Weißer Steinklee

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Weißer Steinklee
Weißer Steinklee (Melilotus albus)

Weißer Steinklee (Melilotus albus)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Steinklee (Melilotus)
Art: Weißer Steinklee
Wissenschaftlicher Name
Melilotus albus
Medik.

Der Weiße Steinklee (Melilotus albus), auch Weißer Honigklee oder Bokharaklee, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Früchte

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

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Der Weiße Steinklee ist eine sommergrüne ein-bis-zweijährige überwinternde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 150 Zentimetern. Der aufrechte Stängel ist stark verzweigt. Seine Blätter sind dreigeteilt. Das mittlere oberste Blättchen ist wie bei anderen Steinklee-Arten auch länger gestielt als die seitlichen. Die Nebenblätter sind meist ganzrandig.

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

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Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Der traubige Blütenstand enthält viele Blüten. Die weißen Kronblätter sind 4 bis 5 mm lang. Die weißliche Hülsenfrucht ist netznervig runzelig.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 16[1].

Ökologie[Bearbeiten]

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Die Bestäubung erfolgt durch zahlreichen Insekten wie Bienen, Fliegen oder Falter.

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Die Früchte sind selbstausgebreitet durch Schütteln.

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten]

Der Weiße Steinklee ist ein kontinentales Florenelement; in West-, Nord- und Mitteleuropa ist dessen Indigenität zweifelhaft. Sein Areal erstreckt sich von Spanien, Mittelitalien, und Griechenland im Süden bis Großbritannien und Finnland im Norden; weiter ostwärts bis Westsibirien, Tibet und bis Vorderasien. In Nordamerika und in Australien ist er eingebürgert. In Europa wurde der Weiße Steinklee im 16. und 17. Jahrhundert als Heilpflanze und als Zierpflanze kultiviert, und er ist heute als Futterpflanze weltweit verbreitet; für diese Verwendung sind inzwischen Cumarin-arme Formen gezüchtet worden.[2]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Weiße Steinklee ist in Europa verbreitet. In Teilen Westasiens und Nordamerikas gilt er als Neophyt. Der Weiße Steinklee wurde auch in Deutschland und Nordeuropa im Zuge der Besiedlung der Menschen als Archaeophyt eingeschleppt.

Der Weiße Steinklee und wächst häufig mit dem Echten Steinklee zusammen an trockenen und frischen Ruderalstellen. Der Weiße Steinklee kommt jedoch an Wegrändern, Schuttplätzen, an Bahnanlagen, Kiesgruben und Xerothermrasen vor. Er bevorzugt basenreiche und nährstoffreiche Böden.

Standorte und Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Der Weiße Steinklee braucht nährstoffreichen, trockenen, etwas kalkhaltigen, tiefgründigen und daher meist lehmigen Boden, der aber steinig sein kann, er geht auch auf Sand, Grus und auf Bahnschotter.[3]

Er besiedelt Unkrautgesellschaften auf trockenem Ödland, Bahngelände, Kiesgruben und Steinbrüche. Er steigt in den Alpen vereinzelt bis 1500 m auf[3]; in den Allgäuer Alpen bei der Höflealpe in Bayern nur bis 1350 m[4].

Er fehlt im mitteleuropäischen Tiefland und in Gegenden mit kalkarmem Untergrund in kleineren Gebieten; sonst kommt er in Mitteleuropa häufig vor.[3]

Möglicherweise war der Weiße Steinklee ursprünglich nur im Mittelmeergebiet, in Südosteuropa und in Mittelasien beheimatet. Nach Mitteleuropa erscheint er entlang der Flussläufe möglicherweise erst ab etwa dem 15. Jahrhundert eingedrungen zu sein. Vor allem entlang der Bahnlinien hat er sich rasch ausgebreitet. Als Rohbodenpionier und als Kiesfestiger wird er gelegentlich zur „Bodenverbesserung“ angesät.[3]

Nutzung[Bearbeiten]

Gelegentlich wird der Weiße Steinklee auch zur Gründüngung angepflanzt.

Sonstiges[Bearbeiten]

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Der Weiße Steinklee besitzt eine unterirdische Rübe, die essbar sein soll. Ob diese wie beim Echten Steinklee schwach giftig ist, ist noch nicht ausreichend geklärt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8. S. 395-396
  3. a b c d Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  4. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 122-123. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißer Steinklee (Melilotus albus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien