insbesondere auf umweltbewusstes Reisen und nachhaltige Mobilität aufmerksam machen.[15][16] Zu den regelmäßig stattfindenden Aktionen der WWF Jugend zählt außerdem die Schülerakademie „2°Campus“.[17] Seit 2012 arbeitet jedes Jahr eine Gruppe ausgewählter Jugendlicher mit wissenschaftlicher Unterstützung an Lösungen, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken.[18][19] Die Schülerakademie wurde mehrfach mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ des Rats für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.[20]

Weitere Projekte der WWF Jugend beschäftigen sich beispielsweise mit dem Thema Wilderei, der Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll in den Ozeanen, der Ansiedlung von Wölfen in Deutschland oder den Gefahren einer Überfischung der Meere.[17] Von ihrer Gründung 2009 bis zum Jahr 2014 hat die WWF Jugend insgesamt 10.000 Unterschriften für den Tiger gesammelt und dafür gesorgt, dass über 65.000 Bäume auf Sumatra gepflanzt wurden. Die WWF Jugend ist außerdem immer wieder auf UN-Klimakonferenzen aktiv.[21] 2015 drehten sich die Aktivitäten der WWF Jugend vor allem um die Klimakonferenz in Paris,[22] die Bedrohung des Amazonas[23] und die Handelsabkommen CETA[24] und TTIP.[25] Zu den jüngsten Aktionen der WWF Jugend zählen die Kampagne „Luchs-Verbündete“, mit denen die Organisation gegen die Jagd auf Luchse eintritt, sowie die 2017 stattfindenden „Change Days“.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Welt verbessern? Wer, wenn nicht wir! WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.
  2. Michael Urselmann: Fundraising: Professionelle Mittelbeschaffung für steuerbegünstigte Organisationen. 6. Auflage. Springer Gabler, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-01794-1, S. 249.
  3. Katja Eisert: Vier Monate WWF Jugend-Community – eine erste Zwischenbilanz. In: PR-Fundsachen. 21. Juli 2009, abgerufen am 24. September 2015.
  4. Jahresbericht 2009. (PDF) WWF Deutschland, S. 18–19, abgerufen am 20. August 2015.
  5. Redaktions- und Aktionsteam. Abgerufen am 14. April 2019.
  6. WWF startet interaktive Web-Community. In: Tellerand Blogger. 28. April 2009, archiviert vom Original am 22. Dezember 2015; abgerufen am 20. August 2015.
  7. a b c Tim Breitbarth, Georg Lahme, Riccardo Wagner (Hrsg.): CSR und Social Media: Unternehmerische Verantwortung in sozialen Medien wirkungsvoll vermitteln. Springer Gabler, Berlin, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-55023-2, S. 195.
  8. Auge in Auge mit riesigen Gorillas. In: Express. 13. Dezember 2009.
  9. Aktionsteamer. WWF Jugend, archiviert vom Original am 30. Juni 2016; abgerufen am 20. August 2015.
  10. Überzeugungstäterinnen – Wie werben wir fürs Klima? In: Die Zeit. Nr. 50, 2009, S. 87 (zeit.de).
  11. Jana Cürten: Mit Gorillas auf Tuchfühlung. In: Kölnische Rundschau (Rhein-Sieg Rundschau). 25. Juli 2009.
  12. Elke Jäger: Julia hilft den Tiger retten. In: Mitteldeutsche Zeitung. 10. September 2010.
  13. WWF-Jugend radelt auch ab Bielefeld. In: Westfalen-Blatt. 25. Juli 2012.
  14. Alexander Baumbach: Strampeln für die Umwelt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 3. August 2013.
  15. Radeln für den Umweltschutz. In: Rhein-Zeitung. 3. August 2012, S. 21.
  16. Michael Groß: Radel-Demo für umweltfreundliches Reisen. In: Ostthüringer Zeitung. 6. August 2013, S. 14.
  17. a b c Aktionen. WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.
  18. Junge Forscher gesucht. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 13. Dezember 2014.
  19. Schülerakademie Klimawandel. In: Die Zeit. Nr. 45, 2011, S. 79 („Tipps und Termine“).
  20. WWF Schülerakademie 2°Campus. In: Werkstatt N. Rat für Nachhaltige Entwicklung, archiviert vom Original am 22. Dezember 2015; abgerufen am 20. August 2015.
  21. Jahresbericht 2013/2014. (PDF) WWF Deutschland, S. 34, abgerufen am 20. August 2015.
  22. „Paris“. WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.
  23. „VivaAmazonia“. WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.
  24. „CETA“. WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.
  25. „TTIP“. WWF Jugend, abgerufen am 4. Mai 2017.