Weiße Wildnis

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Filmdaten
Deutscher Titel Weiße Wildnis
Originaltitel White Wilderness
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 72 Minuten
Stab
Regie James Algar
Drehbuch James Algar
Produktion Walt Disney,
Ben Sharpsteen
Musik Oliver Wallace
Schnitt Norman Palmer

Weiße Wildnis ist ein US-amerikanischer Tierfilm aus dem Jahr 1958. Der Film ist ein Teil der Disney-Serie Entdeckungsreisen im Reiche der Natur (True-Life Adventures).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beschreibt das Leben der Lemminge in der Arktis. Auch das Leben anderer Tierarten der Arktis, so beispielsweise das der Eisbären, wird beschrieben.

Fälschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Film handelt es sich nicht um einen echten Dokumentarfilm. Nach Recherchen der Canadian Broadcasting Corporation aus dem Jahr 1982 [1] konstruierten Techniker einen schneebedeckten sich drehenden Tisch, um den Eindruck von wild umherirrenden Lemmingen zu erzeugen, die sich dann über eine Klippe in das Meer stürzten. Die Täuschung prägt bis heute das populäre Verständnis von Lemmingen. Tatsächlich bewegen sie sich zwar zeitweise in Schwärmen, unterlassen aber „Massenselbstmord“.[2]

Mythos über Massenselbstmorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem durch diesen Film entstand der populäre Mythos, Lemminge würden alle paar Jahre kollektiven Massenselbstmord begehen, indem sie sich zu tausenden ins Meer oder Flüsse stürzen und anschließend ertrinken. Zuvor war diese Legende auch bereits in Teilen Skandinaviens aufgetaucht, vermutlich weil man dort regelmäßig die massenhaften Wanderungen beobachten konnte und oftmals Tiere auf der Suche nach neuen Lebensräumen nicht überlebten. „Wie die Lemminge“ wurde so zu einer sprichwörtlichen Metapher für jede Art von Massenverhalten. Inzwischen weiß man allerdings, dass es zwar regelmäßige Populationsschwankungen unter Lemmingen gibt, diese allerdings nicht durch einen Massenselbstmord verursacht werden, sondern vermutlich hauptsächlich durch nachtaktive Feinde, wie die Schnee-Eule, den Polarfuchs und insbesondere das Hermelin (siehe auch Räuber-Beute-Beziehung). Ebenfalls spricht gegen den Mythos, dass Lemminge sehr gute Schwimmer sind und daher nicht sehr schnell ertrinken würden. Der Disney-Film selber, aus dem die Legende stammt, wurde in der kanadischen Provinz Alberta gedreht - dort gibt es jedoch gar keine Lemminge. Die Lemminge wurden extra für den Film herangeschafft, um anschließend medienwirksam einen Massenselbstmord zu inszenieren. Da dabei angeblich Tiere in das Wasser geworfen wurden, um die Szenen realistischer wirken zu lassen, warfen Tierschützer den Produzenten sogar Tierquälerei vor.[3][4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Dokumentarischer Naturfilm aus der Disney-Werkstatt mit sehenswerten Aufnahmen vom Leben der Tierwelt im hohen Norden der Arktis. Anders als bei Disneys früheren Idyllen und Tragödien im Tierreich zeigt sich die Bearbeitung auch um naturkundliche Demonstration bemüht. - Lexikon des Internationalen Films.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1959 wurde der Film in der Kategorie Bester Dokumentarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet. Oliver Wallace erhielt für seine Musik eine Oscarnominierung. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin 1959 wurde Regisseur Algar mit dem Goldenen Bären für die beste Dokumentation ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cruelty to Animals in the Entertainment Business. CBC News auf cbc.ca
  2. Tierquäler Disney in Zeit Online, abgerufen am 2. Dezember 2012
  3. Begehen Lemminge wirklich Selbstmord? (Memento vom 5. Februar 2012 im Internet Archive) im P.M. Magazin, abgerufen am 2. Dezember 2012
  4. Dennis Chitty: Do lemmings commit suicide?: beautiful hypotheses and ugly facts. Oxford 1996, ISBN 978-0-19-509786-3, Seite 8 [1].
  5. Lexikon des Internationalen Films, abgerufen bei Zweitausendeins.de.