Walter Hauser (Schriftsteller)

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Walter Hauser (* 11. Juni 1957 in Glarus) ist ein Schweizer Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauser wurde 1957 geboren und wuchs im Kanton Glarus auf. Er studierte Rechtswissenschaft und promovierte zum Dr. iur. an der Universität Zürich. Seit 1985 ist Hauser als Journalist und Redaktor für verschiedene Schweizer Zeitungen tätig. Von 1987 bis 1992 war Hauser Mitglied des Glarner Kantonsgerichtes. Seit 1995 veröffentlicht er mehrere Bücher, basierend auf rechtshistorischen Recherchen.

"In Bitterkeit und Tränen" beschreibt Hauser die Hintergründe der glarnerischen Massenauswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert. Kanton und Gemeinden unterstützten den Wegzug verarmter Familien, um sich der Fürsorgekosten zu entledigen. Besonders tragisch ist der Fall des 18-jährigen heimatlosen Samuel Fässler, dessen Schicksal Hauser aufgrund seiner Recherchen detailliert schildert. Der jugendliche Obstdieb aus dem glarnerischen Mühlehorn wurde nach jahrelangem Gefängnisaufenthalt im Jahr 1851 nach New York abgeschoben, wo sich seine Spuren für immer verloren.

In seinem Buch "Der Justizmord an Anna Göldi" veröffentlichte Walter Hauser als Erster das Stammbuch von Heinrich Ludewig Lehmann, das er 2006 bei seinen Recherchen gemeinsam mit heute lebenden Verwandten Lehmanns in Deutschland gefunden hatte. Im Stammbuch haben sich die Hauptfiguren des Anna Göldi-Prozesses handschriftlich eingetragen, darunter auch Gerichtsschreiber Johann Melchior Kubli. Das Stammbuch erbringt den Beweis, dass Melchior Kubli dem Journalisten Lehmann die geheimen Dokumente des Göldi-Prozesses ausgehändigt hatte. Durch diese Indiskretion wurde der "Hexenprozess" schon kurz nach der Hinrichtung von Anna Göldi im Jahr 1782 publik. Mit diesem Buch, in welchem er die Rehabilitierung der letzten Hexe [1], gelang Hauser ein schweizerischer Bestseller. Hauser war die treibende Kraft bei der vom Glarner Landrat im Jahr 2008 beschlossenen Rehabilitierung von Anna Göldi. Als Gründungsmitglied und Präsident ist Walter Hauser im Stiftungsrat der Anna-Göldi-Stiftung aktiv, die sich gegen Justizwillkür und für die Wahrung der Menschenrechte einsetzt.

Bei den Recherchen zum Brand von Glarus 1861 stiess Hauser auf neue Dokumente, die darauf hindeuten, dass der Brand von zwei Jugendlichen gelegt worden war.[2][3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992 Swiss Press Award in Bern

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bitterkeit und Tränen: Szenen der Auswanderung aus dem Tal der Linth und Ausschaffung des heimatlosen Samuel Fässler nach Amerika. Limmat Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-85791-268-5.
  • Im Zweifel gegen die Frau: Mordprozesse in der Schweiz. Limmat Verlag, Zürich 1997, ISBN 3-85791-289-8.
  • Auswanderung ins Glück: Die Lebensgeschichte der Kathrin Engler. Limmat Verlag, Zürich 2002, ISBN 3-85791-415-7.
  • Der Justizmord an Anna Göldi: Neue Recherchen zum letzten Hexenprozess in Europa. Limmat Verlag, Zürich 2007, ISBN 978-3-85791-525-3; erweiterte NA: Anna Göldi - Hinrichtung und Rehabilitierung. Mit einem Beitrag von Kathrin Utz Tremp, Limmat, Zürich 2013, ISBN 978-3-85791-714-1.
  • Stadt in Flammen: Der Brand von Glarus im Jahr 1861. Limmat Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85791-630-4.
  • Der Hexenprozess gegen Anna Göldi in der Beurteilung der Zeitgenossen, in Hexenforschung Band 14 S. 123 ff; Späte Hexenprozesse - Der Umgang der Aufklärung mit dem Irrationalen Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-89534-904-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blick Journalist Walter Hauser sorgte für Rehabilitierung von Anna Göldi in: Blick 1. November 2013.
  2. Brand von 1861: Neue Indizien sprechen für Brandstiftung. in: Südostschweiz, Ausgabe Glarus. 10. April 2011
  3. Exklusiv! SonntagsBlick-Autor Walter Hauser enthüllt jetzt in seinem Buch neue Fakten zum Brand von Glarus in: Blick 10. April 2011