Wald-Labkraut

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Wald-Labkraut
Galium sylvaticum (Wald-Labkraut) IMG 3333.JPG

Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Labkräuter (Galium)
Art: Wald-Labkraut
Wissenschaftlicher Name
Galium sylvaticum
L.

Das Gewöhnliche Wald-Labkraut (Galium sylvaticum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 100 (selten bis 140) Zentimeter erreicht. Der aufrechte, locker verzweigte, glatte, runde Stängel besitzt bisweilen vier undeutliche Längsrippen. Die mittleren, länglich-lanzettlichen Laubblätter sind zu sechs bis acht in einem Quirl angeordnet. Die bläulich bereiften, unterseits graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 4 cm lang und 3 bis 10 mm breit.

Der rispige Gesamtblütenstand ist locker, ausgebreitet und verzweigt. Die Blütezeit der kleinen, weißen Blüten reicht von Juli bis August. Die Blütenknospen sind oft nickend. Die Spaltfrüchte sind glatt und klein-kugelig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist ein Rhizom-Geophyt oder ein Hemikryptophyt. Sie wurzelt bis 50 Zentimeter tief.[1]

Blütenbiologisch handelt es sich um vormännliche, „Nektar führende Scheibenblumen“. Bestäuber sind Fliegen und Käfer; auch spontane Selbstbestäubung ist möglich.

Es findet Ausbreitung durch Ameisen und wahrscheinlich auch Zufallsausbreitung durch Rehe u.s.w. statt. Sie werden wohl auch als Rollfrüchte vom Regen ausgeschwemmt. Die Fruchtreife reicht von August bis Oktober.

Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist in Süd- und Mitteleuropa bis zur Türkei verbreitet und von den Tieflagen bis in die mittleren Gebirgslagen zu finden. In den Allgäuer Alpen steigt es in Bayern am Zirmgrat bis zu einer Höhenlage von 1289 Metern auf.[2] Es wächst in Laubwäldern und ist Charakterart des Galio-Carpinetum aus dem Carpinion-Verband.[1] Es kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Potentillo-Quercion petraeae, der Ordnungen Prunetalia und Origanetalia und im Carici-Fagetum und Aceri-Tilietum vor.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[3]:

  • Galium sylvaticum subsp. laconicum (Boiss. & Heldr.) Stoj. & Stef. (Syn.: Galium laconicum Boiss. & Heldr.): Sie kommt in Serbien, Bulgarien, Griechenland und in der Türkei vor.[3]
  • Galium sylvaticum subsp. sylvaticum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 765.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 512. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3. a b Karol Marhold: Rubiaceae. Datenblatt Galium. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Galium sylvaticum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien