Weißrussische Küche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Traditionelles Kartoffelgericht Babka

Die weißrussische Küche basiert auf Fleisch und verschiedenen Arten von Gemüse, wie andere Küchen der Länder Ost- und Nordeuropas.

Entstehung der weißrussischen Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Esskultur entwickelte sich unterschiedlich in verschiedenen Regionen und unter verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes.

Der unterschiedliche Glaube (orthodox-christlich bei den Kleinbauern, Union beim Kleinadel und Katholizismus beim Hofadel) führte zu einer uneinheitlichen Entwicklung der Kochkunst. Auch der Einfluss der jüdischen Küche auf die Herausbildung der weißrussischen Küche darf nicht unterschätzt werden.[1]

Besonderheiten bei den Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemüse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der weißrussischen Küche findet man vor allem Kohl, Erbsen, Bohnen, Möhren und Kartoffeln. In diesem Punkt ist die weißrussische Küche mit den anderen ostslawischen Küchen eng verwandt.

Die Kartoffel wurde in Weißrussland 75–90 Jahre eher als in Russland eingeführt. Beliebt sind vor allem stärkereiche Kartoffelsorten die in Weißrussland selbst wachsen.[1] Als bekanntestes Nationalgericht gelten Draniki, eine Art Kartoffelpuffer.[2]

Milch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in der weißrussischen Küche keine Milchspeisen in engerem Sinne. Jedoch werden viele Gerichte mit Quark, saurer Sahne, Molke oder Butter zubereitet.[1]

Hefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der weißrussischen Küche ist Hefe lange Zeit unbekannt gewesen. Das hat zu einer besonderen Form runder Eierkuchen, der Bliny, geführt. Dabei wird Rastschina, eine selbständig gesäuerte Mischung aus Mehl und Wasser verwendet.[1]

Bis heute wird Gebäck meistens mit Backpulver und nicht mit Hefe gebacken.[1]

Mehl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der weißrussischen Küche werden vorrangig dunkle Mehlsorten (Hafer-, Roggen-, Gersten-, Buchweizen- und Erbsenmehl) verwendet. Brot wird aus Roggenmehl hergestellt, Teig- und Backwaren aus Hafermehl.[1] Ein Blick in weißrussische Rezepte zeigt jedoch, dass sich inzwischen auch Weizenmehl etabliert hat.

Pilze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilze werden im Gegensatz zur russischen Küche nicht gebraten, sondern gekocht oder gedünstet. Sie werden als Beilage gereicht und nicht als eigenes Gericht gegessen. Lange war das Marinieren und Einlegen von Pilzen, eine in anderen ostslawischen Küchen sehr beliebte Methode der Zubereitung, unbekannt.[1] Beliebt ist es, Gemüse- und Fleischgerichte mit einem Pulver aus getrockneten Pilzen zuzubereiten.

Fische und Krebse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißrussland hat keinen Zugang zum Meer. Deshalb verwendet man vor allem Flussfische und Krebse. Der Fisch wird dabei meist als ganzes (und oft auch mit Schuppen) gebacken oder als Hackmasse zu Klößen geformt. Gebraten wird Fisch normalerweise nicht.

Obst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der weißrussischen Küche spielen vor allem die einheimischen Waldbeeren, Äpfel und Birnen eine große Rolle. Gerichte werden gewöhnlich nur unter Verwendung einer Obstart hergestellt.

Getränke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben alkoholischen Getränken wie Wodka und Bier sind auch Getränke wie Kwas oder Kompot sehr beliebt. Kwas wird aus Brot oder Getreide hergestellt, während Kompot aus Früchten gemacht wird, welche in Zuckerwasser gekocht werden.[3]

Süßspeisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weißrussische Spezialität ist das Syrok, ein mit Schokolade umhüllter Quarkriegel. Syrok wird in verschiedenen Regionen produziert, am bekanntesten ist jedoch Syrok aus der Stadt Valozhyn im Woblast Minsk.

Besonderheiten der Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der weißrussischen Küche wird weitgehend der russische Ofen verwendet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Pochljobkin, W. W.: Nationale Küchen. Die Kochkunst der sowjetischen Völker. Moskau/Leipzig 1984, S. 80–96
  2. http://www.belarus.by/en/about-belarus/cuisine/draniki
  3. http://www.belarus.by/en/about-belarus/cuisine/drinks

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Belorussische Küche. Leipzig 1984
  • Wladimir und Olga Kaminer: Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus. 2006, S. 33–45. ISBN 3-442-54610-9
  • Alexander Bely: The Belarusian Cookbook (engl.) Hippocrene Books, 2008. ISBN 978-0-7818-1209-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cuisine of Belarus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien